Radfahren rund um Xanten: Entdeckungstouren zu den Sehenswürdigkeiten

Xanten, eine malerische Stadt in Nordrhein-Westfalen, ist ein wahres Paradies für Fahrradliebhaber. Die Region bietet eine Vielzahl von Radwegen, die sowohl für gemütliche Ausflüge als auch für anspruchsvolle Touren geeignet sind. Ob entlang des Rheins, durch historische Parks oder zu idyllischen Schlössern - Xanten und seine Umgebung laden zu unvergesslichen Radtouren ein.

Archäologischer Park Xanten: Geschichte hautnah erleben

Eine der bekanntesten touristischen Attraktionen in Xanten ist der Archäologische Park Xanten (APX). Dieses beeindruckende Freilichtmuseum bietet nicht nur Einblicke in das römische Leben vor über 2000 Jahren, sondern verfügt auch über gut ausgebaute Radwege rund um den Park. Eine Radtour durch den Archäologischen Park ermöglicht es Besuchern, Geschichte hautnah zu erleben und gleichzeitig die schöne Natur zu genießen. Hier ist die Römerstadt „Colonia Ulpia Traiana“ zum Teil auf Originalfundamenten wiederauferstanden: von der Stadtmauer mit Wehrtürmen über das Nordtor und Amphitheater bis zur Herberge mit Themenanlage.

In den letzten Jahren hat sich das Gelände zu Deutschlands größtem Archäologischen Freilichtmuseum entwickelt. Einen tiefen Einblick in das Leben der Römer in einer der größten Metropolen in der Germanischen Provinz gewährt das Römermuseum mit Dauer- und Sonderausstellungen. Mehr als 1.200 Exponate zeigt das mulitmediale Museum auf sehr unterhaltsame Art und Weise. An das einstmals 2,5 Hektar große Gelände mit einer Holz-Erde-Mauer erinnert heute eine Bronzetafel.

Niederrheinradweg: Idyllische Landschaften entlang des Rheins

Ein weiteres Highlight für Radfahrer in Xanten ist der Niederrheinradweg. Dieser beliebte Fernradweg erstreckt sich entlang des Rheins und führt durch idyllische Dörfer sowie atemberaubende Naturlandschaften. Mit seinen gut ausgeschilderten Streckenabschnitten eignet sich dieser Radweg sowohl für erfahrene als auch für weniger erfahrene Fahrer.

Römer-Lippe-Route: Auf den Spuren der Römer

Auf der Römer-Lippe-Route kannst du heute radfahren, wo einst die Römer marschierten. Auf circa 295 Kilometern erlebst du Geschichte zum Anfassen. Folge auf dem Radweg den Spuren der römischen Legionen vom Niederrhein über das Münsterland bis zum Teutoburger Wald. Dabei kannst du die Geschichte der Varusschlacht aufleben lassen, die im Teutoburger Wald stattgefunden haben soll. Das Hermannsdenkmal in Detmold erinnert an diesen Triumph. Begleitet wirst du bei deiner Radtour vom blauen Band der Lippe, die zu Römerzeiten ein wichtiger Transportweg war.

Vom Niederrhein führt dich der Radweg durch das südliche Münsterland und den Teutoburger Wald nach Detmold. Unterwegs auf der Römerroute erwartet dich viel Sehenswertes: etwa das Westfälische Römermuseum in Haltern am See, Schloss Hovestadt in Lippetal, das Siemens Nixdorf Museum in Paderborn oder Thermal- und Spaßbäder. Fahr einfach los und finde dein eigenes Tempo - entweder auf einem Teilstück für nur einen Tag oder in einem Kurzurlaub auf mehreren Etappen.

Da die Lippe einer der Haupttransportwege der Römer war, verwundert es nicht, dass die Römer-Lippe-Route zumeist in Sichtweite der Lippe verläuft. Doch zunächst übernimmt der Rhein zwischen Xanten und Wesel die Hauptrolle. Genieße das bunte Treiben an der Rheinpromenade von Wesel oder besichtige das alte Wasserwerk der Stadt. Östlich von Wesel bestimmt dann die Lippe mit ihren weiten Schleifen und Auen die Landschaft.

Schlösser entlang der Römer-Lippe-Route

Idyllisch liegt das Wasserschloss Gatrop in den Lippeauen. Es ist nur eines von mehreren prächtigen Schlössern entlang der Route. Auch das Schloss Lembeck bei Dorsten beeindruckt mit seiner Größe und dem Schlosspark. Ein traumhafter Ort für eine Rast ist das Schloss Crassenstein bei Selm. Das Schloss Hovestadt mit seinem schönen Park und Schloss Assen bei Lippetal sind einen Stopp während der Radtour wert. Das Schloss Neuhaus in Paderborn schließt den Reigen der Schlösser ab.

Natur entlang der Römer-Lippe-Route

Neben den ganzen Bauwerken kommt die Natur auf der Radtour nicht zu kurz. Das malerische Gebiet der Westruper Heide liegt zwischen Lippe und dem hübschen Ort Haltern am See. Die entspannte Atmosphäre an den Stauseen und rund um den Marktplatz wird sich schnell auf dich übertragen. In Olfen lohnt sich auf jeden Fall ein kurzer Abstecher von der Lippe in die idyllischen Steverauen. Ein einzigartiger Naturraum, der vorwiegend von seinen tierischen Bewohnern gestaltet wird. Garantiert fällt dir dabei auch die Dreibogenbrücke "Alte Fahrt" ins Auge. Die lebhafte Geschichte von Werne wird rund um den historischen Markplatz lebendig.

Alleenradweg Xanten-Kalkar: Auf stillgelegten Bahntrassen

Für Radfahrer werden immer mehr stillgelegte Bahnstrecken in bequeme Radwege verwandelt. So auch der Alleenradweg zwischen Xanten und Kalkar, der 2011 eröffnet werden konnte. Im Dezember 1989 fuhr der letzte Zug auf der eingleisigen Strecke zwischen Xanten und Kleve. Zunächst war der Radweg umstritten, verläuft doch in einigem Abstand zur Bundesstraße. Doch inzwischen erfreuen sich nicht nur Touristen an der leicht zu radelnden Strecke. Die B57 ist weit genug entfernt, um vom Straßenlärm verschont zu werden. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Xanten. Ein Stück ungenutztes Gleis markiert den Beginn des fast schnurgerade verlaufenden Radweges. Auf dem asphaltierten Belag rollen die Räder leicht vorwärts am APX vorbei. Weite Felder breiten sich zu beiden Seiten des Weges aus, der von neu angepflanzten Bäumen gesäumt wird.

Es wird der Trajanring gequert und bald die Willicher Straße. Hier lohnt ein kurzer Abstecher nach links zum Kloster Mörmter, das mit seinem Café Esperanca zur kurzen Pause einlädt. Franziskaner aus Dorsten hatten von drei Bauernfamilien Land bekommen und so konnte 1921/1922 das Kloster erbaut werden. Irgendwann gab es nur noch einen Frater und neue Nutzungsmöglichkeiten wurden gesucht. Seit 2009 ist hier die Fazenda da Esperança zuhause. Nun nähern wir uns schon Marienbaum, das sich als ältesten aktiven Wallfahrtsort des Niederrheins bezeichnet: offenbar nicht zu Unrecht, denn jedes Jahr pilgern etwa 15.000 Wallfahrer hierher.

Der Sage nach gesundete ein gelähmter Hirte, nachdem er von einer treppenförmigen Eiche geträumt hatte, in deren Krone er die Gottesmutter sah. Er suchte den Baum, fand ihn, betete und konnte wieder laufen. Dieser Platz wurde nun als "An gen Trappenboom" bezeichnet und von Wallfahrern besucht. Das war 1430. Bald entstand eine Kapelle. Dann gründete Maria von Burgund - ihre Statue steht gegenüber der Stadtsparkasse - 1460 ein Kloster. Im Laufe der Zeit verlor Marienbaum als Wallfahrtsort an Bedeutung, denn das nahe Kevelaer entwickelte sich ebenfalls als Gnadenort.

Der alte Bahnhof von Marienbaum ist leider nur noch eine Ruine. Wer ein Päuschen machen möchte, kann die Sitzgelegenheit an den alten Gleisen nutzen. Am Radweg finden wir noch Kilometersteine, Stellvorrichtungen, Signale und alte Gleise. Bei Kehrum wird der Radler auf den straßenbegleitenden Radweg geleitet. Es geht ein Stück an der Xantener Straße (B67) entlang, bis "Am Bahndamm" der Alleenradweg ausgeschildert ist. Ab Ginsterweg ist die Trasse wieder gut ausgebaut. Bei dem hohen Gebäude in der Nähe des Signals handelt es sich um eine Siloanlage. Das ehemalige Bahnhofsgelände von Kalkar existiert nicht mehr, denn es wurde mit Supermärkten überbaut. Der Radweg scheint plötzlich im Nichts zu enden.

Unsere Lösung ist, den schmalen, rechts abknickenden Weg bis zur Bundesstraße zu nehmen. Links kommt ein Supermarkt, rechts das Traberstübchen; wir bewegen uns auf der Bahnhofsstraße bis zum Kreisverkehr. An der dritten Ausfahrt biegen wir in die Gocher Straße und finden hier nach wenigen Metern den Radweg wieder. Wie schon typisch für den Alleenradweg geht es wieder schnurgeradeaus, bis wir auf die Klever Straße treffen, die überquert wird.

Weitere Radtouren rund um Xanten

Die Region Niederrhein bietet zahlreiche weitere Radtouren, die sich lohnen. Hier eine Übersicht einiger Touren mit ihren jeweiligen Längen:

Tour Länge
Burgen und Schlösser 51 km
Heide-und-Seen-Route 50 km
Bylerward-Route 57 km
Maas-Tour 67 km
Foto-Strecke 71 km
Zum Kloster Kamp 66 km
Naturpark-Runde 76 km

Die besten Jahreszeiten zum Radfahren in Xanten

Die besten Jahreszeiten zum Radfahren in Xanten sind Frühling und Sommer, wenn das Wetter angenehm warm ist und die Natur ihre volle Pracht entfaltet hat. Im Frühling blühen die Wiesen und Felder in leuchtenden Farben, während der Sommer mit warmen Sonnenstrahlen lockt.

Radfahren in den umliegenden Dörfern

Neben dem Archäologischen Park und dem Niederrheinradweg bieten auch die umliegenden Dörfer wie Wesel großartige Möglichkeiten zum Radfahren. Die gut ausgebauten Radwege führen entlang von Flüssen, durch Wälder und vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten.

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