Das Obere Vinschgau mit dem Rad zu erkunden, mag anstrengend klingen, ist es aber nicht, wenn man genügend Zeit einplant. Diese Radtour ist auch für ungeübte Fahrer gut zu bewältigen.
Der Vinschger Radweg: Eine abwechslungsreiche Tour
Der Vinschger Radweg vom Reschenpass nach Meran ist ein abwechslungsreiches Teilstück der Via Claudia. Der hier beschriebene Weg beginnt in Mals und ist somit ideal für die Kombination Bahn und Rad. Mit der Vinschgauer Bahn fahren wir von Meran bis zur Endstation Mals im Vinschgau auf 1.050 m Meereshöhe. Am Bahnhof nehmen wir die Straße nach Glurns - eine Abfahrt.
Glurns: Ein reizender Startpunkt
Der Startschuss fällt in Glurns, einer reizenden kleinen Stadt mit winzigen Gässchen, Laubengängen und Bürgerhäusern aus dem 16. Jahrhundert. Die historische Ringmauer mit den Wehrtürmen verleiht dem mittelalterlichen Äußeren noch mehr Ausdruck. Das kleine mittelalterliche Städtchen ist sehenswert, schon aufgrund der alten Struktur und Bausubstanz. Kaum sind wir durch das Stadttor hinausgefahren, biegen wir links auf den Radweg entlang der Etsch ab.
Entlang der Etsch: Natur und Kultur erleben
Der größte Teil der Strecke verläuft entlang der Etsch - dem zweitlängsten Fluss Italiens mit einer Länge von mehr als 400 Kilometern. Zudem bewegt man sich durch eines der größten Naturschutzgebiete Europas - den Nationalpark Stilfser Joch. Und sind schon mitten auf dem eigentlichen Fahrradweg, der uns südlich von Schluderns in die Prader Sand führt. Dabei handelt es sich um eine geschützte Flussau, in der bedrohte Vogelarten und Wassertiere ein Rückzugsgebiet gefunden haben. Im Hintergrund sehen wir die weißen Spitzen des Ortlermassivs.
Prad und Tschengls: Vogelschutz und Aprikosen
Von hier wird ostwärts geradelt - und zwar der Etsch entlang bis man bei den Fischteichen in Spondinig angekommen ist. Weiter geht es auf dem Weg Nummer 10 nach Prad im Nationalpark Stilfserjoch, wo sich ein Vogelschutzgebiet um das Wohl der gefiederten Freunde kümmert und das Nationalparkhaus “Aqua Prad” sich den Tieren und Pflanzen am Wasser widmet. Wir begeben uns ins Dorfzentrum und lenken die Räder weiter nach Tschengls. Neben einer Ansammlung von Apfel- und Marillenbäumen zeichnen vor allem die Tschenglser Au und das Biotop das kleine Örtchen aus.
Laas: Marmor und Marillen
Nach Durchquerung des Dorfes Prad geht es auf Feldwegen weiter in östliche Richtung. Wir fahren am Rande des Nationalparks Stilfser Joch und durchqueren mehrmals geschützte Flussauen, in denen der Radweg keinen Asphaltbelag hat. Rennräder sind also nicht ideal für diese Tour. Nach einer Weile erreichen wir das Dorf Laas. Laas ist für den Marmor-Abbau bekannt, der Laaser Marmor wird aus dem Berg gebrochen und in Blöcken abtransportiert. Keine Frage, dass im Dorf vieles aus Marmor ist. Eine gute Gelegenheit für eine kleine Pause. Laas gilt übrigens auch als Zentrum des Vinschger Marillenanbaus, da die Marillen jetzt gerade reif sind, darf man sich auf Marillenknödel freuen.
Schlanders: Historisches Flair
Vorbei am Schgumserhof führt der Weg nun nach Laas, wo Sie Überreste des historischen Aquädukts “Kandlwaal” sehen können. Die einst 600 Meter lange Holzkonstruktion führte über die Etsch, fiel aber Anfang des 20. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer. Weiter geht es den Fluss entlang nach Göflan und nach Schlanders. Lassen Sie sich die historischen Gebäude in Schlanders nicht entgehen - Burg, Schloss, Klöster und Kirchen sowie die gotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit dem höchsten Kirchturm Südtirols versprühen Flair aus längst vergangenen Zeiten. Wieder zurück auf dem Radweg geht es weiter, einem verwilderten Abschnitt der Etsch entlang, bis wir Schlanders (Ortsteil Göflan) erreichen, das Dorf, welches als Hauptort des Vinschgaus gilt.
Rückweg und Sightseeing-Tipp
Hier ist es nun an der Zeit umzukehren und der Etsch entlang zurück zu radeln. Wer möchte - ein Sightseeing-Tipp zum Einschieben: Zwischen Spondinig und Glurns, oberhalb der Ortschaft Schluderns, befindet sich die Churburg - eine hochmittelalterliche Festung und eine der besterhaltenen Burgen Südtirols. Da sie nie zerstört wurde, kann man heute noch ihre Türme und Zwinger sowie ihre Kapelle, die Gartenanlage und die weltweit größte private Rüstungssammlung bewundern.
Weiterfahrt nach Meran
Leider geht es sich zeitlich nicht für eine längere Pause aus, so fahren wir nach Latsch am Eingang des Martelltales weiter. Der Radweg durchquert den Ort, und somit ist ein Blick in den Dorfkern obligatorisch. Die meisten Vinschger Orte bewahren Zeugnisse aus romanischer Zeit, die trockenen Hänge des Sonnenbergs tun ein übriges, sich in eine andere Welt versetzt zu fühlen. Bei Kastelbell beginnt der wärmere Teil des Vinschgaus - mit den ersten Weingütern. Das Schloss Kastelbell kann man vom Radweg sehr gut betrachten. Einige km weiter, nach der Abzweigung ins Schnalstal, kommen wir nach Naturns und sind damit schon im Meraner Land, was sich auch an den Temperaturen bemerkbar macht. Vorbei an Plaus und Partschins geht es in der Töll nach links, und von dort über Algund nach Meran. Eine tolle Abfahrt.
Die wechselnde Landschaft des Vinschgaus
Beeindruckend an der Vinschgau-Tour ist die wechselnde Landschaft, nicht nur aufgrund der Höhenmeter, sondern auch aufgrund der kulturellen Eigenheiten und dem Kontrast der satten Nordhänge von Ortler und Nörderberg zu den kahlen, trockenen Wänden des Sonnenbergs. Und auch der wilden Flusslreandschaft im Nationalpark zu den gepflegten Obst- und Weingärten. Die Stadt Meran ist das Ziel dieser Radroute. Am Bahnhof Untermais (oder, alternativ, im Meraner Stadtzentrum) angekommen, kann man aber auch der Radroute entlang der Etsch weiter Richtung Bozen folgen.
Mountainbike-Touren im Vinschgau
Neben dem Vinschger Radweg gibt es zahlreiche Mountainbike-Touren, die das Gebiet zu einem Paradies für Radfahrer machen. Hier sind einige Highlights:
- 3-Länder Enduro Trails: Verbinden einzigartige Landschaften mit anspruchsvollen Trails.
- Bergkasteltrail: Ein naturbelassener Singletrail mit technischen Elementen.
- Mountainbike-Tour von Kurzras zur Lazaunhütte: Kurze, eindrucksvolle Auffahrt mit Panoramablick.
- Mountainbike-Tour von Karthaus zur Klosteralm: Verbindet Natur mit der Geschichte des Kartäuserklosters.
- Mountainbike-Tour von Unser Frau zur Lafetzalm: Führt durch dichte Wälder und über aussichtsreiche Hänge.
- Mountainbike-Tour von Katharinaberg zur Moaralm: Genussvolle Route mit herrlichem Panorama.
- Mountainbike-Tour von Jägerrast zum Eishof: Landschaftlich eindrucksvolle Tour im Naturpark Texelgruppe.
- Haideralm Trail: Gilt als anspruchsvollster Trail in der Runde.
Alta Rezia: Hochalpine Mountainbike-Landschaft
Mit Alta Rezia bezeichnet man die Gegend zwischen Stilfserjoch, Umbrailpass, Bormio und dem Münstertal. Wer die sagenhafte hochalpine Landschaft mit dem Mountainbike entdecken möchte, für den ist diese Tour genau richtig. Gestartet wird auf dem Stilfserjoch oder Umbrailpass (2490 m). Von dort geht es über einen Trail mit wenigen Schiebestücken zur Bocchetta di Forcola (2768 m) und weiter zur Bocchetta di Pedenolo (Sentiero della Pace), um von hier über ein atemberaubende alte Militärstraße hinab zum Lago Cancano (1880 m) und Lago San Giacomo zu gelangen (Schwindelfreiheit). Überall findet man Zeugnisse des grausamen Stellungskriegs an der Ortlerfront. Die Abfahrt sollten nur Biker angehen, die keine Höhenangst haben. Alternativ kann die Abfahrt durch das Valle Forcola erfolgen. Kurz hinter dem Lago San Giacomo biegen wir zum Passo Val Mora (1930 m) ab. Wir durchqueren das schöne Val Mora bis zum Passo Döss Radond (2235 m).
Bike-Highline-Meran/o: Almenhopping auf dem Nörderberg
Die Bike-Highline-Meran/o verbindet die einzelnen Almen auf dem Nörderberg. Somit haben die Biker die Möglichkeit in einer Höhe von 1.450 m bis 1.900 m den Nörderberg sowohl in westliche als auch in östliche Richtung zu queren. Die Bike- Highline Meran/o erreicht man über die verschiedenen Uphills oder mit der Bergbahn Aschbach oder den Shuttle-Services. Von der Bike-Highline-Meran/o führen dann die verschiedenen Trails wieder zurück ins Tal, oder man nutzt die Forstwege um wieder ins Tal zu gelangen. Der Teil zwischen der Tablanderalm und der Mauslochalm ist technisch anspruchsvoll.
Weitere Trails im Vinschgau
- Untern Spin Trail: Ein attraktiver Zubringer nach St. Valentin und zur Haideralm Bahn.
- 3 Länder Trail: Der Klassiker unter den 3-Länder Enduro Trails, Startpunkt ist St. Valentin.
- Etsch Trail: Ein leichter und flowiger Trail runter ins Dorf Reschen.
- Gorf Trail: Verbindet den Untern Spin Trail mit dem Uferradweg.
- Barbarossa Trail: Am Latscher Nörderberg, verspricht pures Trailvergnügen.
- Piz Trail: Ein neuer, leichter Trail in der Nähe der Piz-Schöneben Bergstation.
Grauner Alm: Tour zum Endkopf
Eingebettet zwischen Endkopf „Jaggl“ (2.627 m) und Pleisköpfl (2.425 m) liegt das Ziel, die Grauner Alm, auf 2.173 m. Die Tour startet in Graun auf 1.500 m, zum Aufwärmen geht's ein kurzes Stück ins Langtauferer Tal hinein. Nach 250 m rechts über die Brücke und anschließend fährt man die meiste Zeit durch den schattenspendenden Arluiwald in meist angenehmer Steigung auf dem Almweg bis zur Grauner Alm hinauf. Wer möchte, kann das Mountainbike bei der Alm abstellen und zu Fuß, über den Wanderweg Nr. 10 zum Gipfel des Endkopfes (2.652 m) weiterwandern. Dauer Wanderung: ca. 2,5 Stunden (Auf- und Abstieg). Bei der Wanderung zum Gipfel stößt man häufig auf das ansonsten recht seltene Edelweiß und auch Murmeltiere werden bei einer Wanderung oft gesichtet.
Radfahren quer durch Südtirol mit dem E-Bike
Diese Expedition der genussvollen Art durch Südtirol verspricht eindrucksvolles Radfahren, während man durch Obst- und Weingärten flaniert und historische Stadtzentren erkundet. Vom malerischen Reschensee im Westen bis zu den majestätischen Sextner Dolomiten im Osten bietet die Tour eine vielfältige Landschaft und kulinarische Erlebnisse. Mit dem E-Bike als idealen Begleiter lässt sich die Strecke entspannt und genussvoll bewältigen, während man gemütliche Dörfer, rustikale Buschenschanken und lauschige Espressobars entdeckt. Die Tour ermöglicht eine bequeme Anreise mit der Bahn und Leihbikes, ohne sich um den mühsamen Radtransport kümmern zu müssen.
Anreise und Unterkunft
Per Auto folgen Sie der Inntalautobahn über Innsbruck und den Brennerpass, dann weiter auf der Brennerautobahn A22 bis nach Bozen. An der Ausfahrt Bozen-Süd wechseln Sie auf die Schnellstraße MeBo Richtung Meran und durch das Vinschgau bis zum Reschensee, folgen dann den Schildern nach Meran in Richtung Reschen. Mit der Bahn reisen Sie von München über Innsbruck bis nach Bozen und setzen die Reise nach Meran fort.
Empfohlene Unterkünfte
- Reschen: Aktiv Hotel Edelweiss: Ein komfortables Vier-Sterne-Hotel am Ufer des Reschensees mit einem Fahrradverleih direkt nebenan.
- Glurns: Gasthof „Grüner Baum“ im Stadtzentrum.
- Meran: Restaurant „Schloss Kallmünz“ regionale und italienische Küche in einem historischen Gebäude.
Zusätzliche Informationen
„Eine abwechslungsreiche Tour quer durch Südtirol mit überwiegend leichten Radwegen und überschaubaren Anstiegen. Achtung: Nach dem Download der GPX-Datei kann es sein, dass möglicherweise automatisch „.xml“ zum Dateinamen hinzugefügt wurde.
Zusammenfassung der Tourdaten
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Daten für die hier beschriebene Radtour zusammen:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Ausgangspunkt | Bahnhof Mals im Vinschgau |
| Ziel | Meran |
| Schwierigkeit | Leicht |
| Gesamtzeit | 03:50 h |
| Gesamtlänge | 61,2 km |
| Höhenlage | von 289 bis 998 m ü.d.M. |
| Höhenunterschied | +39 m | -742 m |
| Wegweiser | Vinschger Radweg, Via Claudia Augusta, Etsch-Radweg |
| Untergrund/Wegeart | Großteils asphaltierte Radwege, Feldwege und Nebenstraßen; einige Abschnitte durch Natura2000-Gebiet auf Schotterbelag |
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