Die Zugspitz Region, eingebettet in die malerische Landschaft Oberbayerns, bietet mit ihren sanften Tälern, markanten Gipfeln und tiefen Schluchten ideale Bedingungen für unvergessliche Radtouren. Schon König Ludwig II. wusste die Schönheit dieser Region zu schätzen.
Heute lädt ein neu ausgeschildertes Radwegenetz dazu ein, die Bilderbuch-Panoramen von Ammergauer Alpen, Wettersteinmassiv und Karwendelgebirge zu erkunden. Neun Thementouren zeigen die einzigartige Landschaft und gelebte Traditionen.
Ob mit dem Gravelbike, dem Tourenrad, dem Mountainbike oder dem E-Bike - ein 450 Kilometer langes, gut ausgeschildertes Radwegenetz führt durch das Loisachtal und die Ammergauer Alpen, durch das Karwendelgebirge und an der Isar entlang, um den Staffelsee und Garmisch-Partenkirchen, zu landschaftlichen Höhepunkten und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Thementouren in der Zugspitz Region
Die neun unterschiedlichen, teilweise komplett neu gestalteten Thementouren spiegeln das Herz und den Charakter der einzelnen Regionen wider. Im künstlerisch geprägten Blauen Land sind die Strecken eher flach, Richtung ZugspitzLand geht es langsam bergauf, bis dann rund um Garmisch-Partenkirchen und Grainau die mächtigen Berge ganz nah sind.
Königsrunde
Die „Königsrunde“ mit 320 Höhenmetern zählt zu den Favoriten. Gut 40 Kilometer lang radelt man an einigen der eindrucksvollsten kulturellen und landschaftlichen Highlights des Naturparks Ammergauer Alpen vorbei. Start ist im Passionsspielort Oberammergau, von dort aus geht es über das bekannte Benediktiner Kloster Ettal nach Schloss Linderhof, einer der Residenzen des Märchenkönigs Ludwig II. Nach der vollen Ladung Kultur tauchen Radler ins liebliche Graswangtal ein und genießen Ausblicke auf die beiden Naturschutzgebiete Weid- und Pulvermoos. Ohne Sightseeing-Stopps ist man insgesamt drei Stunden bis zum Zielpunkt Unterammergau unterwegs.
Blauer Reiter
Kunstfreunden empfiehlt Rainer den Radweg „Blauer Reiter“, der die gleichnamige Künstlergemeinschaft von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Franz Marc würdigt. In Murnau und Umgebung fanden die Maler Inspiration für einige ihrer bekanntesten Bilder. „Kunstgeschichte und sportliches Erlebnis“, so fasst er die Tour zusammen, die 430 Höhenmeter im Gepäck hat. Start und Ziel der 60 Kilometer langen Fahrt sind in Murnau. Unterwegs sollte man unbedingt einen Besuch im Schlossmuseum Murnau, dem Münter-Haus und dem Franz Marc Museum einplanen.
Spitzenblick-Tour
Als Highlight für sportliche Fahrer rät der Radweg-Spezialist zur „Spitzenblick-Tour“ mit rund 80 Kilometern und 480 Höhenmetern. Die majestätischen Spitzen des Wettersteingebirges stets im Blick, geht es vorbei am artenreichen Murnauer Moos und über die bayerischen Bilderbuchorte Ohlstadt, Eschenlohe, Oberau und Farchant bis nach Garmisch-Partenkirchen.
Isarspuren, Buckelwiesen & Seen
Auch bei der 64 Kilometer langen Radrunde „Isarspuren, Buckelwiesen & Seen“ lockt ein Sprung ins kühle Nass. Immerhin muss man hier 620 Höhenmeter überwinden. Die Tour führt an Gerold- und Barmsee vorbei und begleitet die Isar über den traditionellen Geigenbauort Mittenwald bis nach Scharnitz. Der Rückweg führt über den Schmalensee ins einzigartige Reich der Buckelwiesen, einem Souvenir aus der Eiszeit.
Tourenvorschläge für unterschiedliche Ansprüche
Die Zugspitz Region bietet für jedes Leistungsniveau und Interesse die passende Radtour.
- Moosrunde (Murnau): Diese einfache, ca. 30 km lange Radtour umrundet flach das Murnauer Moos entlang der es begrenzenden Bergrücken. Ideal für Familien und Genussradler.
- Von Garmisch-Partenkirchen nach Scharnitz: Diese Tour führt über Mittenwald nach Scharnitz und wieder zurück. Wer es noch knackiger möchte, kann von Scharnitz auch noch weiter zum Isarursprung radeln.
- Rund um den Staffelsee: Diese 45 km lange Tour verläuft auf ausgebauten Radwanderwegen rund um den Staffelsee und bietet wunderschöne Ausblicke auf den See und die umliegende Landschaft.
Radtour zu den Seen rund um Mittenwald
Eine besonders reizvolle Tour führt zu den Seen rund um Mittenwald. Hier eine detaillierte Beschreibung dieser abwechslungsreichen Strecke:
Erster See: Der Lautersee
Vom Parkplatz P3 radeln wir an der Abzweigung zur Karwendelbahn vorbei und bleiben in der Straße Im Schwarzenfeld. Wir queren den Bahnübergang und biegen dann rechts in die große Ortsdurchfahrtsstraße, die Innsbruckerstraße, ein. Sofort überqueren wir die junge Isar und schalten nach nur wenigen Metern den Gang runter und den Turbo zu, denn es geht nach links aufwärts in die Leutascher Straße. Die ersten 350 Meter teilen wir noch mit allen Autofahrern, aber in der ersten Serpentine halten wir uns geradeaus in den nur für Anlieger freigegebenen Forstweg. Nun steht der nächste längere, jedoch nicht besonders steile Anstieg bevor. Wir passieren einige Ferienhäuser, von deren Parkplatz wir einen schönen Blick auf Mittenwald erhaschen, dann geht es direkt in westlicher Richtung zum Lautersee. Die eigentliche Uferstraße ist jedoch Fußgängern vorbehalten, so bleiben wir für die Weiterfahrt auf der etwas oberhalb des Südufers gelegenen Zubringerstraße und genießen das herrliche Panorama über den Bergsee auf das Karwendelmassiv.
Mehr Seen: Ferchensee und Umgebung
Wir radeln auf dem Hauptweg weiter und verlieren auf dem Abschnitt zu unserem nächsten See, dem Ferchensee, schon wieder an Höhe. Hier finden wir unmittelbar neben der Strecke einige schöne Badestellen. Im Sommer sollte man sich die Abkühlung in diesem grün leuchtenden Bergsee nicht entgehen lassen. Er ist nicht so kalt, wie er aussieht! Wir passieren das Gasthaus Ferchensee und gut 800 Meter danach teilt sich unser Weg. Rechts geht es für gut konditionierte Mountainbikefahrer hinauf auf den Kranzberg. Wir bleiben jedoch links und halten uns gut 100 Meter weiter rechts, um fortan der Beschilderung »Rund um den Kranzberg« oder »Zum Schloss Elmau« zu folgen.
Hideaways in den Bergen: Schloss Elmau und Das Kranzbach
Die Fahrt verläuft fast eben und so erreichen wir schnell das wunderschön gelegene Schlosshotel Elmau, das jedoch nur für Hotelgäste geöffnet hat. So passieren wir den Parkplatz und radeln nach rechts in die Elmauer Straße. Ihr folgen wir für ein gutes Stück, aber Achtung: Es sind auch Autos unterwegs. Die kleineren Wege links davon kann man zwar befahren, aber meist sind dort sehr viele Wanderer anzutreffen.
Wenn wir auf die Hotelgäste und Spaziergänger Rücksicht nehmen, dürfen wir links in die Einfahrt zum Hotel radeln. Wir fahren geradeaus auf das Hauptgebäude zu und biegen dann noch vor dem Parkplatz links ein. So umrunden wir die Hotelgebäude und halten uns an der Wiese hinter dem Haus erneut links, nun am Waldrand entlang in den Wald hinein. Der etwas holprige Weg ist einfach netter zu befahren als die Mautstraße. Flockig geht es zu einem breiteren Forstweg und auf diesem rechts bergab zur Elmauer Straße.
Über die Buckelwiesen
Wir überqueren die Straße und weiter geht es gleich darauf über die malerischen ersten Buckelwiesen. Diese sind aus Bodenwellen entstanden, die am Ende der Eiszeit vom Gletscher durch das jahreszeitliche Vor- und Zurückrücken des Eises geformt wurden. Frostmusterböden sagt man dazu. Regen- und Schmelzwasser wurden, als die ersten Bäume standen, von diesen abgeleitet und so formten sich diese kleinen Buckel. Nach der Rodung der Wälder blieben sie zurück. Diese Landschaftsform ist so einzigartig, dass sie heute unter Naturschutz steht, und gerade in der Gegend um Mittenwald gibt es besonders viele davon.
Zur Goas-Alm
Wir erreichen eine große Autostraße, die wir etwas nach rechts versetzt samt Bahnlinie queren, dann halten wir uns rechts. Dahinter sind wir wieder auf einsamen Wegen in Richtung Norden unterwegs. Wir passieren mit etwas Abstand einen Bauernhof und biegen kurz danach rechts ein. Etwas bergauf erreichen wir nun wieder in südlicher Richtung die Höhenstraße an der Goas-Alm. Hier können wir gut eine Pause einlegen und sogar regional einkaufen. Der selbstgemachte Ziegenkäse schmeckt hervorragend, seine Rohstofflieferanten stehen rund um das Haus auf den saftigen Buckelwiesen. Wer hier im Frühsommer radelt, erlebt eine einzigartige Blütenpracht.
Zurück nach Mittenwald
Weiter folgen wir nun den Radwegschildern auf dem kleinen Sträßchen, Mittenwald ist gut ausgeschildert. Mit einer fantastischen Sicht auf die imposanten Bergrücken und Felswände des Karwendels geht es gleich darauf abwärts. An der nächsten Wegkreuzung bleiben wir rechts, weiter den Berg hinab. Nach der Eisenbahnunterführung geht es links dem Schild »Gröblalm« nach. Wir passieren den Schmalensee und treffen auf die Staatsstraße, in die wir für ein kurzes Stück links einbiegen (Pfad neben der Straße). Am Schild »Kranzberg Wandergebiet« verlassen wir die Straße nach rechts. Jetzt haben wir hoffentlich noch etwas Energie im Akku, denn es geht wieder aufwärts durch den Wald. An der Kreuzung biegen wir links ein und erreichen die Gröblalm, in der wir zum Finale noch einmal gut einkehren können.
Abwärts folgen wir nur noch dem Gröblweg nach links und genießen die Sicht auf Mittenwald. Der Gröblweg bringt uns hinunter bis in den Ortsteil Gries. Mit einem Links-rechts-Schwenk erreichen wir die Mathias-Klotz-Straße und damit den Anfang der Fußgängerzone. Einer Besichtigung des Obermarktes steht nun nichts mehr im Wege und auch die mit Fresken verzierte Pfarrkirche St. Peter und Paul verdient einen Besuch. Weiter geht es dann aber durch die Hochstraße in die Bahnhofstraße. Vor dem Bahnhofsgebäude halten wir uns links, queren die Gleise und folgen dann dem Mühlenweg.
Ausrüstung und Tipps für Ihre Radtour
Für eine gelungene Radtour in der Zugspitz Region sollten Sie folgende Ausrüstung dabei haben:
- Verkehrssicheres Fahrrad (Gravelbike, Mountainbike oder E-Bike)
- Fahrradhelm
- Tages-Radrucksack (ca. 20 Liter) mit Regenhülle
- Bequeme Sportschuhe und witterungsangepasste Kleidung
- Luftpumpe, Fahrrad-Werkzeug und Erste-Hilfe-Set
- Sonnen- und Regenschutz
- Proviant und ausreichend Trinkwasser
- Handy (ggf. mit Halterung für den Lenker)
Zudem ist es wichtig, die Natur zu respektieren und sich an die geltenden Regeln zu halten:
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Respekt vor Schutz- und Schongebieten für Pflanzen und Tiere
- Umgehung von Futterstellen für Wildtiere
- Anleinen von Hunden
Mit der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung steht einem unvergesslichen Raderlebnis in der Zugspitz Region nichts mehr im Wege!
| Tour | Länge | Höhenmeter | Schwierigkeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Königsrunde | 40 km | 320 m | Mittel | Kulturelle Highlights, Naturpark Ammergauer Alpen |
| Blauer Reiter | 60 km | 430 m | Mittel | Kunstgeschichte, Murnau und Umgebung |
| Spitzenblick-Tour | 80 km | 480 m | Anspruchsvoll | Wettersteingebirge, Murnauer Moos |
| Isarspuren, Buckelwiesen & Seen | 64 km | 620 m | Anspruchsvoll | Isar, Buckelwiesen, Geroldsee, Barmsee |
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