Der Donauradweg ist einer der beliebtesten Radfernwege Europas und ein Klassiker unter den Radwegen. Viele Globetrotter auf zwei Rädern nutzen dieses Stück als Beginn ihrer langen Reise.
Die Beliebtheit des Donauradwegs
Die Gründe für die Beliebtheit des Donauradwegs liegen auf der Hand: Die Strecke ist wunderschön, ideal für Radreisen-Neulinge und gesamte Familien. Ihre Donaureise mit dem Fahrrad verläuft fast immer flach. Die Strecke Passau-Wien ist lediglich ein wunderschönes Teilstück des Eurovelo 6, der vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer geht.
Der Reiz des Donauradwegs liegt meiner Meinung nach in der Kombination aus Einfachheit plus Schönheit. Du brauchst keine große Vorbereitung, kannst spontan los. Du kannst Teilstrecken fahren und durch immer wieder gute Bahnanbindungen abbrechen und später weiterfahren. Fast überall gibt es Dörfer und Städte zum Übernachten und zum Verpflegen.
Planung und Vorbereitung
Es gibt so viele Vorschläge, wie man sich die Etappen am Donau Radweg zwischen Passau und Wien einteilen kann. Der Abschnitt der Donau zwischen Passau und Wien ist einfach der berühmteste, ein Abschnitt, den man ohne große Erfahrung in Radreisen oder Bikepacking abradeln kann.
Die Freundlichkeit aller Hotelangestellten ist uns übrigens in dieser 4-Sterne Unterkunft besonders aufgefallen. Und dann beginnt unser Tag mit etwas negativem: wir müssen nämlich zunächst einmal einen Corona-Schnelltest machen. Den werden wir ab jetzt alle 48 Stunden erneuern, weil dies für unsere Hotelübernachtungen in Österreich erforderlich sein wird.
Streckenabschnitte und Highlights
Passau bis Linz
Die Radreise beginnt in Passau, der Drei-Flüsse-Stadt. Man schlendert durch die engen Treppengassen, bewundert den barocken Stephansdom und wandert an der Donaupromenade entlang. Es ist wenig los auf dem Donauradweg. Wahrscheinlich sind viele Touristen wegen Corona noch etwas skeptisch.
Es geht einen alten Bahngleis entlang und wir haben immer wieder schöne Blicke über den Inn nach Passau. Und schon bald sind wir dann an der Donau. Und in Österreich! Ein Zöllner begrüßt uns mit einem freundlichen „Saaaan´s geümpft, genääsen oder getääästet“?
Am Kraftwerk Jochenstein, wo wir später die Donauseite wechseln wollen, fahren wir zunächst vorbei. Denn wir wollen uns das Kloster Engelszell in Engelhartszell anschauen. Hier soll es leckeres Trappistenbier geben, so haben wir es uns sagen lassen. Dieses gibt es auch im kleinen Klosterladen an der Pforte. Schade, wir hätten eigentlich so etwas wie einen Biergarten erwartet.
Von Engelhardtszell aus fahren wir zurück zum Kraftwerk Jochenstein. Also radeln wir auf der imposanten Staumauer des Kraftwerks entlang und wechseln so nicht nur die Donauseite, sondern auch wieder das Land. Jetzt steht uns aber noch ein Kraftakt am Kraftwerk bevor: Die Räder müssen 45 Stufen hinauf und natürlich auch wieder hinab geschoben werden. In Deutschland bleiben wir nur ganz kurz. Wir ignorieren einen kleinen Regenschauer und radeln auf der idyllischen nördlichen Donauseite weiter bis nach Au.
Unser Hotel Donauschlinge liegt auf der gegenüberliegenden Seite und wir setzen mit der Fähre über. Unser Gepäck wurde bereits angeliefert und wir haben vor dem Abendessen noch Zeit, die kurze Wanderung hinauf zum „Schlögener Blick“ in Angriff zu nehmen. Die ca. 1,5 Kilometer bis dorthin haben es in sich. Aber die Anstrengung lohnt. Wir halten den Atem an und staunen. Der Ausblick auf die Donauschlinge ist eindrucksvoll und wir hätten definitiv etwas verpasst, wenn wir unten geblieben wären.
Wir erfreuen uns an der herrlichen Natur und wollen eigentlich auf dieser Donauseite bleiben, müssen diesen Plan aber bei Obermühl über den Haufen werfen. Der Fährmann fängt uns ab und teilt uns mit, dass der Donauradweg auf dieser Seite weiter unten aufgrund eines Bergrutsches gesperrt ist.
Gemeinsam mit vielen anderen Radfahrern nehmen wir die Fähre und fragen uns, ob das nicht eventuell eine geniale Idee des Fährmanns zur Umsatzsteigerung ist. Bis Aschach radeln wir nun südlich der Donau, die wir dort auf der Donaubrücke wieder überqueren. Nun verlassen wir die Donau für einige Zeit und machen einen sehr ruhigen Schlenker über Feldkirchen. Das empfinden wir als gelungene Abwechslung.
Wie breit die Donau hier ist, das ist einfach irre! Das sind bestimmt satte 400 Meter. Den ca. 2 km langen Abschnitt von Dürnberg bis Puchenau finden wir allerdings gar nicht so schön. Wir werden bewusst, dass wir bislang fast ohne Verkehr und durch die Natur geradelt sind. Nun geht es an einer viel befahrenen Bundesstraße entlang und der Krach der LKWs nervt gewaltig. Ab Puchenau ist der Radweg dann wieder etwas abseits der Hauptverkehrsstraße und viel ruhiger, so sind die letzten Kilometer nach Linz dann doch wieder ein Genuss.
Vom Hauptplatz aus geht es über die Nibelungenbrücke auf die gegenüberliegende Donauseite. Die ersten Kilometer sind viel beschaulicher als wir es erwartet hätten. Im Grünen radeln wir am Pieschinger See vorbei. Nur der Blick über die Donau hinweg beweist, dass wir noch in der Nähe der Stadt mit ihrem großen Industriegebiet sind. Bei Mauthausen verlieren wir wegen fehlenden Markierungen und Bauarbeiten ein wenig die Orientierung.
Linz bis Wien
Am Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen lädt uns eine gemütliche Radlerstation dazu ein, uns bei einem alkoholfreien Weizenbier ein wenig auszuruhen. Wir wechseln am Kraftwerk nicht die Seite, sondern fahren weiter die nördliche Variante entlang. Infotafeln weisen auf das Schicksal einiger Dörfer hin, die hier der ständigen Gefahr des Donauhochwassers weichen mussten. Beeindruckend auch die Hochwassermarken am Wegesrand und die inzwischen errichteten Hochwasser-Schutzanlagen.
Schade, die letzten sehenswerten Kilometer bis nach Grein können wir deshalb leider nicht richtig genießen. Dafür bleiben wir fast trocken und erreichen eine Bushaltestelle in der Ortsmitte, wo wir uns unterstellen können. Wie Burgherr und Burgfräulein dürfen wir uns im Hotel Schatzkammer fühlen! Denn das moderne Hotel wurde quasi in die historische Burg Kreuzen integriert. Über den Burghof erreicht man das Restaurant, welches sich in den alten Gemäuern befindet. Und dann lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, auf den Turm zu steigen. Von hier hat man eine fabelhafte Aussicht über das Donautal und bis in die Alpen.
Ab Grein radeln wir wieder am südlichen Donauufer. Von hier aus haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf die netten Ortschaften gegenüber. Die Donau verläuft hier in einem engen Tal und das hat einen besonderen Reiz. Vor Ybbs nehmen wir die große Brücke über den Fluss und radeln nun also wieder am Nordufer.
Und das nächste Highlight erscheint schon am Horizont. Das Städtchen Melk hat uns begeistert und ist auf jeden Fall ein Highlight am Donauradweg. Wir gönnen uns eine kleine Jause beim „Schmankerlfleischer“ und schlendern danach zum Klosterstift Melk hinauf. Definitiv sollte man für den Klosterbesuch einige Zeit mehr einplanen als wir es getan haben. Denn Melk hat ja nicht nur ein schönes Benediktinerstift sondern ist auch das „Tor zur Wachau“.
„Wein und Wachau“, so heißt dann auch die gemütliche Vinothek mitten in Melk. Weinberaterin Ursula Hackl begrüßt uns freundlich und dann lernen wir eine Menge… Zum Beispiel das die Weinkategorien der Winzervereinigung „Vinea Wachau Nobilis Districtus“ „Steinfeder“, „Federspiel“ und „Smaragd“ heißen. Wir sind überrascht, was man aus einem Wein alles herausschmecken kann. Und der Wein aus der Wachau mundet uns wirklich köstlich.
Trotzdem schlagen wir nicht über die Stränge, denn wir müssen von Melk ja noch weiter radeln. Wir besichtigen zum Abschluss noch den Weinkeller, kaufen uns noch eine Flasche Wein für den Abend und verabschieden uns. Ein Besuch in der Wachau ohne Wein?
In Willendorf machen wir einen kurzen Abstecher zur „Venus von Willendorf“. Das Original ist ca. 30.000 Jahre alt, nur 11 cm groß und wurde hier im Jahr 1908 gefunden. Es befindet sich nun im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Landschaft, durch die wir radeln, hat inzwischen den Charakter. Natürlich ist sie in der Wachau vom Weinbau geprägt. Und so durchqueren wir romantische Dörfer mit schmucken Weingütern, fahren an Weinstöcken vorbei und bewundern heimelige Gassen.
Spitz ist ein Beispiel für ein solches Weindorf. Hier lassen wir die Räder kurz stehen und wandern hinauf zur Ruine Hinterhaus. Uns erwartet eine gigantische Aussicht in die Wachau und auf die Donau. Hinter Krems wechseln wir auf die südliche Donauseite und radeln auf dem „Treppelweg“ über den Hochwasserdamm immer die Donau entlang. Am Campingplatz biegen wir nach Traismauer ab, wo wir im Hotel Nibelungenhof übernachten werden. Hier heißt es mal mutig sein: zum Abendessen bestelle ich mir ein „Verhackerttörtchen“ ohne zu wissen, was das eigentlich ist. So richtig weiß ich es nun immer noch nicht aber: es war super lecker!
Die Nähe zur Hauptstadt ist spürbar, denn immer mehr Tagesausflügler kreuzen den Weg. Angekommen in Wien, springen die Radfahrer zur Erfrischung in die alte Donau, bevor sie mit einem Beweisfoto vor dem Stephansdom ihr Abenteuer abschließen. In Klosterneuburg besuchen wir das Stift und schlendern ein wenig durch den beschaulichen Ort. In einem gemütlichen Gasthaus trinken wir ein Radler.
Unterkünfte und Verpflegung
Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Bauernhöfe, Hotels und Privatzimmer, die auf Radfahrer eingestellt sind. Auf dem Campingplatz findet sich immer eher ein Eckchen für ein Zelt als in einem Hotel ein zusätzliches Zimmer.
Empfehlenswert ist es, am Vormittag von 8:00 bis 10:00 zu fahren und dann nochmal so ab 15:00 bis 18:00. Da bleibt dann auch viel Zeit alles anzuschauen und gebührend Eis zu vertilgen.
Tipps für Familien
Der Donauradweg von Passau bis Linz ist besonders bei Familien sehr beliebt, da es entlang der Strecke viele Attraktionen gibt, die bei den Kindern für Abwechslung sorgen & ihnen eine Pause vom Radfahren bieten. Teile lassen sich auch mit dem Schiff oder mit der Bahn zurücklegen, falls die Kinder mal keine Lust mehr zum Radeln haben.
Angenehm am Doubs war die Möglichkeit, auch mal über längere Zeit nebeneinander fahren zu können. Daher meine Frage bez. "Bevölkerung". Wir werden hauptsächlich campieren. In Linz werden wir in eine Herberge gehen.
Auch mit Kindern gut machbar! Tolle Tour, die tatsächlich nur eben ist. Jedoch nicht so spektakulär, wie in sämtlichen Reiseführern angepriesen. Es gibt auch einige eher langweilige Passagen.
Alternativen und Kombinationen
Mit Rad und Schiff können Sie die Donau zwischen Passau und Wien auf eine besondere Art kennen lernen. Im Unterschied zur klassischen Radtour auf dem Donau-Radweg ist das tägliche Kofferpacken ist nicht nötig. Denn Sie übernachten nicht in Gasthöfen und Hotels, sondern auf der MS Carissima.
Erfahrungen anderer Radfahrer
Viele Radfahrer berichten von ihren positiven Erfahrungen auf dem Donauradweg. Die Strecke ist gut ausgeschildert und bietet viele Einkehrmöglichkeiten. Die Landschaft ist abwechslungsreich und die Städte entlang der Strecke sind sehenswert.
Hartmut (66-70), Mai 2010: "Die Fahrt war insgesamt super, so etwas kann mal wieder machen. Österreich ist sehr sauber, da schmeißt auf dem Radweg niemand irgendwas hin, könnten wir uns teilweise eine Scheibe abschneiden. In Wien gibts auf jeder U-Bahnstation saubere Toiletten, teilweise mit Toilettenfrau. In Österereich ist man viel entspannter als hier und geht auch höflicher miteinander um."
Zusätzliche Informationen
Buchtipps
Reiseberichte über den Donau Radweg wie dieser hier helfen sicher, aber auch kompakte 88 Tipps in diesem inspirierenden Reiseführer zum Donau Radweg. Es geht darin nicht um Etappen, Richtungsangaben und Kilometer, das Buch stellt einfach schöne Sehenswürdigkeiten, Cafés, Heurigen und andere interessante Orte mit einer Seite Text und einem Bild vor.
Lieblingsplätze Donau Passau-Wien von Andreas M. Bräu und Andreas Schöps. Erschienen 2020 im Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-2615-5.
Bahnverbindungen
Besonders in Österreich wird die Kombination aus Bahn und Fahrrad immer leichter, insbesondere mit der Westbahn. Dort gibt es nummerierte Fahrrad-Stellplätze, die du fest reservieren kannst, wo du bequem und einfach mit dem Fahrrad ein- und aussteigen kannst. Je früher du buchst, desto billiger.
Fazit
Der Donauradweg von Passau nach Wien ist eine unvergessliche Reise durch malerische Landschaften und charmante Städte. Die Strecke ist gut geeignet für Familien, Anfänger und erfahrene Radfahrer. Mit der richtigen Planung und Vorbereitung wird die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Tabelle: Etappenempfehlungen für den Donauradweg Passau-Wien
| Etappe | Strecke | Distanz (ca.) | Highlights |
|---|---|---|---|
| 1 | Passau - Engelhartszell | 28 km | Wassererlebniswelt "Haus am Strom", Mini Donau |
| 2 | Engelhartszell - Schlögen | 14 km | Schlögener Schlinge, Zillenverleih, Römerpark |
| 3 | Schlögen - Aschach | 26 km | - |
| 4 | Aschach - Linz | 27 km | - |
| 5 | Linz - Naarn/Au | 30 km | - |
| 6 | Naarn/Au - Grein | 30 km | Schloss Greinburg |
| 7 | Region Grein - Region Melk | 50 km | Kloster Melk |
| 8 | Melk - Region Traismauer | 55-60 km | Wachau |
| 9 | Region Traismauer - Wien | 60 km | Römerstadt Tulln |
Verwandte Beiträge:
- Wadenkrämpfe beim Radfahren: Ursachen, Vorbeugung & Behandlung
- Schlafende Zehen beim Radfahren? Ursachen & Lösungen
- Ironman Radzeiten: Optimierung & Strategien für die perfekte Performance
- Radfahren auf Dugi Otok: Die schönsten Routen & Tipps
- ROCK ANTENNE Biker Rock: So vereint Rockmusik Deinen Motorrad-Lifestyle perfekt!
- Entdecke den Fulda-Radweg: Die atemberaubende Radtour durch Hessens schönste Landschaften!
Kommentar schreiben