Fahrrad-Geschwindigkeit: Alles, was du wissen musst

Du fragst dich, wie schnell du mit deinem Fahrrad fahren kannst oder darfst? Die gute Nachricht vorweg: Für normale Fahrräder gibt es in Deutschland grundsätzlich keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Rechtliche Grundlagen

Eine Höchstgeschwindigkeit fürs Fahrrad ist in Deutschland gesetzlich nicht festgelegt. Im Allgemeinen gilt für das Fahrrad keine Höchstgeschwindigkeit in Deutschland. Dies ist allerdings kein Freifahrschein.

Geschwindigkeitsregeln auf verschiedenen Wegen

  • Fahrradwege: Auch hier gilt keine spezielle Höchstgeschwindigkeit für Fahrräder. Du musst lediglich deine Geschwindigkeit so anpassen, dass du jederzeit sicher bremsen kannst und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdest.
  • Fahrradstraßen: In Fahrradstraßen, wo Radfahrer Vorrang haben, gelten ebenfalls keine besonderen Tempolimits für Fahrräder. Kraftfahrzeuge dürfen hier maximal 30 km/h fahren, aber als Radfahrer bist du nicht an diese Grenze gebunden.

Die allgemeinen Vorgaben zur Höchstgeschwindigkeit, die in der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgehalten sind, gelten für Kraftfahrzeuge. Das Rad wird jedoch nicht als solches eingestuft. Deshalb gelten diese Bestimmungen der StVO bezüglich der Geschwindigkeit nicht für Radfahrer.

Sanktionen können dennoch drohen, wenn Verkehrsteilnehmer mit dem Rad zu rasant unterwegs sind. Denn Fahrräder bewegen sich nicht in einem rechtsfreien Raum: Auch wenn Radfahrer nicht als Kraftfahrzeugführer gelten, sind sie dennoch Verkehrsteilnehmer. Dieser Grundsatz verbietet also auch für Radfahrer Geschwindigkeiten, die sich weit über den Vorschriften bewegen. Durch seine unangepasste Fahrweise gefährdet der Fahrradfahrer so die Fußgänger. Ihm drohen ein Bußgeld von 30 Euro oder 35 Euro und ein Punkt in Flensburg. Es ist also nicht erlaubt, wesentlich schneller, als für Pkw erlaubt, zu fahren. Ab wann eine Gefährdung vorliegt, wird im Einzelfall entschieden.

Wann drohen Sanktionen für zu schnelle Radfahrer?

Auch Radfahrer müssen sich gemäß den Vorschriften der StVO so verhalten, dass sie andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden. Auf dem Fahrrad mit hoher Geschwindigkeit durch eine verkehrsberuhigte Zone zu fahren, hat Konsequenzen.

Was kostet es, wenn Radfahrer zu schnell fahren?

Sind Radfahrer mit einer nicht angepassten Geschwindigkeit beispielsweise in Fußgängerzonen unterwegs, kann das Bußgelder zwischen 30 und 35 Euro sowie einen Punkt in Flensburg bedeuten. Für zu hohe Geschwindigkeiten mit dem Fahrrad gibt’s einen Punkt auf das Flensburger Konto.

Durchschnittliche Fahrradgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab. In der Stadt liegt die durchschnittliche Fahrradgeschwindigkeit zwischen 15 und 20 km/h. Wenn du gerade erst mit dem Radfahren beginnst oder wenig trainiert bist, sind 12 bis 16 km/h völlig normal. Erfahrene Freizeitradler erreichen auf längeren Strecken durchschnittlich 20 bis 25 km/h. Rennradprofis fahren bei Rennen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h.

Fahrräder, die über eine elektrische Tretunterstützung verfügen, erreichen eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit: Bis zu 45 km/h sind mit den „Pedelecs“ möglich. Sie gelten jedoch nur als Fahrräder, wenn sie eine bauartbedingte Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h aufweisen. E-Bikes sind in Europa auf 25 km/h gedrosselt.

Wichtig ist auch die Wahl des Fahrrads. Mit einem Rennrad fährt man auch als Untrainierter seine Minimum 20-30 km/h in der Ebene (Durcschnittsgeschwindigkeit). Ein Gravelrad ist etwas schwerer und dazu fährt man vielleicht auf Schotter etwas langsamer.

Aus den Durchschnittsgeschwindigkeiten ergibt sich auch die Zeit die man braucht. Für 10 Kilometer braucht man auf dem Trekkingrad eben ca. eine Dreiviertelstunde. Für 5 Kilometer im Flachen evtl. nur 15-20 Minuten.

Durchschnittsgeschwindigkeit in deutschen Städten

Allgemein lässt sich sagen: Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschlands Großstädten fahren durchschnittlich eine Stunde, sobald sie sich auf den Sattel schwingen. Dabei erreichen sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 Kilometern pro Stunde und müssen im Schnitt einen Anstieg von 110 Metern pro Fahrt bewältigen.

In der Kategorie der zurückgelegten Wegstrecke pro Fahrt liegen Radelnde aus gleich drei Städten gleichauf: In Wuppertal, Wiesbaden sowie Duisburg legen sie durchschnittlich 16,9 Kilometer zurück - höchster Wert der Analyse. Am wenigsten pro Fahrt radeln die Berlinerinnen und Berliner mit durchschnittlichen 10,6 Kilometern.

Auf eine höhere Geschwindigkeit als der deutschlandweite Durchschnitt von 14 km/h kommen Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen in Bonn mit 16 Stundenkilometer. In Berlin werden nicht nur die kürzesten Strecken gemessen, sondern auch die langsamste Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 13,3 km/h.

Deutlich schneller am Ziel sind Radfahrer aus München und Hannover: Sie beenden ihre Fahrt bereits nach 47 oder 48 Minuten. Radfans in Wuppertal müssen aufgrund der bergigen Lage mit durchschnittlich 240 die meisten Höhenmeter auf ihren Touren zurücklegen.

Matthias Natmessnig, CEO von Bikemap, kommentiert: „Detaillierte Einblicke in das Fahrverhalten von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern sind immer wieder überraschend. Auffällig ist die niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit in den Großstädten - besonders mit Berlin auf dem letzten Platz. Das ist ein Hinweis darauf, wie fahrradunfreundlich viele Städte sind. Zahlreiche Ampeln und Baustellen, schlecht ausgebaute und schmale Radwege sind nur einige der Punkte, die Radfahrer und Rafahrerinnen tagtäglich behindern und für dementsprechend niedrige Geschwindigkeiten sorgen."

Leistungsvergleich: Durchschnittsradler vs. Profi

Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab: Bist du alleine gefahren? Steigung oder Gefälle? Streckenlänge und Dauer? Im Windschatten, Oberlenker oder Aero-Position? Wie stand der Wind auf der Strecke? Wie heiß war es an dem Tag? Diese und andere Faktoren sind entscheidend dafür, wie schnell du eine Strecke mit dem Rad zurücklegen kannst.

Auch dein Fitnesslevel ist entscheidend für deine Leistungsfähigkeit auf dem Rad.

Die tatsächlich erbrachte Leistung kann man auf dem Rad übrigens mit einem Leistungsmesser (engl. Powermeter) oder auch Wattmesser ermitteln.

Durchschnittsradler Rad-/Triathlon-Profi
Durchschnittsgeschwindigkeit im Flachen 28,9 km/h 41,4 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit bei 5% Steigung 15,3 km/h 24,1 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit bei 8% Steigung 11,3 km/h 19,3 km/h
Spitzengeschwindigkeiten bergab 75-92 km/h 111-130 km/h
Durchschnittliche Schwellenleistung (FTP) 200 Watt 415 Watt
Durchschnittsleistung bei 180km-Zeitfahren im Ironman 150-170 Watt 250-270 Watt

Fahrradgeschwindigkeit messen: Methoden und Tools

  • Fahrradcomputer: Klassische Fahrradcomputer messen über Radsensoren deine aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und weitere Werte. Sie sind präzise und speziell für den Radsport entwickelt.
  • Smartphone-Apps: Apps wie Strava, Komoot oder Runtastic nutzen GPS-Daten zur Geschwindigkeitsmessung. Der Vorteil: Du hast immer dein Smartphone dabei.

Weltrekorde

Der aktuelle Weltrekord für die höchste Geschwindigkeit mit einem Fahrrad liegt bei unglaublichen 296,01 km/h. Von wegen langsam: Bei Abwärtsfahrten während der Tour de France überschreiten die Sportler teilweise die Geschwindigkeit von 100 km/h. Mit einem herkömmlichen Fahrrad sind 100 km/h praktisch unmöglich zu erreichen.

Geschwindigkeit steigern

Kontinuität ist die Basis für deinen sportlichen Erfolg auf dem Fahrrad. Dies gilt besonders für Anfänger. Scheint dir heute eine Ausfahrt mit dem Fahrrad von zehn Kilometern eine unerreichbare Streckenlänge, kannst du diese Streckenlänge bei regelmäßigem Training in wenigen Monaten spielend fahren. Du beginnst mit einer niedrigen Reisegeschwindigkeit. Tag für Tag werden Sie auf gleicher Strecke etwas schneller, und schon bald merken Sie, wie Ihr durchschnittliches Tempo beim Fahrradfahren steigt.

Richtig Rennrad fahren - das bedeutet vor allem: richtig trainieren. Zweimal in der Woche je eine kurze Ausfahrt - das ist das Minimum. Auch kurze Ausfahrten von 60 Minuten Länge sind nützlich, um die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Kraft zu trainieren. Bei der Art des Terrains sollte man auf Abwechslung setzen - mal eine flache Strecke, mal durch hügeliges oder bergiges Gebiet.

Sicherheit geht vor

Als Anfänger auf dem Rennrad sollte man daher der Fahrtechnik viel Aufmerksamkeit widmen. Beispiel: Beim Kurven fahren muss man den Schwerpunkt nach hinten verlagern, um nicht mit dem Vorderrad wegzurutschen. Hilfreich sind außerdem Reaktionsübungen und Ausweichübungen.

Der Umstieg von einem Trekking- oder Citybike auf ein Rennrad ist vergleichbar mit dem Umstieg von Sneakern auf High Heels. Der gebogene Rennlenker, die schmalen Reifen, der härtere Sattel, die Klickpedale - alles fühlt sich irgendwie neu und seltsam an. Deshalb - und wegen der hohen Geschwindigkeit - ist das Rennrad für Anfänger durchaus nicht ungefährlich. Es ist noch kein Tour-de-France-Sieger vom Himmel gefallen.

So findest du deine optimale Fahrgeschwindigkeit

Bezüglich der Geschwindigkeit setzt man sich zu Beginn besser kein bestimmtes Ziel - man wird durch das Training automatisch nach und nach schneller. Außerdem ist der durchschnittliche Speed immer vom Profil der Strecke und den Höhenmetern abhängig. Nicht zuletzt hängt die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Rennrad davon ab, ob man allein oder in der Gruppe fährt: Im Rudel fährt man grundsätzlich schneller.

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