Radtour Donaueschingen Passau: Erfahrungen und Tipps

Der Donauradweg zwischen der Quelle in Donaueschingen und der Drei-Flüsse-Stadt Passau ist circa 600 km lang und sehr gut markiert. Karten kann man sich fast sparen, wenn man in der Nähe der Route bleibt.

Wir werden diesen Mai (2022) zu zweit den Donauradweg von Donaueschingen bis Passau fahren. Das ganze werden wir ohne Veranstalter oder vor gebuchte Zimmer machen.

Hier sind einige Erfahrungen und Tipps für eine Radtour auf dem Donauradweg von Donaueschingen nach Passau:

Routenbeschreibung und persönliche Erlebnisse

Donaueschingen nach Hausen im Tal

Nach der Zugfahrt von Konstanz nach Donaueschingen gönnten wir uns noch ein großes Stück Kuchen und einen Kaffee, ehe wir uns auf den Weg zur Donauquelle machten. Wo genau die Quelle ist, ist übrigens recht umstritten. Durchgesetzt hat sich bei den meisten aber die Auffassung, dass die Donau östlich von Donaueschingen durch den Zusammenfluss der Flüsse Brigach und Breg entsteht.

Auf weiten Teilen der Strecke zwischen Donaueschingen und Hausen im Tal (kurz vor Sigmaringen) kamen wir aus dem Staunen kaum heraus. Der Radweg und auch die Donau selbst schlängeln sich durch ein imposantes Tal, welches von hohen Kalksteinfelsen begrenzt wird.

Besonders interessant ist auch die Donauversickerung, die wir auf dem Weg zwischen Immedingen und Möhringen bewundern konnten. An dieser Stelle verschwindet die Donau buchstäblich im Erdboden. Noch wenige Meter zuvor schlängelt sich der Fluss unaufhaltsam durch die Landschaft und plötzlich blickt man auf ein ausgetrocknetes Flussbett. Das Wasser versickert hier im Boden und taucht in 12 Kilometern Entfernung im Aachtopf wieder auf.

Hausen im Tal nach Ulm

Auf den ersten Kilometern nach Hausen im Tal zeigte sich der Donauradweg abermals von seiner schönsten Seite. Ab Sigmaringen wurde es landschaftlich etwas weniger aufregend. Wir fuhren an vielen Feldern vorbei, die beinahe an den hohen Norden erinnerten.

Ein kleines Highlight wartete bei Datthausen auf uns. Ehe man das Ortszentrum erreicht muss man ein sehr steiles Stück mit bis zu 20 Prozent Steigung hinter sich bringen. Wenn man viel Gepäck dabei hat, ist Absteigen eine gute Idee - weniger anstrengend ist dies aber nicht. Oben angekommen wartete allerdings eine kleine Belohnung auf uns. Unter einem kleinen Unterstand hat die Gemeinde einen Rastplatz für Radreisende eingerichtet.

Ulm nach Donauwörth

Zunächst lernten wir in Ulm noch einen netten älteren Radler kennen mit dem wir mehrere Kilometer gemeinsam fuhren und uns spannende Geschichten über seine Radreisen in den letzten Jahrzehnten anhörten. Der Radweg war auf dieser Strecke wenig spektakulär, was aber nicht bedeutet, dass nicht sehr schöne Abschnitte entlang der Donau auf uns warteten.

Donauwörth nach Neuburg an der Donau

Vorbei an etlichen Kornfeldern fuhren wir zunächst bis nach Donauwörth und gönnten uns in der netten kleinen Altstadt einen Eiskaffee. Insbesondere in der Region um Marxheim fährt man tolle Abschnitte direkt an der Donau.

Absolutes Highlight der heutigen Etappe war eine nette Abkühlung in einem kleinen Bach bei Bertoldsheim. Besonders schön sind auch die letzten Kilometer vor Neuburg an der Donau. Zwar warteten hier noch einmal ordentlich Höhenmeter auf uns, aber der Anstieg durch den dichten Wald macht wirklich sehr viel Spaß.

Neuburg an der Donau nach Neustadt an der Donau

Wir fuhren einen kleinen Campingplatz in der Nähe von Neustadt an der Donau an. Leider gab es auf der Zeltwiese keinen Platz mit Schatten, sodass wir nach dem Aufbauen so schnell wie möglich die abkühlende Dusche aufsuchten.

Neustadt an der Donau nach Regensburg

Direkt nach Neustadt fuhren wir an hohen Hopfenfeldern vorbei, was für uns als norddeutsche Landeier sehr interessant war - die wachsen im hohen Norden nämlich nicht und sind wirklich deutlich größer als ich sie mir bisher vorgestellt hatte. Die gesamte Etappe bis zum Kloster Weltenburg hat una wunderbar gefallen.

Am Donaudurchbruch bei Weltenburg wird das Tal so schmal, dass links und rechts definitiv kein Platz für einen Radweg ist. Dies bedeutet, man kann entweder ein paar Kilometer Umweg und vor Allem einige Höhenmeter in Kauf nehmen oder man fährt mit einer kleinen Fähre von Weltenburg nach Kelheim und genießt die beeindruckenden Felsen vom Wasser aus, während man an seinem frisch gezapften alkholfreien Weizen nippt. Mit dem Schiff in Kelheim angekommen (ja - richtig geraten), machten wir uns auf den Weg nach Regensburg.

Die letzten Kilometer vor Regensburg führen beinahe ausschließlich direkt an der breiten Donau entlang. Ebenfalls sehr nett!

Ein Aufenthalt in Regensburg eignet sich hervorragend, um mal einen Rad-freien Tag einzulegen. Wir schlenderten durch die Innenstadt, in deren schmalen Gassen viele individuelle Läden und gemütliche Cafés auf uns warteten und genossen super-leckeres Eis von „Stenz“.

Regensburg nach Deggendorf

Wir fuhren zunächst nach Straubingen und diskutierten bei Brötchen und Kafee, ob wir für die heutige Nacht nicht doch ein Hotel buchen sollten. Eine kurze Recherche führte zu der Erkenntnis, dass wir nicht bereit waren dreistellige Beträge für ein mittelmäßiges Hotel zu zahlen. Dies war zum Glück auch die richtige Entscheidung.

Deggendorf nach Passau

Auf Rund 60 Kilometern passierte nicht so wirklich viel, außer dass wir am Flugplatz in Vilshofen den wohl schlechtesten Kaffee unserer Reise tranken - serviert von der wohl miesgelauntesten Kellnerin Süddeutschlands.

Unterkunftsempfehlungen

  • Campingplatz Wagenburg in Hausen im Tal: Schönster Campingplatz auf unserer gesamten Radreise. Die Zeltwiese liegt direkt an der Donau und bietet einen herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft.
  • Pension mit Landgasthaus und eigener Schnapsbrennerei in Ersingen: Unser modernes Zimmer verfügte über ein riesiges Bett, einen Fernseher, eine kleine Küchennische und ein eigenes Badezimmer.
  • Campingplatz beim Ruder-Club in Neuburg an der Donau: Wieder einmal konnten wir direkt an der Donau nächtigen und bis in Zentrum der Kleinstadt sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

Tipps zur Reiseplanung

Was uns ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, ist der Rücktransport von Passau nach Donaueschingen. Wir hatten gehofft es gäbe hier Anbieter, die einen Rücktransport organisieren. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Nicht einmal bei den Anbietern die Hotelreservation und Gepäcktransport anbieten, gibt es einen Rücktransport.

Hier sind einige Tipps für die Bahnfahrt mit Bike und Gepäck (Fahrradtaschen):

  • Rechtzeitig reservieren.
  • Beim buchen der Fahrradstellplätze auf zu erwartenden "vollen Strecken", mehrere Plätze buchen.
  • Bewusst "Umwege" oder andere Zustiegstationen überlegen.
  • Mit dem Nahverkehr (der auf der Strecke durchgängig Fahrräder mitnimmt) fährt man morgens gemütlich nach dem Frühstück los, ist irgendwann nachmittags in Donaueschingen und hat sich evtl. das Umland angesehen.

Weitere Tipps und Erfahrungen

  • Flexibilität: Beim Vorbuchen haben wir immer das Problem, dass wir z.B. bei starkem Regen die geplanten Tagesetappen nicht schaffen. Deswegen haben wir auch immer etwas Luft eingeplant. Meine Idee wäre, die ersten 2 oder 3 Nächte vorzubuchen und evtl. spontan vor Ort weitere Unterkünfte zu suchen.
  • Alternativrouten: Und spätestens nach dem Verlassen des Oberlaufs bietet es sich auch an, mal der eigenen Nase und dem Flussufer zu folgen statt der offiziellen Beschilderung zu folgen (die das vorwiegende Interesse hat, Dich in jeden einzelnen Ortskern zu bringen).
  • Alternativer Rücktransport: Auch wenn das jetzt vielleicht nicht so den Umweltschutzgedanken einer Radreise trägt aber bei Europcar kosten Einweg-Anmietungen von einem Caddy / Vito Kastenwagen mit 2-3 Sitzplätzen vorne nicht die Welt. Mit beiden Trikes hinten drin ist man 6h später wieder am Ausgangspunkt, gibt den Miettransporter ab und fährt einfach zum eigenen Auto.

Donauradweg im Sommer 2013 und 2014

Der DonauradwanderwegDonaueschingen - Ulm im Sommer 2013Ulm - Passau im Sommer 2014Ich bin den Donauradwanderweg in zwei Abschnitten gefahren. (Die oben angebenen 7 Tage stimmen also nicht.)

2013

Anreise nach Donaueschingen in meinem schicken weißen Reisebus, in dem sich mein Rad so praktisch transportieren läßt, und in dem ich auch übernachten kann. Ich komme am frühen Nachmittag an, mein Auto lasse ich am Campingplatz Riedsee stehen. Um meine Reise würdig zu beginnen, radle ich erstmal nach Donaueschingen rein, und ab dann beginnt meine Radreise erst wirklich. Ich entdecke den Zusammenfluß der Brigach und der Breg und komme an diesem Tag noch bis Immendingen und dem Campingplatz bei den Donauversinkungen. Dort gibt es eine hervorragende vegetarische Küche !!! 37 km

Der Weg führt über Tuttlingen bis Sigmaringen. Weil die Donau sich hier durch Kalkfelsen frißt, folgt der Radweg nicht dem Fluß, sondern führt über das „Kalkgebirge“. Ich finde es steil. Und es ist heiß. Ich würde gerne schwimmen, aber der Temperaturunterschied mit dem (gefühlt: eis)-kalten Wasser ist mir zu groß. Ich übernachte auf dem Campingplatz in Sigmaringen (wo gerade die Gartenschau stattfindet) und esse in dem nahem Lokal mit anderen Radwandern zu Abend. 69 km

Ich schaffe es bis nach Ersingen (20 km vor Ulm). Ein sehr heißer Tag, in dem ich aber dreimal zum Baden komme. Das letzte Mal in dem See des DLRG-Campingplatzes in eben diesem Ersingen. Es radelte sich wunderbar. 94 km

Ich radle bis Ulm, von wo ich den Zug bis Tuttlingen nehmen möchte. Leider habe ich für meine Tour nur sehr wenige Tage frei gehabt und muß zurück. Ich kann mir noch das Städtchen ansehen.Im Zug herrscht ein Riesen-Chaos. Die Wägen sind hoffnungslos überfüllt, Zu- und Aussteigen ist schwer. Ich schaffe es dennoch, allerdings am falschen Bahnhof. Nicht weiter schlimm, das verlängert meine Tour noch ein wenig. Ich übernachte erneut auf dem Leckeres-Vegetarisches-Essen-Campingplatz in Immendingen. 51 km

Ich radle zum Campingplatz Riedsee zurück. Am später Vormittag komme ich in ein Gewitter, das so schnell wie es kam auch schon wieder vorbei ist. Mein Bus steht wohlbehalten noch an der gleichen Stelle. 31 km

2014

Endlich geht es weiter. Am Vortag Anreise nach Ersingen, zu eben dem schönen DLRG-Campingplatz mit dem Badesee. Dann umpacken und nichts wie los ! Es ist heiß, ich erfrische mich in der Naherholung Unterelchingen. Der Radweg sieht so neu aus und führt auf weißem Schotter direkt an der Donau lang. In Offingen verfahre ich mich und erfahre von einem Landwirt, daß die weiße Schotterpiste tatsächlich recht neu ist und die alte Strecke ersetzt, die weitaus hügeliger war. Man möchte den Radreisenden ermöglichen, möglichst schnell voran zu kommen.Ich fahre bis Dillingen und übernachte auf dem Campingplatz direkt an der Donau. In der Nacht regnet es ein bißchen. 86 km

Ich sehe mir Donauwörth an und überwinde mühseligst die Anstiege rund um Marxheim. Puuh. Bei Bertholdsheim stelle ich mich in einer kleinen Kapelle unter, in der ein Strich auf Augenhöhe den Wasserstand von Sommer 2013 anzeigt. Ich möchte auf den Campingplatz im Auwald bei Ingolstad, aber auf dem Weg dahin bricht ziemlich plötzlich ein Wolkenbruch aus, der sich in starken Dauerregen verwandelt. An Zeltaufbau ist nicht zu denken. Ich radele in die Stadt zurück und finde nach längerem Suchen Unterkunft in dem Hotel „Donaublick“. 108 km

Geschicktes Umpacken und Weiterreise. Mit meinem um den Bauch geschürten Regenumhang komme ich mir wie eine Mönchin vor. Erst später am Tag wird das Wetter besser, bleibt aber unbeständig. Ich besichtige das Kloster bei Weltenburg und nehme die Fähre durch den Donaudurchbruch bis nach Kelheim. Bei Glenkinchie hat sich das Tretlager gelockert, in Kelheim ist eine Rad-Werkstatt, ich soll morgen früh wieder kommen. Ich übernachte auf dem als Camping- und Ferienplatz umgebauten ehemaligen Bauernhof in Herrnsaal. 66 km

Glenkinchie wird repariert. Wir können Richtung Regensburg weiterziehen. Gegenwind und weiterhin unbeständiges Wetter. Bei Poikam überrascht mich ein erneuter Wolkenbruch, ich kann mich aber unterstellen und habe ein lustiges Gespräch mit einem Franzosen, der mich für eine Französin hält und in ein paar Fettnäpfchen tritt.Ich möchte Regensburg ansehen, da ist es aber so gedrängelt voll, daß ich lieber weiterfahre. Obwohl ich erst am späten Vormittag losgekommen bin, fahre ich 100 km, denn es ist weit und breit kein Campingplatz in Sicht. Ich komme bis Straubing.

Das Wetter wird besser. Ich möchte unbedingt ein Eis essen, als ich aber endlich eines bekomme, tröpfelt es schon wieder. Ich komme bis Passau und übernachte auf dem urigen Drei-Flüsse Campingplatz. 93 km

Ich lasse mein Zelt stehe und radele nach Passau rein. Ausführlich und in Ruhe besichtige ich die ganze Stadt. Sehr empfehlenswert übrigens. Und am Abend schmause ich im Campingplatz-Lokal, denn leider naht meine Tour schon ihrem Ende. 36 km

Tja, leider radle ich heute nur zum Bahnhof in Passau und nehme den Zug nach Ulm (Umsteigen in München). Von Ulm radle ich dann nach Ersingen zurück, denn leider ist meine Tour jetzt endgültig rum (schnüff). Es war klasse.

Schwierigkeitseinschätzung und Routenalternativen

Einige Abschnitte des Donauradwegs können als weniger reizvoll empfunden werden. Hier einige Einschätzungen:

  • Zwischen Regensburg und Ulm: Dieser Abschnitt wird als der langweiligste zwischen der Quelle und Bratislava beschrieben.
  • Von Donauwörth bis Sigmaringen: Andererseits hat es auf diesem Abschnitt alle 15 bis 20 km ein nettes, kleines Städtchen (Dillingen, Günzburg, Leipheim,...), wo man gemütlich rasten und auch mal was besichtigen kann.
  • Kelheim-Passau: nervig und langweilig. Häufig geht es die Autobahn entlang. Große grüne Ebene. Dazu war das Wetter gruselig. Starker Wind. Immer wieder Gewitter und Regenschauer.

Für eine abwechslungsreichere Route wird folgender Vorschlag gemacht:

Start in Ulm (ggf. auch in Blaustein), über Blaubeuren (Blautopf) rüber nach Schelklingen, Schmiechtal ein, Schandental auf und weiter nach Münsingen, rüber nach Gomadingen, Großes Lautertal ab, in Untermarchtal dann Donau nach Sigmaringen.

Die Donau - mehr als nur eine Radtour

Am Donauradweg fand ich faszinierend, durch wieviele Länder, Kulturen, Sprachräume und Klimazonen man so mit eigener Kraft radeln kann. Nach ein paar Wochen erwartet man auch nicht mehr jeden Tag eine Sensation nach der anderen.

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