Radtour durch den Alten Elbtunnel: Informationen und Sehenswürdigkeiten

Der Alte Elbtunnel, auch bekannt als St. Pauli-Elbtunnel, ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen Hamburgs. Er verbindet seit über 100 Jahren die nördliche Elbseite mit den Hafengebieten auf der südlichen Seite und ist eine beliebte Attraktion für Touristen und Einheimische gleichermaßen. Doch was kann man dort noch erleben, außer einem Spaziergang und dem Schießen von Erinnerungsfotos? Und was genau steckt eigentlich hinter dem Alten Elbtunnel?

Unter der Elbe entlang

Die 17 Kilometer lange Route beginnt an den St. Pauli Landungsbrücken. Der Startpunkt könnte kaum mehr Lokalkolorit versprühen. Der Blick auf die Kräne des Hamburger Hafens und die wogende Elbe, der Duft von Fischbrötchen in der Nase und eine leichte Brise im Gesicht - das ist Hamburg pur. Von hier startet unsere kleine Fahrradtour. Es geht entlang der Elbe Richtung altem Elbtunnel. Die Route beginnt an den St. Pauli Landungsbrücken.

24 Meter unter der Erde quert der 1911 erbaute Alte Elbtunnel auf einer Länge von 426,5 Metern die Nordelbe. Fahrstühle bringen Radfahrende in die Tiefe. Sie fahren zunächst durch den 1911 erbauten Alten Elbtunnel (hinunter gelangen Sie im Aufzug) unter der Norderelbe hindurch und kommen nach 426,5 Metern in Steinwerder wieder ans Tageslicht. Auf dem Weg von den Landungsbrücken nach Steinwerder sollte man ruhig gemütlich fahren. Dann hat man mehr Zeit, um die kunstvoll gestalteten Kacheln an den Wänden des Tunnels zu bewundern. Sie zeigen allerlei Wassergetier wie Fische und Krebse. Einen Blick sollte man aber auch den prächtigen Reliefs gönnen. Die sogenannten Majolikas zeigen Szenen Hamburgs genauso wie technische Innovationen oder Szenen aus der Arbeiterwelt.

Nachdem wir in Steinwerder wieder das Licht der Welt erblicken, lohnt sich ein kurzer Schwenk nach links um den Tunnelausgang. Der Blick von hier aus über die Elbe ist sagenhaft. Wie Perlen an einer Schnur reihen sich am Elbufer die Elbphilharmonie, die Rickmer Rickmers, die Cap San Diego, die Landungsbrücken und der Fischmarkt, Einen schöneren Blick auf die Stadt gibt es kaum.

Der Stadtteil Steinwerder

Der Stadtteil Steinwerder besteht aus Hafen-, Industrie- und Gewerbeflächen. Von dort aus führt die Tour in Richtung Süden durch das Hafengebiet mit seinen endlosen Containerreihen, Kränen und Hallen. Steinwerder ist übrigens ein Stadtviertel, in dem überwiegend gearbeitet wird. Denn hier dreht sich beinahe alles um den Hafen. Knapp acht Quadratkilometer bestehen größtenteils aus Containerterminals, Gewerbeflächen und Werftanlagen.

Weiter geht die Fahrt

Entlang von Zollamt, Hafenschuppen und Schiffswerften geht es weiter zur Rethe­brücke, die 1934 erbaut wurde. Es geht vorbei am Werftgelände von Blohm und Voss, 1877 gegründet, gilt sie als eine der letzten Großwerften Hamburgs. Entlang der Deiche geht es weiter Richtung Wilhelmsburg, dem größten Stadtteil der Hansestadt. Über die Kattwykbrücke, eine 290 Meter lange Hubbrücke mit einer Durchfahrtshöhe von 53 Metern, erreicht die Tour den Stadtteil Moorburg. Kurz darauf zeichnen sich die Harburger Berge ab.

Route entlang der Süderelbe

Anschließend verläuft die Route weiter entlang zahlreicher Öltanks bis zur Kattwyk­brücke, auf der Sie über die Süderelbe nach Moorburg gelangen. Danach geht es in Richtung Süden durch Industriegebiete und Kleingartenanlagen bis zur Bahnstrecke. Durch die Unterführung an der Straße "Zum Fürstenmoor" erreichen Sie südlich der Stader Straße (B 73) den Meyers Park.

Wilhelmsburg entdecken

Hamburg hat viele Gesichter. Und eins davon kennen nur wenige: die Insel Wilhelmsburg auf der anderen Elbseite. Hier präsentiert sich die Hansestadt ganz anders als beispielsweise in Eppendorf oder Blankenese. Vom Reiherstieg-Hauptdeich geht es dann über den Vogelhüttendeich mitten rein nach Wilhelmsburg - und ein bißchen auch in eine andere Welt. Hier reihen sich syrische Imbisse an türkische Gemüsehändler, portugiesische Restaurants und deutsche Bäckereien. Multikulti von seiner schönen Seite!

Energiebunker Wilhelmsburg

Rund zwei Minuten vom Reiherstiegviertel entfernt erhebt sich stolz der Energiebunker von Wilhelmsburg. Ein massives Bauwerk mit massig Geschichte: Ursprünglich diente er als Schutzbunker für rund 15.000 Menschen vor den Fliegerangriffen der Briten im Zweiten Weltkrieg. Das Baudenkmal wurde mit einem einmaligen Energiekonzept ausgestattet und zum regenerativen Kraftwerk mit Großwärmespeicher ausgebaut.

In 30 Metern Höhe befindet sich das Café „vju“, das seinen Gästen von einer 360°-Aussichtsterrasse einen eindrucksvollen Panoramablick auf die Stadt bietet. In den stilvoll eingerichteten Räumen mit überdimensionalen Panoramafenstern werden Sie sich wohlfühlen.

Inselpark Wilhelmsburg

Lernen, Schlendern und Erleben im Wilhelmsburger Inselpark: Weiter am Veringkanal biegen Sie nach etwa 500 Meter südöstlich in die Georg-Wilhelm-Straße ein, wo Sie nach 1,5 km den Wilhelmsburger Inselpark erreichen. Neben einem Hotel und einem Restaurant verschreibt sich das hier beherbergte Science Center ganz dem Thema "Wald und Holz". An rund 80 Stationen wird spannend erklärt, wie der Wald das ökologische System unserer Erde beeinflusst.

Mit viel frischem Wissen begeben Sie sich nun in die grüne Oase - dem Inselpark. Zwei Themenwelten dominieren den Park: Natur & Garten und Sport & Bewegung. Wahrzeichen des Parks ist übrigens der Sansibar-Felsen mit seiner Schwarzkiefer in Bonsai-Form. Wem mehr der Sinn nach Action steht, macht einen Abstecher zum Hochseilgarten, zum Skatepark oder zur Nordwandhalle zum Klettern.

Bunthäuser Spitze

Weiter an das Delta von Norder- und Süderelbe radeln: Wussten Sie eigentlich, dass Wilhelmsburg eine Insel ist? Der Stadtteil liegt eingebettet zwischen der Norder- und der Süderelbe. Nach insgesamt knapp 8 km kommen Sie an der Bunthäuser Spitze an. Dort befindet sich in einem Naturschutzgebiet das 1914 erbaute Leuchtfeuer Bunthaus an Elbkilometer 609. Der malerische grüne, hölzerne Turm ist um die sieben Meter hoch.

Der Rückweg beginnt am Leuchtturm und führt in nordwestlicher Richtung bis zur Windmühle Johanna. Den kurios anmutenden Namen hat diese Idylle aus dem Plattdeutschen: Heucke war dabei der Name einer Familie, die früher auf der ehemaligen Elbinsel Moorwerder lebte. Lock dagegen ist die historische Bezeichnung für eine mit Wasser gefüllte Senke.

Auswanderermuseum BallinStadt

Die vorletzte Station unserer Tour führt uns vom Naturschutzgebiet über den Niedergeorgswerder Deich zum Auswanderermuseum BallinStadt. Erbaut wurde das heutige Museum von Albert Ballin, der damit den Menschen, die in die USA auswandern wollten, eine Anlaufstelle bot. Seine Geschichte ist im ersten von insgesamt drei Häusern der BallinStadt zu erleben.

Wir nähern uns dem Ende unserer Tour, indem wir durch das Wohngebiet auf der Veddel über die imposante Elbbrücke über die Norderelbe fahren. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die moderne Hafencity.

Wissenswertes über den Alten Elbtunnel

Der Alte Elbtunnel war zu seiner Zeit eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Der Tunnel besteht aus zwei Röhren, die jeweils 426,5 Meter lang sind und verläuft unter der Elbe. Er verbindet die Landungsbrücken im Stadtteil St. Pauli mit Steinwerder. Seine Aufgabe war es, den Verkehr zwischen den beiden Elbseiten zu erleichtern und den Hafenarbeitern einen sicheren und schnellen Weg zur Arbeit zu bieten. Heute steht der Alte Elbtunnel unter Denkmalschutz und wird vor allem von Fußgängern und Radfahrern genutzt.

Bau und Geschichte

Der Bau des Alten Elbtunnels begann 1907 und dauerte vier Jahre, bis er am 7. September 1911 feierlich eröffnet wurde. Er war der erste Flusstunnel auf dem europäischen Kontinent und setzte neue Maßstäbe in der Tunnelbau-Technik.

Zeittafel

Jahr Ereignis
1907 Baubeginn des Alten Elbtunnels
1911 Eröffnung des Alten Elbtunnels am 7. September
1943 Zweiter Weltkrieg: Teilweise Beschädigung, aber weiterhin in Betrieb
1950er Wiederaufbau und Modernisierung
1975 Denkmalstatus
2009-2019 Umfassende Renovierung
2019 100-jähriges Jubiläum

Nutzung

Der Alte Elbtunnel zieht Besucher aus aller Welt an, weil er ein einzigartiges Stück Hamburger Geschichte darstellt und eine außergewöhnliche Möglichkeit bietet, die Elbe zu unterqueren. Die Tunnelröhren sind mit beeindruckenden Jugendstil-Reliefs verziert, und die Fahrt mit den historischen Aufzügen ist ein besonderes Erlebnis. Der Alte Elbtunnel ist für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer zugänglich. Fußgänger und Radfahrer können den Tunnel kostenlos nutzen. Autofahrer dürfen den Tunnel nur zu bestimmten Zeiten befahren und müssen eine Gebühr entrichten.

Autofahrer dürfen den Tunnel nur wochentags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr befahren. Es gibt eine maximale Höhenbegrenzung von 1,92 Metern und eine Gebühr von 2 Euro pro Durchfahrt. Die Fahrspuren sind eng, und die Geschwindigkeit ist auf 30 km/h begrenzt.

Fotospots im Alten Elbtunnel

  1. Eingangsanlage St. Pauli: Architektonisches Highlight mit grüner Kuppel. Beste Zeit: Tageslicht, besonders morgens oder abends.
  2. Im Inneren des Tunnels: Gekachelte Wände, lange Form, spezielle Beleuchtung. Beste Zeit: Tagsüber.
  3. Südlicher Ausgang in Steinwerder: Blick auf die Skyline von Hamburg. Beste Zeit: Spätnachmittag bis Sonnenuntergang.
  4. Blick von der Elbe: Einzigartige Perspektive auf die Eingangsgebäude. Beste Zeit: Während einer Hafenrundfahrt am späten Nachmittag.
  5. Nachtaufnahmen am St. Pauli Eingang: Wunderschöne Beleuchtung. Beste Zeit: Nach Einbruch der Dunkelheit.
  6. Fahrstuhlbereiche: Interessante Fotomotive durch die Mischung aus Technik und Architektur. Beste Zeit: Tagsüber.

Legenden und Mythen

Der Alte Elbtunnel ist Schauplatz vieler Geschichten und Legenden. Eine der bekanntesten Legenden besagt, dass während des Baus des Tunnels ein Arbeiter ums Leben kam und sein Geist seitdem in den Tunnelröhren spukt. Einige Legenden besagen, dass während des Zweiten Weltkriegs wertvolle Schätze und Kunstwerke im Tunnel versteckt wurden, um sie vor Bombenangriffen zu schützen.

  • Der Geist eines Bauarbeiters: Sein Geist wandert angeblich durch die Tunnelröhren.
  • Das Geisterschiff: Ein Mythos erzählt von einem Geisterschiff, das durch den Tunnel segelt.
  • Die verborgenen Schätze: Geschichten von Schätzen, die im Tunnel versteckt wurden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

  • St. Pauli Landungsbrücken: Ein zentraler Anlaufpunkt für Touristen.
  • Rickmer Rickmers: Ein historisches Segelschiff, das heute als Museum dient.
  • Cap San Diego: Ein Museumsfrachter, der besichtigt werden kann.
  • Elbphilharmonie: Ein architektonisches Meisterwerk mit einer Aussichtsplattform.
  • Speicherstadt: Das historische Lagerhausviertel mit Museen und Attraktionen.
  • HafenCity: Ein modernes Viertel mit Wohn-, Büro- und Freizeitbereichen.

Praktische Informationen

  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Autofahrer nur wochentags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr.
  • Sicherheit: Maximale Höhenbegrenzung von 1,92 Metern für Fahrzeuge und Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h.
  • Wetterbedingungen: Wettergeschützt, aber kühl im Tunnel.

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel

  • Mit der U-Bahn: U3, Haltestelle "Landungsbrücken".
  • Mit der S-Bahn: S1 und S3, Haltestelle "Landungsbrücken".
  • Mit dem Bus: Linien 111, 112 und 610, Haltestelle "Landungsbrücken".

Auto

  • Aus Richtung Süden (A1/A7): Richtung Hamburg-Zentrum, dann Hafencity und Landungsbrücken.
  • Aus Richtung Norden (A23/A7): A7 bis Ausfahrt Hamburg-Othmarschen, dann Richtung Altona und Landungsbrücken.

Parkmöglichkeiten

  • Parkhaus Landungsbrücken (APCOA)
  • Parkhaus Michel-Garage
  • Straßenparkplätze (kostenpflichtig)

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