Dieser Sommer war über viele Wochen hinweg geprägt von Gewittern, und das Wetter war extrem wechselhaft. Beim Rennradfahren war deshalb der Platz einer Trikot-Rückentasche oftmals für einen „Retter“ reserviert: eine Regenjacke. Wasserdichte Radbekleidung gehört zur „Rennradfahrer-Standardausrüstung“.
Anforderungen an eine Gute Regenjacke
Ein erster Anspruch an eine gute Regenjacke lautet: ein sportiver, möglichst flatterfreier und körpernaher Sitz. Da „normales“ wasserdichtes Material, gerade das sogenannte Hardshell, kaum elastische Eigenschaften hat, sollte man hier immer mehrere Modelle probieren, damit die Jacke optimal passt. Hersteller wie etwa Alé und Castelli verarbeiten für eine bessere Passform auch Anteile von Stretch-Material.
Packmaß und Technische Daten
Das Stichwort „Packmaß“: Alle getesteten Jacken passen komprimiert in eine Trikottasche. Natürlich sind technische Daten auf dem Label ein wichtiger Anhaltspunkt für den Käufer, aber sie sind auch für uns schwer zu überprüfen. Wir verlassen uns daher auf Praxiswerte und -erfahrungen, wie zum Beispiel wiederholte Tests durch Dauerberegnung und einer anschließenden Kontrolle.
Materialien und Konstruktion
Der Wetterschutz der Regenbekleidung basiert in der Regel auf einer speziellen Membran. Vereinfacht gesagt besteht eine Drei-Lagen-Jacke aus einem Oberstoff, der Membran und dem „Futter“. Diese dünnen Schichten sind miteinander laminiert. Bei einer Zwei-Lagen-Jacke entfällt die innere Schicht. Ein Drei-Lagen-Modell bietet oftmals nicht nur Schutz vor Regen, sondern bis zu einem gewissen Grad, auch vor Kälte.
Die beiden Extreme in unserem Test sind die Atmos-Jacke von Maap und das Endure-GTX-Modell von Gorewear. Erstere ist vom Material her so dünn, dass man nicht vermuten würde, dass in dieser Jacke drei Lagen verarbeitet sind. In diesem Test finden sich auch vier Gravel-Jacken-Modelle. Sie sind den gleichen Anforderungen oder Herausforderungen ausgesetzt. Diese Modelle sind alle etwas legerer geschnitten und meist robuster. Zudem sind sie mit Kapuzen, die auch über einen Helm passen, ausgestattet. Geht es ums Gewicht und ums Packmaß, dann passen diese Modelle oftmals nicht in die Trikottasche - dass es auch anders geht, zeigen jedoch Endura und Gorewear.
Nachhaltigkeit und Preis
Beim Thema Nachhaltigkeit setzen die Hersteller auf unterschiedliche Strategien. Das beginnt bei der Produktion in Europa mit einem Verweis auf kurze Lieferwege und reicht oft bis zur Verwendung PFC-freier Materialien. Auch dieser Test zeigt wieder: Hier kann sich ein gewisser Aufpreis beziehungsweise ein „Investment“ durchaus lohnen. Qualität, Funktion und Robustheit haben hier oftmals einen Preis. So kosten die Top-Modelle meist zwischen 250 und 300 Euro.
Wir wissen zudem aus mehr als 20 Jahren Magazin RennRad-Test-Erfahrung, dass eine überwältigende Zahl der Qualitäts-Regenjacken eine extrem hohe Lebensdauer von vielen Jahren haben können. Erfreulich ist auch, dass die Preise in diesem Marktsegment in den letzten ein bis zwei Jahren wenig bis gar nicht gestiegen sind. Im Test sind auch besonders preis-leistungsstarke Modelle vertreten.
Fahrrad Regenjacke mit oder ohne Futter
Wer sich eine Fahrrad Regenjacke zulegen möchte, der sollte sich grundlegend entscheiden ob er eine gefütterte Jacke möchte oder eine Fahrradjacke die „nur“ trocken hält, jedoch keine oder nur kaum eine wärme haltende Funktion mit sich bringt. Bei der gefütterten Variante wird neben der Schutzfunktion gegen Regen auch der Wärmeerhalt gewährleistet. Eine zweite Jacke wird dabei nicht benötigt und die Regenjacke kann als normale Ausgehjacke genutzt werden.
Überzieh-Jacke
Bei einer dünnen Überzieh-Jacke sieht dies anders aus. Diese besteht meist aus nur sehr dünnem Material und ist dafür gedacht, dass man unter ihr noch eine normale, richtige Jacke trägt. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass man die Jacke wirklich nur auf Bedarf anziehen muss und sie sonst einfach in der Tasche mit sich führt. Sie ist platzsparend und sehr leicht. Eine solche dünne Fahrradjacke kann z.B. auch in einer Satteltasche ihren Platz finden.
Es gibt durchaus Regenjacken für Damen, Regenjacken für Herren und Regenjacken für Kinder die sich unterscheiden. Bei den Fahrrad Regenjacken für Frauen ist oftmals der Schnitt der Jacke etwas taillierter umgesetzt.
Atmungsaktivität
Eine gute Fahrrad Regenjacke ist Atmungsaktiv und lässt von der Außenseite kein Wasser durch. Von innen kann jedoch die Luftfeuchtigkeit, die beim Schwitzen entsteht, abgeführt und nach außen getragen werden. Durch diese Atmungsaktivität der Materialien wird der Schweiß optimal abgeleitet. Der Vorteil dabei, keine Nasse Kleidung durch nicht abdampfenden Körperschweiß. Damit diese Funktion gewährleistet wird, werden zu einem besondere Materialien eingesetzt, zusätzlich wird oft mit Belüftungsschlitzen gearbeitet.
Materialien, Verbindungen und Nähte
Je mehr Verbindungsstellen eine Jacke hat, umso mehr Schwachstellen gibt es und bietet Möglichkeiten, das Regenwasser eintreten kann. Bei der Wahl der Fahrrad Regenjacke sollte darauf geachtet werden, dass das Material der Jacke bereits wasserundurchlässig ist. Ähnlich wie bei wasserdichten Fahrradtaschen werden die Verbindungen hier nicht genäht sondern verschweißt oder geklebt. Das Regenwasser kann so nicht durch die Verbindungen gelangen. Gleichzeitig kann auch der Wind nicht direkt durch Nähte durchdringen.
Wasserabweisend vs. Wasserdicht
Stoffjacken haben dabei oftmals das Problem, dass der Stoff nie zu 100% Wasserdicht ist. Hier heißt es in der Beschreibung dann „Wasserabweisend“. Die Poren der Jacke (des Materials) sind so fein, dass der Regentropfen an sich nicht eindringen kann. Parallel dazu wird oft mit einer Beschichtung gearbeitet, die das Wasser wie beim Lotus-Effekt abperlen lässt. Reisverschluss und Taschenverschlüsse sollten mit einer Lippe überdeckt sein. Nähte sollten von innen ebenfalls mit einer wasserdichten Schicht überklebt sein.
Wie hoch dieser Wasserdruck z.B. sein darf, wird in mm Wassersäule angegeben. Je höher der Wert ist, umso mehr Wasser kann die Fahrradjacke / Regenjacke ab, bevor das Wasser eindringen kann. Ab einem Wert von 1300 mm Wassersäule spricht man von Wasserdicht, Die Eidgenössische Materialprüfanstalt (EMPA) in St. Gallen in der Schweiz geht jedoch davon aus, dass erst ab einem Wert von 4000 mm Wassersäule sicher gehen kann, dass der Stoff allen Anforderungen gerecht wird.
Wer sich eine Regenjacke als Überziehjacke kaufen möchte, der sollte diese in einer Nummer größer wählen. Zieht man z.B. im Winter noch eine Winterjacke an, nimmt diese recht viel Platz ein. Die Fahrrad Regenjacke muss hier noch drüber passen.
Auch hier gelten die Werte für die Belastung. Beide Varianten der Fahrrad Regenjacke sollten eine Kapuze haben und an den Bündchen einen festen Verschluss, sodass Regenwasser nicht über die Hände in den Jackenärmel laufen kann. Auch ist es sinnvoll die Kapuze in der Größe einstellen zu können. So findet auch der Fahrradhelm einen Platz und der Kopf bleibt geschützt und trocken.
Signalfarben und Reflektoren
Wenn es regnet ist es meist etwas dunkler draußen. Wer sich jetzt optisch mit einer auffälligen Fahrradjacke abhebt, der wird besser gesehen. Reflektoren an der Jacke unterstützen den Effekt.
Worauf man vor dem Kauf Achten Sollte
- Das Material aus dem die Jacke ist, sollte bereits wasserundurchlässig sein, z.B. Polyester.
- Die Nähte der Fahrradjacke sollten geklebt oder geschweißt sein
- Die Regenjacke sollte auffällig in der Farbgebung sein
- Die Belastung nach mm Wassersäule ist im Idealfall größer als 3000-4000 mm.
- Taschen und Reißverschlüsse sollten ebenfalls wasserdicht verschlossen werden können.
- Pass die Kapuze evtl. über den Fahrradhelm
Die Fahrradjacke ist als ein Bestandteil der richtigen Fahrradbekleidung zu sehen. Es ist nicht schwer zu erahnen, dass neben einer guten Fahrrad Regenjacke auch eine Fahrrad Regenhose zur Bekleidung gehören.
Details der Regenbekleidung im Test
Die Zeiten des von innen und außen dichten „Ostfriesen-Nerzes“ gehören längst der Vergangenheit an. Heutige Hightech-Membranen haben eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit (= Atmungsaktivität) von innen nach außen, obwohl sie absolut wasserdicht sind. Das funktioniert umso besser, je höher das Temperaturgefälle zwischen Körper- und Außentemperatur ist. Bei Regenfahrten im Gebirge konnten wir dabei feststellen, dass alle Teile, Jacken wie Hosen, tatsächlich wasserdicht waren und sich das Schweißbad im Inneren in Grenzen hielt.
Auch beim Material lassen sich spürbare Fortschritte erkennen. So erweist sich etwa die Regenbekleidung von Canyon und Löffler als weich und dehnbar (fast) wie Softshell-Textilien. Auch in puncto Nachhaltigkeit kommt die Industrie langsam voran: Zwar setzt man aufgrund des Gewichtes, der Dichtigkeit und Atmungsaktivität nach wie vor auf Kunststoffe, wie Polyester, Polyamid und Polyurethan, aber es wird vermehrt recyceltes Material verwendet. Und bei der Imprägnierung wird von allen hier berücksichtigten Herstellern auf das umweltschädliche PFC (Perfluorcarbon) verzichtet.
Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Für Aufregung bei plötzlich einsetzendem Schauer sorgt zum Beispiel der Umstand, dass sich manche Regenhosen trotz Reißverschlüssen am Beinende nicht über die angezogenen Schuhe ziehen lassen. Oder dass Kapuzen an Regenjacken weder sinnvoll unter noch über den Helm gezogen werden können. Solche Mankos lassen sich meist vermeiden, wenn man Regenjacken und Regenhosen vor dem Kauf anprobiert.
Wer auf die Preise schaut, wird feststellen, dass gute Hightech-Regenbekleidung ganz schön ins Geld gehen kann. Aber wir haben bei unserem Test auch eine preiswerte Ausnahme entdeckt: Decathlon beweist mit einer sehr durchdachten und detailreichen Regenjacke und -hose, dass man dafür nicht unbedingt Hunderte von Euros ausgeben muss.
Details beim Kauf von Regenkleidung
Auf diese Details bei Regenbekleidung achtet er besonders:
- Gute Atmungsaktivität, etwa durch wasserdampfdurchlässige Stoffe und Lüftungsöffnungen
- Gute Sichtbarkeit, d. h. mit ausreichend Reflektoren
- Verlängerte Ärmel an der Oberhand bzw. Ärmelabschlüsse mit Weitenverstellung oder dehnbarem Bund
- Verlängerter Rücken
Bei Regenhosenausreichend lange Reißverschlüsse, um mit Schuhen die Regenhose anziehen zu können dehnbarer Hüftbund, ggf. mit Reißverschluss und Druckknopf Hosen, die es in verschiedenen Längen gibt (z. B. Kurzgrößen) Weitenanpassung mit Klettbändern am Unterschenkel verstärkter Sitzbereich vorgeformte Knie
Empfehlungen für Fahrrad-Regenjacken 2025
Es gibt unterschiedliche Modelle an Fahrrad-Regenjacken, sie alle haben jedoch gemeinsam, dass sie unterwegs vor Regen und Feuchtigkeit schützen. Einige von ihnen bieten zusätzlich Schutz vor Wind oder sind gefüttert, damit sie auch im Winter getragen werden können.
Checkliste: Wichtige Merkmale im Test
Die richtige Fahrrad-Regenjacke ist dank dieser Tipps schnell gefunden.
Beste warme Fahrrad-Regenjacke
Diese Jacke ist auch für niedrige Temperaturen geeignet, denn die mitgelieferte, auch separat verwendbare, Fleecejacke kann einfach hineingezippt werden. Die Kapuze ist verstellbar und in einer innenliegenden Tasche der Jacke können Wertgegenstände verstaut werden.
Beste Fahrrad-Regenjacke mit hoher Wassersäule
Die Jacke ist dreilagig, hat verklebte Nähte und bietet eine Wassersäule von 20.000 mm, wodurch sie vollständig vor Regen schützt. Reißverschlüsse unter den Armen sorgen für eine gute Belüftung und in mehreren Taschen können Dinge wie Smartphone und Schlüssel verstaut werden. Sowohl Kapuze als auch unterer Saum und Ärmel sind verstellbar.
Beste Fahrrad-Regenjacke mit Gore-Tex Robust GORE WEAR Damen Fahrrad-Jacke Endure
Durch die Gore-Tex Paclite-Technologie ist sie wasser- und winddicht, extrem atmungsaktiv und hat ein geringes Packmaß. Diese MTB-Jacke verfügt über eine verstellbare Kapuze, unter die auch der Fahrradhelm passt, sowie einen verstellbaren Saum mit Kordelzug in den Taschen und einen vorgeformten Ellenbogenbereich für eine komfortable Passform. Die Reißverschlusstasche vorne ist auch geeignet, um die Jacke selbst darin zu verstauen und sie einfach transportieren zu können.
Beste XXL Fahrrad-Regenjacke Weite Passform Gonso Damen Regenjacke Sura Light
Die Fahrrad-Regenjacke für Damen ist wind- und wasserdicht, atmungsaktiv und auch in großen Größen erhältlich. Die Regenjacke verfügt über eine Wassersäule von 10.000 mm und hält deshalb auch Regenstauern stand. Durch ergonomisch vorgeformte Ärmel bietet sie eine gute Bewegungsfreiheit. Die Kapuze ist verstellbar.
Beste Fahrrad-Regenjacke für Männer
Diese Fahrrad-Regenjacke für Herren ist atmungsaktiv, sowie wind- und wasserdicht. Sie bietet zwei Fronttaschen mit Reißverschluss, weitenregulierbare Bündchen sowie einen Kordelzug...
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