Radfahren und Prostata: Was Männer wissen sollten

Noch nie stiegen die Deutschen so gern aufs Rad wie aktuell. Gut so, schließlich hält das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel gesund: Radeln trainiert Herz und Kreislauf, schont die Gelenke. Aber was ist mit der Prostata? Leidet diese unter dem Druck auf dem Sattel?

Druck auf die Prostata beim Radfahren?

„Man sitzt nicht direkt auf der Prostata, diese liegt mindestens zwei Zentimeter vom Sattel entfernt“, erklärt Dr. Andreas Jungwirth, Urologe und Androloge aus Salzburg. Wenn überhaupt werde die Prostata eher indirekt in Mitleidenschaft gezogen: Der Druck lastet beim Radfahren vor allem auf der Harnröhre. Entzündet sich diese, kann die Entzündung hoch bis zur Prostata steigen. Auch sei es möglich, dass Vibrationen vom Fahrrad bis zur Prostata ausstrahlen. „Kommen Regen und Kälte hinzu, kann dies Entzündungen begünstigen“, so Jungwirth.

Sollten Männer also besser vom Rad steigen?

Keinesfalls, rät der Urologe: „Der Vorteil für die allgemeine Gesundheit überwiegt bei Weitem das relative Risiko, Prostata-Beschwerden zu bekommen.“ Entscheidend sei für Freizeitfahrer vor allem der passende Sattel und die korrekte Sitzposition, also etwa die Knie nicht durchzudrücken. Dadurch wird der Druck weg vom sensiblen Damm hin zu den stabilen Sitzbeinhöckern gelenkt.

Ein vorübergehendes Fahrverbot gilt nur für Männer, die an der Prostata operiert wurden. Wie lange sie pausieren sollen, müssen sie ärztlich abklären lassen.

Der PSA-Wert und Radfahren

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweißkomplex, der von Prostatadrüsen gebildet wird. Es ist für die Fortpflanzung wichtig, weil es den Samen verflüssigt, sodass Spermien besser vorwärtskommen. Ins Blut gelangt das PSA normalerweise nur in sehr geringen Mengen. Sollte dieser Wert jedoch erhöht sein, kann das auf einen Tumor in der Prostata hinweisen - muss es aber nicht! Es gibt verschiedene Gründe dafür.

Unter anderem Radfahren?

Genau. Durch die mechanische Belastung kann es den PSA-Wert kurzfristig anheben. Wenn also ein Bluttest zur Bestimmung des PSA-Werts ansteht, sollte man drei Tage zuvor kein Fahrrad fahren. So lange dauert es in etwa, bis sich der PSA-Wert wieder normalisiert. Fahrradfahren kann das Testergebnis verfälschen.

Bedeutet das auch: Wer regelmäßig Rad fährt, hat einen ständig erhöhten PSA-Wert?

Nein. Es ist nicht so, dass das PSA zwangsläufig durchs Radfahren ansteigt. Übt der Sattel Druck auf den Damm aus, kann dies auch die Prostata mechanisch belasten. Wichtig ist, dass das Körpergewicht auf den Sitzbeinhöckern lastet. Der hintere Teil des Sattels sollte breit genug sein. Um den Abstand der Höcker zu messen, einfach auf ein Stück Karton oder Wellpappe setzen. Den Sattel horizontal einstellen oder die Nase leicht nach unten neigen lassen (bis zu fünf Grad).

Radfahren und Potenz

Fahren Männer gerne und viel Fahrrad, werden sie oft gewarnt - Radfahren schade der Potenz oder führe zu Unfruchtbarkeit, heißt es dann. Aber stimmt das eigentlich?

Denn wenn beim Radfahren durch das Körpergewicht länger Druck auf den Damm ausgeübt wird, kann das die Nerven, die auch die Schwellkörper versorgen, beeinträchtigen. Dies gilt insbesondere bei passionierten Fahrradfahrern, die nicht nur in den wärmeren Monaten Rad fahren, oder denen, die mehr als drei Stunden pro Woche mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Übt der Sattel Druck auf den Damm aus, kann dieser indirekt auch auf die Prostata, den Penisansatz mit seinen Schwellkörpern und den Ansatz des Hodensacks wirken. Bemerken Sie Taubheitsgefühle im Dammbereich oder strahlen diese in den Penis aus, sollten Sie an der Länge der Fahrdauer etwas ändern. Und mit der Beschreibung der Symptome zur Abklärung auch einen Arzt aufsuchen.

Generell ist der Vorteil für die Gesundheit beim Radfahren aber größer als eine Belastung für die Prostata. Davon profitieren besonders das Herz-Kreislauf-System und die Gelenke.

Dass Fahrradfahren zu Impotenz führen kann und der Fortpflanzungsfähigkeit schadet, ist ein weitverbreiteter Mythos, der aber jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Medizinische Studien haben zwar ergeben, dass bereits nach einer halben Stunde Fahrradfahren die Durchblutung in dem empfindlichen Bereich um 70 Prozent abnimmt.

Bisher konnte allerdings nicht nachgewiesen werden, dass dadurch das Risiko für Erektionsprobleme tatsächlich ansteigt.

So konnten Wissenschaftler der britischen "Cycling for Health"-Studie (2012/2013) unter mehr als 5.000 befragten männlichen Radfahrern keinen Zusammenhang mit Impotenz oder Unfruchtbarkeit herstellen.

Beim Radfahren sind der Sattel und die Sitzposition für die Gesundheit besonders wichtig. Der Sattel sollte den Druck gleichmäßig auf die beiden Sitzbeinhöcker verteilen und die Nase darf gerne leicht nach unten geneigt sein. Der hintere Sattelteil sollte breit genug für das Gesäß sein. Auch ein Sattel mit Aussparung des Dammbereichs und des Schambeinbogens ist empfehlenswert. Am besten lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten und dort auch den Sattel richtig einstellen. Sinnvoll ist es auch, dass die Radler zu gepolsterten Satteln oder Sporthosen greifen.

Wenn man es richtig macht, hat Fahrradfahren einen positiven Effekt auf die Potenz. Denn es fördert die Durchblutung im Beckenbereich. Der normale Mann hat eigentlich kein relevantes Risiko durch das Fahrradfahren - wenn man es mit dem Radfahren nicht übertreibt.

Fördert Radfahren Prostatakrebs?

Laut einer britischen Studie könnten ältere Männer, die häufig radeln, ein leicht höheres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. In der im "Journal of Men's Health" veröffentlichten Studie sprechen die Forscher von einem "statistisch signifikanten Zusammenhang" für Männer über 50.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass das Risiko, Prostatakrebs zu bekommen, bei Männern über 50, die pro Woche mindestens neun Stunden Rad fahren, um das sechsfache steigt - im Vergleich zu Männern, die nur knapp vier Stunden im Sattel sitzen.

Prostatakrebs ist mit 26 Prozent die häufigste Krebsform des Mannes und kann bei frühzeitiger Entdeckung gut behandelt werden. Bundesweit werden laut Robert-Koch-Institut pro Jahr etwa 63.400 Neuerkrankungen festgestellt.

Ausgewertet wurden die Daten, die 5200 aktive britische Radler im Alter zwischen 16 und 88 Jahren in den Jahren 2012 und 2013 per Internet an die Wissenschaftler gemeldet hatten. Unter anderem mussten sie angeben, wie viele Stunden sie im Sattel verbringen. Mit der Studie sollte ein möglicher Zusammenhang zwischen Radfahrgewohnheiten, Erektionsstörungen, Unfruchtbarkeit und Krebs ermittelt werden. In puncto Erektionsstörung und Unfruchtbarkeit gab es schnell Entwarnung.

Um Aufschlüsse über ein mögliches Prostatakrebsrisiko zu bekommen, wurden die Daten von 2027 Studienteilnehmern ausgewertet, die 50 Jahre und älter waren. Bei Jüngeren liegt das Risiko bei unter einem Prozent.

Von dem Studienergebnis war Professor Mark Hamer selbst überrascht. Er vermutet, dass Rad-Enthusiasten wahrscheinlich gesundheitsbewusster leben als Couch-Potatoes, öfter zum Arzt gehen und deshalb die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass bei ihnen der Prostatakrebs entdeckt wird. Er betont aber auch, dass Radfahren grundsätzlich gesundheitsfördernd ist.

Kritiker der Studie bemängeln, dass es keine Kontrollgruppe mit Nicht-Radlern gab und die Probanden die gewünschten Daten zum Teil nur abschätzten. Das mache die Studie fehleranfällig.

Privatdozent Dr. Rolf Gillitzer, Chefarzt für Urologie am Klinikum Darmstadt, misst der Studie keine weitreichende Bedeutung bei. Vorwiegend junge Leute betrieben Radfahren als Extremsport, sagt er, und in dieser Gruppe sei keine Zunahme des Prostatakrebsrisikos bekannt. Bei älteren Männern sieht es etwas anders aus.

Eine Vergrößerung der Prostata mit einer Zunahme des PSA-Wertes bis 4 ng/ml (PSA = prostataspezifisches Antigen) gilt bei Männern über 50 als normal. „Das ist ein Alterungsprozess - wie das Grauwerden der Haare“, beruhigt Gillitzer. Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung eines Prostatakarzinomes, die Ursache ist wahrscheinlich multifaktoriell.

PSA-Wert erhöht sich beim Radfahren

PSA ist ein Eiweiß, das in den Zellen der Prostata gebildet und aufgrund von Alter, Entzündungen oder bei bösartigen Veränderungen vermehrt produziert wird. Der Wert spielt bei der Krebsfrüherkennung zwar eine Schlüsselrolle, sagt aber nichts über die Ursache der Veränderung aus. Bei Verdacht auf Prostatakrebs verschafft nur eine Biopsie - die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich - Gewissheit.

Durch die mechanische Reizung im Dammbereich und das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur beim Radfahren erhöht sich dieser Wert.

Deshalb wird Patienten drei Tage vor einer Blutabnahme zur PSA-Bestimmung empfohlen, aufs Radfahren zu verzichten, damit sich der PSA-Spiegel wieder normalisieren kann. „Sport treiben ist jedoch keinesfalls verkehrt“, meint Gillitzer, der persönlich lieber joggt, als auf die Pedale zu treten.

Gut angepasster Sattel für bessere Durchblutung

Mit einem gut angepassten Sattel lässt sich das nach langem Radeln entstehende Taubheitsgefühl im Dammbereich zwischen Hodensack und After vermeiden. Je schmaler er ist, umso mehr werden die Blutgefäße in der Leistengegend zusammengedrückt. Dagegen unterstützen breitere Sättel die Beckenknochen und sorgen für bessere Durchblutung, weil weniger Druck auf Venen und Arterien ausgeübt wird. Einige Fachgeschäfte ermitteln mit einer Sitzknochenvermessung die individuell optimale Sattelbreite.

Radfahren trotz Prostatakrebs?

Darf ein Mann mit der Diagnose Prostatakrebs noch Rad fahren? Dieses Hobby würde sich Johannes Berbner, Mitglied der Darmstädter Selbsthilfegruppe Prostatakrebs, niemals verbieten lassen. Mit Trekkingrad, Mountainbike und Rennrad legte er seitdem 30 000 Kilometer in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien zurück. Das entspricht 2500 Kilometer pro Jahr. Zwei- bis dreimal in der Woche unternimmt er größere Touren. Dass der schlanke, agile Senior schon 85 Jahre alt ist, glaubt ihm kein Mensch. Er ist davon überzeugt, dass er seine Fitness dem Radfahren verdankt.

Chronische Prostatitis und Radfahren

Ursache für Prostatitis sind verschiedene Arten von Bakterien. Sie erreichen die Prostata meist über die Harnwege (z.B. bei Entzündung oder Spiegelung der Harnröhre oder Harnblase). Begünstigend wirkt eine Verengung der Harnröhre oder der Vorhaut.

Ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie das keinesfalls tun. Denn bei einer unzureichenden Behandlung besteht die Gefahr, dass die Entzündung chronisch wird, das heißt weiterschwelt und vielleicht auch wieder aufflammt.

Ihre Beschwerden sprechen für eine chronische Entzündung der Prostata oder eine gutartige Prostatavergrößerung (ein BPS). Es kommen aber auch andere Ursachen in Betracht. Üblicherweise erfolgen nach dem Erheben der Krankengeschichte (Anamnese) eine körperliche Untersuchung mit Abtasten der Prostata (digitale rektale Untersuchung, DRU) sowie eine Urinuntersuchung (Zwei-, Drei- oder Viergläserprobe). Je nach Beschwerden kommen weiterhin infrage: eine Blutentnahme zur Bestimmung des PSA-Werts (vor DRU), eine Harnflussmessung (Uroflowmetrie), ein Ultraschall durch die Bauchdecke (Sonographie) oder vom Mastdarm aus (TRUS) sowie eine Analyse des Spermas.

Die chronische Prostatitis kann leider manchmal sehr hartnäckig sein. Zunächst ist mit einer gründlichen Untersuchung der Harn- und Geschlechtsorgane sowie des Darms und eventuell anderer Organe auszuschließen, dass Entzündungsherde außerhalb der Prostata die Ursache sind. Dann ist es besonders wichtig, die Behandlung konsequent und genau nach Anweisung des Arztes durchzuführen. Sie sollten außerdem alles vermeiden, was die Erkrankung begünstigt.

Das Radfahren kann den Beckenboden ziemlich belasten und so das Ausheilen einer Prostatitis verzögern oder verhindern. Es begünstigt auch das Wiederaufflammen einer chronischen bakteriellen Prostatitis. Während die Entzündung besteht und behandelt wird, sollten sie also verzichten. Dann können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt wieder mit kürzeren Strecken beginnen. Falls die Beschwerden erneut auftreten, denken Sie auch an Ihr Rad: Lassen Sie Ihre Sitzposition prüfen und gegebenenfalls technische Änderungen vornehmen (z.B. breiterer oder gepolsterter Sattel, Schwenksattel, Federung, kein Rennsattel).

Das ist bislang noch weitgehend unbekannt. Vermutlich führen Auslöser wie Infektionen oder wiederholte Belastungen zu einer Entzündungsreaktion und/oder einer Nervenschädigung, was wiederum chronische Schmerzen verursacht. Von anderen Schmerzerkrankungen weiß man jedoch, dass chronische Schmerzen die Wahrnehmung und Verarbeitung der Schmerzen im Gehirn verändern. Kennzeichen sind dauerhafte oder wiederkehrende Schmerzen im Bereich des Beckens, ohne dass eine andere Krankheit als Ursache zu finden ist.

Die Schmerzen werden in einem einzelnen Organ oder Bereich oder an mehreren Stellen empfunden. Handelt es sich dabei um die Prostata, spricht man auch vom Prostataschmerzsyndrom.

Gerade bei chronischen, nicht durch Krankheitskeime bedingten Beschwerden kann eine homöopathische Behandlung hilfreich sein. Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom kommen neben medikamentösen und physikalischen auch psychotherapeutische Verfahren in Frage. Es empfiehlt sich grundsätzlich, nicht wahllos ein Verfahren nach dem anderen auszuprobieren, sondern je nach Beschwerden, Befunden und möglichen Begleiterkrankungen einen individuellen Behandlungsplan aufzustellen, der meist aus einer Kombination von verschiedenen Methoden besteht.

Eine chronische bakterielle Prostatitis (durch Bakterien bedingte Prostataentzündung) muss keine deutlichen Krankheitszeichen verursachen, kann aber dennoch den PSA-Wert erhöhen. Sollte also - wie in Ihrem Fall - bei einer PSA-Erhöhung zunächst eine Kontrolle des Wertes anstehen, ist es ratsam auszuschließen, dass die Erhöhung von einer Entzündung bedingt ist. Dazu dienen Untersuchungen (z.B. Abtasten der Prostata, Urinuntersuchung) und die vorherige Einnahme eines Antibiotikums über ein bis zwei Wochen.

Druck auf den Dammbereich

Beim Radfahren wird ein großer Teil des Körpergewichts auf den Fahrradsattel übertragen. Infolgedessen berichten Radfahrer oftmals - vor allem sportliche Radler, die lange Strecken zurücklegen - von Taubheitsgefühlen im Genitalbereich. Diese resultieren aus langem, starkem Druck auf Nervenbahnen, die in diesem Bereich verlaufen und diesen sensorisch und motorisch ansteuern."

"Zumeist lassen derlei Beschwerden schon nach Stunden, manchmal aber auch erst nach zwei bis vier Wochen, dafür meist ohne dauerhafte Schädigung nach“, sagt Dr. Uwe Nierkerken, Oberarzt der Urologie am Marienhaus-Klinikum in Neuwied. Im Extremfall kann der erhöhte Druck auf den Damm zu negativen Auswirkungen auf die Prostata führen.

Studien zeigen jedoch, dass regelmäßiges Radfahren nicht zwangsläufig schädlich ist. Dr. Uwe Niekerken, Urologie-Oberarzt und Fahrradexperte, erklärt und entwarnt: „Die Prostata sitzt direkt unter der Harnblase und, durch einige andere Strukturen geschützt, relativ weit entfernt von der Haut des Sitzbereichs. Unmittelbarer Druck durch jedwedes Sitzen, auch beim Radfahren, ist somit nicht gegeben.“

Tatsächlich werden in diesem Zusammenhang oftmals Ursache und Wirkung verwechselt oder vermischt. Weniger ist es so, dass Prostatabeschwerden durchs Radfahren entstehen, wohl aber können sie durch die Belastung des Radfahrens gefördert werden.

„Es gibt Hinweise darauf, dass Radfahrer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Prostatitis (Entzündung der Prostata) haben“, erklärt Dr. Kim Tofaute, Sportergonom und Bikefitter. „Einige Studien zeigen auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Prostatakarzinoms. Eine Ursache für ein erhöhtes Risiko können hierbei Verletzungen im Dammbereich sein. Daher sollte vorsorglich und erst recht bei Beschwerden auf eine geringe Belastung des Dammbereichs durch die Wahl des richtigen Sattels und eine optimale Sitzposition geachtet werden.

Letztlich sind die positiven Effekte des Radfahrens deutlich größer als die selten auftretenden Probleme. Hier sind vor allem positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, den Blutdruck und den Stoffwechsel zu nennen. Also fahrt Rad!

Risiken und Vorteile des Radfahrens

Obwohl Radfahren zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet, gibt es einige Risiken, die beachtet werden sollten:

  • Erhöhter PSA-Wert: Der PSA-Wert ist eine wichtige medizinische Richtlinie zur Früherkennung von Prostatakrebs. Intensives Radfahren kann kurzfristig den PSA-Wert erhöhen, was zu Fehlinterpretationen bei Prostatakrebs-Screenings führen kann. Es wird empfohlen, vor solchen Untersuchungen mindestens 24 Stunden auf intensives Radfahren zu verzichten.
  • Druckschmerzen und Taubheitsgefühle: Längerer Druck auf den Damm kann zu Taubheitsgefühlen und Schmerzen führen.

Trotz der genannten Risiken überwiegen die Vorteile des Radfahrens:

  • Verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit: Regelmäßiges Radfahren stärkt das Herz-Kreislauf-System und reduziert das Risiko für Herzkrankheiten.
  • Gewichtsreduktion: Radfahren ist eine effektive Methode, um Kalorien zu verbrennen und das Körpergewicht zu kontrollieren.
  • Stärkung der Muskulatur: Besonders die Beinmuskulatur wird beim Radfahren trainiert.

Der richtige Sattel und die Sitzposition

Ein gut passender Sattel ist beim Rad fahren entscheidend, um Taubheitsgefühle im Genitalbereich oder Prostatabeschwerden zu vermeiden. Hier einige Tipps zur Auswahl des richtigen Sattels:

  • Ergonomische Form: Wähle einen Sattel, der speziell für die männliche Anatomie entwickelt wurde und eine Aussparung oder Vertiefung im Dammbereich hat.
  • Größe und Breite: Der Sattel sollte breit genug sein, um das Körpergewicht gleichmäßig zu verteilen, aber nicht zu breit, um Reibung zwischen Oberschenkel und Sattel zu vermeiden.
  • Polsterung: Eine ausgewogene Polsterung erhöht den Komfort und reduziert den Druck auf empfindliche Stellen. Gerade in Bezug auf die Prostata gilt: Die Einsinktiefe (zu regulieren über die Schaumhärte) sollte so gewählt werden, dass die tiefliegenden Strukturen der Prostata nicht unnötig belastet werden. Die Sitzknochen sind dazu da, Druck abzuleiten.

Die richtige Sitzposition kann ebenfalls dazu beitragen, den Druck auf die im Sitzbereich liegenden Strukturen und somit auch auf die tiefer liegende Prostata zu minimieren. Beachte folgende Punkte:

  • Höhe des Sattels: Der Sattel sollte so eingestellt sein, dass die Beine fast durchgestreckt sind, während die Ferse auf dem Fahrradpedal in seiner tiefsten Position ruht. Das Becken muss dabei zwingend gerade (waagerecht) auf dem Sattel lagern.
  • Neigung des Sattels: Generell sollte der Sattel waagerecht eingestellt werden, um nicht den Körperschwerpunkt zu beeinflussen. Letztlich soll der Sattel den Druck nur ableiten, nicht jedoch auf Arme und den Rumpf umverteilen.

Vor- und Nachteile des Radfahrens für die Gesundheit

Vorteile Nachteile
Verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit Erhöhter PSA-Wert bei intensiver Belastung
Hilft bei der Gewichtsreduktion Druckschmerzen und Taubheitsgefühle
Stärkt die Muskulatur Mögliche Beschwerden bei falscher Sitzposition

Dr. Uwe Niekerken, Urologie-Oberarzt des Marienhaus-Klinikums in Neuwied, betont: "Die Sorge, dass Radfahren generell schädlich für die Prostata ist, ist unbegründet. Mit der richtigen Ausrüstung und Technik können Männer bedenkenlos in die Pedale treten und die vielen gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens genießen."

Freude am Radfahren trotz Prostatabeschwerden

Radfahren macht Spaß, es hat einen förderlichen Effekt auf das Herz-Kreislauf-System und die Fitness und gehört für viele einfach zum Leben dazu. Doch was ist, wenn Beschwerden mit der Prostata das Radfahren unangenehm oder gar unmöglich machen? Dann ist es Zeit für eine persönliche Beratung, für den richtigen Sattel und ein Bike-Fitting.

Bei Beschwerden der Prostata ist der richtige Sattel das A und O. Ein Sattel, der nicht auf diese spezifischen Bedürfnisse abgestimmt ist, kann Probleme verschlimmern und Ihnen im schlimmsten Fall die Freude am Radfahren nehmen. Ein falscher Sattel, der auf Dauer gefahren wird, kann auch der Auslöser für Probleme mit der Prostata sein. Ist der Druck auf die Genitalien nämlich zu hoch und wird dies über einen längeren Zeitraum ignoriert, kann dies zu massiven Leiden führen. Im schlimmsten Fall können Impotenz und Inkontinenz sogar die Folge sein!

Sind Störungen bereits vorhanden oder wurden Sie frisch an der Prostata operiert, sollten Sie sich unbedingt fachmännisch beraten lassen und einen geeigneten Sattel kaufen. So vermeiden Sie eine Verschlimmerung und können im Gegenteil dazu beitragen, dass Beschwerden verschwinden.

Wie erkennen Sie, dass Ihr Sattel nicht passend für Sie ist? Ob ein Sattel sich ungünstig auf Ihre Prostata auswirkt, erkennen Sie in der Regel sehr leicht. Zum einen fühlt er sich unbequem an. Dies sollten Sie auf keinen Fall ignorieren: Ein Sattel sollte in jedem Fall bequem sein und Ihnen auch auf längeren Touren ein komfortables Gefühl geben. Zum anderen spüren Sie bei einem ungeeigneten Sattel einen starken Druck im Bereich Ihrer Genitalien. Das kann so weit gehen, dass Ihnen die Genitalien sogar einschlafen. Ist das der Fall, brauchen Sie dringend einen anderen Sattel!

Taubheitsgefühle, unangenehmer Druck und Reibung sind Indikatoren, die Sie auf keinen Fall ignorieren sollten. Diese Begleiterscheinungen des Fahrradfahrens sind nicht nur lästig, sondern können ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Führen Schmerzen beim Radfahren sogar zu Reizungen mit tagelangen Nachwirkungen, dann ist es höchste Zeit zu handeln. Denn ein zu starker Druck auf die Prostata kann zu einer Erhöhung des PSA-Werts führen. Dieser Wert ist ein Mitindikator für Prostatakarzinome. Ist er erhöht, sind weiterführende Untersuchungen beim Urologen unerlässlich.

Leiden Sie bereits an chronischen Reizungen, einer Vergrößerung der Prostata oder haben Sie eine Operation an der Prostata hinter sich, so sind medizinische Spezialsättel unerlässlich, wenn Sie weiterhin Ihrem Hobby, dem Radfahren nachgehen möchten. Druckentlastung ist hier das Zauberwort. Auch ein Check Ihrer Rahmengeometrie, ein sogenanntes Bike-Fitting, sind wichtige Maßnahmen bei der Lösung Ihrer Probleme.

Besonders für all jene, deren Prostata operativ entfernt werden musste, sollte ein abgestimmter medizinischer Sattel beim Radfahren selbstverständlich sein. Mit einem falschen Sattel ist die Gefahr eines unkontrollierten Wasserlassens während eines Radausflugs absolut gegeben. Und sicher ist das etwas, worauf Sie gerne verzichten wollen. Mit dem richtigen Sattel müssen Sie sich zum Glück darüber keine Gedanken mehr machen.

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