Radfahren nach einer Prostata-OP: Was Sie wissen müssen

Das Radfahren gehört in Deutschland zu den beliebtesten Sommer-Sportarten. Diese gelenkschonende Sportart hält nicht nur körperlich und geistig fit, sondern fungiert zudem als schnelles und klimaneutrales Transportmittel für kurze Strecken. Doch was gilt es nach einer Prostata-OP zu beachten?

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)

Die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) ist das älteste minimal-invasive Verfahren zur operativen Therapie einer gutartigen Prostatavergrößerung. Bei diesem Eingriff führt der Operateur ein Resektoskop, also ein dünnes Röhrchen, in die Harnröhre ein und schiebt es bis zur Prostata vor. In diesem Röhrchen befinden sich eine kleine Kamera und eine elektrische Drahtschlinge.

Während die Kamera Bilder auf den Monitor überträgt und somit für die Sichtkontrolle des OP-Teams sorgt, wird mit der winzigen Elektroschlinge das überschüssige Prostatagewebe abgetragen. Da die Schlinge gleichzeitig erhitzt wird, werden Blutgefäße sehr schnell wieder verschlossen. Das Resektoskop hat auch Ventile, durch die das entfernte Gewebe ausgespült wird.

Die TUR-P gilt nach wie vor als Standard, um eine vergrößerte Prostata zu behandeln. Der minimal-invasive Eingriff dauert etwa 90 Minuten und erfordert eine Teil- oder Vollnarkose. Nach der Operation muss für einige Tage ein Blasenkatheter getragen werden.

In der Regel ist ein Krankenhausaufenthalt von 2 bis 7 Tagen erforderlich. Danach muss man sich noch ein paar Wochen schonen.

Verhaltensregeln nach einer TUR-P-OP

Nach einer TUR-P-OP im Prostatazentrum Berlin besteht eine innere Wunde. Der Heilungsprozess dieser Wundfläche in der Prostatakapsel kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Um das Operationsgebiet zu schützen, gelten in den ersten 6 Wochen nach der OP diese Verhaltensregeln:

  • Viel trinken! Sie sollten mindestens 2 Liter am Tag trinken (Wasser, Tee oder Säfte). Flüssigkeit ist das beste "Spülmittel" für die Blase - damit beschleunigen Sie die Wundheilung.
  • Keine körperliche Anstrengung! Weder Sport machen, Getränkekisten oder Hanteln heben. Die Haus- oder Gartenarbeit muss warten, da sonst die Blutgefäße in der Prostata wieder aufreißen können. Entspannende Aktivitäten wie Wandern oder Schwimmen können Sie ab der 2. Woche wieder aufnehmen. Nach 6 Wochen sind Fahrradfahren, leichtes Joggen und Ähnliches erlaubt. Nach 8 Wochen bestehen keine Einschränkungen mehr.
  • Tipps zum Stuhlgang: Da auch ein zu heftiges Pressen beim Stuhlgang zu erneuten Blutungen in der Prostata führen kann, greifen Sie bitte lieber zu natürlichen Abführmitteln.
  • Nach 3-4 Wochen können Sie wieder Geschlechtsverkehr haben. Vorher bitte nicht, da eine zu große Durchblutung der Prostata zu Blutungen der Wunde führen kann.
  • Verzichten Sie in den ersten 3 Wochen bitte auch auf warme Vollbäder, Saunabesuche oder Heizkissen. Duschen können Sie wie gewohnt.
  • Medikamente: Patienten, die sonst blutverdünnende Medikamente einnehmen, bekommen ein Ersatzmedikament. Bitte besprechen Sie den Wechsel zu Ihren herkömmlichen Medikamenten mit Ihrem Hausarzt.

In der Heilungsphase können jederzeit kleine Blutklümpchen (Koagel) oder Gewebebestandteile abgehen; sie sind jedoch kein Anlass zur Sorge.

Wann ist Radfahren nach der OP wieder möglich?

Nach 6 Wochen sind Fahrradfahren, leichtes Joggen und Ähnliches erlaubt. Nach 8 Wochen bestehen keine Einschränkungen mehr.

Sport bei Prostatakrebs

Sport bei Prostatakrebs ist ein billiges Medikament, das für jeden Mann zu haben ist. Dabei gilt jede Art von Bewegung als gesund - von Ausdauer- und Kraftsport bis hin zu mehr Bewegung im Alltag mit Unkrautjäten und Staubsaugen.

Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Wandern - Sport gilt schon länger als äußerst wirksames Medikament bei vielen Erkrankungen, auch bei Prostatakrebs. Ärzte empfehlen diese Ausdauersportarten, aber auch ein moderates Krafttraining besitzt viele positive Effekte auf die Gesundheit. Das Beste dabei ist: Sport ist eine kostenlose Arznei!

Der Leistungsgedanke spielt hier keine Rolle. Es geht nicht um „höher, weiter, schneller“, und einen Marathon sollen Sie auch nicht absolvieren. Vielmehr stehen Ihr persönliches Wohlbefinden und der Grad Ihrer Belastbarkeit im Vordergrund. Jede Art von Bewegung stärkt den Körper und die Psyche bei einer Krebserkrankung.

Die Vorteile des Radfahrens

Prostatakrebspatienten wird meist empfohlen, sich regelmäßig zu bewegen und sportlich zu betätigen. Hierfür eignet sich das Radfahren wunderbar. Der Ausdauersport fördert die körperliche Gesundheit, indem er das Herz-Kreislaufsystem ankurbelt, für eine gute Durchblutung sorgt und den Stoffwechsel anregt.

Im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten gibt es hier jedoch einen entscheidenden Vorteil: Radeln schont die Gelenke. Das Körpergewicht wird, durch das Sitzen auf dem Sattel, vom Fahrrad getragen. Dadurch kommt es nicht - wie beispielsweise beim Joggen - zur Belastung der Gelenke.

Radfahren, Prostatitis und PSA-Wert

Fahrrad fahren schadet der Prostata und erhöht den PSA-Wert - ein Mythos, der seit Jahren kursiert und Unsicherheiten verbreitet. Der PSA-Wert kann dadurch kurzzeitig in die Höhe getrieben werden und die Testergebnisse verfälschen, denn Fahrradfahren und der Sitz im Sattel wirken wie eine Prostatamassage, bei der vermehrt das Eiweiß PSA gebildet wird.

Wer Prostatakrebs hat oder im Alter ist, in dem das Krebsrisiko steigt, kann beruhigt auf das Fahrrad steigen. Denn prinzipiell ist Radfahren nicht schädlich.

Tipps für das Radfahren nach einer Prostata-OP

  • Richtige Haltung: Für eine optimale Haltung beim Fahrradfahren ist es besonders wichtig, den Rücken gerade zu halten. Dabei sollten die Ellenbogen leicht gebeugt und die Handgelenke nicht zu sehr abgeknickt sein.
  • Sattel und Lenker einstellen: Lenker und Sattel sollten für ein angenehmes Fahrerlebnis richtig eingestellt sein.
  • Prostata-Sattel: Um Druck, Taubheitsgefühle und mögliche Verletzungen an der Prostata zu vermeiden, können sogenannte Prostata-Sattel montiert werden. Diese haben eine Wölbung, sodass weniger Druck auf den empfindlichen Dammbereich ausgewirkt wird.

Mentale Gesundheit

Zu guter Letzt hält das Radfahren nicht nur den Körper gesund, sondern fördert auch die mentale und geistige Gesundheit. Besonders nach einer Krebsdiagnose kann die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie an der frischen Luft eine Wohltat sein und für Entspannung sorgen. Im Körper werden durch die Bewegung vermehrt Glückshormone ausgeschüttet, die den Fahrer oder die Fahrerin gut fühlen lassen. Die regelmäßigen Tritte in die Pedale wirken sich außerdem nachweislich beruhigend und entspannend auf die Psyche aus.

Sport-Apps für Krebskranke

Für Krebspatienten, die Sport treiben möchten, gibt es heute einige digitale Helfer. Spezielle Sport-Apps fördern die Motivation, bringen Sie mit anderen in Kontakt und geben Tipps und Hilfestellungen.

Einige Beispiele:

  • App „Sport gegen Krebs“: Sie erhalten Tipps und Anleitungen, wie sie während und nach der Krebsbehandlung ihr Wohlbefinden durch Sport und Bewegung fördern können.
  • App „movival - Aktiv gegen Krebs“: Ziel ist es, durch Bewegung das Rückfallrisiko zu senken.

Beckenbodentraining

Männer mit Prostatakrebs leiden oft unter Inkontinenz. Sie ist eine häufige Folge der radikalen Prostatektomie. Gymnastische Kräftigungsübungen in Form eines Schließmuskeltrainings oder Kontinenztrainings sind empfehlenswert. Umgangssprachlich sagen viele dazu auch Beckenbodentraining.

Das Training:

  • stärkt die Beckenbodenmuskulatur
  • verbessert die Kontinenz
  • hilft, rücken- und beckenbodenfreundliche Alltagstechniken zu erlernen

Das Beckenbodentraining erlernen Sie am besten unter professioneller Anleitung eines Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin. Es gibt spezielle Kurse dafür.

Empfehlungen für Ausdauersportarten

Beliebte Ausdauersportarten sind:

  • Joggen, Laufen
  • Schwimmen (nicht bei starker Inkontinenz)
  • Radfahren (nicht direkt nach einer Operation, weil schmerzhaft, sondern erst drei bis sechs Monate später)
  • Wandern und Nordic Walking
  • Skilanglauf
  • Mit Vorsicht: Fußball, Handball, Volleyball

Krafttraining

Viele Krebskranke verlieren erheblich an Muskelmasse aufgrund ihrer Erkrankung oder der Krebsbehandlungen. Ein Krafttraining hilft Ihnen, Ihre Muskeln wieder aufzubauen. So kommen Sie auch wieder besser im Alltag zurecht.

Kraftsport können Sie in einem Sportstudio an größeren Geräten absolvieren. Alternativ üben Sie mit kleinen Geräten, etwa Hanteln oder Fitnessbändern. Ein Krafttraining ist aber auch ohne jegliche Gerätschaften möglich.

Wie viel Sport ist richtig?

Sowohl beim Ausdauer- als auch beim Kraftsport gilt die Regel: Muten Sie sich nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig zu. Versuchen Sie, das richtige Maß zu finden. Später können Sie die Belastung langsam und stufenweise steigern. Trainieren Sie immer so, dass Sie währenddessen keine Schmerzen und am nächsten Tag keinen Muskelkater haben.

Ausdauertraining: Ärzte raten, dreimal pro Woche für jeweils 60 Minuten körperlich aktiv zu sein. Sie können alternativ auch fünf bis sechs Einheiten wöchentlich für jeweils 30 Minuten trainieren.

Krafttraining: Absolvieren Sie zwei- bis dreimal pro Woche für 45 bis 60 Minuten ein Krafttraining. Setzen Sie dabei aber nur etwa 50 bis 75 Prozent Ihrer vollen Muskelkraft ein.

Kläre immer mit einem Arzt oder einer Ärztin ab, welches Verhalten nach der Prostata-OP in deinem individuellen Fall das richtige ist.

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