Radfahren in Frankreich: Die schönsten Routen entlang der Küste

Frankreich ist für seine ausgezeichneten Radwege bekannt. Legendäre Strecken wie die Alpe d’Huez fordern selbst die fittesten Menschen heraus. Ganz so extrem muss es aber nicht immer zugehen. Der reisereporter stellt atemberaubende Radwege entlang der französischen Atlantikküste vor - Natur und Genuss stehen im Vordergrund.

Wer Frankreich und Radfahren hört, denkt meist sofort an die Tour de France. Im riesigen Peloton rasen die Profisportlerinnen und -sportler durch die französische Landschaft, fahren gewagte Attacken und stürzen sich mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde die Berge hinunter.

Neben den anspruchsvollen Strecken in den französischen Alpen und Pyrenäen gibt es aber noch etliche weitere, deutlich weniger anstrengende Radwege in Frankreich. Die Atlantikküste besteht aus einem ganzen Netz perfekt verzweigter Fahrradstrecken und lässt sich auch ohne sündhaft teures Rennrad bestens befahren.

Frankreichs Atlantikküste per Rad entdecken

Damit du deinen nächsten Urlaub mit dem Zweirad an der französischen Küste besser planen kannst, stellen wir dir sieben wunderschöne Radstrecken mit Meerblick vor. Eines sei jedoch vorweggesagt: Manche der großen Touren an der Küste erstrecken sich häufig über mehrere Hundert Kilometer und lassen sich keinesfalls an einem Tag bewältigen. Das macht aber auch nichts, denn an der Atlantikküste stehen langsames Fahren und Spaß im Vordergrund. Wer keine mehrtägige Radreise unternehmen möchte, kann natürlich auch stets nur einen Teil der Strecke fahren.

Zum Reinkommen: Radweg durch den Wald von La Coubre

Wir beginnen unsere Reise im Departement Charente-Maritime, rund 80 Kilometer südlich von La Rochelle. Unweit der Inseln Oléron und Ré erstreckt sich hier im Ort Royan ein malerischer Pinienwald, dessen Geruch Frankreich-Fans schnell von vergangenen Reisen träumen lässt. Der Radweg durch den Wald La Coubre ist für den Start in den Fahrradurlaub perfekt geeignet und führt auf entspannten 36 Kilometern einmal durch die Wälder und entlang der Küste.

Am Strand Plage de l‘Embellie kannst du bei einer Pause deine Füße ins kühle Wasser stecken und über den feinen Sand spazieren. Das nächste Highlight lässt auch nicht lange auf sich warten. Der Leuchtturm Phare de Coubre spielt mit seinen 64 Metern Höhe eine wichtige Rolle für die Seefahrt und kann sogar besichtigt werden.

Kleiner Tagesausflug: Vom Meer bei Saint Girons ins Dorf Taller

Auch unser zweiter Radweg ist noch entspannt und lässt sich problemlos ohne Training befahren. Los geht es im Strandort Vielle-Saint-Girons. Mit dem Atlantik im Rücken entfernen wir uns vom Meer und fahren geradewegs ins Landesinnere. Dabei folgen wir der Trasse einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, die einst eine wichtige Rolle für die Bewohnerinnen und Bewohner des Département Landes spielte und sowohl Menschen als auch Rohstoffe durch das Land beförderte.

Der Radweg mit dem Namen „Lo Camin de Hè“ erstreckt sich mit Hin- und Rückweg über insgesamt rund 54 Kilometer vom Meer bis ins Dorf Taller und zurück. Unterwegs bieten sich immer wieder kleine Stopps an, zum Beispiel im idyllischen Dorf Castets oder an der belebten Strandpromenade von Vielle-Saint-Girons.

Baskenland-Radtour: Von Saint-Jean-de-Luz nach Sare

Ebenfalls nicht allzu anspruchsvoll und bestens für einen Tagesausflug geeignet, ist der Radweg von Saint-Jean-de-Luz nach Sare. Auf insgesamt rund 60 Kilometern führt die größtenteils flache Strecke vom Atlantik im äußersten Süden Frankreichs durch typisch baskische Dörfer an die Ausläufer der Pyrenäen. Gleich zu Beginn bekommst du einen atemberaubenden Blick auf den Hafen von Saint-Jean-de-Luz, bevor es über kleine Dörfer ins Landesinnere geht.

Traditionell geht es im Ort Ascain zu. Dort stehen etliche typisch baskische Häuser und ein Marktplatz lädt zum Verweilen ein. Das Ziel erreichst du im Dorf Sare, nach einem kleinen Anstieg zum Col de St. Ignace. Den nahe gelegenen Berggipfel von La Rhune, der auf 905 Metern Höhe liegt, kannst du übrigens bequem mit einer kleinen Eisenbahn erreichen.

Dune du Pilat: Spektakulär radeln bei Europas größter Wanderdüne

Bei einer Radtour in Frankreich darf eines der wichtigsten Wahrzeichen des Landes natürlich nicht fehlen: die Dune du Pilat. Rund um die höchste Wanderdüne Europas gibt es zahlreiche Radwege. Um in der Nähe der Küste zu bleiben, empfiehlt sich die Strecke von La-Teste-de-Buch nach Biscarosse Plage und zurück.

Auf den insgesamt rund 46 Kilometern entlang des Atlantiks und durch die Wälder kommen die Waden spätestens beim Anstieg zur Düne ins Schwitzen. Den Weg zur Spitze musst du allerdings zu Fuß auf dich nehmen, mit dem Rad kannst du den riesigen Sandberg nicht befahren. Die Aussicht auf das Meer entlohnt aber schnell für die schweißtreibenden Mühen.

Vélidéale: Radwandern durch Frankreichs grünes Herz

Die nächste Tour ist ein ziemlich großer Sprung von den bislang eher entspannten Strecken. Die berühmte Vélidéale verläuft über insgesamt 665 Kilometer quer durch das Departement Creuse bis zum Departement Loire-Atlantique. Gestartet wird am Lac de Vassivière und das Ziel liegt in Saint-Nazaire am Atlantik.

Für diese lange Tour sollten selbstverständlich mehrere Tage eingeplant werden. Genau darauf ist die Vélidéale, die eine Botschafterin des Slow-Tourismus ist, aber auch ausgelegt. Zahlreiche Nationalparks, malerische Flüsse und niedliche Dörfer laden zum Verweilen ein. Der Naturgenuss steht auf diesem Radweg definitiv im Vordergrund.

Vendée Vélo Tour: Große Küstenrundfahrt für Entdecker

Anspruchsvoll geht es weiter mit der Vendée Vélo Tour, einer Rundstrecke über rund 700 Kilometer zwischen Meer und Land. Start und Ziel liegen im Ort Les Sables-d‘Olonne, wo jedes Jahr die berühmte Segelregatta „Vendée Globe“ beginnt. Gemächlich geht es stets an der Atlantikküste nach Süden, vorbei an kleinen Strandorten und schließlich ins Landesinnere.

Dort warten mystische Flusslandschaften, Sumpfgebiete und die ein oder andere Steigung. Gegen Ende der großen Schleife führt der Radweg auch auf die Insel Noirmoutier, bevor das Ziel nach einer mehrtägigen Reise erreicht wird. Die große Vendée Vélo Tour muss natürlich nicht am Stück gefahren werden. Auch einzelne Abschnitte bieten sich hervorragend für Tagesausflüge an.

Die Vélodyssée für Ausdauernde: Frankreichs längster Radweg entlang des Atlantiks

Die Vélodyssée ist nämlich nicht nur irgendein Radweg, sondern die wohl größte Strecke, die die französische Atlantikküste zu bieten hat. Jetzt wird es anstrengend. Auf rund 1300 Kilometern kannst du hier von der Normandie bis ins Baskenland fahren und musst dabei nie die ausgeschilderten Radwege verlassen.

Ganze 80 Prozent der Strecke verlaufen sogar auf verkehrsfreien Wegen und den Atlantik verlierst du auf deiner langen Reise nur selten aus dem Blick. Die Route, die auch als „Atlantic Cycling Route“ bekannt ist, gibt es übrigens nicht nur in Frankreich. Sie ist Teil eines europaweiten beschilderten Streckennetzes, das auf 10.650 Kilometern das Nordkap mit dem Norden Portugals verbindet.

Weitere Radregionen in Frankreich

Frankreich ist ein Paradies für Radfahrer - von idyllischen Flusswegen bis hin zu atemberaubenden Bergpässen gibt es unzählige Regionen, die wie geschaffen für eine unvergessliche Radreise sind.

  1. Die Provence ist eine der bekanntesten Radregionen Frankreichs, und das aus gutem Grund! Hier radelst du vorbei an endlosen Lavendelfeldern, charmanten Dörfern und Weingütern.
  2. Das Loiretal ist ein Traum für alle, die Radfahren mit Kultur verbinden möchten. Die Loire à Vélo-Route erstreckt sich über 900 Kilometer und führt dich vorbei an majestätischen Schlössern wie Château de Chambord oder Château de Chenonceau.
  3. In der Bretagne erwarten dich wilde Küstenlandschaften, schroffe Klippen und kleine Fischerdörfer. Die Vélodyssée, der französische Teil der EuroVelo 1, führt dich entlang der Atlantikküste und ist eine der schönsten Routen für Meerliebhaber.
  4. Wer Wein und Radfahren kombinieren möchte, sollte sich auf nach Burgund machen. Hier führen Radwege wie die Voie des Vignes direkt durch einige der berühmtesten Weinberge der Welt.
  5. Das Elsass kombiniert Kultur, Kulinarik und Radfahren auf wunderbare Weise. Die Elsässer Weinstraße bietet eine malerische Route durch charmante Dörfer mit bunten Fachwerkhäusern.
  6. Die Normandie bietet nicht nur traumhafte Küstenrouten, sondern auch eine Reise durch die Geschichte. Von den Stränden der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg bis hin zum weltberühmten Mont Saint-Michel, gibt es entlang der Radwege viel zu entdecken.
  7. Korsika ist bekannt für seine unberührte Natur und gilt als eine der herausforderndsten, aber auch schönsten Radregionen in Frankreich. Hier radelst du durch wilde Berglandschaften, vorbei an kristallklaren Buchten und mediterranen Wäldern.
  8. Wenn du es lieber gemächlich angehen möchtest, ist der Canal du Midi eine ideale Route. Dieser historische Kanal, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, führt dich durch den sonnigen Süden Frankreichs.
  9. Die Auvergne ist vielleicht weniger bekannt, aber ein echter Geheimtipp für Naturliebhaber. Hier radelst du durch die beeindruckende Vulkanlandschaft des Parc Naturel Régional des Volcans d'Auvergne und kannst zwischendurch in einem der zahlreichen Kraterseen baden.
  10. Für alle, die Luxus und Fahrradfahren verbinden möchten, ist die Côte d'Azur ein Muss. Hier radelst du entlang der glamourösen Küste, vorbei an Promenaden, schicken Jachthäfen und mondänen Städten wie Nizza und Cannes.

Radwege in der Bretagne

Um die Bretagne mit dem Fahrrad zu entdecken, stehen naturliebenden Urlaubern fast 2700 km markierter Wege auf 9 großen Radwanderstrecken und Voies vertes zur Verfügung. Treidelpfade, alte Eisenbahntrassen oder kleine Straßen: Entdecken Sie die Region unter freiem Himmel und fast ohne Anstrengung!

  1. Die Vélodyssée®, von Roscoff bis Nantes: Der bretonische Abschnitt bietet eine 400 km lange Strecke, die teilweise dem Nantes-Brest-Kanal folgt - ein Muss für Radfahrer in der Bretagne!
  2. Von Saint-Malo nach Arzal: 200 km um die idyllische südliche Bretagne der Kanäle zu durchqueren.
  3. Von Saint-Malo nach Questembert: Mehr als 200 km im Binnenland der Bretagne.
  4. Von Roscoff nach Nantes: Über 400 km im eher sportlichen Modus ganz nahe der bretonischen Küste.
  5. Von Carhaix nach Saint-Méen-le-Grand: Von Ost nach West über 120 km eine schöne Entdeckung des Binnenlandes der Bretagne.
  6. Von Roscoff nach Concarneau: Vom Ärmelkanal bis zum Atlantik, 150 km für eine Fahrt durch das grüne Finistère.
  7. Von Saint-Brieuc nach Lorient: Fast 200 km, um die Bretagne von Nord nach Süd zu durchqueren.
  8. Vom Mont-Saint-Michel nach Nantes: Eine 275 km lange Reise durch die Region Marches de Bretagne und ihre Geschichte.

Die Strecke wird an die drei großen nationalen und europäischen Fernradwanderwege angebunden: den EV4 - La Vélomaritime® im Norden; den EV1 - La Vélodyssée® und den EV6 - La Véloroute des Fleuves im Süden.

Die Vélodyssée

Mit ihren 1.290 Kilometern Länge ist die EV1-La Vélodyssée® der längste Radweg Frankreichs! Auf der gesamten Strecke genießen Sie einzigartige Ausblicke auf Land und Meer. Die 2012 eingeweihte Route führt durch die Bretagne, durch Pays de la Loire und Nouvelle Aquitaine. 70 Prozent der Vélodyssée zwischen Roscoff und Hendaye verlaufen auf autofreien Strecken!

Ob Sie von Norden nach Süden oder umgekehrt radeln, die Routen sind alle beschildert. Hier wird Radfahren zu einem wunderbaren Erlebnis für Paare oder Familien. Lassen Sie sich von den wunderschönen Landstrichen, die Sie durchqueren, verzaubern.

Entdecken Sie die Küstenlandschaften von Loire-Atlantique auf dem 148 Kilometer langen Radweg La Vélocéan! Eine Radtour auf der Vélocéan, am Ufer des Atlantiks, lässt Sie die nördliche Küste von Loire-Atlantique entdecken - das ist der Teil, der von der Vélodyssée nicht abgedeckt wird.

Der Radweg La Flow Vélo bietet vom grünen Périgord bis zur Atlantikküste unvergessliche Erlebnisse entlang der Charente und weiterer Wasserwege. Diese hübsche und von Bäumen gesäumte 290 km lange Route, die in Thiviers beginnt, durchquert eine malerische und grüne Landschaft, in der charaktervolle Städte und Dörfer in einer äußerst entspannten Atmosphäre aufeinander folgen.

Weitere Radrouten in Frankreich

  • La Vélo Francette®: Startet vom Ärmelkanal in Richtung Atlantik und durchquert Normandie, Pays de la Loire, Poitou und Charente-Maritime.
  • Tour de Gironde à Vélo: Eine 480 Kilometer lange Radstrecke durch die Landschaft der Landes de Gascogne bis zu den Weinbergen und großen Châteaus des Médoc.

Die Marke „Accueil Vélo“ ist ein französisches Gütesiegel. Dieses garantiert Radfahrern einen herzlichen Empfang und qualitativ hochwertige Dienstleistungen entlang der französischen Radwanderwege.

Tabelle: Top Radregionen in Frankreich

Region Besonderheiten
Provence Lavendelfelder, charmante Dörfer, Weingüter
Loiretal Schlösser, Loire à Vélo-Route
Bretagne Wilde Küstenlandschaften, Vélodyssée
Burgund Weinberge, Voie des Vignes
Elsass Fachwerkhäuser, Elsässer Weinstraße
Normandie Küstenrouten, Landungsstrände, Mont Saint-Michel
Korsika Unberührte Natur, Berglandschaften
Canal du Midi Historischer Kanal, UNESCO-Weltkulturerbe
Auvergne Vulkanlandschaft, Kraterseen
Côte d'Azur Glamouröse Küste, Promenaden, Jachthäfen

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