Nach einer Darmkrebstherapie ist die Rückkehr in den Alltag nicht immer einfach, da körperliche und psychische Veränderungen oft zu einschneidenden Veränderungen in der Lebensführung führen. Direkt nach der Darmkrebsbehandlung dauert es oft einige Wochen, bis sich Ihr Körper erholt und der Darm sich auf die Veränderungen nach einer Operation umgestellt hat.
Erholungsphase und Bewegung
In der ersten Heilungsphase sollten Sie sich noch schonen. Vielleicht nehmen Sie bereits an einer Rehabilitation teil oder bekommen physiotherapeutische Maßnahmen verordnet. Doch Sie können auch ganz einfach selbst aktiv werden. Fangen Sie damit an, im Alltag für mehr Bewegung zu sorgen: Gehen Sie öfter zu Fuß, nehmen Sie Treppen statt den Lift.
Sobald Sie sich wieder einigermaßen fit fühlen, können Sie Spaziergänge, langsames Joggen, Schwimmen oder Radfahren in Ihr Tagesprogramm aufnehmen. Es ist wichtig, die Intensität der sportlichen Betätigung an Ihre individuelle körperliche Leistungsfähigkeit anzupassen und Ihre Erkrankungssituation zu berücksichtigen. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihren behandelnden Ärzten, bevor Sie mit dem Training beginnen.
Wichtig: Gleich nach chirurgischen Eingriffen bei Dickdarmkrebs oder Mastdarmkrebs steht allerdings erst einmal Schonung auf dem Programm. Sie sollten drei Monate lang keine schweren Gewichte heben. Auch schwere Arbeit im Garten ist tabu, da die inneren und äußeren Narben abheilen müssen.
Ernährung nach der Operation
Während einer Darmkrebserkrankung und der Tumorbehandlung nehmen viele Patienten ab. Haben Sie an Gewicht und Muskeln verloren, dann ist es jetzt an der Zeit, Ihren Körper wieder aufzubauen. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Sie finden an anderer Stelle Tipps, was Sie bei der Ernährung direkt nach der Operation oder mit künstlichen Darmausgang beachten sollten. Oft müssen sie auch längerfristig auf schonende Ernährung achten und auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, die Sie nicht gut vertragen. Doch auch dann ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung möglich.
Bei Übergewicht sollten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten und momentan besser keine radikalen Diäten machen. Bei Untergewicht sollten Sie nicht an Fett sparen und Speisen mit Sahne oder Butter verfeinern. Ein Dessert nach dem Essen und kalorienhaltige Getränke (Säfte) sorgen für zusätzliche Zufuhr von Energie. Fetthaltige Fische wie Hering, Lachs und Thunfisch sind nicht nur kalorienreich, sondern enthalten auch viele gesunde ungesättigte Fettsäuren. Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Lieblingssnacks immer Zuhause haben und essen Sie etwas, wann immer Sie Appetit haben. Unter Umständen können energiereiche Fertigdrinks Ihren Speiseplan ergänzen.
Tipp: Wiegen Sie sich regelmäßig und notieren Sie das Gewicht in einer Tabelle.
Sport und Krebsrisiko
Mehr und mehr klinische Studien zeigen, dass Bewegung das Krebsrisiko verringern kann - oder den Verlauf von Erkrankungen positiv beeinflusst. Sport bei Krebs scheint auch die Nebenwirkungen einer Therapie - Stichwort „Chemo“ - zu lindern. Nicht zuletzt hilft Sport in der sehr schwierigen Situation einer Krebsbehandlung dabei, die Seele zu entlasten.
Menschen, die regelmäßig Sport treiben, haben im Schnitt ein geringeres Risiko, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Zahlen, die aus der Forschung dazu kommen, belegen, dass die Wahrscheinlichkeit um 20 bis 30 Prozent sinken kann. Auch das Risiko, einen Rückfall nach einer Krebsbehandlung zu erleiden, liegt bei Sportler:innen niedriger. Und: Auch Menschen, denen Sport vor der Behandlung, zum Beispiel eines Kolonkarzinoms oder Rektumkarzinoms, eher fern lag, profitieren von regelmäßiger Bewegung, wenn es um die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls geht.
Sport ist auch Mittel der Wahl gegen einen zu hohen Puls und einen zu hohen Blutdruck. Oft hilft er auch gegen depressive Verstimmungen.
Empfehlungen für sportliche Aktivitäten
In Absprache mit den behandelnden Ärzt:innen spricht auch bei Darmkrebs nichts gegen Bewegung. Wichtig ist die medizinische Bewertung vorab. Denn Sport betrifft den ganzen Körper, und deshalb muss immer die ausführliche Untersuchung von Herz und Kreislauf an erster Stelle stehen. Zu bedenken ist auch die Intensität, mit der Sport betrieben wird.
Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt drei Trainingseinheiten pro Woche zu je 60 Minuten. Die Sportart, die Ihnen Spaß macht - und die von den Ärzt:innen befürwortet wird, ist ideal. Ob Sie Joggen, Tennis, Radfahren, Tanzen, Schwimmen oder das Sportstudio präferieren, spielt nicht die entscheidende Rolle.
Einige Krankenkassen bieten auch besondere Kurse zum Thema Rehasport an, denn Darmkrebserkrankte haben nach ihrer OP Anspruch auf 50 Sporteinheiten zu je 45 Minuten.
Was Sie vermeiden sollten
Aktivitäten, die zu starkem Reiben in der Gesäßfalte oder Schwitzen führen, wie beispielsweise Laufen oder Fahrradfahren, sollten erst wieder nach vollständig abgeschlossener Wundheilung aufgenommen werden. Auch langes Sitzen ist nicht empfehlenswert.
Bitte nicht: Radfahren, rudern, Ballsport, joggen, Kampfsport, schwimmen, Sauna, langes Sitzen, Autofahrten, Flugreisen etc.
Wir empfehlen: Zu empfehlen und für die Wundheilung förderlich hingegen sind Aktivitäten wie Spaziergänge, leichte Gymnastik, vorsichtiges Walking.
Umgang mit einem Stoma
Auch Patienten mit einem künstlichen Darmausgang können und sollten Sport machen. Da durch den künstlichen Darmausgang eine unnatürliche Öffnung in der Bauchdecke geschaffen wurde, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Narbenbrüche. Patient:innen sollten beim Sport darauf achten, die Bauchmuskulatur nicht zu sehr zu beanspruchen und das Tragen von schweren Lasten zu vermeiden.
Ein Stoma ist generell kein Hinderungsgrund. Sie sollten lediglich auf Sportarten mit hartem Körperkontakt verzichten. Dazu gehören zum Beispiel Judo, Boxen und Geräteturnen. Bei einigen Sportarten kann das Tragen von Schutzgürteln und -kappen besseren Schutz bieten.
Wundheilung und Nachsorge
In den meisten Fällen ist eine offene Wundbehandlung erforderlich, da die Wundränder wegen der hohen Infektionsgefahr meist nicht vereinigt bzw. mit einer Naht verschlossen werden. Denn verschlossene Wunden am After würden sich nahezu immer infizieren und mit Fieber, Schmerzen, Schwellungen einhergehen und einen erneuten chirurgischen Eingriff erfordern.
Auf die Wunde wird eine Vlieskompresse mit etwas Panthenol-Salbe aufgebracht. Meist ist der Verband durch Tragen der Netzhose oder enger Unterwäsche ausreichend fixiert. Die Wundsekretion ist anfangs stärker, lässt jedoch im Verlauf der Behandlung, in den nächsten 1 bis 3 Wochen nach der Operation, langsam nach. Das Wundsekret kann auch leicht blutig sein.
Reinigung der Wunde
Bitte verwenden Sie kein feuchtes Toilettenpapier, da die enthaltenen Zusatzstoffe die Wunde reizen können. Idealerweise reinigen Sie die Wunde mit lauwarmem Wasser ohne jegliche Zusätze. Sitzbäder oder Spülungen mit der Handbrause der Dusche oder mit einem Bidet sind ideal. Es reicht, die Wunde 1-2 Minuten sanft zu reinigen. Grundsätzlich ist es erforderlich, die Wunde nach jedem Stuhlgang zu reinigen, mindestens aber 2-3x täglich. Anschließend tupfen Sie die Wunde vorsichtig mit einem sauberen Tuch trocken. Bitte nicht reiben. Anschließend legen Sie eine trockene, nicht sterile Kompresse auf, die Sie mehrmals am Tag erneuern können.
Verhalten bei Nachblutung
Leichte Blutungen sind völlig normal. Stetiger Blutfluss aus der Wunde hingegen nicht. Eine Nachblutung liegt vor, wenn es aus der Wunde selbst oder dem Afterkanal anhaltend blutet und dies sich auch durch Druck auf die Wundfläche für einige Minuten nicht stillen lässt oder wenn es zu einer Entleerung beim Toilettengang kommt, die größtenteils oder ausschließlich aus geronnenem oder frischem Blut besteht.
In diesem Fall müssen Sie sich unabhängig von Wochentag oder Tagszeit umgehend hier in die Praxisklinik oder im nächstgelegenen Krankenhaus vorstellen. Bitte nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Operateur auf und versuchen Sie den Blutfluss in der Zwischenzeit durch Auflage mehrerer Kompressen und etwas Druck durch draufsitzen oder drücken zu reduzieren. Bitte lassen Sie sich von einer Begleitperson oder einem Taxi bringen.
Wundschmerz
Der After ist eine sehr empfindliche Stelle und so ist die Angst vor Schmerzen gut nachvollziehbar. Die Dauer und Ausprägung der Wundschmerzen sind individuell sehr verschieden. Wir empfehlen eine regelmäßige Schmerzmedikation. Sie erhalten von uns Salben, die örtlich die Wunde betäuben sowie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen. Eine gute Schmerztherapie ist auch für eine regelrecht durchzuführende Wundbehandlung und damit für die rasche Wundheilung erforderlich.
Sollten die Medikamente nicht ausreichend helfen oder sich neue Schmerzen einstellen, informieren Sie bitte umgehend Ihren weiterbehandelnden Arzt. Wir empfehlen, die Schmerzmittel nicht abrupt abzusetzen, sondern Tag für Tag etwas zu reduzieren, so können Sie gut reagieren, wenn Sie doch noch nicht so schmerzfrei sind wie erhofft.
Arbeitsunfähigkeit, Autofahren und Reisen
Je nach Erkrankung, Heilungsverlauf sowie Art Ihrer beruflichen Tätigkeit variiert die Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Bei kleineren Erkrankungen reichen meist wenige Tage, bei größeren Eingriffen kann eine Arbeitsunfähigkeit auch mehrere Wochen dauern. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit, Dienstreisen bzw.
Längeres Sitzen von mehr als 1 Stunde sollte vermieden werden. Ein guter Indikator für die Dauer des Sitzens ist Ihr persönliches Empfinden. Erfahrungsgemäß wird längeres Sitzen bis zur fast vollständigen Wundheilung als unangenehm empfunden. Ist das nicht vermeidbar, sollten Sie längere Pausen als Entlastung für die Wunde einplanen, die Kompresse regelmäßig wechseln.
Bedeutung eines gesunden Lebensstils
„Zu einem gesunden Lebensstil gehören unter anderem eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die Vermeidung von schädlichen Subtanzen, etwa Nikotin, Alkohol oder Drogen sowie eine regelmäßige sportliche Aktivität. Wer sich daran hält, kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass er lange gesund bleibt“, erläutert Professor Dr.
Darmkrebs entsteht zu 90 Prozent aus sogenannten Darmpolypen (Schleimhautvorwölbungen) beziehungsweise Adenomen (gutartige Wucherungen). Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, warum Darmpolypen entstehen und wie ihnen vorgebeugt werden kann. Wer sich gesund ernährt, schädliche Substanzen vermeidet und sich regelmäßig körperlich betätigt, kann das Risiko an Darmkrebs zu erkranken senken. In Zahlen: Ein gesunder Lebensstil führt zu einer Risikoreduktion von zehn bis 20 Prozent.
Generell gilt: Jede körperliche Aktivität oder Bewegung ist gut. Die Gründe dafür sind ganz verschieden, aber immer positiv für die Gesundheit. Zum einen reduziert sich das Risiko für Darmpolypen. „Heutzutage wissen wir, dass Übergewicht mit einer Vielzahl von gut- und bösartigen Erkrankungen einhergeht. Das Risiko Darmpolypen und Darmkrebs zu entwickeln, steigt bereits ab einem Body-Mass-Index von mehr als 25“, erklärt Professor Ritz.
Sport und körperliche Fitness stellen zudem eine gute Ausgangsbasis für die anstehende Behandlung bei einer Darmkrebserkrankung dar. Je fitter jemand etwa in eine notwendige Operation hineingeht, desto rascher und problemloser wird er oder sie sich von dieser erholen.
„Spezielle Sportarten, um das Risiko einer Darmkrebserkrankung zu senken, gibt es nicht. Eine gute Basis, um körperlich fit zu werden und zu bleiben, stellen bereits zwei bis drei Einheiten wöchentlich über eine Dauer von 30 bis 60 Minuten dar. Für den Anfang reichen schon kleinere Trainingseinheiten, die langsam gesteigert werden. Das Gute: „Es müssen keine ausgefallenen Sportarten sein. Betroffene sollten im besten Fall vor, während und nach der Therapie ihrer Krebserkrankung körperlich aktiv bleiben.
Das ERAS-Programm
In den Helios Kliniken Schwerin kommt bei Darmkrebsoperationen das ERAS-Programm zum Einsatz. ERAS steht für enhanced recovery after surgery (Deutsch: rasche Erholung nach Operation). Mit diesem Programm werden Patientinnen und Patienten bereits vor der Operation intensiv über die Abläufe informiert und vorbereitet.
Gerade bei Menschen, die krankheitsbedingt länger im Bett liegen, können verschiedene medizinische Probleme auftreten: ein geschwächter Kreislauf, eine reduzierte Durchblutung, eine lahmgelegte Darmtätigkeit und eine erschwerte Atmung. Ziel des ERAS-Programms ist, die Patient:innen so wenig wie möglich durch die Operation zu beeinträchtigen und sie so rasch wie möglich wieder in den Normalzustand zu bringen. Dies gelingt durch spezielle Behandlungsabläufe und eine besonders intensive Zusammenarbeit von Anästhesie, Physiotherapie, Ernährungstherapie, Pflege und Chirurgie.
Durch das Programm werden Komplikationen nach einer Krebsoperation am Darm um bis zu 30 bis 40 Prozent gesenkt. Bereits im Krankenhaus können Patient:innen rasch wieder aufstehen und laufen. Sorgen, dass die Darmnaht nicht heilt oder Wunden aufreißen, sind unbegründet.
Auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollten Patient:innen aktiv bleiben. „Ich rate meinen Patienten, dass sie versuchen, jeden Tag etwas mobiler zu werden und ihre Aktivitäten langsam aber stetig zu steigern. Das gelingt beispielsweise mit einem Schrittzähler oder einem Sporttagebuch, in dem sie ihre körperliche Fitness dokumentieren. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt können dann weitere Schritte besprochen werden“, sagt Professor Ritz.
Betroffene sollten sich langsam an die gewohnte Leistungsfähigkeit herantasten. Sportarten mit starker körperlicher Belastung sollten in der Anfangszeit nach der Bauchoperation vermieden werden. Da nach der Operation das Risiko eines Narbenbruches besteht, sollten in der Anfangszeit Sportaktivitäten vermieden werden, die ein Training der Bauchmuskulatur zur Folge haben. Sit-ups, das Tragen von schweren Gegenständen und sonstiges Bauchmuskeltraining sind zunächst zu vermeiden.
Viele Kliniken, Praxen und Physiotherapien bieten spezielle Sport- oder Aktivitätskurse an, die auf Krebspatient:innen ausgerichtet sind.
Rehabilitation und Nachsorge
Betroffene, die eine Darmoperation hinter sich haben und sich im Krankenhaus stabilisiert haben, können von einer Rehabilitationsmaßnahme profitieren. Betroffene mit Darmproblemen, die trotz Behandlung weiterhin Symptome wie Schmerzen oder Verdauungsprobleme haben, können von einer Rehabilitation profitieren. Betroffene, deren Lebensqualität aufgrund von Darmproblemen beeinträchtigt ist, wie zum Beispiel durch chronische Schmerzen oder Einschränkungen in der Alltagsbewältigung, können von einer Rehabilitation profitieren.
Nach Darmoperationen ist die Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll. Das Ziel der Rehamaßnahme ist es, Sie nach einer Darm-OP für die Rückkehr in den Alltag vorzubereiten und zu stärken, sowohl körperlich als auch psychisch.
Nach einer Darmoperation ist eine spezialisierte Ernährungsberatung entscheidend, um die Ernährung individuell anzupassen und eventuelle Verdauungsprobleme zu bewältigen. Zur Verbesserung der Kraft, Ausdauer und Mobilität nach einer Darmoperation werden maßgeschneiderte Sport- und Bewegungstherapien angeboten. Diese Therapien zielen darauf ab, Muskelabbau entgegenzuwirken, die Beweglichkeit zu verbessern und das Risiko von Gelenkproblemen zu reduzieren.
Diese Maßnahmen umfassen psychologische Unterstützung und Beratung, um mit den emotionalen Belastungen nach einer Darmoperation umzugehen. erhalten Hilfe bei der Bewältigung von Ängsten, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie beim Umgang mit Stoma und Stomakomplikationen. Damit Sie nach Ihrer Rehabilitation selbstbewusst und gestärkt in Ihren Alltag zurückkehren können, vermitteln das Rehateam Ihnen praktische Kenntnisse und Alltagstipps im Umgang mit Ihrer Darmerkrankung und den damit verbundenen Symptomen.
Körperliche Aktivität während und nach der Krebstherapie
Nicht nur zur Vorbeugung von Darmkrebs und anderen Krebserkrankungen ist Sport wichtig. Während der Tumortherapie verschlechtern sich häufig körperliche Fitness und Muskelkraft. Versuchen Sie daher so früh wie möglich, wieder auf das Aktivitätsniveau zurückzukehren, das Sie vor der Erkrankung hatten. In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass körperliches Training während der Krebstherapie keine negativen Auswirkungen hat.
Aber das Training sollte an Ihre individuelle körperliche Leistungsfähigkeit angepasst sein und Ihre Erkrankungssituation berücksichtigen. Daher sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihren behandelnden Ärzten. Liegen keine Gegenanzeigen vor, so wird als Training beispielsweise ein moderater Ausdauersport etwa dreimal pro Woche empfohlen. Das kann Spazieren gehen sein, Fahrrad fahren, Tanzen oder leichtes Joggen. Am Stück sollten Sie mindestens zehn Minuten aktiv sein. Fühlen Sie sich gut, können Sie die Aktivitäten auch auf bis zu 60 Minuten pro Tag und mehr steigern. Auch im Krankenhaus kann das Training verteilt auf mehrere Einheiten durchgeführt werden.
Vereinfacht lässt sich sagen, dass jede Bewegung besser ist als keine Bewegung. Empfohlen wird pro Woche ein moderates Ausdauertraining von 150 Minuten oder ein intensives Training von 75 Minuten. Wenn möglich, sollte zusätzlich ein Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht oder Hanteln zweimal in der Woche durchgeführt werden. Es wird geraten, mit leichten Gewichten zu starten und 15 bis 20 Wiederholungen anzustreben. Wenn Sie sich stärker fühlen, können die Gewichte erhöht werden. Das Training sollte als anstrengend empfunden werden, was sich an den typischen Symptomen wie schneller Atmung, Schwitzen oder Gesichtsrötung leicht feststellen lässt.
Damit Sie Ihren Körper nicht überfordern, halten Sie nach dem Training Belastungspausen ein: Ruhen Sie sich nach einem moderaten Training den nächsten Tag aus. Nach einem intensiven Training kann die Pause auch bis zu drei Tagen lang sein.
Welche Bewegungsform für Sie in Frage kommt, hängt von Ihren persönlichen Zielen und Vorlieben ab. Mittlerweile beraten viele große Kliniken zu Sport und Bewegung. Diese können Ihnen helfen, für Sie passende Angebote zu finden. Für Angebote können Sie sich auch an Selbsthilfegruppen, Krebsberatungsstellen, Krankenversicherungen, Sportstudios und Sportvereine (Rehabilitationssport) vor Ort wenden. Ein Training ist ebenso zu Hause möglich. Sind Sie sich bezüglich Art und Umfang der Übungen unsicher, lassen Sie sich zu Beginn von einem Physio- oder Sporttherapeuten beraten.
Neben Freude und Spaß an der Bewegung fällt es aber in einer Gruppe oftmals leichter, aktiv zu sein. Nach einer Operation oder an den Tagen, an denen Sie eine Chemotherapie-Infusion erhalten, sollte kein Sport gemacht werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wann Sie wieder starten können. Liegt eine akute Infektion vor - besonders mit Fieber - wird von körperlicher Aktivität abgeraten.
Positive Auswirkungen von Sport
Regelmäßige körperliche Aktivität kann Krankheits- und Therapie-bedingte Nebenwirkungen bei Krebsbetroffenen verringern. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Sport körperliche Funktionen, Lebensqualität, Ängstlichkeit, Depression und Fatigue (anhaltende belastende Müdigkeit) verbessern kann. Aus Beobachtungsstudien gibt es Hinweise, dass Sport nach Abschluss der Therapie möglicherweise das Überleben verlängert.
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