England bietet eine Vielzahl an Radtouren für jedes Niveau. Von der malerischen Südküste bis zu den beeindruckenden schottischen Highlands gibt es unzählige Möglichkeiten, die Schönheit Großbritanniens auf zwei Rädern zu erkunden. Professionell zusammengestellte Radreisen machen es einfach, das passende Abenteuer zu finden.
Radreisen in England: Angebote für jeden Geschmack
Travelling Britain bietet Radreisen in England, Schottland, Irland und auf den Kanalinseln sowie der Isle of Man an. Das Angebot reicht von individuellen Standort-/Rundreisen mit Gepäcktransport bis hin zu geführten Radtouren. Die schönsten Touren führen von Englands Südküste bis zu den schottischen Highlands sowie in Irland entlang des spektakulären 'Wild Atlantic Ways'.
Wenn Sie Cornwall und Südengland lieben, ist Radfahren die perfekte Möglichkeit, diese wunderschönen Gebiete Großbritanniens zu erkunden. UrlaubCornwall bietet eine Reihe an Radtouren für sämtliche Leistungsstufen und Interessen. Es gibt Angebote an geführten oder selbstgeführten Touren für Familien, Paare, Gruppen und Alleinreisende. Mittlerweile werden auch Radurlaube in den Cotswolds, Wales, Nordengland und Schottland und den Highlands angeboten.
Das National Cycle Network: Radfahren abseits des Verkehrs
Die Organisation Sustrans (von sustainable transport - nachhaltiger Transport) versteht sich als Hüter und Förderer des National Cycle Network und hat den Anspruch, Radfahrende möglichst abseits des anderen Verkehrs voranzubringen. Das funktioniert auch über weite Strecken ausgezeichnet. Natürlich muss man hin und wieder breite Straßen kreuzen oder sich über einige Meilen hinweg Landstraßen mit dem Kraftverkehr teilen. Doch den allergrößten Teil der Reise kann man nahezu autofrei (oder wenigstens autoarm) verbringen.
Die Beschilderung ist überwiegend gut, könnte aber an einigen Stellen durchaus mehr Wartung vertragen. Viele der Radstrecken verlaufen auf schmalen, einspurigen Sträßchen, oft gesäumt von hohen Hecken. Die schützen vor Wind, schränken aber auch den Blick ins Land ein. Doch da Landwirte hin und wieder auf ihre Felder oder zu den weidenden Kühen oder Schafen wollen, gibt es in regelmäßigen Abständen breite Gattertore in den Hecken.
Herausforderungen und Belohnungen: Das Profil des Geländes
„Devon is hilly, isn’t it?“ ruft uns ein bergauf schwitzender Radfahrer zu. Bevor ich ihm „Cornwall is worst!“ zurufen kann, sind wir bereits bergab vorbeigerollt. Weiter nördlich soll es flacher werden, heißt es, doch in Whitehaven an der Nordwestecke Englands erklärt uns ein Brite beim gemeinsamen Abendessen: „Die führen die Radrouten möglichst abseits vom Verkehr, nehmen dabei aber jeden, wirklich jeden Hügel mit.“ Von Besserung also keine Spur, denn das Land ist hügelig!
Die Berge sind nicht hoch, die Radwege aber finden meist auf geradem, steilen Weg den höchsten Punkt, bevor sie sich genauso steil wieder ins nächste Tal hinabsenken. Leichter voran geht es auf den Bahnradwegen. Nur wenige sind besonders gekennzeichnet oder als solche angekündigt, aber immer wieder stoßen wir auf gut befahrbare Steckenabschnitte, die eindeutig als ehemalige Bahntrasse zu identifizieren sind. Manchmal nur kurz, als Schotterweg über ein, zwei Kilometer, dann aber auch wieder asphaltiert oder mit gepflegter Feinkiesdecke über längere Distanzen.
Bristol: Eine fahrradfreundliche Stadt
Apropos Bristol. „Bristol is the UK’s first Cycling City, a symbol of the city’s status as one of Europe’s most bike-friendly destinations.“ Also die Fahrradstadt nicht nur Großbritanniens, wie wir der Eigenwerbung entnehmen können. Und wirklich sind überall rote Radstreifen zu sehen, einige baulich separierte Radwege nehmen dem Autoverkehr Raum weg, blaue Schildchen mit Zielangaben sorgen für Orientierung. Wir fahren auf einer verkehrsfreien Strecke (auch hier eine ehemaligen Bahnlinie) bis mitten ins Zentrum der Stadt, in der überall Radfahrende unterwegs sind.
Junge Leute zumeist (Bristol ist Universitätsstadt), die sich über die Topographie hinwegsetzen und trotz der vielen Hügel beim Rad bleiben. Das ist alles sehr schön, halbwegs komfortabel, aber von Frankfurter Verhältnissen noch weit entfernt. Wie überhaupt die britische Radwege-Infrastruktur noch Nachholbedarf hat.
Kulinarische Genüsse auf der Radtour
Tee ist weiterhin allgegenwärtig in England. Schwarzer Tee mit Milch, zum Frühstück, mittags, nachmittags. Zum „Fully cooked breakfast“ mit Speck, Würstchen, Spiegelei, gegrillter Tomate gebackenen Pilzen und Kartoffelecken genauso wie zum deftigen Sandwich zur Lunchtime oder zum „Afternoon Tea“ mit Scones, clotted Cream und Marmelade. In jedem Zimmer, egal ob im einfachen Hotel oder im schicken Bed & Breakfast, erwarten uns ein Wasserkocher, zwei Tassen, einige Teebeutel und etwas Milch, manchmal sogar ein paar Kekse.
Doch der Kaffee holt auf. In den Cafés stehen moderne Espressomaschinen, überall wird hervorragender „Americano“ gebraut. Für uns etwas ungewohnt läuft jedoch zuerst heißes Wasser aus der Maschine in die Tasse, dem erst zum Schluss ein Schuss Espresso beigegeben wird.
Über das „Fully cooked breakfast“ hatten wir schon gesprochen, danach erübrigt sich eigentlich eine Debatte über weitere Mahlzeiten. Wer morgens schon ein paar Cereals (Cornflakes oder Müsli), gefolgt von oben erwähnter warmer Mahlzeit und einem Toast mit Marmelade mit reichlich Tee herunterspült, hat den Kalorien-Tagesbedarf eines Urlaubers eigentlich gedeckt. Doch da sich, Rad fahrend, nach einigen steilen Pisten bald wieder Appetit einstellt, müssen wir über Lunch nachdenken.
Fish & Chips aus dem Schnellimbiss? Ein „Pasty“, die besonders im Süden überall erhältliche Teigtasche mit Fleisch- und Gemüsefüllung? Ein leckerer Kuchen zum Americano im Café? Brot, Käse und Obst aus der Fahrradtasche, auf einer Wiese am Wegesrand? Die Möglichkeiten sind unendlich, Geschäfte reichlich vorhanden, selbst weit ab auf dem Land finden sich kleine Dorfläden, die oft auch sonntags geöffnet sind. Hungrig bleibt niemand an einer Steigung hängen.
Dass die Radroute in Bodmin direkt den dortigen Sainsbury’s streift, in Holsworthy am Coop vorbei führt und es der Tesco-Markt in Worcester sogar als Ziel auf einen der blauen Radwegweiser geschafft hat, vereinfacht die Versorgung erheblich. Und Dinner? Chinesisch, indisch, arabisch, englisch - auch in kleineren Städtchen ist das Angebot an Restaurants, Pubs, Inns oder Fast Food ausreichend. Wer jemals Lästerliches über die englische Kochkunst verbreitet hat, sollte sich wieder einmal im Land umschauen.
Wetter und Gastfreundschaft
Ein stabiles Hoch liegt über der Insel, ein sonniger Tag folgt auf den nächsten. Das ist schön, doch leider nimmt uns die ungewöhnlich ausdauernde Ostwindlage die erhoffte Unterstützung durch Rückenwind, die für die von Südwest nach Nordost verlaufende Tour eigentlich vorgesehen ist. Nach sonnigen Wochen kommen dann doch noch Anorak und „Rain legs“ zum Einsatz. „The weather is back to normal!“, ruft uns ein klatschnasser Spaziergänger grinsend zu, als wir unter einem Baum auf das Ende des Regenschauers warten.
Passend zum Wetterwechsel hatten wir uns eine Ferienwohnung genommen, in der feuchtesten Ecke der Insel, dem Lake District. Dort war das Wetter dann wie erwartet, doch das stört die britischen Touristen kaum. Gastgeber:innen sind auf das Wetter eingestellt. Nasse Radreisende werden auch in einem schicken B & B auf den dicken Teppich im Eingangsbereich gebeten, ohne Rücksicht auf Pfützenbildung. Für die Fahrräder ist meist ein Schuppen oder eine Garage vorgesehen, in einigen Fällen dürfen sie mit im Zimmer übernachten - dann aber sollten sie vom gröbsten Dreck befreit sein.
Hotel, Guest House, Bed & Breakfast - alles gibt es in vielen Qualitäts- und Preisstufen. Das Preisniveau liegt etwas über dem, der Zimmerstandard etwas unter dem, den deutsche Gasthöfe bieten. Die Zimmer sind in einfachen Häusern oft sehr klein, so dass kaum Platz bleibt für Fahrradtaschen und deren Inhalte. Und ein als „Deluxe Zimmer mit Kingsize-Bett“ angekündigtes Quartier bietet zwar mehr Platz, aber weder Schrank noch Kleiderhaken.
Andererseits gibt es auch pittoreske Häuser mit breitem Himmelbett in altenglischen Ambiente (plus Schrank!) oder moderne Hotelketten im Business-Stil, die mit „bike friendly“ werben: „Whether you want to keep your bike in your room or have it stored away safely, the choice is completely yours.“ So übernachten die Räder mal im Wäscheraum des Hotels, mal in einem Abstellkämmerchen, einmal sogar im Büro des Hotelmanagers. Wir hatten die Wahl. „Self catering“-Apartments sind auch für nur ein oder zwei Übernachtungen buchbar. Für alle Quartiere aber gilt: Rechtzeitig buchen!
Unabhängig vom Standard des Hauses wurden wir nahezu überall ausgesprochen freundlich empfangen, wurde uns jegliche Hilfe, falls notwendig, angeboten.
Zahlungsverkehr und Bargeld
Ohne Credit Card geht fast nichts in England. Nahezu alle Einkäufe, auch kleinste, werden mit Karte (oder Smartphone) bezahlt. Barzahlung wird zwar akzeptiert, ist aber meist unüblich. Wer sich angesichts der öffentlichen Toilette über das passende Kleingeld im Portemonnaie freut, wird vor dem Eingang von einem Kartenlesegerät überrascht. Mit Bargeld kommt man hier nicht hinein. Doch Ausnahmen gibt es auch: Gerade in vielen asiatisch geführten Schnellimbissen hängt ein „Cash only“-Schildchen im Schaufenster. Einige Pfundnoten sollte man also doch in der Tasche haben.
Industrielles Erbe und Sehenswürdigkeiten
Wir können George Stephenson, dem Pionier des Eisenbahnwesens, bis heute dankbar sein für sein Engagement im Bahnbau. Eine ehemalige Bahnstrecke führt direkt an seinem Geburtshaus in der Nähe von Newcastle vorbei - heute ist auf der Trasse ein Fahrradweg angelegt.
Die Bahnradwege geben bereits einen Hinweis auf das industrielle Erbe des Vereinigten Königreichs, wie auch die vielen Eisenbahnvereine, die auf nicht mehr genutzten Gleisstrecken ihrem Hobby mit Dampf und Diesel nachgehen. England gilt als die Wiege der frühkapitalistischen Industrialisierung, und Spuren davon finden sich überall.
In Cornwall sind dies die Zinn-Minen, deren ehemalige Maschinenhäuser an der Atlantikküste zu sehen sind. Im Land stoßen wir immer wieder auf das weitverzweigte Kanalsystem, auf dem vor dem Eisenbahnbau Kohle und andere Massengüter auf sogenannten „Narrowboats“ transportiert wurden. Heute spielen die Kanäle touristisch eine wichtige Rolle, überall schippern Urlauber mit den schmalen Hausbooten von Schleuse zu Schleuse.
Die „Iron Bridge“, die weltweit erste Bogenbrücke aus Gusseisen, überbrückt den Fluss Severn recht aufwändig für die damaligen Verkehrsbedürfnisse - der Konstrukteur wollte zeigen, was mit dem Material Gusseisen möglich ist. In der Berglandschaft des Lake District sehen die Reste von Kupferminen aus, als seien sie gerade erst verlassen worden. In riesigen Steinbrüchen wurde Schiefer abgebaut, in einigen wird bis heute gearbeitet.
In Whitehaven an der Westküste ist das Ende der industriellen Ära erreicht - so wenigstens steht es auf dem Denkmal am Hafen, das Arbeiter aus dem Steinkohlebergbau bei der Arbeit darstellt. Wenige Meilen weiter jedoch zeugt der Hochsicherheitszaun um die riesige Nuklearanlage in Sellafield davon, dass hier zwar das Ende dieser Art der Stromerzeugung erreicht ist, die damit verbundenen Folgen uns und die dort Arbeitenden aber noch lange beschäftigen werden.
Das Ende der Reise
Der Regen erwischt uns noch einmal in Newcastle, auf dem Weg zur Fähre. So können auch Anorak und Rain Legs noch einen letzten Blick von diesem Teil des National Cycle Network erhaschen.
Zahlen und Fakten: Radtouren in Großbritannien
Das Klima in London ist gemäßigt, mit den wärmsten Monaten Juni, Juli und August. Die trockenste Zeit ist von März bis Juni. Der Wind kann das Wetter schnell ändern.
| Monat | Max. °C | Min. °C | mm |
|---|---|---|---|
| Jan | 6.9 | -3 | 82 |
| Feb | 8.1 | -2.9 | 60 |
| Mrz | 12.6 | 0.8 | 106 |
| Apr | 19.2 | 6.2 | 85 |
| Mai | 24.4 | 11.3 | 91 |
| Jun | 29.2 | 17.2 | 94 |
| Jul | 31.4 | 20.3 | 114 |
| Aug | 30.3 | 19.7 | 91 |
| Sep | 26.7 | 15.7 | 109 |
| Okt | 20.7 | 9 | 86 |
| Nov | 14.5 | 3.7 | 72 |
| Dez | 8.5 | -1.3 | 90 |
Besondere Verkehrsregeln für Fahrradfahrer
- In Großbritannien gilt Linksverkehr, auch für Radfahrer.
- Am Kreisverkehr (roundabout) hat der Fahrer im Kreisverkehr Vorrang. Es gilt rechts vor links.
- Das Radfahren auf sogenannten Motorways ist verboten.
- Schmale Straßen sind oft von hohen Hecken umgeben, die die Sicht auf entgegenkommende Fahrzeuge stark behindern, so dass auf kurvigen und bergigen Strecken besondere Vorsicht geboten ist.
- Eine Radwegebenutzungspflicht gibt es nicht. Wenn der Radweg fehlt, muss auf der Straße geradelt werden.
- Stehende Kolonnen dürfen von Radlern überholt werden.
- Im Dunkeln muss das Fahrrad mit Reflektoren sowie einer Lichtanlage vorne und hinten ausgestattet sein.
Fahrradmitnahmemöglichkeit im Inlandsverkehr
- Bahn: In vielen Zügen dürfen Räder transportiert werden, mancherorts sogar kostenlos. Teils ist die Anzahl der mitgenommen Räder pro Zug stark beschränkt. Auf einzelnen Linien ist die Radmitnahme generell, auf anderen nur die Mitnahme von Tandems und Dreirädern verboten. IC- und Regionalzüge sind reservierungspflichtig.
- Bus: Fernbusse transportieren keine Räder, ggf. nur verpackt. Bitte erkundigen Sie sich vor Abfahrt.
- Fähren: Räder werden generell, teils sogar kostenfrei, befördert.
- London: Je nach Verfügbarkeit können Räder werktags außerhalb der Berufsverkehrszeiten sowie sonntags ganztags mitgenommen werden. Bei der U-Bahn darf mit Rädern nur an überirdischen Bahnhöfen ein- und ausgestiegen werden.
Eindrücke der landestypischen Küche
England ist bekannt für sein herzhaftes Frühstück. In keinem Hotel ist das typisch englische Frühstück mehr wegzudenken. Für die Engländer gehören gebratene Würstchen, Schinken und Eier zu einem guten Start in den Tag dazu. Dieses herzhafte Frühstück sättigt erstmal für eine Weile. In allen von terranova gewählten Hotels bekommt man auch ein „continental“ breakfast mit Müsli, Toast, Käse und Wurst.
Um die Mittagszeit findet man die meisten Engländer in Pubs, Coffee Shops oder in Fish & Chips-Läden. In England ist es normal, dass man mittags nur einen kleinen Imbiss zu sich nimmt und erst abends in einem Restaurant gegessen wird. Abends jedoch gehört ein mehrgängiges Menü mit Fisch, Lamm oder Steak dazu.
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