Radtour Lübeck-Ratzeburg: Eine malerische Route

Die Botschaft ist heute aktueller denn je: “I want to ride my bicycle; I want to ride it where I like” sang Freddy Mercury bereits 1978 im “Bicycle Race”. Auch außerhalb der Stadt gibt es viel zu erleben, denn die Lübecker Umgebung wartet mit naturschönen und abwechslungsreichen Landschaften, idyllischen Badeseen und gemütlichen Hofcafés auf.

Entlang der Alten Salzstraße

Diese Tagestour von etwa 60 km Länge eignet sich besonders gut für warme Sommertage. Die Strecke folgt der Alten Salzstraße entlang der ehemaligen Stecknitz - des heutigen Elbe-Lübeck-Kanals. Hier gibt es einiges zu sehen: malerische Bauerndörfer mit Jahrhunderte alter Geschichte, stattliche Herrenhäuser und idyllische Waldseen.

Du verlässt die Stadt entlang der Kanaltrave, überquerst die Trave auf der Treidelwegbrücke und folgst fortan dem Elbe-Lübeck-Kanal. Schon im 14. Jahrhundert wurde die Stecknitz mithilfe mehrerer Schleusen schiffbar gemacht. Es erfolgte ein Durchstich bei Mölln und damit eine Schifffahrtsroute zwischen Elbe und Ostsee. Ab 1398 wurde u.a. kostbares Salz aus Lüneburg über den Kanal nach Lübeck transportiert, wo es für den Handel mit Skandinavien und dem Baltikum verschifft wurde.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Erste Station ist der kleine Ort Krummesse mit seiner markanten Kirche und Standort einer ehemaligen Burg, die jedoch im späten Mittelalter aufgegeben wurde, da die hier ansässigen Ritter nicht dazu bereit waren, Vasallen der aufstrebenden Bürgerschaft Lübecks zu werden. In Berkenthin überblickt die Maria-Magdalenen-Kirche von einem kleinen Hügel aus das Stecknitztal. Mit ihrer überraschend reichen Innenausstattung und Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert ist sie definitiv einen Besuch wert. Im benachbarten Behlendorf gibt es nicht nur einen beliebten Badesee mit Toiletten und Gastronomie - erwähnenswert ist außerdem, dass das Dorf des Lübecker Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass letzte Heimat und Ruhestatt war.

Unterhalb des verschlafenen Dorfes Lankau findest du einen wunderbaren, sauberen, smaragdgrünen Waldsee. Eine Oase der Ruhe, die du keinesfalls verpassen solltest. Unweit vom Lankauer See wartet auf dem Rückweg noch ein kleines kulinarisches Highlight auf dich. In einem liebevoll restaurierten Bauernhof am Ankersee betreiben Anja und Christoph Brandt ein Café mit dem cleveren Namen Brandtschatz Café. Im Sommer sitzt du hier unter Obstbäumen mit Blick auf den Ankersee. Anja zaubert fantastische Kuchen und Torten.

Von Lübeck an den Ratzeburger See

Diese ca. Du startest auf dem Drägerweg entlang der Wakenitz. Du passierst Ausflugsziele wie Müggenbusch oder Absalonshorst und den Gedenkstein der Löwenstadt; als lohnenswerter Rastplatz auf etwa halber Strecke empfiehlt sich ganz besonders das Fährhaus Rothenhusen.

Das urtümliche Fachwerkhaus steht auf einer kleinen Insel zwischen Ratzeburger See und dem Abfluss der Wakenitz. Es blickt auf eine mehr als vierhundertjährige Geschichte zurück und wurde 1595 als Zollstation und Fährhaus von der Stadt Lübeck gegründet und befestigt. Heute wird es als Café und Restaurant betrieben. Weiter geht es entlang des hügeligen Ostufers mit tiefen Laubwäldern und weiten Aussichten über den zweitgrößten See der Region.

Die Inselstadt Ratzeburg befindet sich inmitten des Ratzeburger Sees und ist über drei Dämme mit dem Festland verbunden. Ratzeburg blickt als ursprünglich slawische Gründung und späterer Bischofssitz auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurück. Hier könnte der Ausflug enden. Wenn du mehr willst, kannst du eine Runde um den Küchensee herum radeln.

Am Südufer des Küchensees befinden sich zwei ehemaligen Wassermühlen. Die ehemalige Walkmühle wird heute als Farchauer Mühlencafé betrieben. Ideal für eine Pause mit leckerem Kaffee und Kuchen.

Bevor du in Ratzeburg deinen Drahtesel in den Zug nach Lübeck schiebst, möchte ich dich vorsichtshalber auf eine letzte Attraktion hinweisen. Egal ob von nah oder fern - wer in Ratzeburg Eis essen möchte, der geht zu Pelz. Seit fünf Generationen betreibt Familie Pelz ihre Eismanufaktur direkt am Seeufer.

Radtour von Mölln nach Lübeck

Durch eine sanft-hügelige Landschaft führt Dich diese schöne Fahrradtour von Mölln nach Lübeck. Dabei hast Du Gelegenheit die Inselstadt Ratzeburg, das östliche Ufer des Ratzeburger Sees sowie die idyllische Natur entlang der Wakenitz zu entdecken.

Mölln - die alte Eulenspiegelstadt, Till Eulenspiegel soll hier 1350 gestorben sein, - liegt im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein, gleichzeitig im wunderschönen Naturpark „Lauenburgische Seen“. Die Kleinstadt mit ihrer tollen Altstadt, wird idyllisch eingerahmt von zahlreichen kleinen Seen, wie dem Ziegelsee oder dem Stadtsee.

Vom Bahnhof sind es nur etwa 500 m bis in die Altstadt von Mölln rund um die kleine St. Nicolai Kirche und den Marktplatz. Dort findet sich auch der Till-Eulenspiegel-Gedenkstein, die Touristinfo und das Möllner Museum. Schön ist ein Rundgang um die St. Nicolai Kirche oberhalb des Marktplatzes, denn von dort hat man einen tollen Ausblick über die Altstadt und hinunter zum Stadtsee!

Nach einer kurzen Besichtigung, verlässt man die Altstadt von Mölln nun über die “Hauptstraße“, um anschließend der “Ratzeburger Straße” stadtauswärts zu folgen. Alternativ kannst Du auch diese Route über die “Schmilauer Straße” bis zur schönen “Farchauer Mühle” am Küchensee südlich von Ratzeburg wählen.

Ab der Farchauer Mühle folgt man einfach dem Weg am östlichen Ufer des Küchensees bis in die Altstadt von Ratzeburg. Hinter Fredeburg nimmt man den Abzweig nach Ratzeburg, das man anschließend nach ein paar Minuten radeln erreicht. Auch Ratzeburg, vor allem die Altstadt bzw. „Inselstadt“, ist von Wasser eingerahmt.

Nach dieser Stärkung, nimmt man den „Bäker Weg“, verlässt Ratzeburg nordwärts und oberhalb des Ostufers des Domsees. Für die nächsten etwa 5 km wird die Radtour etwas mühsamer, da sich der Weg nun auf und ab durch kühlen Wald und kleine Dörfer schlängelt.

In Römnitz biegt man hier nach links ab und entert über einen tollen Feldweg das Naturschutzgebiet am „Ostufer des Großen Ratzeburger Sees“. Dieses ist Teil des sog. „Grünen Bandes“, der ehemaligen innerdeutschen Grenze und ist Teil der EU-Vogelschutz zone „Schaalsee-Gebiet“.

In Kalkhütte verlässt man kurz den Wald des Naturschutzgebietes und hat hier einen tollen Ausblick auf den unterhalb liegenden See. Danach führt eine asphaltierte Straße wieder hinein in den Mischwald, hinter dem man die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern „überradelt“.

Für eine ausgiebige Rast eignet sich aber vor allem der Fähranleger Rothenhusen, am Nordrand des Sees gelegen. Toll ist hier allerdings vor allem der Ausblick über den Ratzeburger See vom Fährhaus bzw. seiner Terrasse. Hier am Fähranleger beginnt auch der Flusslauf der „Wakenitz“.

Über grüne Wiesen, Felder und durch kleine Wälder gelangt man allmählich immer näher an die Wakenitz heran. Ihr Ufer ist dicht und wild, fast urwaldartig bewachsen. Auf dem „Drägerweg“, benannt nach dem früheren Lübecker Industriellen Heinrich Dräger, radelt man hier in Flussnähe stetig nordwärts. Bei gutem Wetter tummeln sich zahlreiche Kanus oder Kayaks auf der Wakenitz. Die Strecke Lübeck-Rothenhusen per Boot auf der Wakenitz zu absolvieren, scheint ein ebenso lohnenswertes Unterfangen zu sein.

Nachdem man eine Bahnlinie passiert hat (Tunnel), erreicht man mit „Eichholz“ allmählich städtisches Gebiet, den östlichen Stadtteil von Lübeck. Die Wakenitz wird hier nun merklich breiter und schlängelt sich in weiten Bögen durch die Landschaft. An vielen Uferstellen hat man tolle Ausblicke über diese entzückende Flusslandschaft.

Man folgt dem ausgeschilderten Uferweg nun weiter in Richtung Lübeck-Zentrum, um am „Moltkeplatz“ die „Moltkebrücke“ über die Wakenitz zu überqueren. Sehenswert sind, neben dem Rathaus, die imposante Marienkirche, die im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und später wiederaufgebaut wurde, die engen, heute sehr hübschen „Lübecker Gänge und Gassen“.

Vor allem der Abschnitt ab Ratzeburg, entlang des dünn besiedelten Ostufers des Ratzeburger Sees sowie die Passage am Ufer und in der Aue der Wakenitz sind wunderbar und meist auch gut zu befahren.

Weitere Radtouren rund um Lübeck

Hier sind noch weitere Ideen für Radtouren rund um Lübeck:

  • Radtour nach Bad Schwartau: Diese 28 km lange Radtour wartet mit einigen anspruchsvollen Passagen auf und eignet sich durchaus als Tagesprogramm.
  • Radtour durch den Schellbruch nach Gothmund: Meine Lieblingsstrecke nördlich der Altstadt führt durch den Schellbruch nach Gothmund und zurück durch das Lauerholz. Auf 18 Streckenkilometern erlebst du viel abwechslungsreiche Natur, um deine Batterien wieder aufzuladen.
  • Radtour entlang der Wakenitz: Entlang dieser etwa 20 km langen Radtour präsentiert sich der große Abwechslungsreichtum von Lübeck und Umgebung: mittelalterliche Altstadt und vornehme Vorstadtvillen.
  • Feierabendtour zum Klempauer Hofsee: Diese Strecke von 28km passt perfekt zum sommerlichen Feierabend. Der Weg führt von St. Jürgen aus über Vorrade und Wulfsdorf. Hügelige, sonnengetränkte Felder und Knicks und weite Horizonte prägen die Landschaft südlich des Hochschulstadtteils.

Streckenprofile und Anreise

Die Routen sind gut ausgeschildert, und es gibt zahlreiche Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke. Für die Anreise empfiehlt sich die Deutsche Bahn, umweltfreundlich und bequem.

Beispielroute: Büchen - Prüßsee (optional) - Güster - Grambek - Hellbachtal - Drüsensee - Mölln

Anreise nach Büchen mit dem Auto oder Regionalzug ab Hamburg Hauptbahnhof (circa 40 Minuten). Rückfahrt mit dem Regionalzug ab Mölln möglich.

Streckenprofil: Erst flach, später leicht hügelig. Wege gut bis mittel befahrbar. Abwechslungsreiche Landschaft mit viel Wasser und Wald. Für die ganze Familie geeignet. Für Rennräder nicht zu empfehlen.

Zusammenfassung der Radtouren

RadtourLängeSchwierigkeitsgradBesonderheiten
Lübeck - RatzeburgVariabel, je nach RouteMittelElbe-Lübeck-Kanal, Ratzeburger See, Wakenitz
Mölln - Lübeckca. 45 kmMittelRatzeburger See, Wakenitz, historische Städte
Alte Salzstraßeca. 60 kmLeichtElbe-Lübeck-Kanal, historische Dörfer

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