Radweg von Bad Bevensen nach Uelzen: Eine Entdeckungstour durch die Lüneburger Heide

Bad Bevensen, eine kleine Stadt in der Region Uelzen, Deutschland, ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für Radtouren. Die geografische Lage von Bad Bevensen zeichnet sich durch ihre Nähe zur Lüneburger Heide aus. Als Teil der ADFC-zertifizierten RadReiseRegion Uelzen starten acht ausgeschilderte Rundtouren direkt in Bad Bevensen und führen durch weite Wälder, Auen- und Heidelandschaften.

Auf dem Weg von Bad Bevensen nach Uelzen folgen Radfahrer dem ruhigen Lauf des Elbe-Seitenkanals, ehe es durch das malerische Gebiet der Großen Heide geht, in der herrliche Wiesenflächen und alte Wälder warten.

Highlights entlang der Strecke

Die touristisch relevanten Sehenswürdigkeiten in Bad Bevensen machen die Radtouren noch attraktiver. Ein absolutes Highlight ist das Jod-Sole-Thermalbad, das sowohl Entspannung als auch Erfrischung nach einer langen Fahrt bietet. Auch der Kurpark mit seinem Rosengarten und dem idyllischen See lädt zu einer Rast ein.

Ein freundlicher Neptun grüßt bei der Einfahrt in den Kurpark Bad Bevensen und lädt zum Bad in die Jod-Sole-Therme ein. Von der Altstadt führen fünf Brücken in den Kurpark. Viele Radwege innerhalb des Kurparks laden zu seiner Erkundung ein.

Die Strecke beginnt in Hösseringen, einem kleinen Heideort, der mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Wer die Gegend intensiv erkunden möchte, sollte sich hier einen zusätzlichen Tag gönnen, denn das Museumsdorf Hösseringen ist ein echtes Highlight. In den historischen Fachwerkhäusern wird das Leben der Heidebauern lebendig, während der angrenzende Heide-Entdeckerpfad die typische Vegetation der Region zeigt.

Nach wenigen Kilometern bietet der Hardausee eine willkommene Gelegenheit für eine erste Rast. Weiter geht es nach Suderburg, einem lebendigen Hochschulstandort mit technikgeschichtlichem Erbe. Besonders spannend ist die Rieselwiese, eine Versuchsanlage zur Wasserbewirtschaftung, die mit kindgerechten Experimentierstationen die historische Technik erklärt. Direkt am Weg liegt die Radwegekirche St. Remigius mit ihrem markanten Feldsteinturm.

Kurz darauf erreicht die Route das kleine Dorf Borne, wo sich am Ortsausgang ein idyllischer Rastplatz befindet. Von hier aus geht es auf nahezu autofreien Wirtschaftswegen weiter in Richtung Niendorf II, wo sich die Nebenroute mit der Hauptroute des Ilmenauradwegs vereint. Die Hansestadt Uelzen, mit dem farbenfrohen Hundertwasser-Bahnhof, ist das nächste Ziel.

Diese Strecke ist eine perfekte Wahl für Naturliebhaber und Kulturinteressierte, die abwechslungsreiche Landschaften mit spannenden historischen Orten verbinden möchten.

Streckenverlauf im Detail

Startpunkt der Tour ist der Bahnhof Bad Bevensen. Da wir zuerst in westliche Richtung fahren unterqueren wir die Gleise durch die Unterführung und starten auf der Rückseite des Bahnhofs. Kurz hinter dem Wasserwerk ist der Hauptzugang zu diesem isoliert gelegenen Waldgebiet, das überwiegend durch Buchenwald geprägt ist. Wenige Schritte in den Wald hinein befindet sich eine Infotafel, die über die Buchenwaldgesellschaften und die verschiedenen, sich überlagernden Schutzgebietstypen aufklärt.

Weiter geht es über eine kleine Straße westlich um den Lohn herum nach Tätendorf-Eppensen. Kurz vor dem Ort erreichen wir bereits den höchsten Punkt der Tour (96 m NN). Wir biegen links ab und können die Abfahrt in Richtung Nassennottorf genießen. In Höhe der Sandgrube fahren wir rechts und erreichen über eine weitere Abfahrt sowie die Unterführung der Bahnlinie nach Uelzen die K 22. Dieser folgen wir in Richtung Emmendorf und biegen bei nächster Gelegenheit nach Walmstorf links ab.

Wir überqueren die Ilmenau und halten uns anschließend links. Wir überqueren den Elbe-Seitenkanal und erreichen nach einem Kilometer den kleinen Ort Heitbrack, der idyllisch unter großen Eichen liegt. In Heitbrack geht es links in Richtung Jastorfer See, den wir bereits hinter hohen Bäumen vermuten können.

Wir erreichen die Zufahrt zum Damm des Elbe-Seitenkanals zu dem auch eine Treppe hinaufführt. Entweder wir nehmen die 66 Stufen zu Fuß oder wir nutzen die Auffahrt nach links auf die Dammkrone mit dem Fahrrad. Von oben besteht ein schöner Blick auf das Naturschutzgebiet „Jastorfer See“. Der See entstand durch Bodenabgrabungen beim Bau des Kanals. In diesem Bereich quert der Kanal die Ilmenauniederung. Der Fluss wird zweimal unter dem Kanal hindurchgeführt. Wenige hundert Meter weiter besteht vom Kanaldamm ein herrlicher Blick über das Ilmenautal.

Die Kanalböschungen mit ihrer mageren Grünlandvegetation sind ein bedeutender Ausbreitungskorridor für Schmetterlinge und Heuschrecken. Wieder unten am See angelangt folgen wir dem Weg nach Jastorf. Kurz vor dem Ort ist rechts ein Beobachtungsturm ausgeschildert, von dem man den größten Teil des Sees gut überblicken und ohne zu stören die Wasservögel beobachten kann. Eine Tafel mit den regelmäßig vorkommenden Vogelarten erleichtert die Bestimmung. Der See beherbergt u.a. eine Kormorankolonie.

Weiter geht es durch Jastorf in Richtung Oetzendorf, das wieder deutlich höher liegt. Das Rundlingsdorf erreichen wir von hinten und lassen es vorerst links liegen, um über die Straße nach Masendorf, die etwa 500 m südlich liegenden Teiche zu erreichen. Die Teiche nahe der K 45 sind das Laichhabitat der größten Kammmolchpopulation Norddeutschlands und Brutplatz des Kranichs. Anschließend geht es wieder zurück in Richtung Oetzendorf, das rund um Dorfgemeinschaftshaus und Backhaus zu einer Rast einlädt.

Es geht weiter nach Osten, erst durch Felder, dann durch den Wald nach Testorf. Dieses Dorf weist eine ringförmige Straße um die zentralen Höfe auf. Über Schlagte und Hagen geht es unter der stillgelegten Bahnstrecke Uelzen – Dannenberg hindurch in das Vogelschutzgebiet „Ostheide“ hinein. Dieses Gebiet wurde zum Erhalt von Heidelerche und Ortolan ausgewiesen, zwei Singvögel, die auf Äckern brüten und eine strukturreiche Kulturlandschaft als Lebensraum benötigen. Wir erreichen nach etwa 1 km auf schlechteren Wegen die Allee zwischen Weste Bahnhof und Himbergen. An der Abzweigung nach Kollendorf weist eine Infotafel auf das Vogelschutzgebiet hin.

Über Kollendorf, wo der NABU Uelzen einen Trafoturm zum „Hotel für Tiere“ umgebaut hat, geht es weiter nach Himbergen, das sich zu Rast oder Einkehr eignet. Das nächste Ziel ist Rohrstorf, wo ein weiterer Trafoturm mit Nistkästen und Informationstafeln ausgestattet wurde. Der weg steigt nun nach Westen steil an, bietet aber einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft.

Um eines der vielen Kleingewässern zu streifen, nehmen wir nicht den direkten Weg, sondern biegen noch zwei Mal ab. Die Gewässer sind Teil eines FFH-Gebietes, das einer besonderen Seltenheit gewidmet ist: der Rotbauchunke. In diesem Raum kommen die letzten Rotbauchunken Niedersachsens außerhalb der Elbtalaue vor. Ihr Bestand hat allerdings trotz der Schutzmaßnahmen und der Sanierung von Kleingewässern immer weiter abgenommen.

Weiter geht es über Strothe und Drögennottorf nach Römstedt. In westliche Richtung geht es dann durch Felder und Wälder nach Secklendorf nördlich von Bad Bevensen. Von Secklendorf fahren wir weiter nach Westen über den Elbe-Seitenkanal und eine alte Feldsteinstraße nach Bruchtorf an der Ilmenau. Wir biegen hinter der Bahnüberführung links ab und erreichen bergauf durch die Felder den Forst Rießel und den Bevenser Ortsteil Medingen.

An der Mühle in Medingen queren wir die Ilmenau. Hier befindet sich die Kanueinstiegsstelle, die bis Lüneburg ein hindernisfreies Paddeln auf der Ilmenau erlaubt. Eine Kanutour auf der Ilmenau eröffnet eine ungeahnte Perspektive und ist ein unvergessliches Erlebnis. Entsprechend groß ist hier oft der Andrang der Kanuten.

Weitere Informationen und Tipps

Die besten Jahreszeiten für Radtouren in Bad Bevensen sind Frühling und Sommer, wenn die Natur in voller Blüte steht und das Wetter angenehm warm ist. Zu dieser Zeit können Sie entlang der zahlreichen Radwege radeln und dabei die Schönheit der Umgebung genießen.

In Bad Bevensen gibt es zahlreiche Fahrradverleihstationen, an denen Sie sich ein Rad für Ihre Tour ausleihen können. Die gut ausgebauten Radwege und die abwechslungsreiche Landschaft machen das Radfahren in dieser Region zu einem unvergessliches Erlebnis.

Einige Unterkünfte haben sich besonders auf Radreisende spezialisiert und sind als Bett+Bike-Betriebe ausgezeichnet. Diese bieten nicht nur speziellen Service für Radfahrer, sondern oft auch Leihfahrräder. Auch die Fahrradverleihe vor Ort bieten Räder und E-Bikes für einen Tag oder die gesamte Urlaubszeit an.

Anfahrt zum Startpunkt

Mit dem Auto nach Bad Bevensen: Bad Bevensen ist aus allen Richtungen gut zu erreichen. Von Norden her nimmst du die A39 bis Lüneburg und fährst anschließend weiter über die B4 nach Bad Bevensen. Aus südlicher Richtung kommst du über die A7 bis zum Salzgitterdreieck, danach über die A93 bis Braunschweig und ebenfalls wieder über die B4 in das Heilbad.

Mit der Bahn nach Bad Bevensen: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, kauft sich zunächst ein Zugticket nach Hamburg oder Hannover. Von dort fährt die Regionalbahn metronom stündlich nach Bad Bevensen.

Empfohlene Ausrüstung

Da der Weg teils über schmale Waldwege und naturbelassene Abschnitte mit Sand und Schotter führt, eignet sich insbesondere ein Trekkingrad, Gravelbike oder Tourenrad mit breiteren Reifen. Reisende mit Anhänger, schwerem Gepäck oder kleineren Kindern sind auf der Hauptroute von Bad Bodenteich nach Uelzen besser aufgehoben.

Einkehrmöglichkeiten

Entlang des Ilmenauradwegs gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr. In Bad Bevensen empfiehlt sich das Restaurant "Anno 1825", das zentral im Mineralheilbad liegt und abwechslungsreiche, regionale Küche mit vielen Heidespezialitäten bietet. Der Biergarten lädt an sommerlichen Tagen zu einer Erfrischung ein.

Weitere Radtouren in der Region

Rings um die Heidestädte Bad Bevensen und Uelzen lockt ein über 900 Kilometer langes Radroutennetz mit 36 Rundtouren und 3 Fernradwegen zum ausgiebigen Radeln. Die Routen sind alle unterschiedlich lang, sodass für jeden Geschmack und jedes Können die passende Strecke dabei ist. Die Auswahl reicht von einer Länge von 17 Kilometern bis zu fast 70 Kilometern.

Die passende Stärkung nach einer langen Fahrt mit dem Fahrrad gibt es in gemütlichen Heidegasthöfen. Hier werden Gäste mit Heidschnuckenbraten, knackigem Heidespargel, frischen Heidekartoffeln und Heideforellen und der für die Region so typischen Buchweizentorte verwöhnt. Auch die Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen lädt zum Entspannen ein.

Das rund 1.000 km lange Streckennetz der RadReiseRegion Uelzen umfasst u.a. Genuss-Radtouren, Kultur-Radtouren, Touren speziell für E-Bike-Fahrer oder für Familien sowie Wege in die Natur. Suchen Sie sich Ihre Lieblingstour aus und radeln los.

Der Ilmenauradweg

Der etwa 120 km lange Ilmenauradweg ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Uelzen, Lüneburg und Harburg. Die Ilmenau ist das bedeutendste Gewässer im großen Naturraum der Lüneburger Heide. Sie fließt durch alle drei Landkreise und ist in vielen Teilen noch sehr naturnah.

Aufgrund der Besonderheiten der Ilmenau wurde entschieden, den Radweg als Naturerlebnis-Radweg zu gestalten. Das bedeutet, dass einige Streckenabschnitte nicht direkt am Flusslauf verlaufen, weil aus Umweltschutzgründen möglichst vorhandene Wege genutzt und nur wenig neu gebaut, neu gepflastert oder asphaltiert werden sollte.

Der Ilmenauradweg ist in 4 Etappen aufgeteilt, die zwischen 17 und 31 km lang sind. So kann sich jeder Radfahrer beliebig seine Streckenlänge zusammen stellen. Genuß-Radfahrer fahren etwas langsamer und nehmen sich mehr Zeit für die Sehenswürdigkeiten. Strecken-Radfahrer können zwei Etappen pro Tag kombinieren.

Ausgezeichnetes Raderlebnis: Die Beschilderung erfolgte nach den aktuellen Empfehlungen des ADFC. Damit man sich unterwegs ausruhen kann, wurden Bänke aufgestellt und für schlechtes Wetter Schutzhütten. An den Schutzhütten befinden sich Übersichtstafeln, die über den Radweg informieren, aber auch zeigen, wo man sich befindet und wo die nächste Rastmöglichkeit ist.

Entlang des gesamten Weges werden Sie immer wieder auf Informationstafeln zu den verschiedensten Themen stoßen, die Ihnen die Faszination des Naturschutzgebietes Ilmenau näher bringen sollen. Für Kinder finden sich Rätsel und Aufgaben unter den Tafeln.

Eine weitere Besonderheit: Alle Informationstafeln wurden vertont, durch zusätzliche Hörspiele ergänzt und hier im Internet zum Herunterladen bereitgestellt. So lässt sich schon daheim ein Eindruck von den Schönheiten entlang des Ilmenauradwegs gewinnen oder man nutzt die Audio-Podcasts gemeinsam mit den GPS-Daten des Weges als elektronischen Reiseführer.

Der Radweg ist ideal für eine Radtour an einem verlängertem Wochenende in der Lüneburger Heide. Die Radhotels oder Pensionen entlang des Radwegs können Sie einfach und unkompliziert online zu Originalpreisen buchen.

Vielfältige Naturerlebnisangebote, zahlreiche Sehenswürdigkeiten, verschiedene Naturerlebnisangebote, 31 familiengerecht gestaltete und vertonte Informationstafeln zum FFH-Gebiet sowie eigene Hörspiele machen die Radtour zu einem besonderen Erlebnis.

Routenvorschlag für einen Tag: 48 km von Uelzen nach Lüneburg

In der Hansestadt Uelzen, am Hundertwasser-Bahnhof, beginnt Ihre Tagestour auf dem Ilmenau-Radweg. Sie radeln in Richtung Norden nach Bad Bevensen mit dem Kloster Medingen. Einen Besuch des Klosters sollten Sie mit einplanen. Von Medingen führt der Weg über Bienenbüttel in die über 1.050-jährige Salz- und Hansestadt Lüneburg mit ihren gotischen Backsteinfassaden. Mit der Bahn (Metronom) fahren Sie dann zurück an Ihren Ausgangspunkt.

Kurz & Kompakt

  • Routenlänge: Insgesamt ca. 120 km
  • Sehenswertes: Museumsdorf Hösseringen • Burg Bodenteich • Hundertwasser-Bahnhof-Uelzen • Kloster Medingen • historische Altstadt der Hansestadt Lüneburg
  • Wegbeschaffenheit: Der Radweg ist weitestgehend flach mit überwiegend asphaltierten, z. T. auch naturbelassenen Abschnitten (Schotter-, Sand- und Waldböden). Es wird ein robustes Tourenrad, MTB oder Trekking-Rad empfohlen.
  • Beschilderung: Der Weg ist durchgängig mit dem Ilmenau-Radweg Logo ausgeschildert.
  • Besonderheiten: Ein Radweg zum Hören! Die 31 Naturerlebnisstationen wurden vertont und mit Hörspielen ergänzt.

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