Radtouren-Empfehlungen im Main-Kinzig-Kreis

Der Main-Kinzig-Kreis bietet eine Vielzahl idyllischer Radtouren durch malerische Landschaften und historische Orte. Hier werden einige entspannte Touren vorgestellt, die zum Staunen einladen und besonders für Neu-Zugezogene geeignet sind, um die Vielfalt des MKK kennenzulernen.

1. Der Hessische Radfernweg R3

Der hessische Radfernweg R3 führt von West nach Ost einmal quer durch Hessen und somit auch durch den gesamten Main-Kinzig-Kreis. Die Strecke verläuft entlang der Kinzig durch das malerische Kinzigtal mit seinen historischen Orten und herrlichen Wiesenlandschaften. Mit ihren rund 67 km ist die gesamte Tour recht lang, aber sehr leicht zu fahren. Startend in Hanau, an der Mündung der Kinzig in den Main, verläuft die Strecke bis nach Schlüchtern.

Die Kinzig bildet die natürliche Nord-Grenze des Spessarts. Sie entspringt in Sterbfritz (Gemeinde Sinntal) und mündet in Hanau in den Main. Auf ihrem 86 km langen Weg fließt sie durch das wunderschöne Kinzigtal mit seinen historischen Orten und herrlichen Wiesenlandschaften. Die Tour beginnt in Hanau an der Mündung der Kinzig in den Main. Sie verläuft bis Schlüchtern auf dem hessischen Radfernweg „R3“ mit der entsprechenden Markierung. Startet man in Bahnhof in Gelnhausen erreicht man von dort aus den R3 über die Bahnhofstraße und über die Straße „Im Ziegelhaus“. Nach der Brücke geht es rechts auf den Kinzigtal-Radweg. Die nächste Station ist Biebergemünd, das etwas nördlich des Ortsteils Wirtheim passiert wird, bevor man Wächtersbach erreicht. Immer weiter entlang der Kinzig und dann auch entlang der Salz kommt man nach Bad Soden-Salmünster.

Ideal für eine Verschnaufpause sind der Kurpark und die Spessart Therme mit Solebad, Saunalandschaft, Totes Meer Salzgrotte und dem Wellness-Bereich WellVitamed. Aber auch die Arena in der Salz, der Pacificus- Sprudel und die Burgruine Stolzenberg laden zum Besuch ein. Auf Wirtschaftswegen geht es weiter durch die Kinzigauenlandschaft bis zum Südufer des Kinzig- Stausees - im Sommer kann man sich hier am Bootshaus-Kiosk "Ardeas Seenwelt" ein Boot mieten. Weiter auf dem R3, die Ausläufer des Vogelsbergs links und die Spessarthügel rechts im Blick, erreicht man Steinau a. d. Straße. In der Brüder-Grimm-Stadt ist die Besichtigung des Museums Brüder-Grimm-Haus und des Schlosses Steinau ein Muss. Weiter geht es nach Schlüchtern, dem historisch gewachsenen Mittelpunkt der Region Bergwinkel. Der Name ist abgeleitet aus dem Zusammentreffen der Mittelgebirge Rhön, Vogelsberg und Spessart. In Schlüchtern verlässt man den R3 am Kreisel an der Kinzigbrücke und fährt über Herolz, Vollmerz bis nach Sannerz.* Dort folgt man dem Schild „Radweg nach Sterbfritz“ und den Hinweisen „Zur Kinzigquelle“.

2. Die Ysenburgroute

Die Ysenburgroute ist eine 15,2 km lange Radtour, die in Langenselbold am Kinzigsee startet und durch die malerische Gründau-Aue zur historischen Ronneburg führt. Der Weg endet etwas weiter nördlich in Diebach am Haag, von wo aus Du die Route auf der Regionalpark-Route Hohe Straße nach Büdingen verlängern kannst. Eine Pause einlegen kannst Du an der “Tafel”, einem ca. 5 Meter langem Tisch und dazugehörigen Stühlen am Wegesrand, die idyllisch von Apfelbäumen umgeben sind.

Vom südlichen Ausgangspunkt, der Regionalpark Kinzigroute am R3, führt die Ysenburgroute immer entlang des Flüsschens Gründau durch Langenselbold. Danach geht es beschwingt bergauf und bergab durch das Hügelland, vorbei an der hoch aufragenden Ronneburg. Schon früh sieht man sie auf ihrem Basaltsporn thronen und lange Zeit des Weges bleibt sie weiterhin im Blick. Verschiedene Attraktionspunkte an der Route nehmen Bezug auf die Geschichte, den jeweiligen Ort oder laden zum Spielen, Rasten und Landschaft genießen ein.

3. Der Kulturradweg „Perlen der Jossa“

Der 33 km lange Kulturradweg „Perlen der Jossa“ führt durch das malerische Jossatal, vorbei an historischen und natürlichen Highlights. Die Route beginnt in Jossa und erstreckt sich über idyllische Dörfer, die sich wie Perlen aneinanderreihen. Besondere Attraktionen sind die Burgruine Beilstein, das historische Wasserwerk in Mernes, die Schachblumenwiesen im Sinngrund und die traditionelle Spessarttöpferei in Marjoß. Der Weg endet in Emmerichsthal, einer bayerischen Exklave, an der Gaststätte Waldesruh.

4. Der Grüne Ring Hanau

Der Grüne Ring Hanau ist eine 60 km lange Strecke, die durch 13 Naturschutzgebiete rund um Hanau führt. Diese Route bietet eine beeindruckende Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen. Highlights sind der Auwald mit alten Flatterulmen, die Schifflache - ein Urwald im versumpften Erlenbruch - und der ehemalige Truppenübungsplatz Campo Pond - ein FFH-Gebiet mit offenen Grasflächen mit Silbergras und Sand-Strohblumen. Auch eine alte Wildpferderasse, die Przewalski Pferde, leben hier seit dem Jahr 2009 und sind gleichzeitig Landschaftspfleger und Publikumsmagnet. Außerdem führt die Strecke vorbei am antiken Römerbad und dem historischen Kurpark Wilhelmsbad.

Weitere Radrouten und Themenwege

Neben den genannten Routen gibt es im Main-Kinzig-Kreis und in der weiteren Umgebung zahlreiche weitere interessante Radwege und Themenrouten:

  • Regionalparkroute „Hohe Straße": Folgt weitgehend dem alten Verlauf der Hohen Straße, einer bedeutenden Handelsstraße seit der Steinzeit.
  • Vulkanradweg: Verbindet Altenstadt in der Wetterau mit Schlitz im Vogelsberg und ist über den Main-Kinzig-Kreis an den Mainradweg angebunden.
  • Regionalpark Klimaroute: Veranschaulicht die Auswirkungen des Klimawandels anhand von Flüssen und verschiedenen Landschaften.
  • Regionalpark Niddaroute: Bietet ein einzigartiges Flusserlebnis von der Quelle im Vogelsberg bis zur Mündung in den Main bei Frankfurt-Höchst.
  • Bahnradweg Hessen: Führt von Hanau nach Bad Hersfeld auf vielen ehemaligen Bahntrassen durch Wetterau, Vogelsberg, Main-Kinzig-Tal, Rhön und Nordhessen.

Radverkehrskonzept des Main-Kinzig-Kreises

Unter großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Städte und Gemeinden hat der Main-Kinzig-Kreis ein detailliertes Radverkehrskonzept auf den Weg gebracht. Eine Steuerungsgruppe, welche sich aus Interessenvertretungen und allen relevanten Akteuren bezüglich des Radverkehrs zusammensetzte, hat die Erstellung des Konzeptes eng begleitet.

Wesentliche Ziele des baulastträgerübergreifenden Radverkehrskonzeptes sind:

  • Eine Vernetzung aller Städte und Gemeinden, der Orts-und Stadtteile sowie eine Anbindung der angrenzenden Kommunen der Nachbarlandkreise zum Zwecke der Daseinsvorsorge
  • Betrachtung des gesamten Radverkehrsnetzes, unabhängig von der Baulastträgerschaft
  • Fokus auf den Bedürfnissen des Alltagsradverkehrs.

Im Rahmen einer ersten Online-Beteiligung der Bevölkerung im März 2021 gingen insgesamt 1.954 Nachrichten und Verbesserungsvorschläge von 945 Einzelpersonen zum Radewegenetz im Main-Kinzig-Kreis ein. Auf Basis dieser Anregungen aus der Bevölkerung fand im Anschluss eine Befahrung von 1.500 Kilometern des Radverkehrsnetzes statt. Die vor Ort gesammelten Eindrücke sowie die Analyse der bereits vorhandenen Daten, wie zum Beispiel Unfalldaten, Verflechtungen von Pendlerinnen und Pendlern, Raumstruktur, flossen in die Erarbeitung des Netzentwurfs ein.

Anschließend gab es für die Bevölkerung des Main-Kinzig-Kreises erneut die Gelegenheit, aktiv Einfluss zu nehmen, wovon in Form von rund 1.000 Kommentaren, rund 10.000 „Likes“ und rund 950 „Dislikes“ umfassend Gebrauch gemacht wurde. In einem folgenden Verwaltungsworkshop, zu dem alle Kommunen sowie die Mitglieder der Steuerungsgruppe eingeladen waren, wurden nochmals alle Maßnahmen beleuchtet und Prioritäten verändert.

Mit dem positiven Votum des Kreistages wurden zudem Vorgaben zur Umsetzung festgelegt: So soll das Radverkehrskonzept der Politik und Verwaltung bei der Erstellung von Investitionsprogrammen, bei der Bereitstellung von Haushaltsmitteln und bei der Sicherung von Trassen und Flächen helfen. Um den Radwegebau zu beschleunigen, trägt der Main-Kinzig-Kreis zusätzlich zu den Zuschüssen von Land und Bund 50% des bei den kreisangehörigen Kommunen verbleibenden Kostenanteils der Maßnahmen, welche sich aus dem Radverkehrskonzept ableiten lassen. Entsprechende Finanzmittel werden mit dem Doppelhaushalt 2023/2024 bereitgestellt.

Planung und Tipps für Ihre Radtour

Für die Planung Ihrer nächsten Radtour im Main-Kinzig-Kreis gibt es zahlreiche nützliche Ressourcen und Tipps:

  • Radroutenplaner Hessen: Ein kostenloses Angebot des Landes Hessen, um Touren individuell zu konfigurieren oder sich Routen vorschlagen zu lassen.
  • Apps und Internetseiten: Beliebte Anbieter wie bikemap, Komoot und outdooractive bieten detaillierte Planungsmöglichkeiten und Navigation.
  • Fahrradfreundliche Unterkünfte: Achten Sie auf Unterkünfte mit dem Siegel "Bett + Bike" des ADFC, die als fahrradfreundliche Betriebe gelten.

Informieren Sie sich vor Beginn der Tour über die Wetterverhältnisse und planen Sie Ihre Route sorgfältig. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Daten dürfen zum privaten Gebrauch verwendet und weitergegeben werden.

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