Baden-Württemberg, zentral im Radsüden Deutschlands gelegen, ist ein wahres Eldorado für Radfahrer. Mit über 1.000 km markierten Radwegen und 30 beschilderten Radtouren aller Schwierigkeitsgrade findet hier jeder den passenden Radweg. Ob gemütliche Touren entlang von Flüssen oder anspruchsvolle Strecken durch die Berge - die Vielfalt ist beeindruckend.
Das HeilbronnerLand: Ein Paradies für Radfahrer
Das HeilbronnerLand bietet mit über 1.000 km markierten Radwegen und 30 beschilderten Radtouren aller Schwierigkeitsgrade für jeden Geschmack etwas. Gemütliche FlussRadwege führen durch die Täler von Kocher, Jagst und Neckar. Abseits der großen Trassen lassen sich in den Seitentälern der "drei Großen" malerische Naturlandschaften entdecken. Sportlich ambitionierter sind die NaturparkTouren in den Höhenzügen der Naturparke Schwäbisch-Fränkischer Wald und Stromberg-Heuchelberg, wo es auch schöne Mountainbike-Touren für Einsteiger gibt.
Und dazwischen, im Weinsüden Baden-Württemberg, können Genießer den Mix aus Wein, Wald und Wiesen in Deutschlands größter Rotweinlandschaft auf schönen WeinRadwegen erleben. Kocher, Jagst und Neckar sind bei Radfahrern bekannte Namen und jeweils mit einer 4-Sterne ADFC-Radroute erschlossen. Besonders empfehlenswert sind auch die Flussradwege in den kleinen Seitentälern. Entlang von Schozach, Zaber oder Sulm sind die Flusslandschaften besonders abwechslungsreich.
Tipp: Rad und Schiff
Auf dem Neckar lässt sich die Radtour gut mit einer Bootstour verbinden.
Kultur und Genuss im Kultursüden
Es heißt, „wo Wein wächst, gedeiht auch Lebensart“ - und das lässt sich in Baden-Württemberg besonders gut nachvollziehen. Namhafte Dichter und Denker wurden von der Weinlandschaft des HeilbronnerLands inspiriert und schrieben Geistesgeschichten. Ob "Per Pedal zur Poesie" auf einem der Literarischen Radwege Baden-Württemberg oder unterwegs auf dem Burgenstraßen-Radweg: Gehen Sie auf Spurensuche im Kultursüden Baden-Württemberg. Römer, Staufer und Alemannen, zahlreiche Herzöge und Könige - sie alle haben hier ihre Spuren hinterlassen. Insgesamt elf Literarische Radwege wurden vom deutschen Literaturarchiv eingerichtet.
Tipp: Herrschaftlich residieren
Seien Sie uns willkommen als Gast im Schlosshotel oder zur Rast im Burgrestaurant. Einige unserer Burgen und Schlösser können Sie bei einer Radtour im Kultursüden sozusagen hautnah erleben.
Radtouren für Familien
Spaß wird hier groß geschrieben. Diese Radtouren für Familien führen mit nur wenigen Höhenmetern zu Spielplätzen, Freizeitparks und Erlebnisbädern. Gerade beim Radfahren mit Kindern sollte es unterwegs spannend bleiben und sich regelmäßig eine Gelegenheit für eine unterhaltsame Pause bieten.
Tipp: Die richtige Haltung
Achten Sie besonders bei Kindern auf die richtige Sattelhöhe und Rahmengröße.
Empfohlene Radwege und Touren
- Nagold-Tal Radweg: Von Nagold nach Pforzheim (60 Kilometer), besonders empfehlenswert mit dem E-Bike.
- Radtour von Nagold nach Straßburg: Eine tolle Tour durch den Schwarzwald mit sensationellen Ausblicken.
- Kinzigtal Radweg: Führt über den Kinzigdamm mit vielen tollen Ortschaften wie Gengenbach und Haslach. In Hausach bietet das Kinzigtalbad Erfrischung mit Massagen und einem schönen Außenbecken mit Blick auf Burg Husen.
- "Texaspass" im Kaiserstuhl: Zwischen Kiechlingsbergen und Oberbergen, allerdings nur für geübte Radfahrer wegen der Steigung.
- Badischer Weinradweg: Von Grenzach an der Deutsch-Schweizerischen Grenze bis nach Laudenbach an der Badischen Bergstraße (460 km).
- Tour de Murg: Start in Freudenstadt, 66 km von den Schwarzwaldhöhen hinunter ins Murgtal. Besonders für Familien mit Kindern geeignet, da die Strecke meist talabwärts führt.
- Radweg von Dossenheim über den Neckar zum Grenzhof: Blick auf den Neckar und den Odenwald mit dem Heidelberger Schloss. Zurück geht es über die Weinberge zwischen Heidelberg und Dossenheim.
- Kocher-Jagst-Radweg: Ein kurzer, aber knackiger Tipp.
- Klepperle-Trasse: Die alte Bahnstrecke zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd ist heute eine beliebte Rad- und Wanderverbindung.
- Alb Extrem: Ein 300 Kilometer langer Radmarathon mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Für Einsteiger gibt es den "Alb easy" (90 km), auch E-Bikes sind erlaubt.
- Bodensee-Königsee-Radweg: Von Baden-Württemberg nach Bayern, an der Österreichischen Grenze entlang.
- Radweg Alpe Adria: Eine Tour mit optionaler Unterstützung durch ein E-Bike.
- Jakobsweg: Vom Ibanetapass in den Pyrenäen an der französisch-spanischen Grenze bis nach Santiago. "Ein unvergessliches Erlebnis".
- Rundtour ab Freudenstadt: Über Bad Rippodsau oder Schömberg nach Alpirsbach und durch das Kinzigtal nach Offenburg. An Tag 3 das Murgtal über Baiersbronn und das Christophstal bis unterhalb Freudenstadt fahren.
Flussradwege: Wege am Wasser
Viele blaue Bänder schlängeln sich durch die Region - Sie sind die malerischen Wegbegleiter der Radfahrer: Große Wasserläufe mit kleinen Nebenflüssen, stille Seitentäler und wildromantische Schluchten.
Viel zu entdecken und noch mehr kulinarische Genüsse gibt es entlang der kleineren Flussradwege im Genießerland Baden-Württemberg. Hier, abseits der bekannten Routen, sind das Ländle und seine regionalen Eigenheiten besonders gut zu entdecken. Spüren Sie der Geschichte des "Herrgottsbscheisserle" - im Rest der Republik als Maultasche bekannt - und den Geheimnissen von Besen und Straußen nach. Im noch weitgehend ursprünglichen Bühlertal gelangt man vom Kocher an die Jagst (BühlerTour). Der Brettachtal-Radweg führt von den Höhenzügen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald durch eine abwechslungsreiche Landschaft hinaus bis in Kochertal.
Jährlich stellt der ADFC in seiner Radreiseanalyse ein Ranking der beliebtesten Radwege in Deutschland und Europa vor. Eine Befragung der Radfahrer selbst, mit eindeutigem Ergebnis: Seit Jahren werden dabei die TOP 10 der beliebtesten Radrouten in Deutschland von Flussradwegen belegt - und dabei sind es nicht nur die großen Namen wie Elberadweg oder Donauradweg. Wer sich etwas abseits der großen Touristenströme in unberührten Naturlandschaft mit kleinen, charmanten Orten bewegen möchte, dem seien in Baden-Württemberg die kleinen Seitentäler wie Ohrn oder Zaber empfohlen.
Die Schwäbische Alb: 100% Grüne Welle
Der Weg ist das Ziel und hier auf der Schwäbischen Alb gilt das in ganz besonderem Maße. Wer auf den Hochflächen der Schwäbischen Alb unterwegs ist, der erlebt eine Kulturlandschaft, in der Dörfer noch richtige Dörfer sind, wo Schäfer mit ihren Herden auf Wacholderheiden stehen und wie in alten Zeiten durchs Land ziehen. Im Albvorland geht es etwas ruhiger zu. Die weit verteilten Streuobstwiesen, die mal lieblichen, mal kantig-felsigen Flusstäler haben ihre ganz eigene Wirkung auf die Radfahrer. Eine Landschaft für Menschen, die es lieben, per Rad durch die Welt zu radeln und dabei ein wenig mehr von ihr mitzubekommen.
Für eine Urlaub mit dem Rad haben wir Ihnen acht ADFC zertifizierte Mehrtagestouren zusammengestellt, für die wir eines garantieren: 100% Alb. 100% Grüne Welle.
Fernradwege im Freiraum Baden-Württemberg
Im Bundesland Baden-Württemberg gibt es 21 ausgewiesene Landesradfernwege, welche gemeinsam alle touristisch wichtigen Regionen abdecken. Somit gibt es für jeden Geschmack das passende Angebot, ganz gleich ob gemütliche Tour entlang der Flüsse oder anspruchsvolle Mountainbiketour durch den Schwarzwald.
Unser Tipp: Der Rad-Routenplaner erhält über 40.000 Kilometer an Radroutendaten und eignet sich sehr gut zum Planen einer Tour.
1. "Liebliches Taubertal - Der Klassiker"
Der Fernradweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“ ist 100 km lang und führt von Rothenburg ob der Tauber über Tauberbischhofsheim bis nach Wertheim am Main. Für die gesamte Strecken werden 3 Etappen empfohlen, natürlich kannst du deine Tour auch individuell planen. Der Weg führt dich durch eine sanft-hügelige Landschaft mit schönen Weinorten, historischen Städtchen und vorbei an zahlreichen Burgen, Schlössern und Klöstern aus längst vergangenen Zeiten. Der Fernradweg wurde bereits mehrfach mit der Höchstnote „5 Sterne“ vom ADFC ausgezeichnet und gehört zu den den ältesten Radwanderwegen in Deutschland.
Auf dem meist asphaltierten Fernradweg kann man ganz gemütlich radeln, er ist vollständig ausgeschildert und ohne Straßenverkehr zu befahren. Auf den ersten Kilometern kamen wir an Hochhausen und an Niklashausen vorbei, zwei kleinen Ortschaften entlang der Tauber.
Von Tauberbischofsheim brauchten wir knapp 40 Minuten, ehe wir die kleine Gemeinde Gamburg erreichten, von wo aus wir einen Abstecher zur Burg Gamburg machten. Dazu ging es (zum Glück mit unseren E-Bikes) vom Ortszentrum steil hinauf bis zum Eingang der Burg. Diese über der Tauber thronende Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt heute zu den ältesten Burgen der Region.
Nach nur weiteren 5,5 km erreichten wir das sehenswerte Kloster Bronnbach, welches 1151 als ehemalige Zisterzienser-Abtei gegründet wurde. Die gesamte Anlage ist groß und so gibt es vor Ort einiges zu entdecken. Wir schauten uns u.a. die Klosterkirche an, spazierten durch die mittelalterlichen Kreuzgänge und den barocken Abteigarten.
Die letzten 10 Kilometer verliefen entspannt durch das Liebliche Taubertal und führten uns an Reichholzheim vorbei sowie Waldenhausen. Den krönenden Abschluss bildete aber die romantische Stadt Wertheim, welche uns mit tollen Fachwerkhäusern, einem historischen Marktplatz und einer gemütlichen Atmosphäre begrüßte.
2. "Odenwald-Madonnen-Radweg"
Die zweite Tour führte uns in die waldreiche Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Neckartal-Odenwald auf den ca. 180 km langen Radfernweg „Odenwald-Madonnen-Radweg“. Dieser Radfernweg verbindet die Städte Tauberbischofsheim, Buchen, Mosbach und Neckargemünd mit der Domstadt Speyer. Er fürht gemütlich entlang des Neckars, flussabwärts bis nach Heidelberg und weiter nach Speyer. Die knapp 180 Kilometer lassen sich gut in 4 Tagesetappen meistern, welche einzeln rund 40 bis 50 Kilometer lang sind.
Die meiste Zeit über geht es über gepflegte Radwege durch die malerische Natur des südlichen Odenwalds. Während unserer Fahrradtour merkten wir schnell, dass es an diesem Tag eher um die kleinen Details am Wegesrand ging, statt um imposante Sehenswürdigkeiten und größere Städte. So entdeckten wir auf den ersten Kilometern vor allem Obstbäume, bunte Wiesen, wogenden Getreidefelder und Sonnenblumenfelder. Immer wieder kamen wir an diesem Tag durch den Odenwald und genossen dabei die herrliche Landschaft und Abgeschiedenheit.
Am Wegesrand entdeckten wir hübsche Schmetterlinge (vor allem Kaisermantel & Baumweißling), welche vor allem an Waldwegen und offenen Waldrändern zu finden sind. Wir radelten weiter durch die Region und fuhren u.a. durch die Ortschaften Mudau, Laudenberg und Limbach. In Mudau kann man sich eine historische Dampflock anschauen, welche bis Anfang der 1960er Jahre noch im Einsatz war.
Weitere Radtouren in Baden-Württemberg
- Elsenztal Tour: In die Region des Ur-Neckars (22,9 km, 100 Hm).
- BurgenTour - IVB Tour 4MTB: Teil der IVB Mountainbike-Konzeption im Landkreis Heilbronn mit 6 ausgeschilderten Touren (30,6 km, 370 Hm).
- Radweg Württemberger Weinstraße: Weinradwege Baden-Württemberg.
Services für Radfahrer
Baden-Württemberg bietet zahlreiche Services für Radfahrer, darunter:
- Bett+Bike: Zahlreiche zertifizierte Unterkünfte empfangen radfahrende Gäste auch nur für eine Nacht und sind bestens auf deren Bedürfnisse eingestellt.
- RadServiceStationen: Geprüfte Gastgeber, die für kleine Pannen und platte Reifen ebenso gerüstet sind wie für einen Zwischenstopp zum Energie tanken.
- GPS-Touren: Alle Radtouren werden inklusive interaktiver Karte und GPX-Tracks zum Download vorgestellt. Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten gleich inklusive.
ADFC: Ihr Partner für sicheres Radfahren
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der ADFC engagiert sich politisch auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Vorteile einer ADFC-Mitgliedschaft:
- Einfluss auf die Förderung sicheren und komfortablen Radverkehrs.
- Deutschlandweite ADFC-Pannenhilfe.
- Zweimonatlich erscheinendes ADFC-Magazin.
- Vorteilhafte Sonderkonditionen bei Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern.
Verkehrssicherheit für Radfahrer
Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.
Worauf sollte ich als Radfahrer achten?
Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.
Pedelecs und E-Bikes: Was ist der Unterschied?
Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten.
Der Kocher-Jagst-Radweg: Eine Rundtour im Herzen Baden-Württembergs
Diese Rundtour trägt den Namen der beiden Flüsse Kocher und Jagst. Die offizielle Route führt am einen rauf (Jagst) am anderen wieder runter (Kocher). Dazwischen liegt Vielfalt: grüne, dicht bewachsene Täler, aussichtsreiche Hochebenen, Wälder, Obstwiesen, Weinberge.
Das Jagsttal ist das Zuhause einer seltenen Artenvielfalt. Hier sind Tiere heimisch, die andernorts längst verschwunden sind. Der auffällige Eisvogel zum Beispiel, Wasserfrösche, Störche, Feuersalamander und Biber. Außerdem ein paar Schmetterlingsarten, die in Deutschland selten gesichtet werden. Sie alle leben gemeinsam entlang der Jagst.
Beinahe jede einzelne Etappe des Kocher-Jagst-Radwegs ist gut an das Schienennetz angebunden. Die Route des Kocher-Jagst-Radwegs ist so angelegt, dass wir immer wieder schöne Orte entlang der Strecke passieren. Die offiziellen Etappen beginnen und enden jeweils in einer Ortschaft, in der es gute Übernachtungsmöglichkeiten gibt, außerdem Gasthäuser und Einkaufsmöglichkeiten.
Sehenswürdigkeiten entlang des Kocher-Jagst-Radwegs:
- Das Naturschutzgebiet Jagsttal mit Seitentälern zwischen Crailsheim und Kirchberg.
- Der Marktplatz und die Uferpromenade entlang des Kocher in Schwäbisch Hall.
Der Neckartal-Radweg: Eine Flussreise voller Kontraste
Ganz klein kriecht aus den Tiefen des Schwenninger Mooses ein Flüsslein hervor: der Neckar. Er mausert sich mit jedem Kilometer, nimmt Seitenbäche in sich auf, reift zu einem stattlichen Wasserlauf heran, der ab Plochingen sogar schiffbar ist. Eine Bundeswasserstraße mit Lastkähnen, alten Industriedenkmalen und Schleusen. Der stetige Wechsel von Natur und Kultur, Vergangenheit und Moderne, lauschigen Klein- und lebendigen Großstädten ist typisch für das Neckartal.
370 Kilometer ist der Neckartal-Radweg lang, bestens beschildert, mit vier Sternen vom ADFC zertifiziert, mal ganz flach und dann wieder ein wenig hügelig. Über seinen Ufern thronen Fachwerkstädte wie Horb, Nürtingen oder Esslingen. Weinorte wie Lauffen, Heilbronn oder Besigheim. Voller Poesie radelt man am Hölderlinturm in Tübingen vorbei oder dem Schiller-Geburtsort Marbach. In Bad Wimpfen fühlten sich die Staufer wohl und auf Burg Guttenberg noch immer ein gutes Dutzend Greifvögel, die ins Neckartal ausschwärmen.
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