Radfahren nach einem Oberarmbruch: Ein umfassender Leitfaden

Ein Oberarmkopfbruch (Humeruskopffraktur) ist ein Knochenbruch im Bereich des Oberarmkopfes, meist infolge eines Sturzes. Er betrifft besonders häufig ältere Menschen, deren Knochen durch Osteoporose vorgeschädigt sind, kann aber auch bei jüngeren Menschen als Folge von Verkehrs- oder Sportunfällen auftreten.

Anatomie des Oberarmknochens

Der Oberarmknochen (Humerus) ist ein langer, gerader Röhrenknochen. An dessen oberen Ende sitzt ein kugelförmiger Kopf, der zusammen mit der kleineren, oval geformten Schulterpfanne (Glenoid) das Schulterhauptgelenk bildet. Der Humeruskopf ist etwa vier Mal so groß wie die Gelenkpfanne der Schulter, wodurch die große Beweglichkeit des Schultergelenks ermöglicht wird.

Ursachen eines Oberarmkopfbruchs

Eine Oberarmkopffraktur kann verschiedene Ursachen haben:

  1. Osteoporose: Bei Patientinnen und Patienten mit Osteoporose reicht oft ein einfacher Sturz aus, damit der Humeruskopf bricht. Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, führt zu einer schleichenden Abnahme der Knochendichte, wodurch die Knochen schneller brechen.
  2. Hochrasanztrauma: Bei jungen Menschen tritt eine Fraktur des Oberarmkopfes oft durch einen Verkehrs- oder Sportunfall auf. Besonders betroffen sind Skifahrer, Mountainbiker, Motorradfahrer und Reitsportler.
  3. Bösartige Erkrankung: In seltensten Fällen kann es auch durch einen bösartigen Tumor bzw. dessen Metastasen zu einer Oberarmkopffraktur kommen. Grund dafür ist eine durch die Krankheit geschwächte Knochensubstanz.

Symptome eines Oberarmkopfbruchs

Wie bei allen Brüchen ist auch bei einer Fraktur des Oberarmkopfes das Hauptsymptom der starke Schmerz, welcher mit einer Einschränkung der Beweglichkeit und Funktionalität der betroffenen Schulter einhergeht. Zudem entsteht - je nach Schwere des Bruchs - eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwellung sowie ein weitläufiger Bluterguss, der sich über den kompletten Oberarm bis hin zum Ellenbogen ausbreiten kann.

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen
  • Einschränkung der Beweglichkeit und Funktionalität der Schulter
  • Schwellungen
  • Blutergüsse

Diagnostik

Oft reicht die Schilderung des Unfallhergangs in Verbindung mit einer ausführlichen Untersuchung der betroffenen Stelle aus, um eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Eine Bestätigung dieser kann dann im nächsten Schritt und Mithilfe von Röntgenbildern erfolgen. Bei schweren Unfällen bzw. komplexen Brüchen ergänzt die Computertomografie (CT) die Diagnostik.

Behandlung

Entsprechend der Anzahl und der Verschiebung der Bruchfragmente können diese Frakturen konservativ oder operativ behandelt werden.

Konservative Therapie

Da die meisten Oberarmkopffrakturen nur gering verschoben sind, können sie oftmals konservativ behandelt werden. In den meisten Fällen kann die Schlinge nach zwei bis drei Wochen zumindest zeitweise weggelassen werden. Der Bruch ist in der Regel nach ca. zwölf Wochen verheilt.

Eine Materialentfernung wird - falls erforderlich - in der Regel nicht vor Ablauf eines Jahres erfolgen, um eine sichere Durchbauung der Fraktur vorzufinden und das Risiko eines erneuten Bruches zu reduzieren.

Operative Therapie

Die operative Therapie ist z. B. Bei der operativen Behandlung lässt sich prinzipiell zwischen einer gelenkerhaltenden Operation (Osteosynthese) und dem Ersatz des Gelenks durch eine Endoprothese unterscheiden.

Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Verletzung, aber auch vom Patienten selbst ab, z. B.

  • Osteosynthese: Die knochenerhaltende Operation erfolgt im Rahmen einer Gelenkspiegelung oder offen über einen Hautschnitt. Dabei richtet der Arzt den Bruch ein und stabilisiert ihn mithilfe von Drähten, Schrauben, Platten oder speziellen Nägeln. Anschließend ist es in der Regel rasch wieder erlaubt, den operierten Arm zu bewegen. Eine Materialentfernung empfiehlt sich frühestens nach sechs Monaten.
  • Endoprothese: Gelegentlich lässt sich die Gelenkfläche des Oberarmkopfs nicht wiederherstellen, insbesondere dann, wenn ein Trümmerbruch besteht oder die Gelenkfläche so flach abgesprengt ist, dass darin keine Drähte oder Schrauben Halt finden.
    • Hemiprothese mit alleinigem Ersatz des Oberarmkopfes
    • Kompletter Gelenkersatz, meist als inverse Prothese. Hierbei befindet sich der Prothesenkopf am Schulterblatt und die Gelenkpfanne im Oberarmkopf.

Während und nach der operativen Versorgung des Oberarmkopfbruchs sind z. B.

  • Schädigung von Nerven während der Operation (hier vor allem des N. axillaris)
  • Wundheilungsstörungen und Infektionen
  • Reduzierte Knochenheilung, Ausbildung eines sog. Falschgelenks (Pseudarthrose)
  • Implantatversagen wie Bruch einer Schraube oder einer Platte
  • Entwicklung einer Humeruskopfnekrose
  • Funktionseinschränkung wie z. B.

Rehabilitation und Sport nach einem Oberarmkopfbruch

Die Nachbehandlung wird durch Physiotherapie mit passiven, assistiven und aktiven Übungen unterstützt, die individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zusammengestellt werden. Unsere Schulterspezialisten helfen Ihnen gerne weiter!

Wann kann man nach einer Humeruskopffraktur wieder arbeiten?

Leichte Tätigkeiten, z. B. Büroarbeiten, können Patientinnen und Patienten meistens nach zwei bis sechs Wochen wieder ausüben. Körperlich schwere Arbeit sollte allerdings erst nach drei Monaten aufgenommen werden.

Wann kann man nach einer Humeruskopffraktur wieder Sport machen?

Nach einer Humeruskopffraktur sollten Patientinnen und Patienten ca. zwölf Wochen auf intensiven Sport verzichten.

Zunächst gilt es, mithilfe der Krankengymnastik Schulter und Arm in Bewegung zu halten und vorsichtig die Muskulatur zu stärken. Ab der 11. Woche nach der Verletzung darf es bei konservativer Behandlung mit dem Rehasport losgehen. "Normaler" Sport ist ab dem 4. Monat erlaubt, erst zyklische Sportarten (das ist Sport mit wiederholten Bewegungen wie Laufen, Walken, Radfahren oder Rudern).

Azyklische Bewegungen, bei denen das Bewegungsziel durch eine einmalige Aktion wie Springen oder Werfen erreicht wird, dürfen frühestens ab dem 6. Monat nach Verletzung wieder aufgenommen werden.

Sportliche Betätigung nach einem Schulterbruch sollte von den Beschwerden abhängig gemacht werden. Je nach Bruchtyp, Therapieform, Alter und Bewegungsradius ist Sport ab 3 Monaten nach einem Schulterbruch wieder möglich.

Durch eine verletzungsspezifische Therapie, der regelmäßigen Durchführung von Physiotherapie und Eigenübungen, kann man in vielen Fällen nach 6 Monaten wieder Sport machen.

Wie Sie die Heilungsdauer verkürzen können

Allgemein kann die Heilungsdauer eines Oberarmbruchs im eigentlichen Sinne nicht wirklich verkürzt werden, da dies ein natürlicher Vorgang des Körpers ist, der eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Am wichtigsten ist, dass die Ruhigstellung des Oberarms in Absprache des behandelnden gute Orthopäden konsequent eingehalten wird. Das Knochengewebe muss die Möglichkeit zur Regeneration erhalten, jede Bewegung und Erschütterung sind dabei hinderlich.

Schlafen mit einem Oberarmbruch

Nach einem Oberarmbruch ist für viele Betroffene insbesondere das Schlafen problematisch. Es ist darauf zu achten, dass in den ersten Wochen nach dem Knochenbruch nicht auf der betroffenen Seite geschlafen wird.

Positionierung und Lagerung: Am besten schläft man nämlich entsprechend in einer schrägen Position auf der anderen Seite oder in Rückenlage. Bei Bedarf kann auch der Verband über Nacht getragen werden.

  • Schlafposition: Schlafen Sie auf dem Rücken, um den Druck auf den gebrochenen Arm zu minimieren.
  • Kissen verwenden: Platzieren Sie Kissen unter dem gebrochenen Arm, um ihn zu stützen und eine bequeme Höhe zu gewährleisten.
  • Erhöhte Position: Schlafen Sie leicht erhöht, indem Sie ein Kissen oder ein Keilkissen unter den Oberkörper legen.

Zusammenfassung

Ein Oberarmkopfbruch ist eine häufige Verletzung, die besonders ältere Menschen betrifft. Die Behandlung hängt von der Art und Schwere des Bruchs ab und kann konservativ oder operativ erfolgen. Eine konsequente Rehabilitation ist entscheidend, um die volle Funktion der Schulter wiederherzustellen und die Rückkehr zum Sport zu ermöglichen.

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