Ein Innenbandriss ist eine schwere Erkrankung und kann zu einer dauerhaften Instabilität des Kniegelenks führen. Nur durch eine optimale Therapie können langfristige Schäden am Kniegelenk verhindert werden. Die Kniespezialisten von Lumedis haben sich auf die konservative Behandlung von Bandverletzungen (Kreuzband-, Seitenband- (Innenband/Außenband), Kapsel-Verletzungen) des Kniegelenks spezialisiert.
Was ist ein Innenbandriss im Knie?
Das Innenband des Knies (Ligamentum collaterale mediale = LCM) verläuft an der Innenseite des Kniegelenks. Es verbindet den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia) und begrenzt die Außenrotation des Kniegelenks. Das etwa 10 bis 12 cm lange Band verhindert zudem, dass das Knie nach innen ausbricht.
Die häufigste Ursache einer Innenbandruptur ist eine Sportverletzung. Auch Unfälle können einen Innenbandriss im Knie verursachen. Klassischerweise tritt diese Art der Verletzung bei Skiunfällen auf, entweder bei Stürzen oder beim Zusammenprall zweier Fahrer. Prädestiniert ist das Skifahren deshalb dafür, weil es sich durch schnelle, das Kniegelenk belastende Richtungswechsel auszeichnet.
Symptome eines Innenbandrisses im Knie
Der Innenbandriss im Knie ist durch verschiedene Symptome gekennzeichnet. Die Symptome eines Innenbandrisses sind in der Regel deutlicher und umfassen stärkere Schmerzen, Schwellung und Instabilität.
- Plötzlicher, starker Schmerz an der Innenseite des Knies: Bei einem Innenbandriss tritt ein plötzlicher, stechender Schmerz auf der Innenseite des Knies auf, oft unmittelbar nach einem Unfall oder einer Krafteinwirkung auf das Knie. Der Schmerz ist meist sehr intensiv und hält an.
- Schwellung: Innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Verletzung tritt häufig eine Schwellung an der Innenseite des Knies auf. Diese Schwellung entsteht durch eine Entzündungsreaktion und mögliche Blutungen im betroffenen Bereich.
- Bewegungseinschränkung - Knie kann nicht gebeugt werden: Sofort nach dem Unfall treten Schmerzen auf, die eine deutliche Bewegungseinschränkung des Kniegelenks verursachen. Bei einem Innenbandriss ist das Knie oft stark in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Besonders das Beugen des Knies kann schmerzhaft und teilweise unmöglich sein. Dies liegt an der Schwellung und den Schmerzen sowie an der Instabilität des Gelenks.
- Instabilitätsgefühl: Ein häufiges Symptom eines Innenbandrisses ist ein Gefühl der Instabilität im Kniegelenk. Das Knie fühlt sich "wackelig" oder unsicher an, insbesondere bei Bewegungen wie Gehen oder Treppensteigen.
- Druckempfindlichkeit an der Innenseite des Knies: Die Innenseite des Knies ist bei einem Innenbandriss sehr druckempfindlich. Selbst leichter Druck oder Berührung entlang des gerissenen Bandes verursacht Schmerzen.
- Bluterguss (Hämatom): Bei einem vollständigen Riss des Innenbands kann es zu einem Bluterguss im Knie oder an der Innenseite des Knies kommen.
- Schmerzen bei seitlichem Druck auf das Knie (Valgusstress): Bei einem Innenbandriss sind Bewegungen oder Belastungen, bei denen seitlicher Druck auf das Knie ausgeübt wird (z. B. bei einer Valgusbelastung, bei der das Knie nach innen gedrückt wird), extrem schmerzhaft.
- Kniesteifigkeit und Muskelspannung: Aufgrund der Verletzung und der Schmerzen kommt es oft zu einer Versteifung des Knies. Auch die umliegenden Muskeln, insbesondere die Oberschenkelmuskulatur, können sich anspannen, um das Knie zu stabilisieren.
- Einschränkung der sportlichen oder alltäglichen Aktivität: Nach einem Innenbandriss ist es in der Regel unmöglich, Sport zu treiben oder körperlich belastende Aktivitäten auszuführen. Selbst einfache Bewegungen wie Gehen oder Stehen können aufgrund der Schmerzen und Instabilität erschwert sein.
- Knirschendes oder reißendes Gefühl zum Zeitpunkt der Verletzung: Viele Patienten berichten, dass sie während der Verletzung ein "Knirschgefühl" oder "Reißen" in der Innenseite des Knies gespürt haben, als das Band gerissen ist.
Diagnose eines Innenbandrisses
Für die Diagnose des Innenbandrisses führt der Kniespezialist zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen. Er fragt nach dem Unfallhergang, nach Beschwerden und Vorerkrankungen. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung.
Der Arzt prüft den Bewegungsumfang des Kniegelenks und achtet auf Schwellungen, Blutergüsse (Hämatome) und äußerlich sichtbare Anzeichen für Fehlstellungen. Das Abtasten (Palpation) des Kniegelenkes hilft ihm nicht nur bei der Diagnose des Innenbandrisses, sondern er kann so auch Begleitverletzungen feststellen. Typisch für den Innenbandriss ist ein Druckschmerz am sogenannten „Skipunkt“.
Die spezifische Untersuchung des Innenbandrisses ist der sogenannte „Aufklapp-„ oder „Valgusstresstest“, bei dem beim liegenden Patienten zuerst am gestreckten, dann am gebeugten Bein der Unterschenkel passiv nach innen gedrückt wird, wobei bei einer Bandruptur eine Überbeweglichkeit und ein Aufklappen des Kniegelenkspalts festzustellen ist.
Die Sonographie, also die bildgebende Untersuchung mit Ultraschall, kann Gewebeweichteile und Flüssigkeiten darstellen.
Wann braucht man ein MRT vom Knie?
Eine MRT (Magnetresonanztomographie) lässt eine genaue Darstellung des Gelenkinneren zu sowie dessen umgebenden Weichteile.
Das Röntgenbild stellt sehr detailliert Knochenelemente darstellen. Bei Verletzungen des Bandapparats kommt es nicht selten vor, dass bei massiven Traumata Knochen- oder Knorpelstücke abbrechen, die gegebenenfalls operativ wieder in die richtige Position gebracht werden müssen.
Behandlung eines Innenbandrisses
Unmittelbar nach der Verletzung ist wie bei den meisten Verletzungen des Bewegungsapparats die Befolgung der PECH-Regel angezeigt. Anschließend sollte das Kniegelenk kurzzeitig zum Beispiel durch eine Schiene (Knieorthese) ruhig gestellt werden, um den instabilen Bandapparat nicht zusätzlich zu belasten.
Da Knieschmerzen zu einer Schonhaltung und Fehlbelastung führen, sollte weiterhin auf eine adäquate Schmerzmedikation geachtet werden. Dafür empfehlen sich NSAIDs (z.B. Diclofenac / Voltaren) unter Hinzunahme eines Magenschutzes, da diese magenschleimhautreizend wirken.
Wichtig ist, dass das Knie in der Anfangsphase der Heilung nicht zu stark gebeut wird (>90°) da ansonsten sich die Heilungsdauer verzögert. In der ersten Woche sollte ein Beugewinkel von 60° nicht Überschritten werden. Durch eine Knieorthese kann sichergestellt werden, dass die Beugewinkel eingehalten werden. Eine Knieorthese sollte am Anfang tags und nachts getragen werden.
Übungen sind für die langfristige Stabilisierung des Kniegelenks und eine vollständige Belastbarkeit unabdingbar. Eine Übung wäre, auf einem Bein zu balancieren und damit das Standbein zu kräftigen.
Die Tapes sind selbstklebende, elastische Bänder, die das Knie stabilisieren, ohne eine vollständige Bewegungseinschränkung zu veranlassen, und zusätzlich den Schmerz vermindern können. Als alleinige Therapie ist Kinesiotape meist nicht ausreichend, weshalb vorher ärztlich untersucht werden sollte, wie schwerwiegend die Verletzung tatsächlich ist, und den Beginn der Therapie eine Schienung darstellen sollte.
Die Nachbehandlung bei Lumedis
Bei Lumedis wird die Nachbehandlung eines Innenbandrisses am Knie individuell an den Schweregrad der Verletzung und die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Die Behandlung folgt in der Regel einem strukturierten, konservativen Ansatz, der auf eine vollständige Genesung abzielt und auf den Erfahrungen der Kniespezialisten von Lumedis in Frankfurt beruht.
- Ruhigstellung und Schonung: In den ersten Tagen nach der Verletzung wird das Knie geschont und weitestgehend ruhiggestellt. Eine Knieorthese oder Schiene wird in der Regel eingesetzt, um das Gelenk zu stabilisieren und unkontrollierte Bewegungen zu verhindern.
- Kompression und Hochlagerung: Das Knie wird mit einem Kompressionsverband umwickelt, um Schwellungen zu reduzieren.
- Schonende Mobilisation: Die Frühmobilisation wird ab etwa der zweiten Woche eingeleitet.
- Physiotherapie und Trainingstherapie: Die Physiotherapie beginnt bereits in dieser Phase mit gezielten Dehn- und Kräftigungsübungen. Der Fokus liegt auf der Stärkung der umliegenden Muskulatur (insbesondere Quadrizeps und ischiocrurale Muskulatur), um das Kniegelenk zu stabilisieren. Trainingstherapie unter Anleitung von Sportwissenschaftlern oder Physiotherapeuten, um die Muskulatur des Beins schrittweise zu kräftigen.
- Balance- und Propriozeptionstraining: Frühzeitig werden auch Gleichgewichtsübungen integriert, um die Propriozeption (Wahrnehmung der Gelenkstellung) zu verbessern. Dies kann zum Beispiel durch Einbeinstand-Übungen oder instabile Untergründe (z. B.
- Gehtraining: Krücken können allmählich abgesetzt werden, wenn die Belastbarkeit zunimmt und die Schwellung abnimmt.
- Progressive Kräftigungsübungen: In dieser Phase wird die Belastung allmählich gesteigert. Krafttraining für die Oberschenkelmuskulatur, das Hüftgelenk und den Rumpf wird intensiviert, um die Stabilität im Knie zu gewährleisten.
- Gelenkmobilisation: Die Beweglichkeit des Knies wird weiter verbessert, wobei der Fokus auf dem vollen Bewegungsumfang liegt.
- Sportartspezifisches Training: Je nach dem individuellen Aktivitätsniveau und den sportlichen Anforderungen des Patienten wird gegen Ende dieser Phase ein sportartspezifisches Rehabilitationsprogramm eingeführt.
- Sportliche Belastung: Ab etwa der 12. Woche wird eine schrittweise Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten unter strenger Kontrolle des Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftlers eingeleitet.
- Regelmäßige Kontrollen: Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen und sicherzustellen, dass keine Komplikationen auftreten.
Wie kann eine Laufbandanalyse nach einem Innenbandriss helfen?
Die Laufbandanalyse kann Fuß- und Knie- und Hüftfehlstellungen detektieren, indem der Bewegungsablauf mit mehreren Videokameras aufgezeichnet. Diese sollen die Dauer der Heilung verkürzen und präventiv gegenüber Langzeitfolgen/Spätfolgen wirken, indem sie etwaige Fehlbelastungen durch Fehlstellungen ausgleichen und einen optimierten Bewegungsablauf erlernen lassen.
Wann braucht man eine OP?
Eine Operation ist bei einem Innenbandriss weitaus seltener indiziert als bei einem Außenbandriss.
Außerdem hängt die Heilungsdauer davon ab, wie gut die therapeutischen Maßnahmen wie Kühlen, Schonen und Hochlagern eingehalten worden sind und welche Qualität die Sportreha / Physiotherapie hat, die neben der Schmerztherapie und einer konsequenten Schienung durchgeführt werden sollte.
Zusätzlich ist natürlich der Schweregrad der Verletzung ein maßgeblicher Faktor, der die Genesung beeinflusst. Leichte Rupturen können bereits nach zwei bis drei Wochen verheilen, wohingegen schwerwiegende Rupturen zwei bis drei Monate dafür benötigen.
Wann darf ich wieder Sport machen?
Knieprobleme sind typisch für Radsportler - gleichzeitig ist Radfahren das beste Heilmittel nach Knieverletzungen. Zum Wiederaufbau der Muskulatur ist es definitiv die beste Therapie! Vor allem wegen der geführten Bewegung im mechanisch geschlossenen System, der geringen Gelenkbelastung und einer sehr guten Stoffwechselaktivierung. Das Gelenk wird insgesamt mobilisiert, Schwellungen werden durch die kreisende Bewegung schneller abgebaut. Im Prinzip kann man mit dem Reha-Training beginnen, sobald das Knie wieder voll beweglich, reiz- und schmerzfrei ist.
Was muss ich als Patient beachten?
Sehr wichtig ist, Sitzposition, Kurbellänge und Fußstellung auf dem Pedal genau anzupassen. Es kann sein, dass man am Anfang deutlich höher sitzen sollte als gewohnt. Und die aufs Knie einwirkenden Kräfte müssen überwacht werden - ein geschädigtes Knie kann noch nicht jedes Drehmoment verkraften, da muss man sehr aufpassen.
Einfachaufs Rad setzen und losradeln wie gewohnt, ist nicht ratsam.
Wie sieht das Training aus?
Das kommt auf die Art und Schwere der Verletzung an. Es hängt vom Heilungsprozess, dem Schmerz und der Schwellung ab. Es spielt auch eine Rolle, ob operiert oder konservativ behandelt wurde. Generell befürworte ich aber einen möglichst schnellen Wiedereinstieg.
Begleitend muss man sich außerdem physiotherapeutisch um Stabilisation und Koordination des Knies und der umgebenden Strukturen kümmern.
Oft ist nach einem halben bis dreiviertel Jahr wieder mit einer Wettkampftauglichkeit zu rechnen.
Zusammenfassung
Ein Innenbandriss ist eine häufige Knieverletzung, die in der Regel konservativ behandelt wird. Radfahren kann ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation sein, wobei auf die richtige Einstellung des Fahrrads und eine langsame Steigerung der Belastung geachtet werden sollte. Eine individuelle Betreuung durch Fachleute ist dabei ratsam.
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