Radfahren nach TURP-OP: Was Sie wissen müssen

Die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) ist nach wie vor der Standard in der Behandlung der Prostatavergrößerung. Ärztinnen und Ärzte setzen die Methode schon seit vielen Jahrzehnten bei Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung - der benignen Prostatahyperplasie (BPH) - ein.

Dabei tragen sie das überschüssige Prostatagewebe, das zu den Problemen beim Wasserlassen führt, mit Hilfe einer Drahtschlinge und hochfrequentem Strom ab. Die TURP zählt zu den minimal-invasiven Eingriffen, den Ärzte über die Harnröhre vornehmen. Solche Eingriffe sind auch unter dem Begriff „Schlüssellochchirurgie" bekannt. Ein großer Bauchschnitt wie bei anderen Operationen ist also nicht notwendig.

Ablauf der TURP

Der Ablauf der TURP lässt sich so beschreiben:

  • Sie erhalten entweder eine regionale Narkose (Spinalanästhesie) oder eine Vollnarkose.
  • Bei der TURP kommt ein sogenanntes Resektoskop zum Einsatz- ein spezielles Endoskop, das sich für minimal-invasive Eingriffe eignet.
  • Dieses Instrument - ein kleines Röhrchen - ist mit einer winzigen Kamera ausgestattet. Ärzte schieben es über die Harnröhre bis zur Prostata vor. Auf einem Monitor erhalten sie Bilder aus der Prostata. So lässt sich der Eingriff gut überwachen und steuern.
  • Das überschüssige tragen Chirurgen mit Hilfe einer Elektroschlinge ab und eröffnen so den Harnabfluss aus der Blase wieder. Blutungen aus den Gefäßen lassen sich gleichzeitig durch den Strom und das Erhitzen stillen.
  • Über das Resektoskop wird das entfernte Gewebe mit Hilfe einer Flüssigkeit nach außen gespült.

Die Dauer der TURP liegt bei ungefähr 90 Minuten. Über den Katheter gelangt der Urin aus der Harnblase nach draußen. Er verbleibt in der Harnröhre, bis die Wunde verheilt ist und Sie wieder selbstständig Wasserlassen können.

Die meisten Patienten können die Klinik nach zwei bis drei Tagen wieder verlassen, manchmal dauert es auch einige Tage länger. Nach der Prostata-OP müssen Sie sich einige Wochen körperlich schonen. Sie sollten zum Beispiel keinen Leistungssport betreiben.

TURP: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Die TURP kann die Beschwerden beim Wasserlassen dauerhaft lindern - dies ist wissenschaftlich in vielen Studien nachgewiesen. Ungefähr 75 von 100 Männern haben neun Monate nach der TURP nur noch leichte Beschwerden mit ihrer Prostata. Sie müssen nachts nur noch einmal oder überhaupt nicht mehr zur Toilette. Den anderen 25 Männern hilft die TURP meist auch, aber etwas weniger als den anderen.

Die TURP kann auch einige Nebenwirkungen haben, die aber meist nur vorübergehend sind und sich innerhalb einiger Wochen wieder bessern. Die wichtigsten Folgen und Komplikationen sind:

  • Trockener Samenerguss (retrograde Ejakulation) - dies ist die häufigste Nebenwirkung einer TURP.
  • Blutungen: Nach dem Eingriff kann manchmal Blut im Urin sichtbar sein.
  • Auch ein verstärkter Harndrang nach der TURP ist möglich.
  • Daneben haben manche Männer Schmerzen nach dem Wasserlassen.
  • Harnwegsinfektionen können vorkommen, wenn Bakterien in den Harntrakt gelangen und sich dort vermehren.
  • Inkontinenz - in der Regel nur vorübergehend
  • Verengung der Harnröhre - ebenfalls eine seltene Nebenwirkung
  • Erektionsstörungen sind zwar selten, können aber vorkommen. Meist sind sie nur vorübergehend und nicht von Dauer.
  • Selten, aber nicht ganz ungefährlich, ist das sogenannte TUR-Syndrom mit Übelkeit, Erbrechen oder Verwirrtheit.

Zusammengefasst: Die TURP ist sehr wirksam. Sie ruft meist keine langfristigen und dauerhaften Folgen und Komplikationen hervor.

Nach der TURP - Tipps für den Alltag

Es gibt einige Maßnahmen, die Ihnen in den ersten Wochen nach einer TURP im Alltag helfen können. Einige Beispiele:

  • Trinken Sie viel, um die Blase zu spülen und die Wundheilung zu fördern. Empfohlen sind ein bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag.
  • Heben Sie keine schweren Lasten, etwa Baumaterialien fürs Haus oder den Garten oder schwere Einkaufstüten.
  • Treiben Sie keinen Leistungssport und wenn Sie Sport machen - er sollte nicht zu anstrengend und körperlich belastend sein. Auch auf das Fahrradfahren sollten Sie zunächst verzichten, denn Sie üben dabei Druck auf die Prostata aus. Gegen ausreichende Bewegung im Alltag und maßvollen Sport wie einen strammen Spaziergang, Wandern oder Nordic Walking ist aber nichts einzuwenden.
  • Verzichten Sie in den ersten Wochen auf die Sauna, das Thermalbad und Vollbäder (duschen können Sie).
  • Achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen, um eine Verstopfung zu vermeiden.
  • Und: Verzichten Sie in den ersten zwei bis drei Wochen nach der TURP auf Geschlechtsverkehr.

Wann ist Radfahren wieder möglich?

Nach einer TUR-P-OP im Prostatazentrum Berlin besteht eine innere Wunde. Der Heilungsprozess dieser Wundfläche in der Prostatakapsel kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Um das Operationsgebiet zu schützen, gelten in den ersten 6 Wochen nach der OP diese Verhaltensregeln:

  • Keine körperliche Anstrengung! Weder Sport machen, Getränkekisten oder Hanteln heben. Die Haus- oder Gartenarbeit muss warten, da sonst die Blutgefäße in der Prostata wieder aufreißen können. Entspannende Aktivitäten wie Wandern oder Schwimmen können Sie ab der 2. Woche wieder aufnehmen. Nach 6 Wochen sind Fahrradfahren, leichtes Joggen und Ähnliches erlaubt. Nach 8 Wochen bestehen keine Einschränkungen mehr.

Es gibt unterschiedliche Erfahrungen von Betroffenen bezüglich der Dauer der Pause vom Radfahren. Einige empfehlen, mindestens drei Monate zu pausieren, während andere nach vier Wochen wieder aufgestiegen sind. Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und die Empfehlungen des Arztes zu befolgen.

Empfehlungen für den Sattel

Einige Betroffene haben positive Erfahrungen mit speziellen Sätteln gemacht, die den Dammbereich entlasten. Dazu gehören:

  • Terry-Männersattel mit Loch in der Sitzfläche
  • SQ-Lab 611 Active
  • Brooks Cambium

Die Wahl des richtigen Sattels ist jedoch sehr subjektiv. Es ist ratsam, verschiedene Modelle auszuprobieren, um den optimalen Sattel für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

Sport nach Prostatakrebs

Sport bei Prostatakrebs ist ein billiges Medikament, das für jeden Mann zu haben ist. Dabei gilt jede Art von Bewegung als gesund - von Ausdauer- und Kraftsport bis hin zu mehr Bewegung im Alltag mit Unkrautjäten und Staubsaugen.

Warum Sport?

Körperliche Aktivität gilt als wirksam bei vielen Krankheiten, auch bei Prostatakrebs - jede Art von Bewegung zählt. Wer körperlich aktiv ist, senkt nachweislich sein Krebsrisiko. Schätzungen gehen von Werten zwischen 20 und 30 Prozent aus. Noch relativ neu ist die Erkenntnis, dass Bewegung die Prognose bei Krebskranken verbessert. Das gilt selbst für Krebspatienten, die vor ihrer Erkrankung überhaupt keinen Sport getrieben haben.

Welche Sportart?

Männer mit Prostatakrebs profitieren besonders von gymnastischen Übungen, die bei vielen jedoch nicht zu den Lieblingssportarten zählen dürften. Männer mit Prostatakrebs leiden oft unter Inkontinenz. Sie ist eine häufige Folge der radikalen Prostatektomie. Gymnastische Kräftigungsübungen in Form eines Schließmuskeltrainings oder Kontinenztrainings sind empfehlenswert. Umgangssprachlich sagen viele dazu auch Beckenbodentraining. Aber auch der Rücken und die Beine kommen dabei nicht zu kurz.

Beliebte Ausdauersportarten sind:

  • Joggen, Laufen
  • Schwimmen (nicht bei starker Inkontinenz)
  • Radfahren (nicht direkt nach einer Operation, weil schmerzhaft, sondern erst drei bis sechs Monate später)
  • Wandern und Nordic Walking
  • Skilanglauf

Viele Krebskranke verlieren erheblich an Muskelmasse aufgrund ihrer Erkrankung oder der Krebsbehandlungen. Ein Krafttraining hilft Ihnen, Ihre Muskeln wieder aufzubauen. So kommen Sie auch wieder besser im Alltag zurecht.

Wie viel Sport?

Sowohl beim Ausdauer- als auch beim Kraftsport gilt die Regel: Muten Sie sich nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig zu. Versuchen Sie, das richtige Maß zu finden. Später können Sie die Belastung langsam und stufenweise steigern. Trainieren Sie immer so, dass Sie währenddessen keine Schmerzen und am nächsten Tag keinen Muskelkater haben. Am besten lassen Sie sich sportmedizinisch beraten und von Fachleuten das richtige Sportprogramm und die richtige Dosis für Sie austüfteln. Sie können Ausdauer- und Krafttraining auch miteinander kombinieren. Dann müssen Sie allerdings auf die Gesamtdosis der körperlichen Aktivität achten.

Ärzte raten, dreimal pro Woche für jeweils 60 Minuten körperlich aktiv zu sein. Sie können alternativ auch fünf bis sechs Einheiten wöchentlich für jeweils 30 Minuten trainieren. Gut sind Spazierengehen, Nordic Walking oder sanftes Schwimmen. Sie sollten sich bei der Betätigung leicht anstrengen müssen.

Bewegung in den Alltag bringen!

Ärzte und Ärztinnen wissen heute, dass jede Art von Bewegung zählt - nicht nur Sport! Versuchen Sie, so wenig wie möglich zu sitzen oder zu liegen, sondern bleiben Sie untertags möglichst viel in Bewegung. Die besten Tipps für den Alltag!

  • Laufen oder radeln Sie zum nächsten Supermarkt statt sich ins Auto zu setzen.
  • Lassen Sie Aufzüge und Rolltreppen links liegen und steigen Sie Treppen!
  • Gehen Sie nach dem Essen ein Stück spazieren.
  • Bevor Sie zu Bett gehen: Laufen Sie einige Schritte, am besten an der frischen Luft.

Sport-Apps für Krebskranke - Tipps!

Für Krebspatienten, die Sport treiben möchten, gibt es heute einige digitale Helfer. Spezielle Sport-Apps fördern die Motivation, bringen Sie mit anderen in Kontakt und geben Tipps und Hilfestellungen. Die Apps sind bei iTunes und im Google Play Store als iOS oder Android erhältlich.

App Beschreibung
Sport gegen Krebs Tipps und Anleitungen, wie sie während und nach der Krebsbehandlung ihr Wohlbefinden durch Sport und Bewegung fördern können.
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