Radtour Italien: Von Nord nach Süd

Begeben Sie sich auf eine unvergessliche Radtour durch Italien, die Sie von den Alpen bis zur Adria führt. Diese Route bietet eine faszinierende Mischung aus Kultur, Geschichte und atemberaubender Natur.

Entlang der Adriaküste

Die Radtour beginnt mit einer Busfahrt über die Alpen nach Italien, Richtung Mittelmeer. Nach der Ankunft starten wir eine erste kleine Radtour, falls es die Zeit erlaubt. Die Übernachtung erfolgt im Raum Grado.

Weiter geht es entlang der faszinierenden Adriaküste von Bibione nach Lido di Jesolo. Auf kleinen Wegen und Sträßchen genießen wir unsere Radtour durch Italien. Immer wieder erreichen wir die wunderschönen Strände des Golfs von Venedig. In dem sehenswerten Städtchen Caorle legen wir eine Pause ein, bevor es weiter in den Raum Lido di Jesolo geht, wo wir zwei Nächte verbringen.

Venedig und Padua

In Venedig selbst verzichten wir auf das Fahrrad, da die Lagunenstadt aufgrund hunderter von Treppen und Brücken kaum mit dem Rad befahrbar ist. Stattdessen erkunden wir Venedig zu Fuß. Eine Stadtführung zeigt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der “Durchlauchtigsten” (La Serenissima). Seit 1987 gehört die Lagunenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Weltberühmt sind der Markusplatz (Piazza San Marco) mit dem Dogenpalast und der Basilika San Marco sowie die Rialtobrücke über den Canal Grande. Nach der Stadtführung bleibt Zeit, Venedig individuell zu erkunden. Die Übernachtung erfolgt erneut im Raum Lido di Jesolo.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Radbus nach Padua und besichtigen die Universitätsstadt. Die Basilica di Sant'Antonio mit dem Grabmal des Heiligen Antonius und dem Hochaltar von Donatello ist die bekannteste Sehenswürdigkeit. Die Freskenzyklen in der Basilika aus dem 14. Jahrhundert gehören ebenfalls zum Weltkulturerbe. Auch der Prato della Valle, einer der größten Plätze Europas, steht auf unserer Liste. Anschließend radeln wir nach Chioggia, einer wunderschönen Hafenstadt an der Adria, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit Venedig den Beinamen „Klein-Venedig“ trägt. Der Vena-Kanal teilt die Stadt und wird von neun Brücken überquert. Die Übernachtung erfolgt im Raum Chioggia.

Das Po-Delta und Ravenna

Am Morgen überqueren wir die Brenta und die Etsch und gelangen ins wunderbare Po-Delta. Hier mündet der Po auf einer Fläche von mehr als 125 km² in die Adria. In Jahrtausenden ist eine komplexe Kulturlandschaft mit alten Flussbetten, Dünen, Dämmen und Lagunen entstanden. Die Naturschutzgebiete im Po-Delta sollen zukünftig UNESCO-Biosphärenreservat werden. Wir verbringen den ganzen Tag im Po-Delta und sind begeistert von der Natur. Die Übernachtung erfolgt im Raum Comacchio.

Als erstes besichtigen wir Comacchio, die wichtigste Stadt des Po-Deltas. Das historische Stadtzentrum mit seinen Kanälen und malerischen Brücken ist eine der Hauptattraktionen. Wir laufen durch die engen Gassen und bewundern die farbenfrohen Gebäude. Anschließend radeln wir weiter nach Ravenna, bekannt für seine frühchristlichen und byzantinischen Mosaiken, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Zu den bekanntesten Mosaiken gehören die in der Basilika San Vitale, dem Mausoleum der Galla Placidia und dem Baptisterium der Orthodoxen. Südlich von Ravenna besuchen wir die Kirche Sant'Apollinare in Classe, die für ihre Wandmosaike berühmt ist. Am späten Nachmittag erreichen wir das malerische Cervia, einen bekannten Salinen-Ort. Die Übernachtung erfolgt im Raum Cervia.

Rimini und die Küste der Marken

Weiter geht es Richtung Süden. Wir radeln viel auf Radwegen und kommen bald nach Cesenatico. Mittagsrast machen wir im bekannten Badeort Rimini. Rimini besitzt auch eine ausgedehnte Altstadt mit archäologischen Resten der Villanovakultur, der Kelten und vor allem der Römer. Der majestätische Augustusbogen ist ein “Muss”. Nach Rimini radeln wir fast ausschließlich bis Cattolica am Meer entlang. Südöstlich von Cattolica wird es zum ersten Mal hügelig auf unserer sonst flachen Radtour, wir radeln in den Parco Naturale Monte San Bartolo. Von der kurvigen Küstenstraße haben wir immer wieder wunderschöne Blicke auf die Adria. Übernachtung im Raum Pesaro.

Heute ist es wieder nahezu komplett flach. Kleine Küstenstädtchen wie Fano, Torrette, Ponte Sasso, Marotta, Cesano oder Senigallia laden zu Cappuccino und Gelato ein. Und in den Centro Historico finden wir immer was zu besichtigen. Unser heutiges Tagesziel ist die Hafenstadt Ancona, ein bedeutendes Handelszentrum der Region und die Hauptstadt von Marken. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Ancona ist die Kathedrale von San Ciriaco. Diese beeindruckende romanische Kirche wurde im 11. Jahrhundert auf einem Hügel über der Stadt erbaut und bietet einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft. Ein weiteres wichtiges Wahrzeichen von Ancona ist das Arco di Traiano, ein römischer Triumphbogen, der im Jahr 114 n. Chr. errichtet wurde. Der Bogen ist gut erhalten und dient heute als Symbol für die lange Geschichte der Stadt. Übernachtung im Raum Ancona.

Apulien: Aufbruch in den Süden

In Apulien angekommen, entladen wir bei Ortona, Abruzzen, die Fahrräder und radeln teilweise auf Radwegen entlang der Adria über Vasto nach Petacciato in Molise. Zum Schluss wird ein anstrengender Aufstieg mit etwa 200 Höhenmeter mit einem fantastischen Ausblick auf das Meer belohnt. Die Übernachtung erfolgt im Raum Petacciato.

Auch heute fahren wir nochmal ein Stück mit dem Bus weiter Richtung Süden. Am Vormittag starten wir dann bei Barletta mit der Radtour. Nachdem wir uns Barletta angesehen haben, radeln wir entlang des Meeres Richtung Süden. In Trani besichtigen wir eine der schönsten apulischen Kathedralen, die sich direkt vor dem offenen Meer vor uns „aufbaut“. Die San Nicola Pellegrino (Sankt Nikolaus, der Pilger) ist ein Schmuckstück der Kirchenbaukunst in Apulien. Der Küste nach, dann wieder etwas ferner im Hinterland, führt die Route durch ausgedehnte Olivenhaine und durch malerische Hafenstädtchen wie Bisceglie, Molfetta, Giovinazzo oder Santo Spirito. Übernachtung im Raum Bari.

Nach dem Erkunden von Bari starten wir den Radtag entlang der Küste. Auf kleinen Straßen radeln wir ostwärts über Polignano a Mare nach Monopoli. Hier verlassen wir die Küste und radeln durch die apulischen Gärten mit uralten Olivenbäumen in den Raum der „Trullihauptstadt" Alberobello, einem UNESCO Weltkulturerbe. Tausende Trullis, das sind weiße, aus nur einem Raum bestehende Häuser mit konischen Dächern, die wir als eine Einzigartigkeit dieser Region in einer wunderschönen hügeligen Landschaft erleben werden. Italien pur. Wir radeln teilweise auf ausgeschilderten Radrouten. Übernachtung im Raum Alberobello.

Alberobello und Lecce

Alberobello begeistert uns; aber auch die großartige Kulturlandschaft des Valle d’Itria mit den Mandel- und Olivenhainen sind ein Hit. Später schauen wir die hübsche Stadt Martina Franca mit ihren netten weißen Häusern und herrlichen Gassen an. Dann geht es wieder abwärts Richtung Meer. Nach 65 km besteht in Francavilla Fontana die Möglichkeit, die heutige Radtour zu beenden. In Oria genießen wir leckeres Gelato und beenden die heutige Tour am Santuario Di San Cosimo alla Macchia. Mit dem Bus geht es in den Raum Lecce, dem Florenz des Barocks. Übernachtung im Raum Lecce.

Heute starten wir mit Kultur und besichtigen per Rad die wunderschöne Stadt Lecce. In der großartigen Altstadt stoßen wir an jeder Ecke auf barocke Kirchen, Abteien, Paläste oder einfache Häuser mit reich verzierten Balkonen. Dann geht es wieder zurück an die Küste. Mit dem Wind vom Meer auf der Haut ist es ein super Gefühl, die Küstenstraße Richtung Süden hinunter zu brausen! Die unzähligen Olivenhaine zur Rechten und stets die Adria auf der linken Seite zu haben. Nachmittags erreichen wir Otranto, der östlichste Punkt Italiens. Wir besichtigen die Kathedrale mit ihren Mosaiken und die Festung Castello Aragonese. Hier besteht Zustiegsmöglichkeit in den Bus. Dann geht es weiter entlang der Küstenstraße. Nun laden zahlreiche Buchten zum Baden ein. Castro, unser heutiges Tagesziel, erreichen wir nach etwa 80 km.

Das Ende der Reise

Die Küstenstraße ist weiter für uns der Wegbegleiter. Wir können unsere Gedanken schweifen lassen und uns einfach an den tollen Ausblicken erfreuen. Die ruhige Küstenstraße gehört zu den schönsten Küstenstraßen Europas. Nach etwa 30 km gelangen wir zum südlichsten Punkt Apuliens, dem Capo Santa Maria di Leuca. Am Kap besichtigen wir die Basilika Santa Maria de Finibus Terrae, eine wichtige Wallfahrtskirche, die auch schon Papst Benedikt XVI. im Jahr 2008 besucht hat. In Santa Maria di Leuca kann in den Bus gestiegen werden. Von Leuca radeln wir wieder Richtung Norden bis zur zauberhaften Hafenstadt Gallipoli. Übernachtung im Raum Gallipoli.

Nach der Stadtbesichtigung von Gallipoli (griechisch: Schöne Stadt) radeln wir entlang dem Ionischen Meer und kommen ins kleine Fischerstädtchen Porto Cesareo, von dort weiter nach Torre Colimena. Auch der heutige Tag ist Fahrradspaß pur. Das Ionische Meer und die verträumte Landschaft sind ein Genuss. Hier ist die Welt noch in Ordnung. In Torre Colimena machen wir Pause. Hier besteht Zustiegsmöglichkeit in den Bus. Durch eine wunderschöne Dünenlandschaft radeln wir weiter in Richtung Taranto. Übernachtung im Raum Taranto.

Mit dem Bus umfahren wir den Großraum Tarent. Wir besichtigen Matera, die älteste Stadt der Menschheit. Die Altstadt mit den berühmten Felswohnungen, den Sassis, ist UNESCO Weltkulturerbe. In den Sassis haben über Jahrtausende die Menschen in Höhlenwohnungen gelebt. Erst 1950 hat die italienische Regierung dem hygienisch unverantwortlichen Hausen per Gesetz ein Ende gesetzt und 30.000 Menschen in Neubauten zwangsumgesiedelt. Von Matera radeln wir nach Altamura. Dort besichtigen wir die einzige von dem Staufer Friedrich II. erbaute Kathedrale. In Altamura besteht die Möglichkeit, die heutige Radtour nach etwa 35 km zu beenden. Weiter geht die Radtour durch Steineichenwälder, Mandel-, Aprikosen- und Olivenhaine in den Raum Mariotto zur Übernachtung.

Unter dem Motto "Ein guter Schluss ziert alles" setzen wir auf eine wunderschöne Radtour den Schlusspunkt mit dem berühmten Stauferschloss Castel del Monte. Wir radeln über Terlizzi, Ruvo di Puglia und Corato in den Nationalparks Hohe Murgia und erreichen am frühen Nachmittag die sich bereits in der Ferne markant aus dem Umland erhebende „steinerne Krone Apuliens“, das Castel del Monte. Wir besichtigen dieses großartige Bauwerk Friedrichs II, welches vielleicht zu Verteidigungszwecken gebaut wurde, aber vermutlich nur als Jagd- und Lustschloss genutzt wurde. Vieles wissen wir nicht über das achteckige Schloss des Stauferkaisers. Natürlich machen wir zum Abschluss noch ein schönes Gruppenfoto. Ein wenig traurig nehmen wir Abschied vom schönen Apulien. Mit dem Bus fahren wir dann schon ein gutes Stück nach Norden in den Raum Pescara zur Übernachtung.

Heute ist unser letzter Radtag. Mit dem Bus fahren wir über Bologna durch die Poebene in den Raum Mantua. Wir laden nochmal die Räder aus, wenn noch Zeit ist und freuen uns auf eine kleine Ausradeltour. Übernachtung Raum Mantua.

Nach einem zeitigen Frühstück starten wir unsere Rückreise über die Brennerautobahn - Innsbruck an die Ausgangsorte. Rückkehr ist gegen 17 Uhr in Wört.

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