Wir befinden uns an einem der schönsten Voralpenseen, genauer gesagt an dem fünftgrößten See in Bayern und dem größten Stausee Deutschlands, dem Forggensee. Diese Harmonie zwischen dem kristallklaren Wasser, den Märchenschlössern und den umliegenden Bergen - es scheint als wäre es nie anders gewesen.
Der Forggensee hat bereits mehrere erdgeologische Verwandlungen hinter sich. Einst war er noch ein eiszeitlicher Wasserspeicher, der dann schmolz und eine riesige Wasserfläche hinterließ. Nach einiger Zeit bahnte sich der Lech seinen Weg zum Speicher, der daraufhin abfloß und es blieb eine trockene Landschaft zurück, die Wohnraum für viele Menschen wurde. Unter anderem entstand das Dorf Forggen.
Knapp 32 Kilometer liegen vor uns und wir beginnen unsere Radroute an der historischen Lechstaumauer in Füssen. Sie ist verantwortlich für den Zufluss des Lechs im Frühling und den Abfluss des Wassers im Herbst.
Die Route und ihre Besonderheiten
Weiter geht es auf dem Mountainbike durch die Schwangauer Ortsteile Horn, Waltenhofen und Brunnen, vorbei an Wiesen und Wäldern. Dabei lässt sich der Forggensee leider noch nicht blicken, weshalb die Bootsanlegestelle Waltenhofen die perfekte Gelegenheit bietet, den ganzen See und die umliegenden Sehenswürdigkeiten einschließlich Festspielhaus und die Dächer der Stadt Füssen in der Ferne zu sichten.
Unser nächster Halt ist der Hergratsrieder See, ein kleiner idyllischer Ort zwischen Forggensee und Bannwaldsee. Experten bezeichnen ihn aufgrund vielfältiger und seltener Artenvorkommnisse auch als Biotop-Mosaik. Ringsherum schmücken sogenannte Drumlins den kleinen See. Die länglichen Hügel formten sich während der Eiszeit und bestehen aus Schotter oder Moränenmaterial.
Langsam ändert sich das landschaftliche Bild. Wir lassen das Ostufer hinter uns und radeln entlang der Straße durch die Ortsteile von Halblech: Greith, Rauhenbichl und Kniebis. Ab letzterem führt uns eine steile Abfahrt zum bekannten Illasbergsee, der mit dem Forggensee direkt verbunden ist. Unser Ziel auf dem Radweg ist allerdings der hochgelegene Panoramastadl, wo wir nach ca. 20 geschafften Kilometern einkehren werden.
Hoch motiviert und mit neuen Kräften erreichen wir mit dem Mountainbike den Gegenpol zur Lechstaumauer: die Forggenseestaumauer bei Roßhaupten. Diese dient als riesiges Wasserkraftwerk zur Energieerzeugung von 151,4 Mio. kWh im Regeljahr. Von dort geht es bergauf über Roßhaupten bis nach Dietringen, wo wir einen Abstecher zum See hinunter machen und die Aussicht auf die vielen Segelboote in der Dietringer Bucht genießen.
Es ist ein ganz historischer Ort auf der Radtour, denn hier verläuft die alte Römerstraße Via Claudia Augusta weiter in den Forggensee hinein. Sie führte damals von der Adria bis zur Donau und galt als wichtige Handelsstraße.
Beim Radfahren entlang des Westufers fällt mir der starke Gegensatz der Natur zum Ostufer auf. Hier ist alles grüner und hügeliger, während im Osten braune Gräser und Schilf die Landschaft prägen.
Ab dem Café Maria in Osterreinen führen schmale kiesige Radwege durch die sanfte Hügellandschaft nicht weit des Ufers. Egal ob mit Mountainbike, Rennrad oder eBike - die Beschaffenheit des Weges sollte kein Hindernis sein.
Im weiteren Verlauf der Radtour verwandeln sich die Kieselsteine dann wieder in Teer, welcher uns bis zum Festspielhaus, dem kulturellen Höhepunkt begleitet. Zahlreiche Veranstaltungen aller Art finden in der Eventlocation regelmäßig statt. Seit 2012 wird dort jedes Jahr am 25. August eine „Königsgala“ zu Ehren König Ludwigs II. Geburtstages veranstaltet.
Beim Radfahren weiter auf dem Forggensee-Radrundweg in Richtung Süden entdeckt man viele kleine Inselchen im dunkelgrün gefärbten Wasser, was ein wenig an eine Tümpellandsschaft erinnert, jedoch keine ist.
Am bekanntesten ist wohl der Bootshafen in Füssen, von wo aus tagtäglich zwei Schiffe zur kleinen oder großen Forggenseerundfahrt einladen. Mit Logenblick auf die Berge radeln Sie um Bayerns fünftgrößten See.
Der Lech-Stausee dient als Kopfspeicher für die flussabwärts gelegenen Kraftwerke und zur Hochwasserregulierung. Im Winter wird der See abgelassen und ermöglicht Wanderungen mitten durch den See auf der historischen Via Claudia Augusta, die dann freigelegt wird.
Beschilderung und Wegbeschreibung
Die Forggensee-Runde ist durchgehend mit einem Einhänger an der Radwegweisung ausgeschildert. Von der Tourist Information radeln Sie auf der Sebastianstraße zum Lech. Vor dem Fluss links geht es zum Bootshafen und ein kleines Stück an der Weidachstraße entlang, dann zweigen Sie rechts in Richtung Festspielhaus ab.
Der Radweg führt Sie in Richtung Ehrwang bis hin zum Café Maria. Dort angekommen, erreichen Sie nach einer kleinen Bergauffahrt das Örtchen Osterreinen. Hier folgen Sie dem Radweg und kommen an dem Tierheim Rieden vorbei. Der Weg führt Sie in den nächsten Ort nach Dietringen, wo Sie der Beschilderung in Richtung Roßhaupten folgen.
Den Ort Roßhaupten lassen Sie auf Ihrer linken Seite liegen und folgen dem Radweg. Vorbei am kleinen Kunstpark zum Thema Römer geht es nach der großen Staumauer am Wasserkraftwerk bergauf, bis Sie am Panoramastadel angelangt sind.
Der Radweg führt Sie weiter vorbei am Illasbergsee. Anschließend müssen Sie noch einmal kräftig in die Pedale treten, damit Sie den Ort Kniebis hinter sich lassen können. Am Kiosk Seerose biegen Sie links ab und durchfahren den Weiler Greith. Zwischen Wiesen und Wäldern geht es auf größtenteils nur landwirtschaftlich genutzen Wegen zur Ortschaft Brunnen.
Nach dem Überqueren einer kleinen Brücke geht es rechts in Richtung Waltenhofen. Nun folgen Sie dem Radweg in Richtung Horn, bis Sie über den Lech wieder nach Füssen gelangen.
Nachdem Sie die Wehrstufe überquert haben, halten Sie sich links und biegen rechts in Richtung Füssener Skate- und Bikepark ab und folgen dem Radweg entlang am Skatepark, bis Sie über die Weidachstraße wieder am Bootshafen angelangt sind.
Weitere Informationen und Tipps
Badeplätze am Forggensee
- Badeplatz Dietringen
- Roßhaupten an der Wasserwacht
- Familienbad Forggensee in Rieden
- Badeplatz Brunnen in Schwangau
Schifffahrt auf dem Forggensee
- Saison: 1. Juni bis 15. Oktober
- Möglichkeit zur Abkürzung der Radtour
Camping am Forggensee
- Campingplätze mit Seeblick
- Gute Anbindung an Radwege und öffentliche Verkehrsmittel
Zusätzliche Aktivitäten in der Umgebung
- Besuch der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau
- Ausflug zum Alpsee in Schwangau
- Stadtbummel in Füssen mit Besuch des Lechfalls
- Radtour zum Alatsee und Hopfensee
- Wanderung auf dem Schutzengelweg zur Rohrkopfhütte
- SUP fahren auf dem Forggensee
Anfahrt
Über die Autobahn A7 sowie die Bundesstraßen B310, B16 und B17 gelangen Sie direkt nach Füssen. Über die Augsburger Straße (B16) und die Weidachstraße gelangen Sie direkt zum Bootshafen Füssen.
Parken
Das Parkleitsystem in Füssen bietet Ihnen mehrere Parkmöglichkeiten. In unmittelbarer Nähe des Startpunkts liegen die kostenpflichtigen Parkplätze am Bootshafen (P7) oder am Festspielhaus (P8).
Öffentliche Verkehrsmittel
Von den Fernbahnhöfen Ulm, Augsburg und München finden Sie regelmäßige Zugverbindungen nach Füssen. Der Füssener Zug- und Busbahnhof ist ca. 10 Fahrradminuten vom Startpunkt der Tour entfernt oder per Buslinie 56 erreichbar, Haltestelle "Bootshafen".
Informationen zur Tour
- Länge: Ca. 30 Kilometer
- Dauer: 1,5 bis 2 Stunden (reine Fahrzeit)
- Wegbeschaffenheit: Abwechslungsreich und leicht hügelig
- Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel
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