Die Schlosspark-Region wurde als eine von zwei Regionen in Deutschland als „ADFC RadReiseRegion“ ausgezeichnet. Dank der unmittelbaren Nähe zu den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau haben Radtouren rund um Füssen ein lohnenswertes Ziel. An der Schwelle, wo der Lech aus den Bergen ins flache Alpenvorland tritt, liegt mit der Stadt Füssen ein beliebtes Ziel für Radtouristen.
Radtouren rund um Füssen
Ein Muss für alle Radfahrer ist die 32 km lange Runde um den Forggensee. Die ebenen, einfach zu befahrenen Wege stellen sowohl für Genussradfahrer als auch für Familien mit Kindern kein Problem dar. Einkehrmöglichkeiten am Seeufer sowie hübsche Badeplätze und ein sehenswertes Panorama tragen zum Erlebnischarakter der Tour bei. Wer als Mountainbiker rund um Füssen unterwegs ist, findet zwar keine klassischen Bikeparks und Downhill-Strecken vor. Was die Gebirgslandschaft aber umso interessanter macht, ist ein engmaschiges Netz an Einkehr-Almen, die oftmals ein speziell auf Biker abgestimmtes Abendprogramm präsentieren. Wem die Tour dennoch zu lang ist, der kann sie mit dem Schiff abkürzen, das von Mitte Juni bis Anfang Oktober zwischen Füssen, Schwangau, Roßhaupten und Rieden verkehrt.
Radtour von Schwangau zum Alatsee und zurück nach Füssen
Gemütliche Radtour von Schwangau über Bad Faulenbach zum Alatsee. Über die Füssener Altstadt geht es zurück zum Ausgangspunkt nach Schwangau. Sie starten am Schlossbrauhaus in Schwangau und radeln in Richtung Füssen. Dabei kommen Sie am Kurpark und an der Kristall Therme vorbei. Weiter geht es nach Horn, einen kleinen Ortsteil Schwangaus. Dort geht es einen kurzen Berg hinunter.
Der nächste markante Punkt ist das Überlandwerk, das über den Lech führt. Über das Stauwerk müssen Sie Ihr Fahrrad schieben, da Radfahren dort nicht erlaubt ist. Anschließend biegen Sie links ab und folgen dem Lech bis nach Bad Faulenbach. Hier sehen Sie links die Skisprungschanze und das Tal der Sinne, ein guter Platz für eine kurze Pause. Folgen Sie der Straße etwa 2 Kilometer bis zum Alatsee. Nach dem Hotel halten Sie sich rechts, fahren am Burkenbichlberg entlang und kommen in Füssen-West an der Kemptener Straße heraus.
Von dort geht es weiter in die Altstadt von Füssen. Gehen Sie bis zum Brunnen, biegen links in die Fußgängerzone ab und an der VR Bank rechts. Über den Schrannenplatz kommen Sie zur Pizzeria La Perla und nehmen dort den Durchgang. Am Lila Haus gibt es noch einmal die Möglichkeit für eine Stärkung.
Danach fahren Sie zurück nach Schwangau über den Lechsteg, durch Alterschrofen und vorbei am Schloss Bullachberg.
Wegbeschreibung Lechfall und Lechklamm
Zwischen dem Lechfall und Füssen liegt die eindrucksvolle Lechklamm. Wir spazieren vom Bahnhof zunächst durch die Füssener Altstadt zur Lechbrücke und biegen beim Kloster St. Mang rechts in den Uferweg nach Bad Faulenbach. In Bad Faulenbach beginnt der Ländeweg, der wegen des Steilufers erst einmal nach oben ausweichen muss. Der Lech verengt sich dort zu einer kleinen Klamm.
Seinen Namen hat der Weg von der Floßlände, an der einst die Flöße aus Reutte in Tirol anlandeten. Die Lände lag flussaufwärts bei der Vilsmündung unterhalb der Ländenscharte. Die Strecke des heutigen Ländewegs wählten möglicherweise schon die Römer, als sie die Via Claudia Augusta bauten. Unter den Forschern gibt es bis dato aber keinen Konsens darüber, ob die Römerstraße vor Füssen das linke oder rechte Lechufer nahm. Das Stauwehr am Lechfall wurde für die Nutzung der Wasserkraft errichtet. Nach ein paar Hundert Metern kann man links zum Maxsteg hinunter.
Der Maxsteg überspannt den Fluss genau zwischen dem Lechfall und der Lechklamm, so dass man von der Brücke einen tollen Blick auf die beiden Attraktionen genießt. Seit 1787 wird ein Teil des Lechwassers unterirdisch umgeleitet. Acht Allgäuer Bergmänner aus Burgberg bei Sonthofen arbeiteten ab 1784 drei Jahre lang an einem ersten Stollen. Ein Bergmann ertrank dabei im Lech, ein anderer erblindete bei einer Sprengung. Ursprünglich diente der Kanal den Mühlen auf dem Lechgries. Das ist dort, wo später die Seilerwarenfabrik stand und sich nun das Gewerbegebiet Magnuspark befindet. Heute fließt das Wasser durch einen neu gebauten Druckstollen und treibt zwei Turbinen an.
Ländeweg am Lechufer
Nach dem Abstecher zum Lechfall geht es wieder auf dem breiten Ländeweg weiter. Er taucht gleich in den Wald ein. Bis zu der so genannte Hangenden Wand bekommt man vom Lech erst einmal nichts mehr zu sehen. Der markante Felsenturm der Hangenden Wand bietet durch seinen Überhang Schutz. Solche Orte nutzten die Menschen früher gerne als Lagerplatz. In der Wand sind schöne alte Grenzmarkierungen eingemeißelt. Die obere zeigt links den österreichischen Bindenschild und rechts das Wappen des Hochstifts Augsburg. Die untere geht auf den bayerisch-österreichischen Grenzvertrag von 1844 zurück.
Der Ländeweg verläuft nun nahe am Lechufer, wobei sich der Fluss weiterhin hinter den Bäumen versteckt. Nach kurzer Zeit zweigt der Schwärzerweg rechts ab. Wie der Name verrät, wurde auf ihm oben durch den Wald geschmuggelt. Die Schmuggler hießen auch Schwärzer, weil sie ihr Gesicht schwärzten, um unerkannt zu bleiben. Wir haben nichts zu Schmuggeln und bleiben auf dem Ländeweg.
Über die Ländenscharte
Kurz nach der Vilsmündung zweigt dann der beschilderte Steig zur Ländenscharte ab. Die hundert Höhenmeter sind schnell überwunden. Oben im Sattel steht ein historischer Grenzstein mit dem Augsburger Wappen und dem österreichischen Bindenschild, so wie wir es bereits von der Hangenden Wand kennen.
Der Abstieg auf der anderen Seite der Ländenscharte beginnt etwas felsig. Es gibt eine mit Drahtseil gesicherte, leicht ausgesetzte Stelle. Unten trifft man auf einen breiten Wanderweg, der westwärts zum Alatsee führt. Einige Hundert Meter vor dem Alatsee fällt eine wassergefüllte, künstlich anmutende Vertiefung auf. Vermutlich ist das eine der Gruben, die der ehemalige Gipsabbau im Faulenbachtal hinterließ.
Vom Alatsee zum Weißensee
Der Alatsee liegt in einem schattigen Kessel unter dem Falkenstein-Kamm. Der Alatsee scheint ein ganz gewöhnlicher Bergsee zu sein, doch zahlreiche Geheimnisse ranken sich um ihn. Die eingangs erwähnte sauerstoffarme Schicht der Schwefelpurpurbakterien ist für Fische eine sehr lebensfeindliche Umgebung. Taucher sehen darin kaum die Hand vor Augen. Für die angeblichen Tauchunfälle auf Grund der Bakterien gibt es jedoch keine Belege. Trotzdem bedarf das Sporttauchen einer Sondergenehmigung, weil es schlicht überhandnahm. Zu viele suchten in den Tiefen wegen eines zwar längst widerlegten, aber dennoch hartnäckigen Gerüchts nach verschollenem Nazigold.
Baden ist im Alatsee anders als das Tauchen erlaubt. Allerdings kommt das nur für Bahnfahrer in Frage. Den Zielpunkt bildet dann der Bahnhof Pfronten-Steinach. An dieser Stelle oberhalb des Weißensees soll der Heilige Magnus von Füssen Rast gemacht haben. Im Norden des Alatsees liegt ein großer Parkplatz. Von dort folgen wir etwa 200 Meter der Saloberstraße und wenden uns danach links zum Weißensee. Gleich darauf wechselt die Wanderroute wie beschildert von der Forststraße auf einen untergeordneten Weg, welcher sich schnell zu einem Steig verjüngt. Es geht nun relativ lange auf und ab durch den steilen Hang über dem Weißensee.
Beim Weberfall bricht zum See hin eine Felswand ab, die man später beim Rückweg noch von unten sieht. Am Felsdurchschlupf bei der so genannten Magnusruh soll der Heilige Magnus von Füssen im Jahr 746 laut einer Legende gerastet haben. Von da leitet der Steig schließlich in wenigen Minuten hinab zum Weißensee.
Hugo-Ludwig-Steg zum Törle
Das Südufer des Weißensees ist erst seit der Fertigstellung des Hugo-Ludwig-Stegs im Jahr 1953 komplett passierbar. Dort, wo sich der Steg heute romantisch um eine hervorspringende Felsnase herumwindet, musste man früher oben über die Magnusruh ausweichen. Der schmale, aus Betonplatten gebaute Hugo-Ludwig-Steg verläuft die ganze Zeit direkt am Ufer entlang und erlaubt so einen tollen Blick über den See.
Eine geologische Besonderheit stellt das Törle dar, ein kleines Felsentor, durch welches man hindurchschlüpfen kann. Der Wanderweg am Weißensee führt durch dieses natürliche Felsentor. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass der Fels am Törle aus eckigen Bruchstücken besteht, die miteinander verkittet sind. Geologen bezeichnen solche Gesteine als Brekzien. Das Törle entstand auf natürliche Weise, vermutlich durch Verwitterung und Frostsprengung.
Rückweg nach Füssen
Die Strecke vom Weißensee zurück nach Füssen ist leider etwas eintönig. Man wandert einig Zeit auf einer Forststraße am Waldrand entlang. Auf der linken Seite taucht bald das Gewerbegebiet um die Allgäu-Kaserne auf. Den letzten Kilometer bis ins Zentrum von Füssen muss man neben der lauten Kemptener Straße laufen. Als nettere Alternative würde sich der Untere Kobelweg anbieten. Er beinhaltet aber noch einmal einen kleinen Anstieg.
Auf jeden Fall lohnend ist ein Blick in die Kirchen St. Mang und Heilig Geist. Wer genug Zeit hat, sollte das Museum der Stadt Füssen im ehemaligen Barockkloster St. Mang sowie das Hohe Schloss besichtigen.
Streckenverlauf: Morisse-Parkplatz - Alatsee
Streckenverlauf: Morisse-Parkplatz - kurz vor der Morisse-Enge rechts auf den unteren Kobelsteig einbiegen - unterer Kobelsteig bis Ende - Verbindungsweg zur Alatseestraße - Alatseestraße - Alatsee; Rückweg: Waldweg südlich parallel zur Alatseestraße bis Obersee - südlich an Obersee und Mittersee entlang - Alatseestraße - am Hotel Ruchti links in den Ruchtisteig abbiegen - Ruchtisteig - Unterer Kobelweg bis Morisse-Enge - Morisse Parkplatz
Weitere Informationen und Tipps
- Der Alatsee ist ein meromiktischer See, westlich von Füssen im Allgäu.
- Der Rundweg um den Alatsee lässt sich auch mit der Rundtour um den Weißensee verbinden.
- Mit der Bahn nach Füssen. Der Bahnhof liegt nur ca.
- Füssen ist gut mit dem Auto über A7 oder B17 zu erreichen.
- Mit dem Zug erreicht man Füssen ebenfalls ca.
- Es gibt mehrere Stellen zum Verpflegen.
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