Radtour Bozen – Venedig: Ein unvergessliches Erlebnis

Wenn Sie gerne mit dem Bike auf mehrtägigen Radtouren unterwegs sind, empfehlen wir Ihnen die Radroute von Bozen nach Venedig - mit fast 300 km Länge, kaum Höhenunterschieden und wunderschönen Panoramen. Die Strecke ist überwiegend flach mit einigen kurzen Steigungen und führt über Radwege oder verkehrsarme Nebenstraßen. Deshalb ist sie auch gut für Familien geeignet. In wie viele Tagesetappen Sie die gesamte Strecke unterteilen, hängt von Ihrer Kondition und Urlaubsplanung ab. Für die einen geht es vor allem um den sportlichen Aspekt, für die anderen mehr um die spannenden Highlights unterwegs. Wir empfehlen Ihnen, mindestens 5 bis 6 Tage einzuplanen: So erleben Sie eine tolle Mischung aus Sport und Kultur, Natur und Genuss.

Die Route: Von Bozen bis Venedig

Die Route startet in Bozen und führt auf dem Radweg, der der berühmten Via Claudia Augusta folgt, rechts oder links der Etsch entlang bis in die romantische Stadt Verona. Von dort aus geht es weiter durch fruchtbare Ebenen, entlang malerischer Hügel und vorbei an prächtigen Villen nach Vicenza, Padua und schließlich nach Mestre. Von Mestre aus ist es möglich, Venedig über den Radweg über den Ponte della Libertà zu erreichen. Da Fahrräder in der Altstadt von Venedig verboten sind, empfehlen wir Ihnen jedoch, ihr Bike im BiciPark neben dem Bahnhof Mestre abzustellen und das letzte Stück nach Venedig mit dem Zug zu fahren.

Highlights entlang der Strecke

Die erste Stadt auf der Route nach dem Start in Bozen ist Trient mit dem schönen Domplatz und dem familienfreundlichen Muse: In diesem von Renzo Piano entworfenen Museum für Wissenschaft bekommen kleine und große Besucher spannende Einblicke in Natur und Technologie. Wenn Sie Strand und Wasser mit Bergen im Hintergrund lieben, werden Sie von Riva del Garda am Nordufer des Gardasees und der anschließenden Schifffahrt begeistert sein. Von Riva gelangen Sie mit der Fähre nach Desenzano oder Peschiera am Südufer des Gardasees. Eine weitere sehenswerte Stadt auf der Route ist Verona mit der berühmten Arena, dem historischen Zentrum und vielen schönen Geschäften. Danach geht es weiter durch Felder und Weinberge zu den Berici-Hügeln und nach Vicenza. In Vicenza empfehlen wir einen Besuch der Basilika Santa Maria di Monte Berico und der Villa La Rotonda. Die nächste Station ist Padua. Die Stadt erreicht man über den Radweg Riviera Berica, der auf der Trasse einer alten Eisenbahnlinie entlang des Flusses Bacchiglione bis nach Padua führt. Das Zentrum von Padua hat viel zu bieten: die berühmte Basilika Sant’Antonio, den riesigen Platz Prato della Valle und den ältesten botanischen Garten der Welt. Wenn Sie das Zentrum von Padua verlassen, folgen Sie dem Brenta-Kanal, an dem Sie die Villa Pisani und andere prachtvolle Villen bewundern können.

Persönliche Erfahrungen einer Radtour von Bozen nach Venedig

Mit dem Fahrrad nach Venedig. So eine Reise habe ich noch nie durchgeführt. Es war diesmal ein Aktivurlaub, bei dem der Urlaub praktisch per Schweißarbeit erradelt wurde. Alle Orte wurden mit dem Fahrrad erreicht und somit habe ich eine Menge Erlebnisse und Eindrücke einfangen können. Insgesamt war es viel besser als so ein Pauschalurlaub von der Stange.

Die Anreise und der Start in Brenner

Am 01.05. wurden die Räder aufs Auto geschnallt und zum Ort Brenner (Brennero), der erste italienische Ort hinter der österreichischen Grenze am bekannten Brennerpaß, gebracht. Da ich zu geizig war, die 8 € Maut für die Brennerautobahn zu zahlen, bevorzugte ich die Alternative über die alte, kurvenreiche Brennerbundesstraße, die im Ortskern von Innsbruck beginnt. Wir wurden für den kleinen Umweg mit super Panoramen und etwas mehr Fahrspaß belohnt. Nach etwa 40km Serpentine stellten wir das Auto für die nächsten 8 Tagen in Brenner ab, schnallten die Räder vom Auto und los ging sie, die Fahrradtour Richtung Venedig.

Von Brenner nach Sterzing

Gleich zu Beginn hatten wir den größten Höhenverlust von 1.388m auf 952m auf 22km Strecke. Sterzing (Vipiteno) war zu erreichen, und das ging schnell. Nach der langen Autofahrt wollten wir an diesem Tag nicht allzuweit fahren und so waren die 22km auf dem neuen Radweg, auf einer ehemaligen Bahntrasse, schnell abgerollt. Unterwegs kam uns Frederik entgegen, ein Landstreicher der mit einem klapprigen Rad mal nach Bozen, dann mal nach Wien fährt. Ein echt verrückter Typ der nur auf sein Bauchgefühl hört. Aber coole Tipps zur Umgebung hat er uns gegeben. Es ging weiter durch die herrliche Landschaft Südtirols. Nach dem Regenguss besichtigten wir das charmante Städtchen Sterzing. Sprachbarrieren gab es nicht, da in Südtirol mehr Deutsch als Italienisch gesprochen wird.

Von Sterzing nach Bozen

Bozen (Bolzano) war das Ziel des 2. Tages. Wir holten unsere Räder aus dem sicheren Skikeller, machten sie reisefertig und radelten über einer sehr hügeligen von kleinen Dörfern geprägten Gegend nach Brixen. Mit dem Gepäck und den knackigen Steigungen war es schon sehr mühselig in die Pedale zu treten. Stets folgten wir seit Brenner dem Lauf des Flusses Eisack (Isarco). Unterwegs mussten wir mit unseren Rädern über Geröll, Überbleibsel von Hangmuren (Erdrutsche), klettern. Kurz vor Brixen begann eine neue Vegetationszone. Satte, weiße Apfelblüten blendeten das Auge, Gelber Löwenzahn wurde wahrgenommen und die ersten Weinstöcke sprossen empor. In Brixen angekommen aßen wir zur Stärkung am gepflegten Marktplatz lecker Eis. Der weitere Verlauf der Tour wurde entspannt entlang der reißenden Eisack zurückgelegt. Das 3*-Hotel in der Fahrradstadt Bozen lag direkt in der City und war nach dem Tageskilometerstand von 78km erreicht und sind auf 261m über dem Meer gelandet. Mit Deutsch kommt man ab hier nicht mehr so weit, da der italienische Anteil ab hier stark zugenommen hat.

Von Bozen nach Riva del Garda

Einer der schönsten Landstiche, das Trentino, erwartete uns am 3. Tag. Zunächst aber mussten wieder die Sachen gepackt werden und etwa 20km durch das Bozener Gebiet zurückgelegt werden. Wir radelten an der Eisack, die hinter Bozen zur Etsch (Adige) wurde, unter „azuro“-blauen Himmel prasste die Sonne gnadenlos auf die Plätte. Nach der Eingangspforte des Trentinos bewunderten wir die zahlreichen Obst-und Weinplantagen auf bemerkenswert sehr guten Radwegen. Das Tal zwischen den Felswänden wurde immer breiter. Trotz dass die Strecke beinahe eben war, herrschte ein immer stärker werdender Wind aus Richtung Süd (Gegenwind!). Wir folgten der Etsch über die größere Stadt Trient (Trento), nahmen einen kleinen Nudel-Snack bei der Radfahrertanke Bici-Grill vor Rovereto ein und verließen die Etsch-Schlucht hinter Rovereto in Richtung Mori, Riva del Garda. Ab da ging es steil hoch über den Passo die San Giovanni. Oben angekommen sahen wir in Loppio den durch Tunnelarbeiten trockengefallenen See. Jetzt ist es ein Biotop. Nur noch durch das Weinbaufeld geradelt, schon sah man von oben den Gardasee. In rassender Geschwindigkeit ging es nach Torbole, zum ersten Ort am Gardasee, hinab. Wir durchkreuzten typisch italienische Steingassen und den Ort Tobole. Nur noch entlang der Uferpromenade und schon war unser Ort, Riva del Garda, erreicht.

Mit dem Schiff über den Gardasee nach Verona

Es ist bereits der 4. Tag der Tour und die Sonne zeigt bei wolkenlosem Himmel wieder ihre beste Leistung. Ziemlich früh machten wir unsere Räder fertig und radelten zum Ortskern von Riva del Garda zur Anlegestelle um zunächst Tickets für die Gardasee-Längsüberquerung nach Sirmione zu Ordern. Für nur 17,90 € p.P. inkl. Fahrrad konnten wir die 4,5-stündige Überfahrt genießen. Die meisten Orte entlang des Gardasees sind auf den Hängen erbaut worden. Es sah schon wie im Märchen aus. Je südlicher wir schipperten, desto flacher wurde die Landschaft und bei unserer Ausstiegsstation, die Halbinsel Sirmione, konnte man schon von einer Ebenen sprechen. Beim ersten Betreten von Sirmione war klar, dass wir hier die Fahrräder schieben mussten. Die Plätze und Wege waren durch die vielen einströmenden Touristen sehr eng. Zunächst entlang des Gardasees über das letzte Ausflugsziel des Gardasees Peschiera del Garda mussten wir uns dann ausschließlich entlang einer Schnellstraße bis Verona halten. Nach 40km Tagesstrecke, die ein sehr hügeliges Höhenprofil beinhaltete, war Verona erreicht.

Von Verona nach Vicenza

Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück starteten wir in den 5. Tag. Wir checkten aus und radelten gemütlich mit der Hauptstraße SR11. Vereinzelnd waren Wolken am Himmel und es war heute nicht allzu sehr heiß. In Montecchio Maggiore machten wir bei Mäcces eine Pause und erfrischten uns an frisch gekühlter Coke. Nach angenehmen 48km war dann Vicenza, die vorletzte Station unserer Tour, erreicht. Auch Vicenza haben wir nach dem Check-in in dem genialen 4-Sterne-Hotel „Da Porto“ besichtigt. Es ist eine schöne, nicht vom Tourismus geprägte, italienische Stadt. Aspekte, die typisch für Venedig sind wie z.B. Gassen und das Wappen des Evangelisten Markus in Form des Markuslöwen, waren in Vicenza allgegenwärtig. Während der Besichtigung gab es wieder ein Regenguss. Wir haben uns in einer Dönerbude in Sicherheit gebracht und haben dort Pizza gegessen. 😀 Der Rückweg zum Hotel war leider auch keine trockene Angelegenheit.

Von Vicenza nach Venedig

Der letzte Tag der Strampelei ist angebrochen. Direkt nach dem Frühstück griffen wir nach dem Fahrradgepäck, schnallten es auf unsere Räder und los ging sie, die letzte Fahrradtour nach Venedig. Das Wetter war hervorragend. Eher frisch, windstill und es waren etwas mehr als 80km zu erradeln. Es nieselte leicht zu Beginn was mach anhielt erst in Regenklamotten zu starten. Zwischenstation machten wir in der gemütlichen, älteren Stadt Padua (Padova) und hatte da keine Lust mehr auf Regenuniform und fuhr von da an mit meiner Sommerbekleidung weiter. Über eine poldergleichen Landschaft, wie in den Niederlanden, durchkreuzten wir die kleinen Orte Dolo und Mira ehe wir das Industriegebiet von Venedig erreichten. Neben den dicken Brummis schlängelten wir uns bis zur Brücke, die uns in die Lagune von Venedig führte. Ab da an, grade zu den finalen 3-4km, fing es an stark zu regnen. Klitschnass haben wir unsere luxuriöse Absteige, ein 1-Sterne-Hotel mitten in der Stadt gelegen, gefunden und bezogen. Mehr als ein Spaziergang über den Hochseehafen und der „Fußgängerzone“ sowie ein leckeres italienisches Abendessen waren an diesem Tag nicht mehr drin gewesen.

Zusammenfassende Tabelle der Etappen

Etappe Von Nach Länge (ca.)
1 Brenner Sterzing 22 km
2 Sterzing Bozen 78 km
3 Bozen Riva del Garda 113 km
4 Riva del Garda Verona 40 km (plus Schifffahrt)
5 Verona Vicenza 48 km
6 Vicenza Venedig 80 km

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0