Radtour mit Kindern in der Fränkischen Schweiz

Die Fränkische Schweiz lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken, aber eine der schönsten ist zweifellos per Rad. Für Familien mit Kindern gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten, die Natur spielerisch zu erkunden und unvergessliche gemeinsame Erlebnisse zu schaffen.

Die Fränkische Schweiz: Ein Paradies für Radfahrer

Wer Natur mag, wird die Fränkische Schweiz lieben. Einheimische starten direkt von zu Hause aus, Feriengäste von ihrer Unterkunft. Seit 2021 gibt es auch einen Fahrradbus, der es ermöglicht, jeden gewünschten Startpunkt in der Region bequem zu erreichen.

Fünf sehenswerte Touren in der Fränkischen Schweiz

Hier sind einige Anregungen, wo Radtouren in der Fränkischen Schweiz besonders viel Spaß machen:

  • Rund um Pottenstein: Auf Waldwegen und kleinen Nebenstraßen geht es zum Wildgehege Hufstein, wo Tiere entdeckt und gestreichelt werden können.
  • Creußen nach Pegnitz: Diese Tour startet in der Altstadt von Creußen und führt an Fluss und See vorbei nach Pegnitz. Ein Highlight ist die Feldformation des Großen Lochsteins.
  • Forchheim nach Bayreuth: Eine anspruchsvollere Tour, die entlang der Wiesent mit leichten Steigungen beginnt und später steilere Abschnitte bis Nankendorf beinhaltet. Ab Plankenfels rollt man auf asphaltierten Radwegen bis Bayreuth.
  • Waldsassen nach Rothenburg: Diese abwechslungsreiche Tour führt von der Oberpfalz bis nach Rothenburg ob der Tauber.
  • Runde nach Kulmbach: Diese Tour beinhaltet eine Stadt- und Burgbesichtigung.

Spielend radeln durchs Leinleitertal: Eine ideale Tour für Familien

Unter dem Motto "Spielend radeln durchs Leinleitertal" bietet sich eine 17 km lange Radstrecke an, die von Ebermannstadt durch das Wiesent- und das Leinleitertal führt. Diese Strecke ist besonders geeignet für Familien mit kleinen Kindern, da sie größtenteils geteert ist und auf ebener Strecke an zahlreichen Kinderspielplätzen vorbeiführt. Die Tour beginnt in Ebermannstadt beim alten Wasserschöpfrad (Nähe Marktplatz) und führt über Gasseldorf und Unterleinleiter nach Heiligenstadt und weiter über Burggrub nach Tiefenpölz. Der Weg kann natürlich auch etappenweise genutzt werden.

Neben den Spielplätzen führt der Weg auch am Familienfreibad EbserMare in Ebermannstadt-Rothenbühl und dem neuen Natursee (Badesee) am Ortsrand von Heiligenstadt, Richtung Burggrub, vorbei.

Spielplätze entlang der Strecke

Kinderspielplätze sind zu finden in:

  • Ebermannstadt (Spielplatz hinter dem Seniorenzentrum und einer bei der ev. Kirche und „zur Lochwiese“ sowie Bolzplatz an der Wiesent)
  • Gasseldorf (Ortsende Richtung Heiligenstadt)
  • Unterleinleiter (Ortsende Richtung Heiligenstadt)
  • Veilbronn (am Radweg, von Gasseldorf kommend)
  • Traindorf (Bolz- und Spielplatz direkt am Radweg)
  • Heiligenstadt (am Radweg Richtung Zoggendorf)
  • Zoggendorf (am Radweg)
  • Burggrub (Richtung Oberngrub, unterhalb der alten Schule)
  • Oberleinleiter (beim Feuerwehrhaus)
  • Tiefenpölz (oberhalb der Kirche)

Ausschilderung der Radstrecke

Folgende Ausschilderung ist unterwegs zu beachten:

  • Ebermannstadt - Gasseldorf: ML und FO 8, Fo 11
  • Gasseldorf - Unterleinleiter: ML und FO 8
  • Unterleinleiter - Heiligenstadt: ML und BA 15
  • Heiligenstadt - Tiefenpölz: Bu, BA 18 und BA 11

Wegbeschreibung

Der Start ist am Parkplatz „Oberes Tor“ (P2). Hier gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten und eine Wegzehrung kann noch im Supermarkt besorgt werden. Nicht weit davon entfernt befindet sich das alte Wasserschöpfrad an der Wiesent und es geht zum Marktplatz.

Für den Weg ins Leinleitertal gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die Straße (rechts ist ein Supermarkt) geradeaus überqueren und auf dem Talweg ohne Markierung, zwischen Wiesen und Feldern die erste Strecke durchs Wiesenttal fahren.
  2. Oder links zur Ampelanlage (B470) die Bundesstraße überqueren und mit den Markierungen ML, FO 8, FO 11 auf dem geteerten Fuß/Radweg den Weg nach Gasseldorf (nach rechts den Berg hoch) nehmen.

Auf dem nicht ausgeschilderten Weg durch das Tal wird die Bahnstrecke der Dampfbahn Fränkische Schweiz überquert, die von Mai bis Ende Oktober an Sonntagen mit den historischen Zügen durchs Wiesenttal bis nach Behringersmühle fährt. Der Storch geht hier auf Nahrungssuche und der Fischreiher kann an der Wiesent ebenfalls beobachtet werden. Nach einer kurzen Strecke biegt der Weg nach links ab (Pflasterweg), rechts geht es zum Familienbad EbserMare, das auf dem Rückweg für Erfrischung sorgt. Geöffnet ist das Freibad von Mai bis September täglich.

Der Weg unterquert die B 470, danach geht es rechts durch Gasseldorf. Es geht mit der Markierung ML über die Brücke und dann links auf der Straße zum Radweg durchs Leinleitertal. Am Gasseldorfer Gemeindehaus befindet sich eine blaue Informationstafel mit der Lebensgeschichte des Erfinders der Wiener Würstchen, Johann Georg Lahner. Am Ortsende lädt ein toller Spielplatz zur Radpause ein. Nun geht es gemütlich auf dem neuen Radweg bis nach Unterleinleiter (ca. 7 km ab Start) weiter. Der Radweg verläuft parallel zur viel befahrenen Straße. Am Ortsende ist der nächste Spielplatz, der zu einer Pause einlädt. Leise plätschert die Leinleiter durch den Ort.

Nach weiteren ca. 2,5 km ist Veilbronn erreicht. Der Spielplatz ist gleich am Ortseingang. Von hier aus können kurze Wanderungen ins Leidingshofer Tal unternommen werden. Hoch oben am Fels ist das Naturfreundehaus zu sehen. Dahinter befindet sich der Kletterwald Veilbronn. Nun geht es auf dem Radweg weiter, über drei Holzbrücken und unter der großen Straßenbrücke hindurch, bis nach Traindorf. Direkt am Radweg ist ein Bolz- und Spielplatz. Vorsicht: Straßenkreuzung.

Heiligenstadt erreicht man kurze Zeit später. Von Süden her durchquert man den Marktplatz, einen der schönsten Plätze Oberfrankens. Durch die gepflasterte "Mühlengasse" führt der Weg ca. 1 km bis zum "Natursee" (Spielplatz). Links am See vorbei genießt man den Blick zum Schloss Greifenstein (rechts oben) und erreicht 900 Meter später Zoggendorf. Im Ort (nach der Steinbrücke) liegt wieder ein Bolz- und Spielplatz. Der Markierung weiter folgend kommt man nach Burggrub. Im Ort Vorsicht: zwei Autostraßen kreuzen den Radweg. Beim Gut Stauffenberg (mit Kirche) zur Linken beginnt wieder der Radweg (rechts abbiegend). 2,5 km weiter ist man schon in Oberleinleiter. Kurz vorher sieht man, rechts oben im Wald den „Kreuzstein", einen Felsen in Form eines Kreuzes. Im Ort quert wieder eine Autostraße. Beim Kriegerdenkmal links führt der Weg durch den Ort. Am Ortsende nach der Brücke beginnt links wieder der Radweg zur letzten Etappe.

900 Meter später wäre die Möglichkeit zu einem Abstecher nach der Heroldsmühle (1 km) mit der Quelle der Leinleiter. Hier geht es in ein Trockental, das sich nur in sehr regennassen Zeiten in einen kleinen Flusslauf verwandelt, der durch zwei Tummler (Karstquellen) gespeist wird. 1 km später führt der nun gepflasterte Weg durch den Bärlauchwald. Riechen Sie mal. Er riecht nach Knoblauch. Nach dem Wald erreichen wir Tiefenpölz. Oberhalb der Kirche befindet sich der Spielplatz.

Tipps für die Radtour mit Baby

Bei Radtouren mit Baby gibt es einiges zu beachten, um die Fahrt so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten. Hier sind einige bewährte Tipps:

  • Babyschale im Anhänger: Die Babyschale fast auf der gesamten Tour so in den Anhänger stellen, dass das Baby nach hinten schauen kann. Zum einen ist es damit nicht dem Fahrtwind ausgesetzt, es ist zusätzlich vor Dreck und Steinen geschützt und kann nach hinten interessantere Dinge sehen.
  • Schutz vor Fahrtwind: Vermeiden Sie es, den Anhänger komplett zu öffnen und das Baby dem Fahrtwind auszusetzen.
  • Temperaturregulierung: Mit einem nassen Handtuch, das über das Dach der Babyschale gelegt wird, kann die Temperatur im Anhänger gesenkt werden.
  • Pausen: Regelmäßige Pausen sind wichtig, um dem Baby eine Änderung der Sitzposition zu ermöglichen und es zu versorgen.
  • Teamwork: Langsam wird man als Team aufeinander eingestellt, was unheimlich viel Zeit spart.

Erfahrungen auf Tour

Manchmal muss man die geplanten Etappen aufgrund der Bedürfnisse des Kindes anpassen. Mehr als fünfzig Kilometer sind kaum zu schaffen, es sei denn, die Strecke ist besonders gut geeignet. Es ist auch wichtig, auf das Wetter zu achten. Bei starkem Regen kann es ratsam sein, die Tour zu unterbrechen oder alternative Transportmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Eine persönliche Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, flexibel zu sein und sich an die Umstände anzupassen. Ursprünglich war eine Weiterreise nach Sachsen geplant, aber aufgrund von Hochwasserwarnungen wurde die Route geändert. Stattdessen wurde die Fränkische Schweiz erkundet, was sich als eine wunderschöne Alternative herausstellte.

Die Strecke im Wiesenttal entlang des gleichnamigen Flusses ist wirklich sehr schön. Leider gibt es hier keinen Radweg, sodass man mit der Bundesstraße vorlieb nehmen muss. Auch wenn einem wegen der vielen Motorradfahrer etwas mulmig ist, so ist der Autoverkehr gering und die Fahrer sind sehr umsichtig. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Autofahrer beim Anblick eines Kinderanhängers automatisch vom Gas gehen und in gebührendem Abstand vorbeifahren.

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