Nicht nur Kette, Schaltung und Bremsen benötigen beim Fahrrad regelmäßig Pflege, sondern auch die Kugellager in den Laufradnaben, im Tretlager, in den Pedalen und in der Lenkung. Im Bereich der Maschinenelemente (Maschinenbau) differenziert man bei den Lagern zwischen Wälzlagern und Gleitlagern.
Wälzlager und Gleitlager
Bei Wälzlagern kommen Kugeln, Nadeln, Rollen oder Kegel als Wälzkörper zum Einsatz, bei Gleitlagern gleiten Innen- und Außen-Lagerschale mit einem definierten Spiel aneinander vorbei. Im Vergleich zum Gleitlager erzeugt das Wälzlager weniger Reibung und läuft somit leichter. Damit sind Wälzlager die bessere Wahl für alle intensiv drehenden Bauteile am Fahrrad: Laufradnaben, Freilauf, Tretlager, Pedallager und auch Lenkkopflager. Als Wälzkörper reichen beim Fahrrad allerdings Kugeln.
Sie sind im Hinblick auf Belastung, Wälzlagerkosten und die Integration der Lager in die Fahrrad-Komponenten die beste Wahl (mit Ausnahmen). Als Kugellager kommen beim Fahrrad entweder Konuslager oder genormte Industrielager zum Einsatz. Welche Lagerart nun die bessere ist, soll uns hier nicht weiter interessieren.
Uns geht es nur um den Arbeitsumfang bei Wartung, Pflege und Reparatur. Also betrachten wir beide Lagerarten. Sie unterscheiden sich nicht nur konstruktiv, sondern auch bei Wartung und Reparatur.
Aufbau und Wartung von Kugellagern
Konuslager bestehen aus einer äußeren Lagerschale, den Kugeln und einem sogenannten Konus, der per Gewinde von der Drehachse aufgenommen wird und die innere Lauffläche für die Kugeln bereitstellt. Dabei wird das Lagerspiel über das Gewinde eingestellt. Fixiert wird der Konus auf der Achse per Kontermutter. Konus und Kontermutter (blau dargestellt) haben am Außenumfang schmale Abflachungen, an denen du mit dem Werkzeug (den flachen Konusschlüsseln) ansetzen kannst.
In der Regel kommen hierbei Schlüsselweite 17 oder 18 mm zum Einsatz, aber an deinen Radnaben kann es da Abweichungen geben. Je nach verbauter Gruppe (bei Shimano z. B. Alivio, LX, XT, usw.) triffst du auf unterschiedliche Qualität bei den Konuslagern. Bei einer XT-Nabe ist die Lauffläche am Konus geschliffen (rechts im Bild), bei den Einsteiger-Gruppen dagegen ist die Lauffläche lediglich geschmiedet (links im Bild). Das wirkt sich natürlich auf die Laufeigenschaften und den Rollwiderstand aus.
Auch die Gewinde-tragenden Teile können Qualitäts-Unterschiede aufweisen. Und damit wird das Einstellen des Kugellagers mehr oder weniger mühsam. Genormte Industrielager werden in großen Stückzahlen hergestellt und kommen in allen Bereichen der Industrie, im Maschinenbau, Fahrzeugbau und eben auch beim Fahrrad zum Einsatz. Hier beschränkt sich die Wartung auf Reinigung und Fetten von außen, denn diese Industrielager lassen sich nicht zerlegen.
Sind sie verschlissen, werden sie als Ganzes ausgetauscht. Das ist nicht tragisch, denn in der Regel sind diese Lager als Katalogware sehr preiswert (wenige Euro). Dagegen können Aus- und Einbau recht anstrengend werden, denn solche Lager werden nicht selten eingepresst (Presspassung oder Übergangspassung). Es erfordert dann einen passenden Abzieher oder viel Improvisation.
Nicht selten werden solche Industrielager durch unsachgemäße Behandlung beim Aus- und Einbau beschädigt oder sogar zerstört. Beim Industrielager ist das Lagerspiel auch nicht einstellbar. Hat ein solches Lager also zu viel Spiel (durch Verschleiß), hilft nur der Austausch.
Wartungsfreie Lager
Manche Fahrrad-Komponenten enthalten Kugellager, die vom Hersteller als wartungsfrei deklariert sind oder deren Wartung ausschließlich durch den Hersteller erfolgen darf. Das betrifft z. B. manche Nabendynamos und Getriebenaben. Halte dich in diesem Fall stets an die Anweisungen des Herstellers. Schraubst du an solchen Teilen selber herum, verlierst du Garantie-Ansprüche und zerstörst unter Umständen den gesamten Zusammenbau.
Umgang mit Belastung und Verschleiß
Die meisten Kugellager am Fahrrad sind schlecht oder gar nicht vor den äußeren Einflüssen geschützt. Zudem werden sie mehr oder weniger stark belastet. Die wesentlichen Faktoren auf den Verschleiß sind:
- Laufleistung und Drehzahl
- Belastung durch Gewicht (Fahrer und Gepäck)
- Untergrundbeschaffenheit (Schläge, Stöße, Vibration)
- Bewitterung (Regen, Kälte, Streusalz, Hitze)
- Schmutz und Staub
- Falsches Lagerspiel (zu fest, zu lose)
- Qualität der Dichtungssysteme (Abdeckungen, Labyrinthdichtungen,…)
Je nach Verwendungszweck, Komponenten-Qualität, Behandlung und Fahrstil kommen diese Einflussgrößen unterschiedlich stark zum Tragen. Daher liegt es immer in deinem Ermessen, wie oft und wann Inspektion oder Wartung an den Kugellagern nötig ist. Denn nur du weißt, wie intensiv dein Fahrrad diesen Einflüssen ausgesetzt war.
Warte allerdings nicht so lange, bis es knirscht oder nicht mehr rund läuft. Denn dann kann es schon zu spät sein. Du kannst den Zustand eines Kugellagers übrigens nur richtig beurteilen, wenn du es öffnest.
Konuslager zerlegen, reparieren und austauschen
Konuslager lassen sich mit den passenden Konusschlüsseln zerlegen. Dabei werden aber lediglich auf einer Seite (links oder rechts) Kontermutter und Konus gelöst, denn danach lässt sich die Achse zur anderen Seite aus dem Zusammenbau herausziehen. Du schraubst also nie an beiden Seiten einer Konuslagerung herum. Achte beim Öffnen des Lagers darauf, dass dir keine der Kugeln verloren geht.
Lege also am besten ein großes Stofftuch unter deine Baustelle und halte die Kugeln beim Öffnen des Lagers im Auge. Nutze einen kleinen Stabmagneten und / oder Pinzette zum Aufpicken der Kugeln. Dann reinigst du die Kugeln, den Konus und die Außenschale des Lagers und prüfst alles auf Beschädigungen. In der Regel beschränken sich Beschädigungen auf den Konus. Aber auch die Kugeln können es hinter sich haben.
Sobald sie stumpf aussehen oder sogar schon eine verfärbte Oberfläche aufweisen, musst du sie austauschen. Die Konuslager in den gängigen Fahrrad-Komponenten sind genormt. Du findest also schnell und einfach Ersatz, wenn die Kugeln ausgetauscht werden müssen. Messe aber vor dem Austausch auf alle Fälle nach, damit du auch sicher die richtige Größe kaufst.
Die gängigen Kugelgrößen (ohne Gewähr):
- 1/4″ Nabenlager Hinterrad
- 3/16″ Nabenlager Vorderrad, Tretlager
- 1/8″oder 3/32″ Pedallager
Beim Steuersatz (Lenklager) werden die Kugeln in der Regel durch einen Kugelkäfig gehalten und geführt. Beschaffe dir hier also gleich den kompletten Käfig samt der Kugeln neu. Kaufe die Lagerkugeln am besten nur im Fahrradgeschäft. Dann kannst du sicher sein, dass es hochwertige Kugeln sind (bzgl. Maß- und Form-Toleranzen, Oberflächenrauheit, Härtegrad). Was du alternativ im Online-Shop angeboten bekommst, kann deutlich schlechter sein und dein Kugellager zerstören.
Beim Konus kann die Beschaffung von Ersatz etwas schwieriger werden. Er muss baugleich oder zumindest kompatibel sein.
Konuslager montieren
Für die Montage fettest du auf beiden Seiten die Außenschalen der Kugellager, legst die Kugeln ins Fettbett, fettest auch die Laufflächen auf den Konen (und nur die), steckst die Achse durch die Radnabe und schraubst Konus und Kontermutter wieder auf die Achse. Achte darauf, dass kein Wälzlagerfett auf das Gewinde von Konus und Achse gelangt, sonst wirst du selbst mit der Kontermutter keinen Festsitz erreichen (weil Wälzlagerfett druckstabil ist).
Halte dieses Fett auch von den Dichtungen fern, die in unmittelbarer Nähe zu den Kugellagern im Einsatz sind. Denn Wälzlagerfett ist in aller Regel Lithium-verseift und Lithium greift PTFE (z. B. Teflon) an. Weil du einer Dichtung aber nicht ansehen kannst, ob sie aus PTFE besteht oder nicht, gehe im Zweifel auf Nummer sicher.
Konuslager einstellen
Die beste Wartung nützt beim Konuslager nichts, wenn das Lager am Ende nicht perfekt eingestellt wird. Im Idealfall haben die Kugeln im Konuslager kein Spiel, werden aber auch nicht gepresst. Diese Situation herzustellen, ist nicht einfach und erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Und es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen, je nach Einbau-Situation am Fahrrad:
Konuslager in den Laufradnaben einstellen
Grob stellst du die Radlager über Konus und Kontermutter an einer Seite der Achse ein. Die Achse zentriert sich dabei selber und sorgt in beiden Lagern (links und rechts) für die gleichen Lauf-Verhältnisse. Halte bei dieser Einstellung ein minimales Spiel vor und ziehe die Kontermutter fest an. Die Feineinstellung des Lagerspiels erfolgt danach über die Schnellspannachse im eingebauten Zustand.
Das Radlager ist perfekt eingestellt, wenn das Laufrad seitlich kein Spiel mehr hat (Test durch Kippeln am Laufrad) und sich nach dem Ausrollen selbständig wieder in die andere Richtung bewegt. Erreichst du diese Einstellung nicht, musst du das Laufrad wieder aus dem Rahmen entnehmen und die Einstellung an Konus und Kontermutter entsprechend verändern. Insbesondere bei minderwertigen Radlagern kann das eine längere Prozedur mit vielen Wiederholungs-Schleifen werden.
Konuslager im Steuersatz einstellen
Die Kugellager im Steuersatz werden nicht großartig mit Rotation in hoher Geschwindigkeit beaufschlagt, sondern müssen lediglich die relativ geringen Lenkbewegungen ertragen. Dafür werden beide Lager aber an einer einzigen Stelle extrem intensiv mit Schlägen und stoßartigen Belastungen konfrontiert. Nämlich genau auf Lenkerstellung 0 ° (geradeaus).
Das führt im Laufe der Zeit zu einer Art Rattermarke auf der Lauffläche, wenn der Steuersatz nicht perfekt eingestellt ist (weil die Kräfte dann nicht mehr auf alle Kugeln gleichmäßig verteilt werden). Führe die im Folgenden beschriebene Prüfung also ruhig häufiger durch: Du prüfst durch Vor- und Zurück-Wippen mit quergestelltem Vorderrad, ob die Lager spielfrei fixiert sind (eine Hand fühlt dabei auf der oberen Lagerschale, ob sich im Lager etwas bewegt).
Auf zu starke Pressung prüfst du, indem du den Lenker zu beiden Seiten pendeln lässt, während du das Vorderrad in der Luft hältst. Wird der Lenker im Schwung abgebremst, ist der Steuersatz zu stramm eingestellt. Kontrolliere dabei, ob die Drehbewegung nicht versehentlich durch die Bowdenzughüllen abgebremst wird. In der Regel wird heute der Ahead-Steuersatz verbaut. Ältere Fahrräder tragen aber noch den Gewindesteuersatz. Bei der Einstellung des Lagerspiels unterscheiden sie sich:
Ahead-Steuersatz einstellen
Die Einstellung des Lagerspiels erfolgt über die stirnseitig bedienbare Spannschraube (Inbusschlüssel). Dadurch wird der Gabelschaft axial gegen das Steuerrohr bewegt. Beide oben beschriebenen Prüfschritte funktionieren nur mit fest fixiertem Vorbau. Doch für Veränderungen am Lagerspiel über die Spannschraube muss die Verbindung zwischen Vorbau und Gabelschaft gelöst werden (die zwei Schrauben oben im Bild).
Du musst dich beim Ahead-Steuersatz also in mehreren Schritten an die perfekte Einstellung herantasten: Vorbau lösen, Lager einstellen, Vorbau festziehen, Prüfen und ggf. alles wiederholen.
Gewindesteuersatz einstellen
Für den Gewindesteuersatz benötigst du zwei Gabelschlüssel mit 30, 32, 36 oder 40 mm Schlüsselweite (je nach Variante), die aber beide nicht zu dick sein dürfen, weil Konusmutter und Kontermutter recht flach gehalten sind. Zudem sind diese beiden Schlüssel auch nicht gerade klein (ca. 30 cm Länge), weil das erforderliche Drehmoment beim Festziehen halt nur über die Länge des Hebels aufgebracht werden kann.
Tretlager / Innenlager
Die extrem hohe Varianten-Vielfalt beim Tretlager (BSA, ITA, ISIS, BBxx, Pressfit, Hollowtech II, usw.) macht es unmöglich, im Rahmen dieses Artikels Wartung, Pflege und Reparatur für sämtliche Varianten umfassend zu beschreiben. Aber bei vielen Tretlagern lassen sich die Wälzlager ohne großen Aufwand austauschen. Die Innenlagertechnik ist ein sehr komplexes Thema in der Fahrradtechnologie. Ein BSA-Lager ist die Bezeichnung für ein Tretlager bzw. Ein Octalink-Lager ist eine Aufnahmeform des Innenlagers, welches die rechte und die linke Kurbel miteinander verbindet.
Moderne und hochwertige Innenlager (alter Begriff: Tretlager) halten oft viele Jahre und verrichten klaglos ihre Arbeit. Dennoch kann es irgendwann nötig sein, diese zu tauschen. Die notwendige Reparatur bzw. der Austausch ist auch für den Laien/Anfänger in weniger als einer Stunde zu bewerkstelligen. So sparen Sie sich den Weg zur Fahrradwerkstatt und damit bares Geld. Hierzu wird, neben ein wenig handwerklichem Geschick, ein passendes Werkzeug benötigt, um das Innenlager zu entfernen.
Aber Achtung: Die Verzahnung des Innenlagers hat jeder Hersteller für sich genormt. Es gibt hier also keinen weltweiten Standard. Somit wird für die unterschiedlichen Innenlager, z.B. von Shimano auch immer ein Innenlagerwerkzeug benötigt, welches mit den Shimano-Innenlagern kompatibel ist. Die Kosten hierfür (ca. 10 EUR) dürften sich aber schon nach der ersten Reparatur gelohnt haben.
Um herauszufinden, welches Innenlager für Ihr Fahrrad geeignet ist, müssen Sie zunächst einige Maße bestimmen. Wenn Sie an Ihrem Fahrrad „komische“ Geräusche zu hören sind, sollten Sie der Herkunft dieser unbedingt auf den Grund gehen!
Wenn Sie an Ihrem Fahrrad ungewohnte Geräusche hören, sollten Sie diesen unbedingt nachgehen und ganz genau hinhören! Zunächst nehmen Sie die Kurbeln samt der Kettenblätter (Zahnkränze) ab. Bei fast allen Innenlagern ist die Größe in Millimetern aufgedruckt. Fehlt diese Angabe und wissen Sie auch nicht wie lang das neue Innenlager sein muss, können Sie das ausgebaute Lager vermessen. Am besten nutzen Sie hierfür ein ganz normales Lineal oder Maßband. Hierbei entspricht die Länge des Lagers der Strecke vom äußeren Rand bis zum Rand der Vierkantaufnahme. Messen Sie hier unbedingt ganz exakt. Es gibt zum Beispiel Innenlager mit 68 mm, aber auch mit 70 mm. Danach setzen Sie das neue Innenlager, gemäß dieser Anleitung in umgekehrter Reihenfolge wieder ein. Günstige Innenlager bzw.
Pedallager
Hochwertige Pedale lassen sich öffnen. Du benötigst dazu in der Regel einen Steckschlüssel (10 mm o.a.) und die Information, ob es sich um Rechts- oder Linksgewinde handelt. In vielen Pedalen sind Konuslager verbaut, in manchen Pedalen aber auch Patronenlager. Achte beim Ausbau auf Lage und Anzahl der Kugeln in beiden Konuslagern und verfahre beim Reinigen, Fetten, Montieren und Einstellen wie oben beschrieben.
Kugellager im Freilauf
Die Fahrradnabe ist eines der wichtigsten Teile am Fahrrad. Bei einer Fehlfunktion läuft das Hinterrad nicht rund oder blockiert sogar. Wenn sich das Rad bewegt, drehen sich die Nabenlager um die Achse. Diese ist fest im sogenannten Ausfallende verankert. Zusammengefasst ist die Fahrradnabe für die Stabilität des Laufrads verantwortlich. Zudem stellt die Nabe eine Verbindung zwischen dem Rad und dem Rahmen her und sorgt dadurch für den Antrieb.
Am Hinterrad befindet sich meist eine Rücktrittbremse. Die Hinterradnabe sticht jedoch mit weiteren Funktionen hervor. Sie ist nicht nur wesentlich breiter als die Fahrradnabe am Vorderrad, sondern kann auch ein Zahnkranzpaket aufnehmen. In diesem Fall wird eine Kettenschaltungsnabe als Hinterachse eingebaut. Es gibt davon zwei Varianten: die Schraubkranznabe oder die Kassettennabe. Auf den ersten Blick sehen beide Formen für den Laien sehr ähnlich aus.
Entweder ist ein Schraubkranzgewinde oder der Freilaufkörper für den Zahnkranz der Kassette verbaut. Bei der Kassettennabe sitzt das Lager der Antriebsachse näher am Ausfallende, weil die Nabe fest am aufgeschraubten Freilaufkörper angebracht ist. Im Gegensatz dazu ist die Schraubkranznabe ein fester Bestandteil des Nabenkörpers. Das Nabenlager wird dadurch nach außen verschoben.
Regen, schlammiger Untergrund oder Streusalz im Winter setzen deinem Drahtesel ordentlich zu. Die regelmäßige Wartung ist wichtig, damit einzelne Komponenten am Fahrrad oder Ersatzteile nicht gleich wieder verschleißen. Äußere Einflüsse wie das Wetter greifen naturgemäß das Material an und können daher sogar zu Brüchen führen. Unterschätze also keinesfalls dieses Unfallrisiko.
Die Fahrradnabe zählt zu den sensiblen Komponenten am Rad und benötigt deshalb viel Pflege. Leider wird sie oft bei der Durchsicht vergessen, weil ein Ausbau oder Wechsel der Nabe etwas mühsam ist. Nasses Wetter begünstigt die Rostbildung im Nabenlager. Das führt zu einem schweren Lauf des Rades oder im schlimmsten Fall zu einer Hinterrad Blockierung. Es ist daher empfehlenswert, durch einen Fachmonteur rechtzeitig die Fahrradnabe wechseln zu lassen oder selbst die Nabe auszutauschen.
Grundsätzlich gilt beim Basteln und Schrauben am Fahrrad immer folgende Regel: Sicherheit geht vor! Falsche Ersatzteile, unpassende Werkzeuge oder der fehlerhafte Umgang damit erhöhen das Unfallrisiko.
Schrittweise Anleitung zum Wechseln der Fahrradnabe
- Überprüfe die Nabe und den Leichtlauf des Rads. Hat die Nabe einen Spielraum, läuft schwer oder blockiert sie sogar, musst du die Fahrradachse wechseln.
- Baue das Hinterrad aus und das Zahnkranzpaket ab. Mit der Kettenpeitsche hältst du das Ritzelpaket fest, damit es sich nicht mehr dreht.
- Löse die Bremsscheibe mit einem 25er Torx-Schlüssel. Fahrradnaben von Shimano haben oft ein sogenanntes Centerlock. Zum Öffnen am Hinterrad nimmst du am besten ein Kassetten-Werkzeug.
- Baue den Freilauf aus. Auch hierfür greifst du auf den 25er Torx-Schlüssel oder einen Inbusschlüssel zurück. Gehe bei der Demontage sehr behutsam vor, denn je nach System können Teile herausfallen.
- Nimm die Nabenachse heraus. Reinige das Nabengehäuse mit einem Lappen und schmierst du es mit einem speziellen Fett ein.
Wenn du dir zutraust, allein die Fahrradnabe zu tauschen, beachte vor dem Neukauf ein paar Dinge. Erkundige dich zuerst über die Einbaubreite. Sie unterscheidet sich davon, ob die Nabe am Vorderrad oder Hinterrad sitzt. Auch deine Gangschaltung spielt eine Rolle. Die Fahrradnabe ist ebenso abhängig vom Fahrradtyp. Ein Downhill Mountainbike hat beispielsweise breitere Fahrradachsen als ein Rennrad. Das erkennst du auch an der Reifenbreite.
Radlager ausbauen
- Baue das Laufrad deines Fahrrads und die Bremsscheibe aus, falls es eine hat, sowie die Staubkappen der Naben.
- Löse die Achsmuttern oder öffne die Schnellspanner.
- Drehe zum Schluss die Felge und ziehe die Achse aus dem Rad, wobei du den Umwerfer des Fahrrads nach hinten hältst.
Jetzt kannst du die Radlager ausbauen. Es kann sein, dass sie etwas beschädigt sind, sich sogar verklemmt haben oder verrostet sind. Was kannst du da machen? Nimm ein wenig Fettlöser. Entferne mit einem Abzieher die alten Radlager. Wenn du keinen Abzieher hast, kannst du auch einen Hammer und einen Körner verwenden.
Tretlager wechseln
Macht ein Fahrrad Geräusche beim Treten, so ist häufig das Tretlager schuld. Da es sich im Inneren eines Gehäuses an einer schwer zugänglichen Stelle zwischen den Kurbelarmen befindet, ist der Ausbau dieses essenziellen Fahrrad-Bauteils nicht einfach. Mit ein wenig Geduld sowie handwerklichem Geschick ist es allerdings möglich, das Tretlager zu wechseln.
Das Tretlager ist ein klassisches Verschleißteil. Es befindet sich typischerweise im Tretlagergehäuse des Fahrradrahmens zwischen den Pedalkurbeln. Man unterscheidet zwischen Tretlagern, die gepresst, und solchen, die geschraubt werden. Die Qualität eines Tretlagers definiert sich in erster Linie über dessen Langlebigkeit. Das Fahrrad-Innenlager ist eines des wichtigsten Antriebsbauteile am Bike. Es verfügt an der rechten und linken Seite jeweils über eine Tretlagerwelle mit Wälzlager.
An den Außenseiten des Lagers befinden sich jeweils zwei Kurbelaufnahmen, welche die Pedalkurbeln mit dem Innenlager verbinden. Das Tretlager ist bei jeder Umdrehung der Pedale im Einsatz. So verursacht ein defektes oder verschlissenes Tretlager bei jeder kräftigen Belastung der Pedale ein unüberhörbares Knarzen oder Quietschen. Ein verbrauchtes Tretlager hat zudem Spiel - es fühlt sich bei Weitem nicht mehr so präzise an wie ein neues Innenlager. Außerdem fällt das Treten mit einem kaputten Innenlager schwerer als mit einem funktionstüchtigen. Falls eines dieser „Symptome“ auftritt, sollte man das Innenlager wechseln.
Neben der reinen Kilometerleistung und dem Alter spielt die tatsächliche Beanspruchung eine wichtige Rolle. Wer tendenziell langsam fährt und nicht allzu kräftig in die Pedale tritt, dessen Tretlager hält länger durch. Außerdem hängt der Verschleiß des Lagers von den äußeren Bedingungen ab. Manchmal verursachen sogar relativ neue Lager Schwierigkeiten. Dies liegt häufig nicht am Verschleiß, sondern an eingedrungenem Wasser, Schmutz oder Mangel an Montagefett.
Auf dem Lager befinden sich alle relevanten Daten wie Lagergröße sowie ein Code, der als Referenz für das neue Lager herangezogen werden kann. Wenn man ein altes Fahrrad mit defektem Tretlager besitzt, sollte man das Lager ausbauen, dessen Maße ausmessen und danach ein maßgleiches Tretlager neu kaufen.
Anleitung zum Tretlager wechseln
- Lockere die Inbusschrauben und entferne die Kurbelkappe mit dem Kurbelkappenwerkzeug.
- Löse die Sicherheitsplatte zwischen den Inbusschrauben mit einem kleinen Schraubenzieher.
- Ziehe die linke Kurbel ab und klopfe die rechte Kurbel mit einem Gummihammer sachte aus dem Lager.
- Entferne die Lagerschalen mit einem passenden Dorn oder Tretlagerwerkzeug.
Bevor man das neue Innenlager am Fahrrad einbaut, sollte man zunächst das Gewinde und die Gehäuseflächen großzügig mit Montagefett einfetten. Anschließend schraubt bzw. presst man die Lagerschalen in das Tretlagergehäuse. Bei einem Schraublager sollte das Anzugsmoment bei 40 - 45 Nm liegen. Bei einem Presslager muss man besonders auf Bündigkeit achten.
Anschließend schiebt man zunächst die rechte Kurbel bis zum Anliegen ins Gehäuse. Danach folgt das Aufschieben der linken Kurbel auf die Kurbelachse. Man zieht die Kurbelkappe mit dem Kurbelkappenwerkzeug moderat an (maximal 1,5 Nm). Danach folgen das Eindrücken der Sicherungsplättchen und das wechselseitige Anziehen der Inbusschrauben mit 12 - 14 Nm. Die montierte Kurbel sollte sich unter Belastung locker im Gehäuse drehen.
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