Radfahren nach Schulter-OP: Ein umfassender Leitfaden

Ob zum Sport, zur Arbeit oder in der Freizeit: Spätestens seit der Corona-Pandemie haben die Deutschen ihre Liebe fürs Radfahren entdeckt. Trotzdem klagen Radfahrer häufig über Schmerzen in der Schulter.

Ursachen von Schulterschmerzen beim Radfahren

Der Grund erklärt sich durch die Anatomie: Denn im Gegensatz zu vielen anderen Gelenken im Körper ist die Gelenkpfanne in der Schulter zu klein und zu flach, um den Oberarmkopf stabil in der richtigen Position zu halten. Beschwerden an Nacken und Schultern sind bei Radfahrern weit verbreitet. Zu den häufigsten zählt das schmerzhafte Impingement-Syndrom, auch als Engpass-Syndrom bezeichnet. Bei dieser Erkrankung treten vorwiegend bewegungsabhängige Schmerzen in der Schulterpartie auf, möglicherweise aber auch im Ruhezustand.

Wie man Schulterschmerzen beim Radfahren vorbeugen kann

Eine nach vorne gebeugte Sitzposition auf dem Fahrrad belastet die Schultern enorm. Mit einer geänderten Sattelstellung oder einer höheren Lenkerposition können Sie jedoch rasch Abhilfe schaffen. Achten Sie auf die richtige Breite des Lenkers! Zu schmal lässt die Schultern einknicken und schränkt die Leitfähigkeit der Nerven ein; zu breit strapaziert auf Höhe der Schulterblätter die Rückenmuskeln. Eine gesenkte Sattelspitze geht ebenfalls zu Lasten der Schulterpartie. Vermeiden Sie eine Rundrücken-Haltung! Die Nacken- und Schultermuskulatur kann sonst verkrampfen. Ellenbogen immer leicht anwinkeln! So können Erschütterungen auf unebener Straße besser von den Armen abgefedert werden.

Zur Vorbeugung des Impingement-Syndroms, aber auch im akuten Fall empfehlen Schulter-Experten gezielte Übungen zur Stärkung der Rotatorenmanschette. Bei Schmerzen im Nacken sollten Sie eine Pause einlegen. Bei der Weiterfahrt die Arme leicht anwinkeln, den Lenker um 1 bis 2 Zentimeter nach oben stellen. Weder Arme noch Beine ganz durchstrecken: Ein Winkel zwischen Armen und Rücken von 90 Grad ist ideal. Die Handgelenke nicht abknicken! Akute Schmerzen lassen sich zunächst mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke lindern.

Radfahren nach einer Rotatorenmanschettenruptur

Wie lange sollte man nach einer Ruptur der Rotatorenmanschette mit dem Radfahren warten? Unser Experte Dr. Merkl gibt Antwort.

Frage von Rainer V.: Ich bin 71 Jahre alt, Rennradfahrer seit 50 Jahren, fahre noch zirka 10.000 Kilometer im Jahr. Jetzt hatte ich einen Sehnenabriss in der rechten Schulter (Ruptur der Rotatorenmanschette) und bin operiert worden. Ich musste sechs Wochen eine Schulterorthese tragen, derzeit gehe ich zur Physiotherapie und fahre zu Hause auf dem Ergometer, wo ich die Lenkerposition passend variieren kann. Doch wann werde ich wieder auf dem Rennrad sitzen können?

Antwort von Dr. Christian Merkl: Rotatorenmanschetten-Syndrome beruhen besonders bei älteren Menschen auf degenerativen Prozessen. Etwa die Hälfte aller 70-Jährigen hat in diesem Bereich einen Defekt oder Riss. Die sogenannte Supraspinatus-Sehne, die wohl bei Ihnen genäht wurde, ist bei 95 Prozent der Fälle mit beteiligt.

Beim Radsport ist die Schulter ein wichtiger Umschlagpunkt in der muskulären Kette vom Rumpf zu den Händen. So sind im Sitzen insbesondere die heranführenden Muskeln (Adduktoren wie der Latissimus am Rücken, der große Brustmuskel und große Rautenmuskel) von Bedeutung, ebenso die für die Drehund Rückwärtsbewegungen zuständigen Muskeln. Die Supraspinatussehne spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Aus diesem Grunde können Sie nach Abnahme der Schulterorthese problemlos locker auf dem Ergometer trainieren. Wenn es keine Komplikationen gibt, sollten Sie drei Monate nach der Operation durchaus wieder auf dem Rennrad sitzen können.

Rehabilitation nach einer Schulteroperation

Im nachfolgenden Text gelten die Zahlen in Klammer für große Risse. Welche Zeitangaben für Sie gelten wird Ihnen nach der Operation mitgeteilt.Das Risiko für einen erneuten Rotatorenriß liegt bei ca. 20%. Fast alle diese erneuten Risse ereignen sich in den ersten 6 Monaten. In den ersten 6 (8) Wochen tragen Sie den Fixierungsverband Tag und Nacht.

Die Schlaufen um den Oberarm und den Unterarm sollten nicht zu fest zugezogen werden, damit es nicht zu einer Stauung des Blutflusses kommt. Ab dem OP-Tag sollten Sie aktiv die Hand bewegen, und den Ellbogen beugen und strecken, damit die Durchblutung gebessert wird. Deswegen sollten Sie die Schlaufe um den Unterarm mehrfach täglich öffnen. Bitte schließen Sie die Schlaufe um den Unterarm nachts. Sie können den Fixierungsverband zum Duschen und Waschen abnehmen, solange Sie den Arm dabei nur hängen lassen.

Die ersten Tage werden schmerzhaft sein. In den ersten 6 (8) Wochen sollten Sie den operierten Arm nicht belasten und das Schultergelenk nicht aktiv bewegen. Das bedeutet: Kein Heben, kein Tragen, kein Abstützen, kein Auto fahren. Sie können in dieser Zeit selbstverständlich Training für den restlichen Körper durchführen, d. h. z. B. den anderen Arm oder die Beine trainieren.

Der weiterbehandelnde Arzt wird ca. alle 3 - 4 Tage Wundkontrollen durchführen. Die Fäden werden nach ca. 2 Wochen entfernt. Bitte suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf, wenn Rötung, Schwellung, erhöhte Temperatur, Dauerschmerz, abnehmende Beweglichkeit auftreten.

Vermeiden Sie in den ersten 3 WochenWärmeeinwirkung (keine Sauna, keine übermäßige Sonnenbestrahlung), da es sonst zu einer Schwellung kommen kann. Sie sollten bis zum Entfernen der Fäden möglichst kein Wasser auf die Wunde bringen, da sonst Infektionsgefahr besteht. Sie können zum Duschen in dieser Zeit wasserdichtes Pflaster verwenden, sollten dieses jedoch nach dem Duschen wieder gegen ein luftdurchlässiges Pflaster austauschen, um die Wundheilung nicht zu stören.

Ein Einsatz der Hand und des Unterarms beim Essen ist erlaubt (der oberer Gurt bleibt locker geschlossen). In den ersten 12 Wochen Vorsicht beim Ankleiden (v.a. bei Hosenhochziehen und Hemdanziehen).Eine Kontrolluntersuchung bei uns ist eventuell nach ca. 3 Wochen vereinbart.

Ab der 7. (9.) Woche nach der Operation können Sie den Fixierungsverband ablegen und aktiv bewegen, jedoch keine Gewichte heben. Sie können jetzt z. B. Sie können ab jetzt auch den operierten Arm mit einem Stock sanft nach außen drehen. Sie können auch die Therapie mit dem Seilzug beginnen. Befestigen Sie mit dem gesunden Arm den Seilzug zwischen Tür und Türrahmen. Bitte sorgen Sie dafür, dass die Tür während der Übungen nicht aus Versehen geöffnet werden kann.

Ziehen Sie mit dem gesunden Arm den operierten Arm sanft nach oben - nur im schmerzfreien Bereich. Es darf mit dem operierten Arm keine Kraft ausgeübt werden. Halten Sie ihn 10 Sekunden oben, danach wieder absenken, und dies zehnmal wiederholen, dreimal am Tag. Bitte heben Sie auch den operierten Arm mit dem gesunden Arm im Liegen hoch.Sie können auch mehrmals wöchentlich ins Schwimmbad. Jedoch nicht zum Schwimmen, sondern zum Gehen im schultertiefen Wasser. Bewegen Sie dabei den Arm im Wasser im schmerzfreien Bereich.

Falls Sie nach 6 oder 9 Wochen zur ambulanten oder stationären Reha gehen: „Weniger“ ist „Mehr“!!Die Reha dient nur zur Mobilisierung. Führen Sie keinesfalls Übungen gegen Widerstand durch. Ab der 10. (12.) Woche können Sie im schmerzfreien Bereich Übungen mit dem Seilzug hinter dem Rücken durchführen.

Die rekonstruierte Sehne benötigt 12 (16) Wochen bis sie soweit gefestigt ist, dass sie wieder mit leichten Gewichten belastbar ist. Ab der 13. (17). Woche kann leichtes Krafttraining durchgeführt werden. z.B. mit elastischen Bändern. Beginnen Sie mit geringer Belastung (z.B. gelbes Theraband).

Übungen für die Rehabilitation

  • Training Außenrotatoren: Das elastische Band in Taillenhöhe an der Wand befestigen. Den Arm an der Seite halten, den Ellbogen 90° beugen, den Arm nach außen drehen. 10 Sek. halten, 10 Sek.
  • Training Innenrotatoren: Das elastische Band in Taillenhöhe an der Wand befestigen. Den Arm an der Seite halten, den Ellbogen 90° beugen, den Arm nach innen drehen. 10 Sek. halten, 10 Sek.
  • Rudern: Im Sitzen oder Stehen, Ellbogen beugen und das elastische Band nach hinten ziehen und dabei die Schulterblätter zusammendrücken. 10- mal hintereinander, 1 Min. Pause, nochmals 10- mal hintereinander.

Es besteht normale körperliche Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit für leichtere Tätigkeiten. Schwere Gewichte sollten erst ab dem 7. (13.) Monat nach Operation gehoben werden. Eine Besserung von Kraft und Beweglichkeit können Sie bis zum Ende des 12.

Wichtige Hinweise für Physiotherapeuten

Die Rekonstruktion der Rotatorenmanschette wird in der Regel mit transossären, nicht resorbierbaren Nähten (Arthrotunnel der Fa. Tornier) und/oder resorbierbaren Fadenankern durchgeführt. Der Schwachpunkt in der Rehaphase ist nicht die knöcherne Verankerung, sondern die Ausreißfestigkeit der Fäden aus der meist degenerativ veränderten Sehne. Die Sehne ist frühestens nach 12 Wochen an den Humeruskopf angewachsen.

In den ersten 6 Wochen sollte deswegen nur closed chain-Übungen im Sinne von Table Slides durchgeführt werden, sowie isometrische Skapulaübungen zur Korrektur pathologischer Innenrotation der Skapula (insbesondere M. serratus anterior und M. rhomboidei) und Dehnung des verkürzten M.pectoralis minor, sowie Haltungsschulung zum Ausgleich der Innenrotationshaltung.

Aktiv- assistierte Mobilisierung ohne Widerstand ab der 7. (9.) postoperativen Woche. Aktive Mobilisierung ab der 8. (10.) postoperativen Woche.

Eine Mobilisierung gegen Widerstand sollte erst ab der 13. (15.) Woche erfolgen. Bei Subscapularisrekonstruktionen sollte 6 Wochen lang die passive Außenrotation nur bis 0° erfolgen, die passive Abduktion bis 60°.

Bei zusätzlich durchgeführten Bizepssehnentenodesen sollte 12 Wochen keine Bizepsbelastung gegen Widerstand erfolgen und keine kraftvolle Supination.

Volle Belastbarkeit bei kleinen Rissen frühestens ab dem 7. postoperativen Monat. Bei massiven Rissen volle Belastbarkeit erst nach 1 Jahr.

Das Risiko für einen erneuten Rotatorenriß liegt bei ca. 20%. Fast alle diese erneuten Risse ereignen sich in den ersten 6 Monaten.

Rotatorenmanschettenruptur: Ursachen, Symptome und Behandlung

Sehnen übertragen die Kraft des Muskels auf den Knochen, bzw. auf ein Gelenk. Die bekannteste Sehne ist vielleicht die Achillessehne. nennt man ‚Rotatorenmanschette‘. Wie keine andere Sehne im Körper ist die Rotatorenmanschette einer Degeneration - einem Verschleiß - ausgesetzt. reißt schließlich. Dies kann langsam und fast unbemerkt geschehen, häufig aber auch im Rahmen eines Sturzes, der dann endgültig zum Riss führt.

Die Symptome der Ruptur der Rotatorenmanschette sind insbesondere Schmerzen und Kraftlosigkeit. Die gerissene Sehne kann nicht von selbst wieder anheilen. Mit der Zeit können andere Muskeln den Ausfall etwas kompensieren. Die gerissene Sehne kann nicht von selbst wieder anheilen. Mit der Zeit können andere Muskeln den Ausfall etwas kompensieren. Für die Operation hat man nur ein eingeschränktes Zeitfenster. längere Zeit im Gips ist. Irgendwann verfettet und vernarbt der Muskel und kann nicht mehr auftrainiert werden. Die Operation dauert etwa 60 Minuten. In Vollnarkose wird die Sehne mit kleinen Ankern wieder am Knochen befestigt. Hautschnitte. Der Anker enthält Fäden mit denen dann die Sehne an den Knochen fixiert wird.

Die Sehne muss am Knochen festwachsen! Die Anker alleine halten der alltäglichen Belastung nicht stand. Der Arm wird 4 Wochen auf einem Tragekissen gelagert - wird aber täglich etwas bewegt und mit Krankengymnastik behandelt. erst nach 2 Monaten. Faktoren der Genesungszeit sind die Größe des Risses und das Ausmaß, in dem sich Muskel und Sehne bereits zurück gezogen haben. weitestgehend problemlos zu bewältigen sein. Größere Belastungen im Sport oder in der Arbeit sollten erst nach ca.

Nach Rotatorenmanschettenruptur und auch nach der Operation einer Rotatorenmanschettenruptur ist das Aufbautraining extrem wichtig. entscheidend. In der Anfangsphase sollte man vorsichtig und mit geringer Intensität beginnen, zum Beispiel täglich 5 Minuten und 2 mal in der Woche 10-15 Minuten. man von Woche zu Woche die Dauer des Trainings und baut dann 3 und später 4 längere Einheiten pro Woche ein. Ausführung kontrollieren, neue Übungen einbringen und bei der Steuerung der Intensität beraten. Training ist der entschiedene Faktor zur Wiederherstellung der Funktion nach Rotatorenmanschettenruptur, sowohl mit als auch ohne Operation. Trainieren kann man natürlich nur Muskeln, die über eine Sehne mit dem Knochen verbunden sind. Nach operativer Refixation einer Rotatorenmanschettenruptur trainiert man ebenfalls anfangs die umgebenden Muskeln. Muskel wieder auftrainieren.

Die beste OP ist nur so gut wie die Rehabilitation danach! Dr. med. Andreas Klonz und Tobias Baierle, leitender Physiotherapeut in der ATOS Klinik, erklären Ihnen, wie Sie gut durch die Zeit nach einer Rotatorenmanschetten OP kommen. Bitte schauen Sie schon vor der Operation die Videos 1-3 an. Wir zeigen Ihnen das Anziehen, Waschen und die Benutzung des Kissens. Üben Sie dies schon vor der OP! die gezeigten Übungen. Dann funktioniert alles nach der OP um so besser!! Die Entscheidung was das Beste für den Einzelnen ist, muss zusammen mit einem Spezialisten getroffen werden. Größe des Sehnenrisses, den Beschwerden und dem Anspruch des Patienten. Auch das Alter der Rotatorenmanschettenruptur ist wichtig. und die Muskeln zurückgebildet. wenn die Sehne am Schulterdach durchgescheuert wird.

Die Ergebnisse der operativ versorgten und eingeheilten Ruptur sind besser und nachhaltiger als nach nicht-operativer Behandlung. oder bei fraglich reparabelster Rissen kann eventuell ohne Operation behandelt werden. Je größer eine Rotatorenmanschettenruptur ist, desto schneller muss die Entscheidung getroffen und ggf. Nach nur 3 Wochen sind manche Massenrupturen schon deutlich retrahiert - Sehne und Muskel haben sich zurückgezogen. Die Operation ist dann schwieriger. Sehnennaht. Die Einheilung wird dadurch erschwert. Rerupturen sind häufiger. Je kleiner der Riss, desto mehr Zeit hat man. Bei Rupturen mittlerer Größe kann man ca. 2-6 Monate warten.

Bestimmte Rotatorenmanschettenrupturen können oder müssen ohne Operation behandelt werden. ersetzen kann. Wir empfehlen in diesem Fall dringend ein Übungsprogramm unter physiotherapeutischer Anleitung. (Siehe auch unser Übungsprogramm auf meine-schulter.de ). Antiphlogistika, eventuell Injektionen z. B. mit Hyaloronsäure, Kortison oder konditioniertem Plasma. Ggf. Zur Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur wird die abgerissene Sehne mit Knochenankern wieder an ihrem Ansatz am Knochen fixiert. oder wenn keine oder nur geringe Beschwerden bestehen, wird konservativ mit einem Übungsprogramm therapiert. Nach 5-6 Wochen besteht in der Regel eine gute Verbindung, so dass dann die aktive Bewegung der Schulter vorsichtig begonnen werden kann. dauert das Anwachsen. Die Stabilität der Fixation steigt dann über die nächsten Monate weiter an. Nach etwa 6 Monaten gehen wir von einer guten Belastbarkeit aus.

Wenn der Verdacht auf einen Riss der Rotatorenmanschette besteht, erfolgt die weitere Abklärung mittels Röntgen, Sonographie und Kernspintomografie (=MRT). Schmerzen sind das wesentliche und meist das gravierendste Symptom der Rotatorenmanschettenruptur. Diese korrelieren nicht mit der Größe des Risses. Schmerzen verursachen. In manchen Fällen bestehen fast keine Schmerzen und es sind allenfalls wenig Schmerzmittel nötig. In anderen Fällen bestehen über Wochen deutliche oder sogar starke Schmerzen.

In jedem Fall muss eine Betreuung der Patientin/des Patienten am Tag der Operation und möglichst auch in den Tagen und Wochen danach gewährleistet sein. bereits vor der OP auf die Situation einstellt, Aufgaben des täglichen Lebens einübt und ein Übungsprogramm beginnt. Den operierten Arm lagert man möglichst zusätzlich zu dem Abduktionsverband auf einem Kissen. nach vorne auf bzw. vor den Bauch.

Fallbeispiel: Peter Rudolph und seine Rückkehr zum IRONMAN nach einem Fahrradsturz

Ein beeindruckendes Beispiel für die erfolgreiche Rückkehr zum Sport nach einer schweren Verletzung ist Peter Rudolph. Nach einem schweren Fahrradsturz mit Schulter-/Ellenbogenfrakturen nahm er nur 4 Monate später an der IRONMAN-WM 2022 teil. Bei der Teilnahme am Triathlon Ingolstadt (Deutsche Meisterschaft über die Mitteldistanz) am 29.05.22 zur Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt (Europameisterschaft über die Langdistanz) Ende Juni überquerte ein unaufmerksamer Passant unsere Wettkampfstrecke. Er ging einfach über die Straße, wobei er nur auf sein Handy sah. Es ging alles ganz schnell. Er stand unvermittelt vor mir auf der Wettkampfstrecke.

Prof. Dr. Frank Martetschläger: Bei dieser Art von Verletzungen ist natürlich die zeitnahe korrekt-anatomische Einrichtung und stabile Fixierung der Brüche das Entscheidende, um eine stabile Ausheilung und normale Gelenkskinematik in Zukunft gewährleisten zu können. Gerade beim Spitzensportler ist allerdings entscheidend, dass es im Anschluss an die Operation eine Ruhepause braucht, in der die Frakturen heilen können, ohne zu viel Belastung in dieser Phase. Sehr von Vorteil war, dass Herr Rudolph ein sehr gutes Körpergefühl hat und muskulär sehr gut trainiert war, was ihm bei der postoperativen Therapie überaus zugutekam, um die verplatteten Brüche nicht zu überlasten.

Prof. Dr. Frank Martetschläger: Neben den bisweilen komplexen Verletzungen durch Hochrasanztraumata, wie im vorliegenden Fall, die eine korrekte anatomische Rekonstruktion erschweren, ist vor allem die Führung der Patienten nicht immer so leicht wie bei Herrn Rudolph. Oft deckt sich ganz einfach die Schwere der Verletzung nicht mit dem Anspruch bzw. der Einschätzung von Sportler und Umfeld, was die Rückkehr zum Sport anbelangt. Allerdings sollte man sich mit zu negativen Äußerungen hinsichtlich der Erreichbarkeit gewisser hochgesteckter Ziele zurückhalten, um den Spitzensportler nicht zu desillusionieren.

Peter Rudolph: Mit der stationären Physiotherapie bin ich einen Tag nach der OP am 09.06. Fortgeführt habe ich die Behandlung in der Physiotherapie am Osteozentrum Schliersee ab dem 17.06., in der Regel mit 3 Sessions in der Woche bis zum 23.09. kurz vor dem Abflug nach Hawaii. Griffübungen habe ich noch im Bett gemacht, tägliche Spaziergänge mit 40 Min., dann auf 60 - 120 Min. Ca. Erstes vorsichtiges Radfahren auf der Rolle (eingespanntes Fahrrad) mit 20 Min. Ca. Als 3. Ganz wichtig: Sowohl bei den ersten Versuchen mit dem Rad zu fahren als auch zu Schwimmen, habe ich immer intensiv auf meine Körpersignale gehört, und wenn etwas von meiner Wahrnehmung zu früh war, habe ich sofort abgebrochen. Ca. Begonnen habe ich mit einem sehr leichten Lauftraining (max. 20 Min. Ca. Als 4. Ca. Zu diesem Zeitpunkt war mein Training annähernd im ähnlichen Rhythmus bezüglich Trainingshäufigkeit wie vor dem Sturz (bis zu 14 Einheiten die Woche inkl.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich ca. Prof. Martetschläger mit dem gesamten Team des Deutschen Schulterzentrums gratuliert zu vier äußerst erfolgreichen Monaten von Rehabilitation und Training, Genesung und vollkommener Wiederherstellung nach komplexen Verletzungen vor allem im Bereich der oberen Extremitäten. „Nach diesen schweren Verletzungen beim Fahrradsturz und so erschwerten und reduzierten Vorbereitungs- und Trainingsphasen für die Teilnahme bei der Ironman-WM 2022 hat Peter Rudolph allein deshalb schon gewonnen, weil er dabei ist. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass er alle sportlichen und körperlichen Herausforderungen bewältigen kann, gut und gesund durchkommt und er mit dem Zieldurchlauf seinen ganz persönlichen und höchst verdienten Erfolg für eine einzigartige Leistung bekommt“, fiebert Operateur Prof.

Peter Rudolphs Tagesablauf während der Vorbereitung

Mein Tagesablauf unter der Woche sieht folgendermaßen aus: Planung der mindestens 2 Trainingseinheiten pro Tag entsprechend der beruflichen Termine und geforderten Trainingsbelastung. Die Ernährung wird dementsprechend geplant (Schwimmeinheiten und leichte Läufe z. B. Zusätzlich wird eine strenge zweite Trainingseinheit absolviert. Das Thema „Mentale Stärkung“ ist schwer zu beschreiben. Mir ist wichtig, hundertprozentig auf das Ziel fokussiert zu sein, gleichzeitig aber auch Teilziele zu haben. Ich überlege mir sehr genau, wie ich performen werde. In Gedanken visualisiere ich gern, das entspannt und motiviert mich. Um mich positiv einzustimmen, auf Vorfreude und Bestleistungen träume ich auch gern. Ich spiele Szenarien immer wieder durch, nehme gedanklich an den Wettkämpfen teil und konzentriere mich auf die Vorgaben im Training, das zumeist durch viele Intervalle sehr abwechslungsreich und sogar kurzweilig ist.

Peter Rudolph: Das ist nur möglich mit einer sehr guten Planung und flexiblen Arbeitsmöglichkeiten. Ich kann das Training um meine beruflichen Termine und Telefonkonferenzen herumplanen, die reine Büroarbeit zu jeder Uhrzeit erledigen. Aufgrund der pandemischen Lage habe ich nahezu keine Dienstreisen, aber viel Home-Office mit Trainingsmöglichkeiten vor der Haustüre bzw. Privat hat sich die Abstimmung über die letzten Jahre schlichtweg sehr eingespielt, trotzdem war die Zeit von der OP bis zur Ironman-WM 2022 durch die zusätzliche Physiotherapie und natürlich die körperlichen Beschwerden sehr intensiv.

Peter Rudolph: Ich habe mit meiner Frau anschließend drei Wochen Urlaub gemacht und es auch den gesamten November über eher ruhig angehen lassen. Was meine sportlichen Überlegungen für das Jahr 2023 sind? Mit der Teilnahme bei der Ironman-WM 2022 habe ich etwas abgeschlossen, da auf diesem Leistungsniveau fast durchweg zwei Trainingseinheiten am Tag notwendig sind, hier möchte ich mich etwas mehr meinen anderen Interessen widmen und mehr zeitliche Flexibilität für weitere Aktivitäten haben. Nichtdestoweniger möchte ich aber weiterhin alle drei Sportarten (Schwimmen, Radfahren, Laufen) im Alltag betreiben und auch die eine oder andere (herausfordernde) Veranstaltung absolvieren. Es geht mir hierbei aber mehr darum, den Eventcharakter zu genießen und weniger um eine bestimmte Leistung, Zeit oder Platzierung. Spontan denke ich an Events, wie „Arena Alpen Open-Water Cup“ (Seedurchquerungen im Alpenraum), vielleicht der eine oder andere Radmarathon oder ich versuche auch mal einen 100 km Lauf zu absolvieren.

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