Fahrradfahren mit dem Hund ist eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam aktiv zu sein. Es fordert den Hund und bietet ihm ausreichend Auslauf, vorausgesetzt, seine körperlichen Fähigkeiten sind dafür ausgelegt. Doch den Vierbeiner richtig am Fahrrad mitzuführen, will geübt sein. Hier findest du Tipps, um das Fahrradfahren mit dem Hund zu trainieren, und worauf du achten musst.
Was es vor dem Start zu beachten gilt
Bevor das Vergnügen losgehen kann, gibt es für Hundebesitzer einiges zu beachten. Für einen Fahrradausflug sollte dein Hund vor allem gesund sein und mindestens 12, noch besser 15 Monate alt sein. Eine Schulterhöhe von mindestens 40 cm sollte der Hund haben, da sonst die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Überlastung der Gelenke und Lunge beim Laufen besteht.
Wichtig: Welpen sollten überhaupt nicht und Jungtiere bis zu einem Alter von 15 bis 18 Monaten gar nicht am Fahrrad mitlaufen! Ebenso sollten Senioren und schwere Hunderassen nicht beim Fahrradfahren mitlaufen. Einige Hunderassen eignen sich nicht zum Mitlaufen am Fahrrad - zum Beispiel Bulldoggen. Die individuelle Fitness deines Hundes und das Wetter spielen natürlich auch eine Rolle.
Auch solltest du unbedingt Abstand davon nehmen, deinen möglicherweise übergewichtigen Hund neben dem Fahrrad laufen zu lassen. Hier droht Kreislaufkollaps und Herzversagen (Hitzeschlag)!
Prüfe, ob dein Hund überhaupt infrage kommt. Kurzschnäuzige Rassen wie Mops oder Bulldogge kommen für den sportlichen Einsatz nicht infrage, da diese Tiere schlecht atmen können und oft Probleme mit ihrem Bewegungsapparat haben. Ist der Hund ausgewachsen und gesund, braucht er auch noch eine gute Kondition, schließlich muss er durchgängig traben und immer mal wieder galoppieren.
Rechtliche Grundlagen
Nach § 28, 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) darf dein Hund offiziell am Fahrrad mitgeführt werden. Selbstverständlich ist darauf zu achten, dass der Straßenverkehr und andere Verkehrsteilnehmer dabei nicht gefährdet werden. Die Gesetzgebung unterscheidet sich von Land zu Land stark. In einigen Ländern dürfen Hunde frei neben dem Rad laufen, in anderen ist das strikt verboten. Das Mitnehmen deines Hundes in einem Fahrradanhänger ist hingegen oft erlaubt.
Achtung in Österreich: Laut österreichischer Straßenverkehrsordnung ist es verboten, Tiere an Fahrzeuge anzubinden. Wer seinen Hund beim Radfahren anleint, riskiert ein Bußgeld von 726 € - denn auch ein Fahrrad gilt als Fahrzeug. Das Laufen ohne Leine ist nur dort erlaubt, wo kein Verkehr herrscht.
Die richtige Vorbereitung und Gewöhnung
Dein Hund sollte sich langsam an das Fahrrad fahren gewöhnen. Am besten erst einmal das Fahrrad als „Roller“ benutzen und die Leine in der Hand halten, damit du schnell auf plötzliches Ziehen reagieren kannst. Dein Hund sollte dann langsam an größere Strecken gewöhnt werden, damit er Kondition aufbauen kann. Für den ersten Ausflug am besten zunächst eine Strecke unter 5 km planen.
Trockenübungen
- Nimm eine drei bis fünf Meter lange Leine und übe mit deinem Hund bei Fuß zu gehen.
- Wenn er versucht vorzulaufen, dann wechsle die Richtung, bis er wieder neben dir geht.
- Lob deinen Hund für dieses Verhalten.
- Sobald dein Hund das Nebenherlaufen beherrscht, baust du Kommandos wie „Stopp!“ und „Weiter!“ die Übung ein. So lässt dein Hund sich später ohne Leine dirigieren.
Manche Hunde reagieren mit einem Meideverhalten: Sie weichen aus, wenn sie das Fahrrad zum ersten Mal sehen oder das Fahrrad dir näherkommt. Wiederhole nun die erste Übung, indem du das Rad schiebst und den Hund neben dir herlaufen lässt. Du kannst jetzt auch damit anfangen, den Vierbeiner an den Fahrradhalter oder Sprinter zu gewöhnen.
Wenn auch das ganz gut klappt, drehst du die ersten Übungsrunden auf einem Parkplatz ohne Verkehr. Erst dann kann es losgehen: Die ersten kleinen Strecken im Park sind optimal zum Üben. Um einen Profi aus deinem Liebling zu machen, sag ihm Richtungswechsel immer an mit den Kommandos „Rechts!“ oder „Links!“. Trainiert bereits zu Beginn Signale wie z.B. „links, rechts, langsam, und stop“.
Sicherheitsvorkehrungen und Ausrüstung
Führe den Hund immer auf deiner rechten Seite, um ihn so vor vorbeifahrenden Autos zu schützen! Dabei solltest du die Hundeleine nie am Lenker festmachen, denn das gefährdet dich besonders stark, wenn dein Hund doch plötzlich lospreschen sollte. Durch die ruckartige Bewegung des Hundes läufst du schnell Gefahr, zu stürzen, und somit dich und den Hund sowie andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
Am besten ist es, wenn du für das Radfahren mit Hund eine spezielle Leine und Fahrradhalter, den sogenannten Sprinter, nutzt, oder (notfalls) die Leine in der Hand hältst. Neben einem funktionstüchtigen und intakten Fahrrad sind ein gut sitzendes, breites und gepolstertes Brustgeschirr für deinen Hund und ein passender Fahrradhelm für dich notwendig.
Eine gute Hundeleine darf natürlich auch nicht fehlen - hier ist darauf zu achten, dass die Leine nicht zu lang ist und keine Flexileine verwenden, da Mensch und Hund sich hier verletzen können! Für eine bessere Kontrolle kannst du eine sogenannte Führungsstange für das Fahrrad benutzen. Dies ist ein Stahlrohr, welches am Fahrrad befestigt wird und deinen Hund davon abhält, ins Fahrrad zu laufen.
Belastungen vermeiden
Asphalt- und Schotterstraßen stellen auf Dauer eine starke Belastung für die Gelenke deines Hundes und für die Pfotenballen dar. Im Sommer heizt sich der Asphalt so stark auf, dass sich deinem Hund die Ballen verbrennen kann. Spitze Steinchen, Glasscherben und Schotter lassen sie rissig werden. Kontrolliere nach jeder Radtour die Pfötchen und pflege die Ballen, damit diese schön weich und geschmeidig bleiben und keine Risse bekommen. Das ist bei „fahrradfahrenden“ Hunden besonders wichtig.
Auch daran solltest du denken: Belastungen vermeiden. Im Sommer heizt sich der Asphalt so stark auf, dass sich deinem Hund die Ballen verbrennen kann. Spitze Steinchen, Glasscherben und Schotter lassen sie rissig werden. Kontrolliere nach jeder Radtour die Pfötchen und pflege die Ballen, damit diese schön weich und geschmeidig bleiben und keine Risse bekommen.
Alternativen: Korb und Anhänger
Für kleine Hunde bis etwa fünf Kilogramm Gewicht gibt es spezielle Fahrradkörbe. Kurze Beine bedeuten große Körperbelastung und relative Langsamkeit. Kleinen Hunden ist es kaum möglich, auf Dauer das Tempo beim Fahrradfahren mitzuhalten. Wenn du ihn trotzdem auf eine Radtour mitnehmen möchtest, ist ein Fahrradkorb eine sehr gute Möglichkeit. Es gibt Körbe für Lenker oder Gepäckträger. Ein Lenkerkorb hat den Vorteil, dass du deinen Hund immer im Auge behältst.
Eine Variante für größere, schwere oder gehandicapte Hunde ist der Fahrradanhänger. Zu beachten ist hierbei vor allem die eigene Kondition. Eine Deutsche Dogge kann zusammen mit dem Anhänger gut 100 Kilogramm wiegen.
Wichtige Fragen zum Radfahren mit dem Vierbeiner
Wie lange ist mein Kleiner in der Lage mitzulaufen? Wie schnell oder langsam muss ich fahren? Denke bei längeren Radtouren (bei jedem Wetter) auf jeden Fall an ausreichend frisches Wasser und Pausen für deinen Hund. So wie es dir schwerfallen wird, an einem sonnigen Sommertag bei 30 °C Joggen zu gehen, wird auch dein vierbeiniger Begleiter wenig Freude daran haben, bei Hitze neben dem Fahrrad herzulaufen.
Das richtige Tempo und die Streckenwahl
Starte niemals sofort mit einem hohen Tempo. Lass deinen Hund sich vorher warmlaufen, bevor es in einen schnelleren Sprint übergeht. Das Gleiche gilt auch beim Auslaufen. Grundsätzlich sollten Hunde nicht über einen längeren Zeitraum in hoher Geschwindigkeit neben dem Rad laufen.
Am Anfang ist am besten eine Geschwindigkeit von 8-12 km/h, die dann um ca. 20 Min schnellerer Trab mit etwa 15-20 km/h erweitert werden kann, bevor eine Pause eingelegt werden sollte. Aber auch hier kommt es auch wieder auf die Rasse und die persönliche Konstitution deines Hundes an.
Plane deine Route im Voraus und fernab von stark befahrenen Straßen, um unnötige Risiken zu vermeiden. Idealerweise suchst du dir eine Strecke mit einem natürlichen Boden aus, denn das schont die Pfoten Ihres Hundes. Gerade im Sommer können asphaltierte Straßen aufgrund der angestauten Hitze sehr unangenehm für die Hundepfoten werden.
Erste Hilfe und was zu tun ist, wenn der Hund verloren geht
Kontrolliere regelmäßig nach dem Fahrradfahren den Körper und das Fell und deines Hundes auf Scheuerstellen vom Geschirr oder Zecken. Die Pfoten solltest du ebenfalls gründlich untersuchen.
Zunächst: Bewahre unbedingt Ruhe! Informiere FINDEFIX so schnell wie möglich darüber, dass du deinen Hund vermissen - entweder über das Online-Formular oder aber über das 24h-Service-Telefon: +49 (0) 228 6049635.
Geeignete und weniger geeignete Hunderassen
Sehr große schwere Hunde wie Neufundländer, kleine Hunde unter 30-40 cm Schulterhöhe wie Dackel sowie Hunde, die unter Kurzatmigkeit leiden (z. B. Möpse oder französische Bulldoggen) sollten nicht zu Fuß auf die Fahrrad-Tour mitgenommen werden. Setzen Sie kleine und kurzatmige Hunde lieber in einen Korb am Lenkrad bzw. in einen Fahrrad-Anhänger.
Besonders leichte und mittelgroße Rassen - z. B. Windhunde, Setter oder Border Collies - laufen in der Regel gut und gern beim Fahrradfahren nebenher.
Tabelle: Geeignete und ungeeignete Hunderassen für das Fahrradfahren
| Geeignete Rassen | Weniger geeignete Rassen |
|---|---|
| Windhunde, Setter, Border Collies | Neufundländer, Dackel, Möpse, Französische Bulldoggen |
Verwandte Beiträge:
- Radfahrerinnenbeine: Training, Pflege & die schönsten Looks
- Verkehrszeichen für Radfahrer: Übersicht & Erklärungen
- Radfahrer Jacke Herren: Test, Vergleich & Kaufberatung für Fahrradjacken
- Rahmenadapter für E-Bike: Der ultimative Test – So findest du den perfekten Adapter!
- Grauer Hebel am Shimano Schaltwerk: Bedeutung & Reparatur
Kommentar schreiben