Wir lieben Fluss-Radwege. Der Lechradweg schlängelt sich entlang des Lechs durch die unterschiedlichsten Regionen und Landschaften. Von der Ebene bei der Donaumündung bis hin ins gebirgige Lechtal mit rundherum hoch aufragenden Bergen. Und auch der Fluss verändert sich immer. Vom großen, langsamen Strom bis hin zum wild sprudelnden Gebirgsfluss. Der Lechradweg ist gut ausgeschildert.
Der Lech ist ein 256 Kilometer langer rechter Nebenfluss der Donau. Der Lech entsteht im Lechquellengebirge in Vorarlberg aus den beiden Quellbächen Formarinbach und Spullerbach und fließt zunächst in Richtung Nordwest zwischen den Allgäuer Alpen und Lechtaler Alpen durch Tirol. Nahe der Grenze zu Bayern nimmt er die Vils auf und fällt den 12 Meter hohen Lechfall hinunter bevor er durch Füssen fließt. Auf seinem weiteren Weg in nördlicher Richtung gibt es etliche Stauseen.
Der teils geteerte, teils geschotterte Lechradweg (nicht zu verwechseln mit dem Weitwanderweg Lechweg) führt flussaufwärts über ca. 244 km von Marxheim in Deutschland durch die Naturparkregion Reutte bis nach Steeg durchs Lechtal. Auf drei Lebensabschnitten und in fünf Etappen führt der Lechradweg durch Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Fast scheint es so, als würden Radfahrer seine Lebensreise im Rückblick erleben.
Um diese erlebbar zu machen, haben sich vier Regionen zusammengeschlossen: Umgekehrt der Fließrichtung des Lechs geht es über Bayerisch Schwaben und den Pfaffenwinkel ins Allgäu und durch die Naturparkregion Reutte bis ins Lechtal.
Die Etappen des Lechradwegs
Das spannende beim Lechradweg: jede Tagesetappe ist anders. Der Lechradweg ist super vielfältig. Weil wir das nicht alles in diesen einen Artikel packen wollten, haben wir euch für jede Etappe einen eigenen Artikel geschrieben.
Etappe 1: Von Marxheim nach Augsburg
Im Norden zieht sich der Lech noch breit durch die Landschaft. Die Route des Lechradweg startet direkt an der Mündung des Lech in die Donau in Marxheim bei Donauwörth. Von hier geht es immer Richtung Süden. Durch die Region Donau-Ries an Thierhaupten und Langweid vorbei nach Augsburg. Lech, Parklandschaften und Schrebergärten: Von der MAN-Brücke geht es so grün zum Hochablass nach Augsburg hinein, dass man nicht das Gefühl hat, in einer Stadt unterwegs zu sein. Hier angekommen, lohnt es sich die Kanustrecke am Eiskanal am anderen Lechufer anzusehen. Sie wurde zu den Olympischen Spielen 1972 gebaut und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe "Augsburger Wassermanagement-System".
Etappe 2: Von Augsburg nach Schongau
Von hier schlängelt sich der Weg - mal am Lech - mal etwas davon entfernt über Kaufering, Landsberg am Lech nach Schongau und Lechbruck. Von Landsberg führt die Radroute über Augsburg weiter bis nach Donauwörth bis der Fluss in die Donau mündet.
Etappe 3: Von Schongau nach Füssen
Hier kommen wir dann so richtig im Allgäu an, bzw. an dessen östlichen Rand. Denn der Lech markiert die Ostgrenze des Allgäu. Hier kommen dann schon die Berge in Sicht, in die es auf dem Lechradweg die ganze Zeit zugeht. Vorbei am Forggensee geht es nach Füssen und dann weiter über die Landesgrenze nach Tirol und nach Reutte. Viele tolle Aussichtspunkte sind auf Etappe 3 Programm. Von der Lechbrücke geht‘s in die historische Altstadt von Landsberg am Lech. Südlich führt der Weg durch den Wildpark Pössinger Au nach Pitzling, einem ehemaligen Flößerdorf. An der Kirche verlässt man den Fluss und radelt oberhalb durch ein Waldgebiet. Achtung: Im Wald gibt es viele Abzweigungen, also genau an die Beschilderung halten! Über eine offene Wiesenlandschaft wird Stadl mit der sehenswerten St. Johann Baptist-Kapelle erreicht. Hier wendet sich der Weg nach Westen steil nach Mundraching zum Lech hinunter, wo es über eine Brücke nach Lechmühlen und weiter nach Hohenwart geht. Danach wieder zum Lech hinunter radeln, wo man mit schönen Blicken auf der Kante des Hochufers bis nach Epfach fährt. Hier gibt es ein kleines römisches Museum. Ab jetzt hat man das Alpenpanorama immer wieder vor Augen. Kurz vor Kinsau können auf dem Rastplatz die am Lech heimischen Wasservögel sehr gut beobachtet werden. Danach geht es wieder steil zum Hochufer hinauf und man verlässt dieses bei Hohenfurch, ebenfalls ein Flößerdorf. Vor großen Reisen erbaten die Flößer in der St. Ursula-Kapelle Beistand. Unterhalb des Ortes verläuft das Naturschutzgebiet Schönach mit Steilhalden und Flussauen. Entlang der Straße geht es nach Schongau mit seiner sehenswerten Altstadt. Über die Trasse der Via Claudia Augusta gelangt man wieder ans Hochufer des Lechs. Bei Regengüssen auf dem geschotterten Waldweg aufpassen! Unmittelbar vor Burggen den Abzweig zur Litzauer Schleife nehmen. Ein absolutes Muss! Weiter geht‘s nach Burggen auf einem Privatweg bis nach Dessau und von dort flach entlang des Lechs nach Lechbruck in die Siebenbürger Straße.
Etappe 4: Von Füssen nach Reutte
Hier ist der Lech schon ein fast unverbauter Wildfluss. Und der Lechradweg ist hier immer direkt am Wasser. Die türkise Farbe ist grandios.
Etappe 5: Von Reutte nach Steeg
Weißenbach am Lech ist der letzte Ort in der Naturparkregion Reutte, bevor es ins Lechtal hineingeht. Berge ringsherum, den Lech direkt an der Seite, geht es am Badesee "Am Lechweg" vorbei und unter der Johannesbrücke hindurch in ein Almgebiet. Von der Forchacher Hängebrücke bietet sich ein sehr schöner Blick auf die Kiesbänke des Lechs. Oberhalb des Flusses radelt man durch grüne Wiesen und lockeren Auwald am Fuße des Berghanges bis zum Schwarzwasserbach, der sich in den Lech ergießt. Entlang des Lechzopfes geht es in Richtung Vorderhornbach, wo es ein Naturerlebnisbad gibt. Zwischen der Mündung des Hornbachs und dem Lech lohnt ein Abstecher zum Frauenschuhgebiet. Meist blüht diese geschützte Pflanze im Juni. Von Martinau fährt man entlang des Lechs und am Fuße der Alpen vorbei an kleinen Orten bis zum Naturparkzentrum Elmen. Auf dem Abschnitt von Klimm bis Häselgehr kann man immer wieder hinunter zum Lech und an der Streimbachmündung sehr gut Wasservögel beobachten. In Häselgehr die Lechseite wechseln, durch den Schneeheide-Kiefernwald hindurchfahren und dem Lech weiter nach Grießau folgen. Dann geht es über Wiesen vorbei an Elbigenalp, wo es eine traditionelle Holzschnitzerei gibt. In Lechnähe führt der Weg nach Bach und auf einem Wiesenweg weiter nach Stockach, wo die Straße überquert wird. Hier mündet ein weiterer Lecharm ein. Auf diesem idyllischen Abschnitt bis nach Steeg wird die Flussseite noch ein paar Mal gewechselt. Ein Abstecher nach Holzgau lohnt schon wegen der tollen Fassaden mit historischer Lüftlmalerei. Über Walchen geht es durch Dickenau hindurch bis zum Endpunkt in Steeg. Wegbeschreibung: Die fünfte und letzte Etappe verläuft je nach Tageszeit sonnig durch die Weite des Lechtals und am Fuße der Berge entlang des türkisblauen Wildflusses.
Informationen zum Lechradweg
- Länge: 244,2 Kilometer
- Dauer/Etappen: 3-5 Tagesetappen (Je nach Sportlichkeit und Sightseeing-Stopps)
- Höhenunterschied: Anstieg 1415 Höhenmeter / Abstieg 693 Höhenmeter
- Weg-Charakter: Der Lechradweg ist größtenteils asphaltiert, sonst verläuft der Weg über gut planierten Schotter. Der Weg ist sehr eben. Nur auf der 4. Etappe gibt es größere Steigungen.
- Beste Reisezeit: Ende April bis Oktober
- Barrierefreiheit: Nein. Zwar ist der Weg größtenteils barrierefrei, dennoch sind einige Abschnitte des Weges nicht ganz barrierefrei, so das ein Fahren mit Hand-Bikes nicht uneingeschränkt möglich ist.
- E-Bike-tauglich: Absolut. Es gibt auch entlang der Strecke zahlreiche Lade-Stationen für E-Bikes. Außerdem weist der Digitale Reiseassistent (e-)radfreundliche Betriebe aus.
- Gepäcktransport: es gibt Anbieter, die Organisation und Gepäcktransport anbieten (z.B.
Der Lechradweg ist eine super schöne Tour, vorbei an ganz unterschiedlichen Landschaften und Orten - und damit auch durch ganz unterschiedliche Kulinarik-Regionen. Macht den Lechradweg auf jeden Fall gen Süden! Lasst euch nicht von den Höhenmetern abschrecken.
Der Lech-Radweg wird offiziell flussaufwärts geführt, da der Ausblick auf die Alpen sehr imposant ist und man sein Tourziel somit immer vor Augen hat. Die Radroute führt beständig, aber nur leicht bergan und lässt sich somit gut in beide Richtungen befahren.
Anreise und Abreise
Der einfachste Weg ist die Anreise per Zug nach Donauwörth. Von hier geht es mit dem Rad rund eine Stunde auf dem Donauradweg nach Marxheim. Auch eine Anreise mit dem Auto ist möglich. Es gibt in Donauwörth einen großen Park&Ride Parkplatz. Der Parkplatz an der Schwabenhalle (P9 Ecke Gartenstraße/Neue Obermayerstraße) in der Nähe des Bahnhofes bietet sich an.
Die Heimreise mit Bus und Zug ist super entspannt und gut organisiert. Ab Steeg fährt in den Sommermonaten ein Fahrrad-Bus mit extra Anhänger bis nach Reutte, aber auch alle anderen Busse haben Platz für bis zu 5 Räder am Heck. Fragt in eurer Unterkunft unbedingt nach der Reutte Aktiv-Karte - mit dieser könnt ihr kostenlos mit dem Bus fahren. Ihr braucht dann nur noch ein Fahrrad-Ticket für 5 Euro pro Rad.
Von Reutte aus geht es mit dem Bus nach Füssen oder mit dem Zug nach München.
Reutte in Tirol ist mit der Bahn erreichbar. Es liegt an der Bahnstrecke der Außerfernbahn zwischen Kempten und Garmisch-Partenkirchen. Bis Reutte kann man sogar mit dem Deutschlandticket reisen.
Zwischen Reutte und Lech am Arlberg verkehrt ein Linienbus VVT Linie 110. Der mit Fahrradanhänger ausgestattete Bus verkehrt in der Sommersaison dreimal am Tag auf der Teilstrecke zwischen Reutte und Warth (Fahrzeit ca 70 min).
Ausrüstungstipps
Zunächst einmal möchten wir euch die Ortlieb-Taschen empfehlen. Wir haben schon diverse Satteltaschen-Modelle von Ortlieb dabei gehabt und waren immer happy. Viel Platz, wasserdicht, einfach zu benutzen. Außerdem haben wir immer ein leichtes Zelt dabei. Wärmsten empfehlen können wir euch dieses hier von MSR. Etwas günstiger, aber auch gut, wäre zum Beispiel dieses hier von Forceatt.
Sehenswürdigkeiten entlang des Lechradwegs
Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Es gibt ungefähr so viele Gründe und Gelegenheiten auf dem Lechradweg anzuhalten, wie es Flusskilometer gibt. Allein die Landschaft bietet so viele Ausblicke und Aussichten, da wird jedes Absteigen zum highlight. Aber auch in den Städten Rain, Augsburg, Landsberg und natürlich Füssen lohnen sich ausgedehnte Spaziergänge und Stopps. Doch jeden und jede interessiert etwas anderes. Am besten ihr verschafft euch in unseren Artikeln zu den einzelnen Etappen einen Überblick. Der Marktplatz von Schongau.
Links und rechts des Weges werden die vielen spannenden Geschichten rund um den Lech, seine Nutzung als Energielieferant, Naturphänomene und Sehenswürdigkeiten erlebbar gemacht. Schon mal etwas vom Lechzopf gehört? Wie funktioniert die Fischaufstiegsanlage an der Staustufe in Kaufering? Und wie sieht es im Bauch des historischen Wasserkraftwerks Langweid aus, das als Technikdenkmal des Augsburger Wassermanagement-Systems auf der Welterbeliste der UNESCO steht? Viele der Höhepunkte an der Strecke werden im digitalen Serviceheft erklärt. Zudem kann man an über rund 30 Audio-Touren, sogenannten Lauschpunkten, noch tiefer in die Geschichten eintauchen. Sie sind auch für Menschen mit Seheinschränkungen eine tolle Möglichkeit, Expertenwissen direkt vor Ort zu bekommen. Auf Teilstücken des Lechradwegs wurden zudem vier barrierefreie Routen mit Verlängerungsmöglichkeiten geschaffen, die im digitalen Serviceheft mit eigens erlebbaren Höhepunkten beschrieben werden.
Nützliche Tools für die Planung
Bei der Etappenplanung und Navigation hilft der digitale Reiseassistent unter www.lechradweg.info. Dort könnt ihr eure Tagesetappen auf dem Smartphone ganz individuell gestalten könnt angeben, welche Sehenswürdigkeiten ihr auf der Route entdecken wollt. Außerdem findet ihr in der interaktiven Karte Unterkünfte, Ladestationen und Fahrrad-Werkstätten, Lauschpunkte, Bahnhöfe und sogar öffentliche Toiletten.
Für den digitalen Reiseassistenten wurden wichtige Anwendungen für Radreisende klug durchdacht und er setzt definitiv neue Maßstäbe. Er bündelt alle Informationen zum Weg und den einzelnen Etappen und navigiert über die Gesamtstrecke. Leicht bedienbar filtert er unter anderem radspezifische Unterkünfte, Reparatur- und Ladestationen. Viele Infos sind sogar offline abrufbar. Extra-Bonus: Mit der App kann man seine Reise individuell von der An- bis zu Abreise planen und mit dem Reisetagebuch seine Erlebnisse sogar mit Freunden teilen. Die werden wahrscheinlich vom Büro aus neidisch gucken.
Hinweise
Hinweis: Der Lechradweg verläuft Abschnittsweise auf Wegen, die der Wasserwirtschaft gehören. Diese werden u. a. von deren Betriebsfahrzeuge genutzt. Die Ämter sind bemüht die Wege in einem radfahrgerechten Zustand zu präparieren. Aufgrund der flussnähe kann es nach einem Hochwasser zeitweise zu Sperrungen, Behinderungen und Schäden am Radweg kommen. Diese werden nach Möglichkeit zeitnah behoben. Doch nicht immer kann dies sofort erfolgen, da nach einem starken Hochwasser z. B. Dammschäden Priorität haben.
Soviel von uns. Teilt gerne eure Erfahrungen zum Lechradweg in den Kommentaren und/oder meldet euch mit Fragen.
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