Gesäßcreme für Radfahrer: Schluss mit wunden Stellen!

Wer jemals eine Biketour gemacht hat und danach nicht mehr richtig sitzen konnte, weil alles wundgescheuert war, weiß, wie wichtig die richtige Pflege ist. Dieser Artikel gibt einen Überblick darüber, wie Radfahrer Cremes sinnvoll einsetzen können, um Hautirritationen und Beschwerden zu vermeiden.

Warum ist Gesäßcreme beim Radfahren wichtig?

Die Haut ist das größte und vielseitigste Organ des Menschen. Sie dient der Aufnahme von Sinnesreizen und schützt den Organismus vor äußeren Einflüssen. Trotz dieser starken Eigenschaften ist die menschliche Haut sehr zart und sensibel und hat im Durchschnitt nur eine Dicke von wenigen Millimetern. Daher ist es wichtig, sie zu schützen.

Auch bei einem trainierten Fahrer auf einem hochwertigen Sattel kann es nach mehrstündigen Touren zu unangenehmen Druckstellen, Hautreizungen und wunden Stellen am Po und an der Innenseite der Oberschenkel sowie im Schambereich kommen. Damit es nicht so weit kommt, gibt es für Radfahrer spezielle Sitzcremes.

Was ist Gesäßcreme?

Üblicherweise sind das sehr fettige Cremes, die mit entzündungshemmenden Kräuterauszügen oder ätherischen Ölen angereichert sind. Zu den bekannten gehört beispielsweise die Gesäßcreme von Sixtus. Populär sind aber auch Gesäßcremes mit Hirschtalg-Zusatz.

Die Cremes werden vor dem Radfahren direkt auf den Po und den Intimbereich oder auf das Sitzpolster der Radhose aufgetragen. Die Creme bildet einen schützenden Film, die Haut wird elastischer und zugleich strapazierfähiger - auf diese Weise werden wunde Stellen vermieden. Darüber hinaus wirken Sitzcremes antibakteriell.

Die richtige Anwendung von Sitzcremes

Wenn Du Dich für Deine Radtour umziehst, ist der richtige Zeitpunkt, um eine Sitzcreme aufzutragen. Du kannst die Creme auf die Radhose aufbringen - sprich auf das Sitzpolster und die Nähte im Gesäßbereich - oder Du cremst direkt Deine Haut ein. Schwerpunkt sollten die Druck- und Scheuerpunkte an Deinem Gesäß bzw. am inneren Oberschenkel sein. Du kannst die Creme dabei ruhig großzügig auftragen. Ob Du Dich für Haut oder Hose entscheidest, hängt von Deinem persönlichen Geschmack und Empfinden ab. Sicher ist: Beide Varianten erfüllen ihren Zweck. Übrigens: Auch beim Rollentraining empfiehlt es sich, Sitzcreme zu verwenden, weil Du hier aufgrund des fehlenden Fahrtwinds besonders stark schwitzt.

Achte beim Auftragen der Gesäßcreme darauf, scheuernde Stellen - wie die Nähte - gründlich einzucremen.

Bestandteile und Arten von Gesäßcremes

Viele Cremes funktionieren dabei ähnlich wie Vaseline, basieren aber meist auf Paraffinöl. Andere enthalten pflanzliche Stoffe wie Hamamelis, Ringelblume, Sheabutter, Sonnenblumenöl oder Aloe vera. Diese vermindern nicht nur die Reibung, sondern wirken auch entzündungshemmend sowie antibakteriell und versorgen Deine Haut mit Feuchtigkeit. Außerdem sollen sie schneller einziehen. Pflanzenextrakte können allerdings auch Allergien auslösen oder Deine Haut reizen, wenn Du empfindlich bist. Wieder andere Sitzcremes enthalten zusätzlich Menthol und haben so einen kühlenden Effekt. Falls tierische Zusatzstoffe für Dich in Ordnung sind, könnten auch Produkte, die Hirschtalg enthalten, gut funktionieren. Sie schützen Dich wie eine zweite Haut - egal, ob Du auf dem Rad unterwegs bist, rennst, turnst, ruderst oder Kontrabass spielst. Außerdem beugen sie Blasenbildung und Hautrissen vor.

Gesäßcreme für Frauen

Viele der Cremes sollten nicht mit Schleimhäuten in Kontakt kommen. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile auch Gesäßcremes speziell für Frauen. Du kannst sie überall auftragen, ohne dass sie die Schleimhäute angreifen. Manche Sitzcremes für Frauen haben ebenfalls einen Kühleffekt. Hier gilt ausprobieren - Dein persönliches Empfinden ist die Maßgabe.

Wichtige Tipps für die Anwendung

  • Vor dem Auftragen der Sitzcreme oder der Salbe unbedingt die Hände waschen.
  • Zuerst streichst Du die Nähte des Sitzpolsters ein, denn dort gibt es die meiste Reibung.
  • Am einfachsten geht das, wenn man die Creme, mindestens drei Tage nacheinander, in der Ellenbogenbeuge aufträgt, um die Verträglichkeit zu testen.

Die richtige Radhose und Sattel

Wenn Du nicht optimal auf Deinem Rad sitzt, kannst Du Dich eincremen, soviel Du möchtest. Nützen wird es wenig. Vergewissere Dich deshalb, dass Dein Bike auf Dich eingestellt ist und Du einen Sattel benutzt, der Deinen körperlichen Anforderungen und Deiner Sitzposition entspricht. Das Gleiche gilt für die Radhose mit Sitzpolster. Wenn Du bislang keine getragen hast, solltest Du Dir unbedingt welche zulegen, zumindest für längere Touren. Sie verrutschen nicht und das Sitzpolster reduziert den Druck auf die Sitzknochen. Ganz wichtig: Zieh Deine Bibshorts oder Inner-Pants immer ohne zusätzliche Unterhose an! Der Stoff scheuert sonst Deine Haut auf und von Fahrspaß kann keine Rede mehr sein.

Die Reinigung von Radhose und Haut

Nicht nur Deine Radhose braucht nach einer Tour Wäsche und Pflege, sondern auch Dein Po. Das gilt in besonderem Maße, wenn Du direkt am nächsten Tag wieder aufs Fahrrad steigen möchtest. Sprich: Duschen, oder, wenn auf Tour keine vorhanden ist, mit Wasser und milder Seife Schweiß und Sitzcreme-Rückstände abwaschen und gründlich abtrocknen. Wenn Du Dich dann am nächsten Morgen wieder auf Dein Rad schwingst, sind Du und Deine Bibshorts sauber - das hindert Keime daran, sich auszubreiten. Apropos Keime: Denke daran, Sitzcreme ausschließlich mit gewaschenen Händen aufzutragen.

Radhosen mit Polster sind aus Funktionsfasern gefertigt und dürfen deshalb, laut der meisten Herstellerangaben, maximal bis 40° gewaschen werden. Aus diesem Grund kannst Du antibakterielle Waschmittel verwenden, die auch bei niedrigen Waschtemperaturen die Keime abtöten. Nach dem Waschen die Radhose, mit dem Polster nach außen, in der Sonne trocknen.

Überblick über getestete Gesäßcremes

Hier ist ein Überblick über einige der getesteten Gesäßcremes, zusammen mit ihren Eigenschaften und Testergebnissen:

Produkt Packungsgröße Preis Fazit
Aktiv 3 Fireprotect Hautschutzcreme 100 ml 13,80 Euro Geruchsneutrale, sehr fettige Creme, die von der Konsistenz her an Melkfett erinnert. Zieht kaum ein und bleibt so lange auf Polster und Haut, dass sie nach der Einheit unter der Dusche abgewaschen werden muss.
Assos Chamois Crème preRide / Chamois Crème Woman preRide 140 ml / 75 ml 24,99 Euro Kompakte Creme mit guter Schutzwirkung, herbem Geruch und lang anhaltendem Kühleffekt, den nicht alle Tester und Testerinnen mochten. Das Frauen-Produkt, das milder riecht und das es nur in kleinerer Füllmenge gibt, ist deutlich teurer!
Balea Melkfett Ringelblume 250 ml 1,75 Euro Das Melkfett der dm-Marke ist eine preiswerte Alternative für alle, die für Sitzcremes kaum Geld ausgeben wollen. Bildet eine hartnäckige Fettschicht, die kaum in Haut und Polster einzieht. Wohl auch als Wärmeschutz an nasskalten Tagen geeignet.
Gonso Radsport Sitzcreme 100 ml 7,95 Euro Lotion-ähnliche Creme mit mildem Geruch. Anfangs stellt sich ein leichter Kühleffekt ein, der aber schnell vergeht. Trotz der flüssigen Konsistenz bildet sich ein schützender Film. Die kleine Flasche eignet sich gut zum Mitnehmen.
Ilon Protect-Salbe 50, 100, 200 ml 9,50 Euro, 15 Euro, 30 Euro Grünliche, zähe Salbe, die nach Eukalyptus riecht und dadurch an Erkältungsbalsam erinnert. Hinterlässt nur einen dünnen Film, scheint jedoch die Heilung bereits lädierter Hautpartien mit ihrer leicht kühlenden Wirkung zu beschleunigen.
Muc-Off Luxury Chamois Cream / Luxury Chamois Cream pour Femme 100, 250 ml 18,99 Euro, 37,50 Euro Angenehm feincremige Konsistenz, die nicht fettig wirkt. Der anfängliche leichte Kühleffekt verschwindet schnell. Der Geruch ist medizinisch, aber nicht aufdringlich, die Schutzwirkung in Ordnung. Auch als Frauen-Variante mit etwas anderen Inhaltsstoffen erhältlich.
Ozon Elite Protect Cream Chamois 150 ml 18,95 Euro Leicht nach Zitrus riechende Creme, die sich trotz kompakter Konsistenz gut verteilen lässt und auffällig ergiebig ist. Ein Tester empfand anfangs eine wärmende Wirkung, ein anderer klagte über wunde, brennende Hautpartien.
Sixtus Sport Gesäßcreme 30 ml, 100 ml Euro ab 14,95 Euro Auffallend flüssige Creme, die scharf riecht und anfangs kühlt, aber nicht sehr ergiebig ist. Gute Schutzwirkung. Manch Tester empfand eine heilende Wirkung bei diversen Hautbeschwerden. Die kleine Flasche eignet sich gut zum Mitnehmen.
Tunap Sports Bodycare Sitzcreme 150 ml 20,95 Euro Die einzige Sitzcreme aus der Sprühdose. Nach dem Aufsprühen bildet sich ein feiner weißer Schaum, der anfangs leicht kühlt. Fühlt sich zu Beginn nass an und zieht dann ins Polster ein. Dennoch kein Wundscheuern.
Xenofit Second Skin Hirschtalg-Sportcreme 125 ml 7,95 Euro In ihrer Konsistenz an Vaseline erinnernde Salbe, die geruchsneutral ist und eine fettige Schicht hinterlässt. Gute, lang anhaltende Schutzwirkung. Achtung: Nicht für strenge Veganer geeignet, da echter Hirschtalg verarbeitet ist.

Zusätzlicher Schutz für die Haut

Bei dem Schutz vor UV-Schädigung der Haut ist Vor- und Nachbehandlung wichtig. Vor dem Radfahren in der Sonne sollte man sich unbedingt eincremen, dafür stehen verschiedene Gels, Cremes, Milch und Sprays zur Verfügung. Im Nachhinein kann man die erhitzte Haut mit Lotionen beruhigen und eine Schädigung zusätzlich abwenden. Denn Radfahren ist tückisch: Durch den kühlenden Fahrtwind unterschätzen viele Radfahrer die Stärke der Sonneneinstrahlung, außerdem ist nicht jedes Sonnenschutzmittel schweißresistent. Darauf ist also beim Kauf unbedingt zu achten!

Auch wenn es windig und kalt ist, benötigt die menschliche Haut zusätzlichen Schutz - vor allem bei Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren. Damit die Haut geschont wird, empfehlen sich sogenannte Cold Creams (bspw. von Avène oder Weleda), deren Name von der kurzzeitigen Abkühlung der Haut kommt. Auch die Lippen reagieren bei kalten Temperaturen und Wind sehr empfindlich; sie sollten unbedingt mit fettenden Cremes oder Pflegestiften geschützt werden.

Muskeln und Gelenke

Cremes und Salben sind nicht nur für den Schutz der Haut elementar - auch Muskeln und Gelenke werden damit erreicht. Nach besonders langen Fahrten mit dem Rad beispielsweise können Muskelverspannungen und Muskelkater auftreten. In diesem Fall helfen wärmende bzw. durchblutungsfördernde Cremes, die in der Regel mit Arnika, Latschenkiefer oder Beinwell angereichert sind (z.B. von Kytta oder Allgäuer Latschenkiefer). Ein Klassiker ist die nicht nur für Rösser empfohlene Pferdesalbe, die Extrakte aus Arnika, Kampfer, Rosmarin und Menthol enthält. Am besten verwendet man Muskelbalsam direkt nach dem Sport, aber auch vor dem Radfahren kann es angenehm auf die Muskulatur wirken. Pferdesalbe hilft übrigens auch bei Gelenkschmerzen. Denn obwohl Radfahren sehr gelenkschonend ist, bekommen manche Menschen Probleme im Knie oder im Fußknöchel. Abhilfe schaffen Cremes wie Mobilat und Voltaren, die den Schmerz lindern und Entzündungen bekämpfen.

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