Es gibt viele Gründe, Urlaub in Flusstälern zu machen: Die Landschaft ist zumeist sehr ansprechend, die Ortschaften in Flussnähe sind kulturell und historisch interessant, und touristisch sind Flussregionen gut erschlossen. Für Radfahrer gibt es noch ein augenfälliges Argument, das den Flussurlaub reizvoll macht: Am Ufer entlang gibt es normalerweise kaum Steigungen.
Das macht Radwandern an Flüssen auch für Familien besonders angenehm; dem zusätzlichen „Ballast“ in Anhänger oder Kindersitz zum Trotz fährt es sich stromabwärts fast von alleine, und für die kleinen Passagiere gibt es immer was zu sehen. Radeln sie schon selbst, schaffen auch jüngere Kinder dank der günstigen Geländebeschaffenheit größere Strecken - das schult nicht nur die Fahrpraxis, es ist auch gut fürs Selbstbewusstsein.
Nennenswerte Fließgewässer gibt es in Aachen Stadt bekanntlich keine; trotzdem finden sich auch für Familien, die direkt im KingKalli-Reich losradeln möchten, schöne Flussradwege. Für einen spontanen Tagesausflug eignet sich zum Beispiel die Strecke über Herzogenrath nach Roermond.
Ein Tagesausflug an Wurm und Rur
Wer sich zutraut, mit dem Rad nichtasphaltierte Wege zu bewältigen, kann schon an der Krefelder Straße (Kaisersruh) in das Wurmtal fahren und der Wasserburgenroute (WBR) Richtung Herzogenrath-Kohlscheid folgen. „Ich kreuze hinter dem Friedhof Kohlscheid meistens die Wurm und fahre durch die Alte Furth, ein historisches Bergwerk, an der Kläranlage Steinbusch vorbei“, erklärt Michael Penners. „Aber die Wasserburgenroute hat in Herzogenrath verschiedene Knotenpunkte; es gibt also mehrere Möglichkeiten.“
In der Nähe des Herzogenrather Bahnhofs trifft die WBR dann auf die 2LR, die Zwei-Länder-Route. Sie führt ein Stück weit parallel zur Wurm entlang der Bahnlinie und der Grenzstraße zwischen Deutschland und den Niederlanden. In Übach-Palenberg geht es direkt am Wurmufer entlang auf dem Radweg 106 über Geilenkirchen bis Heinsberg-Randerath, vorbei an alten Gutshöfen.
Hier muss man sich von der Wurm trennen. Auf der NRR 79 (NiederRheinroute) trifft man in Hückelhoven auf den zweiten Fluss der Tour, die Rur. Auf dem Rurufer-Radweg, der rot-weiß markiert und zusätzlich mit einem blau-grünen Flusssymbol gekennzeichnet ist, fährt man durch kleine Ortschaften, Felder und Wiesen und passiert verschiedene Seen.
Nahe Vlodrop ist man - schwups! - auch schon auf der niederländischen Seite, die Rur heißt von hier an Roer. Bald ist Roermond erreicht, wo die Rur in die Maas mündet - der dritte Fluss für diesen Tag. Das geschichtsträchtige limburgische Städtchen mit seinen knapp 60.000 Einwohnern ist ein würdiger Endpunkt für die ca. 60 Kilometer lange Route.
Nach einer Erkundungstour durch die mediterran anmutende Stadt kommt man mit der Bahn über Heerlen zurück nach Aachen.
Wurmtal-Route: Industriekultur und Naturerlebnisse
Vor wenigen Jahrzehnten prägte der Bergbau das Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande und dessen Relikte sind noch an vielen Stellen sichtbar. Tauchen Sie ein in eine spannende Mischung aus Industriekultur und faszinierender Landschaft. Die Route verbindet insgesamt sechs Halden des ehemaligen Bergbaugebiets: Anna-Noppenberg, Anna I und II, Adolf, Carl-Alexander sowie Carolus Magnus.
Nach Rekultivierung entstanden auf den einzelnen Halden vielseitige Freizeitmöglichkeiten, atemberaubende Aussichtspunkte und faszinierende Naturlandschaften. Neben den Halden zeugen verschiedene Industriedenkmäler, wie z.B. die Bergbausiedlung Alsdorf-Busch, die nahegelegene Energielandschaft Anna, bzw. Zahlreiche Burgen und Schlösser entlang des Weges.
Auch landschaftlich weiß die Route aufgrund der idyllischen Wald-, Feld-, und Wiesenlandschaften entlang des Wurm- und Broichbachtals zu überzeugen. Durch die Kraft des fließenden Wassers ändert sich der Gewässerverlauf ständig, immer wieder entstehen neue Rinnen, Kiesbänke, abbröckelnde Steilufer, verlassene Flussbetten und neue Auenwälder. Auch das Broichbachtal begeistert durch seine facettenreiche Flora und Fauna.
Die Tour verläuft außerhalb der Ortschaften überwiegend auf autoarmen Rad-, Ufer- und Wirtschaftswegen sowie gering frequentierten Straßen. Die Wege sind teils asphaltiert, teils wassergebunden und überwiegend in gutem Zustand. Steigungen sind kaum zu bewältigen, nur bei Verlassen des Wurmtals wird es etwas hügelig.
Der Startpunkt dieser rund 30 km umfassenden Tour liegt im 7 Hektar großen CarlAlexanderPark in Baesweiler, welcher im Zuge der Euregionale 2008 entstanden ist. Der imposante Haldenaufstieg und eine tolle Aussichtsplattform laden dazu ein, die Halde zu begehen und den Verlauf der Radtour bereits vorab von oben zu bestaunen. Weitblicke auf alle umliegenden Halden garantiert!
Ruhig und fernab von Verkehr führt die Tour auf Feldwegen weiter Richtung Geilenkirchen in das idyllische Wurmtal und entlang des quirligen Flüsschens durch eine schöne Natur- und Flusslandschaft bis zum Schloss Trips, einem Wasserschloss aus dem 15. Jahrhundert. Mit Schloss Rimburg passieren Sie dabei eine weitere imposante Wasserburg, bevor die Strecke das Wurmtal verlässt und es bergauf wieder in Richtung Baesweiler führt.
Details zur Wurmtal-Route
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Länge | 34,0 km |
| Höhenmeter | 160 |
| Dauer | 2:30 h |
| Kondition | mittel |
Wandern im Wurmtal
Wer aus Aachen kommt und gerne joggt, Fahrrad fährt oder ausgedehnte Spaziergänge liebt, wird für sich längst das Wurmtal entdeckt haben. Von der Initiative »Der neue Nahverkehr in NRW« und den Wanderexperten des Sauerländischen Gebirgsvereins e.V. ist die 16 Kilometer lange Strecke zwischen Herzogenrath und Aachen schon vor zwei Jahren zu einer der neun schönsten Wanderstrecken in ganz Nordrhein-Westfalen erklärt worden.
Für die komplette Route ab dem Herzogenrather Bahnhof sollte der durchschnittlich trainierte Wanderer vier Stunden einplanen. Insgesamt wird der Schwierigkeitsgrad eher leicht bis mittel eingestuft. Vom Bahnhof aus geht es rechts auf den Europäischen Wanderweg »E8«, der nach drei Kilometern die Wurm kreuzt und dann zur Burg Wilhelmstein führt.
Hier beginnt nun auch der landschaftlich reizvollste Teil der Wanderung: Durch das Landschaftsschutzgebiet »Wurmtal« schlängeln sich Wald- und Feldwege bis in die Aachener Soers. In der Ferne ist bald der Lousberg mit dem Drehturm zu erkennen. Über den Salvatorberg mit seiner alten Klosterkirche geht es dann direkt in die Stadt bis zum Aachener Dom, wo die Wanderung endet.
Selbstverständlich ist die umgekehrte Strecke von Aachen nach Herzogenrath ebenso zu empfehlen. Und mit Bus und Bahn ist man schnell und bequem am jeweiligen Start bzw. Endpunkt der Wanderung.
Erkunden Sie die abwechslungsreiche Wald-, Feld- und Wiesenlandschaft entlang der Wurm, des Übachs und des Broichbachs. Auf dieser Route können Sie die idyllischen Wald- Feld- und Wiesenlandschaften entlang des Wurm- und Broichbachtals kennen lernen.
Der größtenteils naturbelassene Flussverlauf der Wurm weist eine eindrucksvolle Fließdynamik auf, die landesweit Ihres gleichen sucht. Durch die Kraft des fließenden Wassers ändert sich der Gewässerverlauf ständig, immer wieder entstehen neue Rinnen, Kiesbänke, abbröckelnde Steilufer, verlassene Flussbetten und neue Auenwälder.
Auch das Broichbachtal begeistert durch seine herrliche Flora und Fauna. Aber nicht nur Naturliebhaber kommen an Wurm und Broichbach auf Ihre Kosten. Zahlreiche Burgen und Schlösser wie z.B. Burg Rode, das Wahrzeichen von Herzogenrath, Schloss Rimburg, Schloss Zweibrüggen oder Schloss Ottenfeld säumen den Weg und erinnern an längst vergessene Tage.
Auch industriekulturelle Zeugnisse sind entlang der Strecke zu finden, so z.B. der Grube Adolfpark mit seinen zahlreichen Freizeit- und Sportmöglichkeiten sowie einer Aussichtsplattform auf dem Gipfel der Halde.
Nach Rekultivierung von Zeche und Halde durch gezielte Anpflanzungen in den 70er Jahren war das Gelände über Jahrzehnte sich selbst überlassen. Die Natur hat sich hier urwüchsig entwickelt und eine wilde Schönheit entfaltet.
Das am Fuße der Halde gelegene Fördermaschinenhaus ist das letzte verbliebene Gebäude der Zechenanlage Grube Adolf, auf der von 1913 bis 1972 Steinkohle gefördert wurde. Es wurde denkmalgerecht instandgesetzt und beherbergt eine gut erhaltene Fördermaschine von der Gutehoffnungshütte Sterkrade aus dem Jahre 1913.
Die Tour führt von Würselen Mitte aus durch die beliebten Naherholungsgebiete des Wurm- und Broichbachtals sowie zum Flughafen Merzbrück. Das Wurmtal bietet mit dem mäandrierenden Fluss, seinen grünen Wiesen, den Laubwäldern, den einzelnen Gehöften, Mühlen und dem autofreien Streckenverlauf ein einmaliges Erlebnis von Natur und Landschaft.
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