Die Etappe beginnt unweit südlich des Konstanzer Bahnhofs und Hafens am Grenzübergang zwischen Konstanz und Kreuzlingen (die Ortsbeschreibung für Konstanz finden Sie am Ende dieser Etappenbeschreibung, die für Kreuzlingen am Ende der Beschreibung für die Etappe 5).
Kreuzlingen und Umgebung
In der Schweiz werden sogleich die Schienen gequert und der guten Beschilderung des Bodensee-Radwegs sowie den Piktogrammen auf der Fahrbahn gefolgt. Sie radeln also kurz auf der Freiestrasse, dann rechts auf der Wiesenstrasse, alsbald links auf der Zollstrasse und sodann geradeaus vorbei an einem weiteren Grenzübergang auf der Grenzstrasse. Damit verlassen Sie Kreuzlingen auf einspurigem Asphalt, halten sich nach einer Weile links, unterqueren die Autobahn und zweigen kurz darauf rechts ab, um zu einer kleinen Landstraße zu fahren. Dort können Sie links erst noch einem hoppeligem Geh- und Radweg folgen, doch schon bald rollen die Räder auf der Fahrbahn nach Tägerwilen.
Entlang des Untersees
Der Bodensee-Radweg folgt nun eine ganze Weile einem Schotterweg durch die Wiesen. Über Triboltingen geht es nach Ermatingen, wo Sie bei einem Bahnübergang halbrechts abbiegen und bis zu einer T-Kreuzung fahren. Dort biegen Sie links in die Hornstrasse ein, queren bald eine Vorfahrtstraße gerade und folgen sodann fast am Seeufer angelangt der Unteren Seestrasse links. Nach ein paar hundert Metern verschwenkt der Bodensee-Radweg über die Schienen hinweg auf einspurigen Asphalt und führt auf diesem nach Mannenbach, wo Sie einen Bogen durch den Ort schlagen, bevor sich wieder einspuriger und glatter Asphalt anschließt, der nach Berlingen leitet, wo Sie nach dem Bahnübergang auf die Fahrbahn wechseln. Nach dem Ort rollen die Räder wieder auf einem asphaltierten Radweg, doch nun zur Abwechslung direkt am See. Danach knickt der Bodensee-Radweg links ab und leitet über die Eisenbahn hinweg mit einem Rechtsbogen noch ein wenig hügelan, bevor Sie alsbald abwärts zurück zur Bahn rollen, direkt vor ihr links abbiegen und sodann Steckborn auf glattem Asphalt verlassen.
Von Gottlieben bis Ermatingen führt ein gut ausgebauter, aber nicht geteerter Rad- und Wanderweg zwischen der Bahnlinie und den weiten Schilfflächen des östlichen Untersees entlang. Ermatingen ist ein altes Fischerdorf, dessen Charakter sich im Ortsteil Stad um den Hafen gut erhalten hat. Jedes Jahr wird hier drei Wochen vor Ostern die „späteste Fasnacht der Welt“ gefeiert, die nach einem kleinen Bodenseefisch benannte „Groppenfasnacht“.
Zwischen Ermatingen und Stein am Rhein stehen zahlreiche Burgen und Schlösser am Hang über dem See und auch am Ufer - und viele neuere Villen, denn auch heute baut man an den schönsten Stellen, wenn man das nötige Kleingeld hat. Das bekannteste dieser Schlösser ist Arenenberg mit dem Napoleon-Museum, das an Hortense, die Stieftochter von Napoleon I., und an Napoleon III. erinnert.
An der Stelle, wo man einen freien Blick zwischen der Insel Reichenau und der Halbinsel Höri auf die Mettnau hat, liegt Berlingen. Wie Ermatingen und andere Orte am Schweizer Untersee-Ufer wurde das Dorf auf dem Delta eines Baches, der durch einen Tobel vom Seerücken herunterkommt, gebaut.
Von der Kleinstadt Steckborn, der nächsten Station, gibt es eine direkte Schiffsverbindung ans deutsche Ufer, mit der man ein gutes Stück abkürzen könnte, nach Gaienhofen auch mit der Solarfähre (im Sommer Di., Do. und So.). Von Steckborn fahren wir am Schloss Glarisegg vorbei weiter am See entlang, und nach Mammern wird der Untersee langsam zu einem breiten Strom.
In Mammern gelangen Sie wieder auf die Kantonsstraße, queren mit ihr sogleich die Schienen und zweigen nach der Kirche links ab. Der folgende Abschnitt beschert einen kurzen kräftigen Anstieg, doch haben Sie in Eschenz die Höhe schon wieder verloren.
Stein am Rhein
Die „Bilderbuchstadt“ Stein am Rhein ist der westlichste Punkt des Bodensee-Radwegs und der Ausgangspunkt der Touren zur Kartause Ittingen und nach Schaffhausen. Stein am Rhein, 413 m ü.N.N., 3.200 Einw., feierte 2007 sein tausendjähriges Bestehen, wobei man sich auf eine Urkunde aus dem Jahre - eben - 1007 berief, in welcher der Name Stein erstmals erwähnt wurde. Dabei kann Stein am Rhein auf eine viel weiter zurückgreifende Geschichte verweisen; denn zum einen sollen schon Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung hier Bauern und Fischer gelebt haben und zum anderen drangen um die Zeitenwende die Römer bis hierher vor.
Da die Römer gerne handelten, schließlich hatten sie Luxusgüter zu bieten und benötigten Rohstoffe verschiedenster Art, entstand ein Markt- und Umschlagplatz unweit südöstlich nahe dem heutigen Eschenz. Da die Alemannen immer häufiger in die Provinz einfielen, sicherten die Römer das Terrain durch den Bau des Kastells Tasgetium. Aber die Lage war nunmal verlockend, und auch im Mittelalter profitierte Stein am Rhein von der Wasserstraße einerseits und einer wichtigen Landstraße, die hier den Rhein querte, andererseits. 1457 kauften die Bürger ihren hoch verschuldeten Vögten den gesamten Besitz in und um Stein am Rhein ab, so daß sie fortan in einer reichsfreien Stadt lebten, die sich durch ein Bündnis mit Zürich und Schaffhausen auch der Eidgenossenschaft annäherte.
Allerdings stand die kleine Stadt immer im Schatten der mächtigeren Nachbarn, und später sorgten die Verlagerung der Verkehrswege und der erst Ende des 19. Jh. erfolgte Anschluß an die Eisenbahn dafür, daß die Entwicklung der Stadt mehr oder weniger stagnierte. Aber dafür bietet Stein am Rhein eine sehr schöne Altstadt, die im 20. Jh. restauriert wurde.
Als Startpunkt für einen Rundgang bietet sich das 1542 errichtete Rathaus an, das am östlichen Ende des nach ihm benannten Platzes gelegen und nicht zu verfehlen ist. Auf der südlichen Seite des Platzes sind die schönen Bürgerhäuser mit Erkern und reicher Fassadenbemalung zu finden (s. Foto oben), für die Stein am Rhein bei den Touristen so beliebt ist und die sicherlich schon häufiger fotografiert wurden als die bekanntesten Models der Welt. Wenn Sie vom Rathausplatz der Straße mit dem schönen Namen Understadt nach Nordwesten folgen, kommen Sie alsbald zum Museum Lindwurm, welches Sie allein schon wegen der auffälligen Fassade nicht verpassen können.
Die ältesten Teile des Gebäudeensembles stammen aus dem 13. Jh.; Anfang des 19. Jh. wurde es aber vollständig umgebaut und erhielt dabei auch die heutige Palaisfassade. Im Innern können Sie die bürgerliche Wohnkultur des 19. Jh. studieren - mit typischer Stube und Küche in der Beletage und elegantem Empiresalon im 2. Obergeschoß. Die für Stein typische Durchdringung von städtischer Lebensweise und Landwirtschaft verdeutlicht das Hinterhaus mit Ställen, Getreideboden und Gesindekammern - geöffnet März-Okt. tägl.
Zum Rundgang gehört sicherlich auch ein Blick auf die Schiffländi (am nordwestlichen Ende der Understadt nach dem Untertor links) und damit auf den Rhein. Über die Schwarzhorngasse kommen Sie zurück zum Rathausplatz und könnten nun noch einen Abstecher zum Klostermuseum St. Georgen erwägen, welches unweit südöstlich des Rathauses zu finden ist. Die Benediktinerabtei St. Georgen wurde Anfang des 11. Jh. gegründet, und unter dem letzten Abt, David von Winkelsheim, entstanden die prächtigsten Gebäude und vor allem Innenausstattungen, darunter der Festsaal mit einem Freskenzyklus von 1515, der zu den frühesten Zeugnissen der Renaissance nördlich der Alpen zählt.
1525 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben und blieb der Nachwelt insbesondere dank des Einsatzes eines protestantischen(!) Pfarrers erhalten, der es Ende des 19. Jh. erwarb und die Nutzung für eine Schule, als Turnhalle und für einen Industriebetrieb unterband - geöffnet April-Okt. tägl.
Abseits des Rummels liegt das Benediktinerkloster St. Georgen hinter dicken Mauern verborgen. Über der Altstadt thront die Burg Hohenklingen.
Die Altstadt verlassen Sie nach Osten und folgen bald der Oehningerstrasse aus der Stadt hinaus. Noch vor dem Ortsende geht es mit Radhinweis halbrechts auf den Rhigüetliweg und damit vorbei an einem Bauernhof auf einen Schotterweg, mittels dem Sie alsbald die Staatsgrenze passieren. Auf der Strecke von Stein nach Radolfzell haben wir bis zur Grenze noch die schönen roten Schilder, aber auch danach ist der Radweg gut beschildert.
Wenn Sie den gemeistert haben, biegen Sie rechts auf den Geh- und Radweg an der Landesstraße ein, sausen bald abwärts, und radeln kurz darauf auf der Fahrbahn durch Wangen. Nach dem Ort schließt sich ein langer, sanfter Anstieg an, wofür wieder ein asphaltierter Geh- und Radweg zur Verfügung steht. Später folgt die Entschädigung in Form einer bis zu 12 % steilen Abfahrt, bevor Sie durch Hemmenhofen radeln, wo der Geh- und Radweg auf die linke Straßenseite wechselt.
Im Ort geht es steil bergauf zur Hauptstraße. Auf der L192 durchqueren Sie Hemmenhofen und passieren schöne Fachwerkhäuser. Steil führt der Weg im Ortsteil Kattenhorn bergab. Am Fuß des Hanges liegt links das ehemalige Kloster und Chorherrenstift der Augustiner. Die heutigen Reste stammen aus dem 17. Jahrhundert, die eigentliche Klosteranlage stammt aber schon aus dem 10. Jahrhundert.
Die Halbinsel Höri
Damit befinden Sie sich sozusagen im Zentrum der Halbinsel Höri, die sich von Stein am Rhein bis nach Radolfzell entlang des nördlichen Ufers des Untersees und des südlichen Ufers des Zeller Sees erstreckt. Nach dem Schloss Marbach beginnt das Kerngebiet der Höri, das durch die Gemeinde Gaienhofen gebildet wird, von den Ortsteilen Hemmenhofen bis Gundholzen.
Der Name wird darauf zurück geführt, daß im Mittelalter Herrschaftsgebiete auch als Höri bezeichnet wurden (wobei auf die Hörigen zu verweisen ist, die an den Boden gebunden waren und Abgaben an ihren Herrn zu leisten hatten). Gesichert ist hingegen, daß zu Beginn des 20. Jh. Künstler die abgelegene Gegend entdeckten. Der erste war Hermann Hesse, der 1904 die Basler Fotografin Maria Bernoulli heiratete und - auf der Suche nach einem einfachen, ländlichen Leben - in Gaienhofen ein altes Bauernhaus mietete.
Zwar ließen sie sich schon bald ein eigenes Haus bauen, bewohnten es aber nur von 1907 bis 1912, da es Hesse wieder in die Stadt zog (Hermann-Hesse-Weg 2, 78343 Gaienhofen, Fon 07735 / 440653, Führungen April-Okt. Andere Dichter und Maler fühlten sich hier offensichtlich wohler und blieben länger. Und einige wurden nach der Machtergreifung der Nazis gezwungen, in die 'innere Emigration' zu gehen. Darunter Otto Dix, der 1933 von der Dresdener Kunstakademie entlassen wurde und 1936 in Hemmenhofen das eigens für ihn und seine Familie vom Dresdener Architekten Arnulf Schelcher entworfene Haus bezog und hier bis zu seinem Tod 1969 lebte und arbeitete. Doch wie gesagt, es zog auch andere hierher, bzw. es wurden auch andere gezwungen, sich eine Bleibe abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit zu suchen, da ihre Kunst unter den Nazis als 'entartet' galt.
Wenn Sie mehr darüber in Erfahrung bringen möchten, sollten Sie das Hermann-Hesse-Höri-Museum in Gaienhofen besuchen. Es ist in einem ehemaligen Schul- u. Rathaus untergebracht und präsentiert neben einer Gemäldegalerie für die Höri-Künstler die 'Literaturlandschaft Höri', so daß beide Kunstrichtungen gewürdigt werden - geöffnet Mitte März - Okt.
Auf der Straße nach Gaienhofen schnauft man nun bergauf. Vor allem Herman Hesse begründete den Ruhm der Höri. Am Ortsausgang von Gaienhofen biegen wir in die rechts abzweigende Straße „Im Bänkle“ ein und fahren völlig autofrei am Campingplatz Horn vorbei nach Hornstaad.
In Gaienhofen ist ein kleiner Anstieg zu bewältigen, bevor es rechts in die Straße Im Bänkle geht, der Sie bis zu einem Parkplatz folgen, vor dem die Route rechts abknickt und auf Schotter abwärts leitet, bevor links Asphalt vorbei am Campingplatz führt. In Hornstaad wartet wieder eine recht ordentliche Steigung auf Sie, und Sie biegen, wenn Sie diese gemeistert haben, rechts ab. Nach einem Linksschwenk leitet der Bodensee-Radweg mal auf Schotter, mal auf Asphalt nach Iznang.
Am Dorfplatz geht es links und sofort danach scharfrechts (Lange Gasse), bevor Sie im Ort noch zweimal halblinks abbiegen alles solide beschildert. Wir wenden uns beim Schloss links aufwärts und biegen unterhalb der Kirche in den gut beschilderten Bodensee-Radweg ein. Ab hier geht es auf einem zumeist ungeteerten Radweg an dem breiten Schilfgürtel entlang unterhalb von Gundholzen nach Iznang und weiter nach Moos.
Am dortigen Ortsende werden Sie an die Landesstraße herangeführt und folgen dem asphaltierten Geh- und Radweg entlang der Pappelallee nach Radolfzell, wo an einer Gabelung die Radhinweise signalisieren, daß es geradeaus ins Zentrum von Radolfzell und nach Ludwigshafen ginge, während die Strecke halbrechts zum See und nach Konstanz führe. Ich empfehle die Variante rechts, denn so können Sie noch eine Weile an der Seepromenade entlang radeln, bevor die Route bald nach dem Bahnhof ein wenig ansteigt und zur Scheffelstraße leitet.
Der Weg führt von Iznang in gleicher Schönheit weiter durch das Naturschutzgebiet "Mösle". Leicht ansteigend führt der Weg nach Horn und bietet auch hier eine schöne Sicht auf die Reichenau und den sie umschließenden See.
Radolfzell
Radolfzell ist die größte Stadt am Untersee und ein Verkehrsknotenpunkt - auch für Radfahrer, denn die Stadt ist nicht nur der Ausgangspunkt unserer Touren "Rund um die Höri" und "Zu den Hegau-Bergen", hier beginnt auch das Verbindungsstück des Bodensee-Radwegs nach Bodman-Ludwigshafen.
Radolfzell, 398 m ü.N.N., 30.300 Einw., verdankt seinen Namen dem Bischof Radolf von Verona, der hier 826 die Cella Ratoldi gründete, und da paßt es doch ganz gut, daß Sie - kaum in der Stadtmitte angelangt - vor dem Münster stehen. Bischof Radolf sorgte übrigens auch für die 'Hausherren' von Radolfzell, indem er die Gebeine von Theopontus und Senesius (in Kleinasien beheimatete Märtyrer) hierher bringen ließ. Im 11. Jh.
Wenn Sie mehr über die Stadtgeschichte erfahren möchten, sollten Sie westlich des Münsters links der Seetorstraße folgen, wo sich im Hause Nr. 3 in der alten Stadtapotheke das Stadtmuseum befindet - geöffnet di-so 10-12.30 & 1418 h, do -20 h, Eintritt Euro 4,00. Das mit der alten Apotheke ist übrigens wörtlich zu nehmen; denn rund 300 Jahre lang wurde hier eine Apotheke betrieben, und Sie können noch heute den biedermeierlichen Verkaufsraum mit der Einrichtung aus Kirschbaumholz und kostbaren Apothekengläsern aus Böhmen sowie Buchsbaumgefäßen bestaunen. Im 2. OG präsentiert das Museum ein Spitzweg-Kabinett, was allein insofern passend ist, als daß Spitzweg selbst Apotheker war.
Die Strecke von Radolfzell nach Konstanz ist einfach zu finden und leicht zu fahren, aber weil sie teilweise neben der vielbefahrenen Bundesstraße verläuft, bieten sich mehrere Alternativstrecken an.
1848/49er hatte das Volk aber die Nase gestrichen voll und kämpfte für die Freiheit. Die Preußen machten dem - auch in Radolfzell - ein Ende und besetzten die Stadt von Okt. 1849 bis Nov. 1850. 'Natürlich' verboten sie auch die Fasnacht und hatten wohl nicht mit der Widerborstigkeit der Bürger gerechnet. Ein gewisser Xaver Deschle soll jedenfalls den Kommandanten um die Erlaubnis gebeten haben, 'wenigschtens maschgiert zum Kriizschtok usigucke z'dürfe', was ihm gewährt wurde. Also baute er einen Kreuzstock, bemalte ihn und versah ihn mit Vorhängen, bevor er im Narrenhäs samt fröhlich lärmender Kinderschar durch die Gassen zog. Da konnten die Preußen nicht anders, als gute Miene zum (bösen) Spiel zu machen.
Seit 1875 ist Radolfzell übrigens Sitz eines weltbekannten Unternehmens, nämlich der Schiesser AG. Der Schweizer Jacques Schiesser mietete für seine Produktion von Trikotagen zunächst den Tanzsaal im Gasthaus 'Zum Schwert', konnte aber schon ein Jahr später eine eigene Fabrik errichten. Nach nur vier Jahren zählte das Unternehmen bereits 280 Mitarbeiter, unterhielt bald Zweigwerke und exportierte bis nach Fernost. Der Erste Weltkrieg brachte den Export zum Erliegen, in den 20er Jahren führten Inflation und Weltwirtschaftskrise zu Werksschließungen, aber nach dem Zweiten Weltkrieg blühte die Firma wieder auf: Schon bald hatte sie 1.000 Mitarbeiter in Deutschland und gründete erneut Filialen im Ausland. 1996 beschäftigte Schiesser weltweit etwa 7.000 Mitarbeiter, geriet dann aber in eine schwere Krise und reagierte mit einer vollständigen Verlagerung der Produktion u.a. nach Tschechien und Griechenland.
Die Stadtmitte sollten Sie mittels der Obertorstraße verlassen, um sodann links auf den Geh- und Radweg der Straße namens Luisenplatz abzuzweigen. Schon bald erreichen Sie derart einen Kreisverkehr und wählen die Möglichkeit geradeaus mit Tick links (Konstanzer Straße), um nach der Brücke über die Eisenbahn und der entsprechenden Abfahrt mit Radhinweis rechts/links in die Reichenaustraße zu versetzen.
Auf dem gut beschilderten Radweg geht es zunächst nach Markelfingen, von wo man über Kaltbrunn und Dettingen nach Konstanz fahren kann - oder in einem noch größeren Bogen auf der Tour "Über den Bodanrück" über Dingelsdorf.
Allensbach
Kurz vor dem Ende dieser Straße biegen Sie halbrechts ab (zurzeit der Recherchen fehlte dort ein Radhinweis, weil sich diesen vermutlich ein Souvenirjäger unter den Nagel gerissen hatte was für eine Unsitte!) und radeln sodann weiter nach Markelfingen, wo Sie beim Sportplatz rechts in die Gnadenseestraße abbiegen. Gleich nach dem Ortseingang von Allensbach, versetzt der Bodensee-Radweg links/rechts, so daß Sie parallel zur Hauptstraße geruhsamer fahren können.
Die Bürger von Allensbach, 400 m ü.N.N., 7.100 Einw., können es wahrscheinlich schon lange nicht mehr hören, wenn sie andernorts nach ihrer Herkunft befragt werden und nach entsprechender Auskunft beinahe erstaunt nachgefragt wird: 'Allensbach? Da wo die Umfragen herkommen?'. Aber es ist nunmal so, berühmt ist der Ort ob des Instituts für Demoskopie Allensbach, welches (u.a.) in einem ehemaligen Bauernhaus aus dem 17. Jh. residiert. Daß das Institut in Allensbach angesiedelt ist, verdankt sich einer Kette von glücklichen Umständen, wie zum Beispiel dem, daß Frau Prof. Dr. Elisabeth Noelle und ihr erster Ehemann Erich Peter Neumann 1947 in Allensbach ein Haus zur Miete angeboten bekamen.
Der Vermieter arbeitete als Übersetzer für die französische Besatzungsmacht, die sich fragte, wie es denn um die deutsche Jugend bestellt sei. Der Vorgesetzte des Übersetzers hatte gerade ein Buch über die Meinungsforschung in den USA gelesen, und wollte nun gern die Autorin mit einer Umfrage beauftragen. Mit der kleinen Erzählung soll nun nicht gesagt werden, daß Allensbach nur für Statistiker, Soziologen etc. interessant wäre. Nein, nein, der Ort hat mehr zu bieten, z.B. eine lange Geschichte; denn Allensbach wurde bereits im Jahre 724 in der Gründungsurkunde des Klosters Reichenau erwähnt.
Ab Allensbach gibt es zwei Alternativrouten: die Schiffsverbindung für Personen und Fahrräder zur Insel Reichenau (vier- bis siebenmal täglich) und von dort auf dem Damm nach Konstanz oder am Waldrand entlang schön aussichtsreich nach Hegne, dann zwischen den Drumlins hindurch nach Wollmatingen.
Insel Reichenau
Start in Konstanz, dann auf die kulturell äußerst interessante Insel Reichenau. Drei der ältesten Kirchen Deutschlands finden Sie dort. Aber auch für Menschen, die sich nicht für romanische Kirchen interessieren, bietet die Insel Reichenau Interessantes: sie ist die größte Insel im Bodensee und ist für ihre Fruchtbarkeit, ihr Gemüse und ihre Weine bekannt.
Zur Insel Reichenau führt ein wunderschöner, mit Pappeln bepflanzter Damm. Parallel zur Straße fahren Sie auf einem breiten asphaltierten Weg im Schatten der alten Bäume gut zwei Kilometer, bis Sie rechts eine moderne Figur des Hl. Pirmin sehen. Vorher passieren Sie auf der linken Seite die Ruine der "Burg Schopflen", die aus dem 10. Jahrhundert stammt und früher den Äbten der Insel gehörte.Nach kurzer Zeit taucht links des Weges die aus dem 9. Jahrhundert stammende karolingische Säulenbasilika St. Georg auf. In der Krypta der Kirche können Sie ottonische Wandmalereien aus dem 9. Jahrhundert sehen.
Am Ende der Insel Reichenau sehen Sie auf der rechten Seite die Ruine einer alten Schutzburg, "Schopflen", genannt. Das ist der Rest einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burg.
Drei der ältesten Kirchen Deutschlands finden Sie dort. Nach kurzer Zeit taucht links des Weges die aus dem 9. Jahrhundert stammende karolingische Säulenbasilika St. Georg auf.
Wir empfehlen die Karten des Landesamtes für Geoinformation und Landesentwicklung Baden-Württemberg mit Radwanderwegen 1:50.000. Karte: F 511 Westlicher Bodensee ISBN 3890216048TIPP: Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere, sicher ebenso geeignete Karten. Wichtig ist, dass der Maßstab relativ klein (1:50 000) ist. Bei diesem Maßstab entspricht die Breite des Zeigefingers in etwa einem Kilometer. KM-Angaben: Versteifen Sie sich nicht auf das Komma, jeder Meter, den Sie z.B. zur Besichtigung der unzähligen Highlights zurücklegen, zählt.
Verwandte Beiträge:
- Radtour im Lautertal: Entdecke die schönsten Routen & Sehenswürdigkeiten
- Balaton Radtour: Die schönste Route & Tipps für Ihre Reise
- Radtour Tharandter Wald: Strecken & Tipps für Ihre Tour
- Föhr Radtour: Inselrundfahrt & die schönsten Sehenswürdigkeiten
- Kinderkraft Laufrad Runner: Test, Erfahrungen & Kaufberatung
- MTB Schuhe Cube Test: Der ultimative Guide für maximale Performance auf dem Trail!
Kommentar schreiben