Radtour Genfer See: Eine malerische Route durch Weinberge und charmante Städte

Der Genfer See, eingebettet zwischen Jura und Alpen, ist mit seinen 580 km² der zweitgrößte See Mitteleuropas. Die 370 km lange Route führt auf meist motorfahrzeugfreien Wegen von Romanshorn-Winterthur-Zürich oder von Lausanne mitten in die Region von Neuenburger-, Murten- und Bielersee. Diese Tour führt Sie rund um den auf Französisch "Lac Léman" genannten See, welcher zu rund 60 % der Schweiz und zu rund 40 % Frankreich angehört.

Die Route

Die See-Route ist auf der Schweizer Seite mit roten Wegweisern (Route Nr. 46, Tour du Léman) gekennzeichnet. Auf französischer Seite weisen grün-blaue Zeichen mit Fahrrad-Logo den Weg. Einzig das Stück zwischen Le Bouveret und Evian führt einer Hauptstraße entlang. Wir empfehlen, den Weg im Uhrzeigersinn zu fahren, um so möglichst nah am Seeufer entlang zu radeln.

Vevey und die Lavaux-Weinberge

Vevey am Ufer des Lac Léman imponiert mit seiner Altstadt und seiner Seepromenade. Am Grande Place, dem großen Marktplatz steht die Grenette, ein altes Kornhaus und die Couvreu, das in Privatbesitz befindliche Château de l'Aile. An der Seepromenade vor dem Alimentarium steht eine Statue von Charlie Chaplin, der 25 Jahre in Vevey bis zu seinem Tod 1977 lebte. Wir kommen auch am modernen Gebäude der Nestlé SA vorbei, die in Vevey ihren Hauptsitz hat und 1866 gegründet wurde. 1867 erfand der Apotheker Henri Nestlé ein Milchpulver und legte damit den Grundstein für den heute größten Lebensmittelkonzern der Welt.

Weinhänge, wohin man schaut! Seit dem 12. Jahrhundert baut man im Lavaux Wein an und seit 2007 gehört das Weinbaugebiet zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Terrassen bieten optimale Bedingungen für das gute Gedeihen der Trauben. Die meist angebaute Traube ist der Chasselat. Nette Weindörfer wie Corseaux oberhalb von Vevey schmiegen sich an die mit Weinreben bestandenden Hänge.

Wir verabschieden uns von dieser pulsierenden Stadt, überqueren hier noch die Veveyse, auf deren Schwemmkegel Vevey liegt. Wir folgen ab jetzt dem Veloradweg Nr. 1. Der gelbe Farbstreifen trennt den Radweg von der Kantonsstrasse Nr. 9, der Route de Lausanne. Zur Rechten stützen mächtige Steinwände die ausgedehnten Rebenhänge, zur Rechten verläuft die Bahnlinie und dahinter liegt im glitzernden Sonnenlicht der See. Ab dem Weindorf Sainte-Saphorin heißt die Straße jetzt Route Cantonale. In Rivaz beeindruckt das mächtige zum See hin liegende Château de Glérolles, welches natürlich auch einen Weinkeller offeriert. Vor den Orten weisen Schilder die Namen der Caves, der Weinkeller aus. Doch Radfahren und Weinprobe passen nicht zueinander. Die Straße verläuft absolut eben. Welch herrliches Radeln hier am See entlang, immer begleitet von den hohen Weinbergen und dem Blick auf den Genfer See. Etliche Rennradler sind hier ebenfalls unterwegs. Wir passieren Treytorrens Désaley und Epesses. Zwischen Epesses und Cully liegt das rosafarbene Hotel Intereurope. Wir radeln direkt in den Weinort Cully hinein.

Unglaublich: die mächtige Platane wurde 1798 gepflanzt. Am Place d'Armes beim Quai de Cully steht ein Denkmal für Mayor Davel. Das Hotel du Raisin war früher ein Rathaus und wurde bereits 1574 erbaut. Nun geht es bald hinauf in die Weinberge. Das kleine Sträßchen schraubt sich höher hinauf und gibt einen phantastischen Ausblick über den See. Als nächstes erreichen wir ein weiteres Weindorf namens Villette, dessen Kirche bereits 1138 erwähnt wurde. In Lutry gelangen wir an den Port de Lutry und den Port du Vieux Stand, den neueren Yachthafen. Hier können wir mit dem Velo passieren.

Lausanne und Ouchy

Nette Restaurants in der schmalen Gasse im Ort vermitteln einen südländischen Eindruck. Samstags wird hier Markt abgehalten und die Verkaufsstände reihen sich dicht an dicht. In Herzen der historischen Altstadt finden wir am Place de la Couronne einen Brunnen von 1676. Schnell geht es nun nach Ouchy. Gelbe Streifen trennen den Radweg vom Quai d'Ouchy. Das Olympische Museum, das Musée Olympique, liegt direkt an der Straße. Ouchy ist der traditionelle Hafen von Lausanne und war einst ein kleines Fischerdorf. Lebhaftes Treiben am Place du Vieux Port mit dem Château d'Ouchy lädt zu einem Stopp ein. Gut gepflegte Hotels, sauber angelegte Gärten und feine Straßenrestaurants liegen hier. Über den Place de la Navigation folgen wir weiter dem Radweg entlang der breiten Straße. Im Sporthafen schaukeln etliche weiße Segelboote und Yachten aller Größen. Wir folgen der Radroute Nr. "1" bzw. der Nr. "5" entlang der Avenue de Rhodanie bis zu einem großen Kreisverkehr, wo es zur Autobahn Lausanne-Genéve geht. Wir folgen auch hier weiter den roten Schildchen. So passieren wir das Gebäude des Internationalen Olympischen Komitees. Gemütlich rollen die Räder weiter immer den roten Wegweisern folgend nach St.-Sulpice.

Fall Sie Lausanne als Startpunkt wählen, ist es ratsam etwas außerhalb zu parken. Ein Abstecher ist sehenswert, denn dort bieten sich sehr viele Sehenswürdigkeiten aus der langen Geschichte der Stadt. Bereits 379 bestand hier eine keltische Siedlung und wuchs - nachdem Lausanne zum Bischofssitz aufstieg - zur befestigten Stadt heran. Wechselnde Besitzverhältnisse klärten sich erst 1803, als Lausanne als 19.

Weitere Orte entlang der Route

Lutry ist äußerst sehenswert. Danach folgt der Radweg zunächst den typisch gelb markierten Radwegen neben der Hauptstraße. Kurz vor "Villette" zweigt der Radweg nach links von der Bundesstraße auf eine kleine Straße ab, die auch leicht ansteigt. Durch kleine Gassen geht es durch den Ort "Vilette". Aus schönen mittelalterlichen Steinhäusern besteht der Ortskern. Danach folgt der Radweg in herrlicher Aussichtslage den Weinbergen. Mühsam ist es für die Winzer. Manchmal helfen Aufzüge oder eiserne Leitern, um das kostbare Gut zu ernten und zu pflegen. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Wein, der allerdings auch seinen Preis hat. Am Bahnhof entlang erreichen Sie die Innenstadt. Zur Weiterfahrt geht es wieder auf die Bundesstraße 9. Straße und Bahn folgen nun den steilen Berghängen.

In ausgezeichneter Aussichtslage erreicht der Radweg den Ort "St. Die Kirche ist übrigens auf den Resten einer römischen Villa aus dem Jahre 47 n.Chr. erbaut. Im Untergeschoss der Kirche kann man noch einen Blick auf einen Raum der Villa werfen. Die Kirche selbst stammt in ihren Anfängen aus dem 7. Zur Weiterfahrt bleiben Sie wieder auf dem Radweg längs der Bundesstraße und erreichen bald den Ort "Corseaux".

Im Umfeld finden sich prächtige moderne Bauten, die meist auf ein weltbekanntes Lebensmittelimperium zurück gehen. Sehenswert sind die Burg und die Kirchen. Am Besten folgen Sie ab Vevey der Uferpromenade und genießen die schönen Blicke auf den See und die angrenzenden Berge. Langsam nähern Sie sich der mondänen Stadt "Montreux". Der Radweg folgt auch hier der Uferpromenade. Allerdings hier bitte nachhaltiger klingeln, vielleicht sind die Spaziergänger hier älter oder vergessen eher das Hörgerät. Das sehr gut erhaltene Festungswerk liegt als Wasserschloss im Genfer See. Zur Weiterfahrt bleiben Sie an der Uferpromenade und radeln auf das "Rhonedelta" zu. Am Ortseingang von Villeneuve zweigen Sie nach rechts in den Park ab und überqueren dort einen kleinen Nebenfluss. Die Wegbeschreibung folgt dem "Radweg 1". Bleiben Sie auf dem Rhonedamm und radeln in Richtung See.

Nun geht es kurz bergauf über einen Hügel, dann folgt der Radweg der Straße entlang des Sees in Richtung "St. Durch "St. Gingolph" verläuft die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich dem entsprechend auch zwischen Franken und Euro. In St. Die schöne Radwegbeschilderung und auch die Wegeführung sind mit Überschreiten der Grenze dahin. Auf der Straße N9 ist verhältnismäßig wenig los. Ab und zu werden Sie von einem Tross von meistens fünf bis sechs Fahrzeugen überholt. Wahrscheinlich rührt dies von den genauen Grenzkontrollen in "St.

Auf der Straße geht es nun weiter. Wieder bleiben Sie auf der Straße und durchradeln "Meillerie". Nach dem Ort "Meillerie" erhebt sich auf der Bergseite eine steile Felswand. Nach kurzer Zeit erreichen Sie ein burgähnliches Herrenhaus auf der linken Straßenseite. In "Petit Rive" beginnt schon der Einflussbereich von "Evian les Bains". Der Ort wurde durch seine im Jahre 1790 entdeckte Quelle weltbekannt. Sehenswert ist der gläserne Jugendstilpalast. Er ist Sitz der Mineralwassergesellschaft. Sie radeln nun zum Hafen und warten auf das Kursschiff von "Evian-les-Bains"- "Lausanne". Sehr flott überquert das Personenschiff den Genfer See.

Radreisen und Touren

Sie wollen eine organisierte Radreisen unternehmen? Passende Angebote zu diesem Radweg und viele weitere spannende Radreisen, egal ob E-Bike, Tourenrad oder Rennrad sind zu finden unter dem Menüpunkt RADREISEN. Es werden Radwanderreisen, sportliche Radreisen, Radreisen in der geführten Gruppe und Rad&Schiff-Touren angeboten.

Beispiel für eine 7-tägige Radtour

  1. Anreise nach Montreux
  2. Montreux - Gruyères Umgebung, ca. 40 - 50 km
  3. Gruyères Umgebung - Gstaad Umgebung, ca. 45 - 55 km
  4. Gstaad Umgebung - Thunersee, ca. 50 km
  5. Thunersee - Sarnersee, ca. 50 - 55 km
  6. Sarnersee - Luzern, ca. 35 km
  7. Abreise oder Verlängerung

Alpenpanorama-Route

Die Alpenpanorama-Route ist die «Königsroute» im Veloland Schweiz und durchquert pass- und schluchtenreich das nördliche Alpenvorland mit seinen traditionsreichen Kulturen, Siedlungen und Alpwirtschaften. Sie werden mit grandiosen Ausblicken belohnt! Zwischen Bodensee und Genfer See führt die Alpenpanorama-Route bis hinauf auf 2'000 Meter über Meer und überquert mehrere Alpenpässe - hart im Nehmen, aber sensationell im Weitblick. Ein Leckerbissen für Rennradfahrer mit sportlichen Ambitionen. Auf dieser Route erleben Sie das Panorama der Alpen - und wenn Sie mal ermatten: die grossen Steigungen kann man auch mit dem Postauto bewältigen.

Die Alpenpanorama-Route führt bis hinauf auf 2000 Meter über Meer und überquert mehrere Alpenpässe. Die Route ist als einzige Fernrad-Route in der Schweiz durchgehend asphaltiert und kann deshalb problemlos auch mit Rennrädern befahren werden. Sie hat ein anspruchsvolles Höhenprofil, erreicht auf dem Klausenpass die maximale Höhe von 1950 m über Meer und überquert auch weitere, atemberaubende Alpenpässe. Die meisten großen Steigungen kann man auch mit Postauto und Veloverladung bewältigen. An Wochenenden muss auf den Passstraßen mit mehr Verkehr gerechnet werden.

Beispiel für eine 8-tägige Tour von St. Margrethen nach Aigle

  1. Individuelle Anreise nach St. Margrethen am Bodensee
  2. St. Margrethen - Lichtensteig, ca. 80 km
  3. Lichtensteig - Altdorf, ca. 105km, 1780Hm
  4. Altdorf - Sörenberg, ca. 85km / ca. 1790Hm
  5. Sörenberg - Thun, ca. 50km / 645Hm
  6. Thun - Gruyères, ca. 94km / 1660Hm
  7. Gruyères - Aigle, ca. 65km / 1045Hm
  8. Individuelle Rückreise

Nützliche Informationen

Die beliebten VCS-Velokarten von Kümmerly+Frey vermitteln alle wichtigen Informationen, die sich Radfahrerinnen und Radfahrer vor und während der Fahrt wünschen: Steigungen, Höhendifferenzen, Strassenbeläge, Verkehrsaufkommen. Kantonale und nationale Velowege (Veloland Schweiz) und Mountainbike-Strecken sind speziell gekennzeichnet. Sie erleichtern das sichere Vorwärtskommen mit dem Velo.

Erkunden Sie das Veloland Schweiz! Auf dem Velo dem Wasser entlang rollen oder durch den schattigen Nadelwald radeln, sich etwas abverlangen und die Bergroute bezwingen oder bei erfrischendem Gegenwind den Pass hinunterjagen - die Schweiz mit ihrer vielfältigen Landschaft bietet Radfahrern eine Vielzahl unterschiedlichster Routen. Der Führer Veloland Schweiz stellt eine Zusammenfassung aus neun unterschiedlichen Veloführern dar und kann mit zahlreichen Routenvorschlägen aufwarten.

Weitere Radtouren in der Region

  • Genfersee Rundtour
  • Etappe 6 der Route du Rhône von Morges nach Montreux (42 km)
  • Tour de Gruyère (81 km, 1.300 Höhenmeter)

Hinweise

Dem gemütlichen Dahingleiten entlang des Ufers folgen sportliche Steilpassagen in die Weinberge. Das quirlige städtische Treiben entlang der vielbefahrenen Straßen wird von ruhigen ländlichen Stimmungen abgelöst.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0