Planung, Packliste und Tipps für Ihre Radtour mit Zelt

Camping mit dem Fahrrad bietet Ihnen die Möglichkeit, die Natur hautnah zu erleben, sehenswerte Landschaften zu bestaunen und spontan und flexibel zu sein. Damit Ihr Fahrrad-Camping zu einem vollen Erfolg wird, ist eine gute Planung im Voraus das A und O. Hier sind einige Tipps und Hinweise, die Ihnen bei der Vorbereitung helfen:

Planung der Route

Bei der Planung der Route sollten nicht nur Sehenswürdigkeiten oder die zu bestaunenden Landschaften von Bedeutung sein - vor allem bei mehrtägigen Radreisen ist die eigene Kondition ein wichtiger Faktor. Ein guter Einsteigertipp für den Fahrradurlaub: planen Sie bei Ihrer ersten Tour nicht mehr als 50 Kilometer pro Tag ein. So lassen sich die Tagesetappen einfach steigern, wenn es leicht fällt. Außerdem setzt die Erschöpfung meist am dritten oder vierten Tag ein, weshalb für diese Tage kleinere Etappen sinnvoll sind.

Beliebte Routen in Deutschland

  • Schlossparkrunde durch den voralpinen Süden: Bietet atemberaubende Natur- und glanzvolle Kulturhighlights.
  • Weserbergland nach Cuxhaven: Führt durch beschauliche Fachwerkstädte und die Norddeutsche Tiefebene.
  • Neckertal: Startet im Hochmoor Schwenninger Moos und führt zu kleinen historischen Städten.

Die richtige Packliste

Das Gepäck ist meist auf Satteltaschen begrenzt, weshalb es wichtig ist, sich auf die elementare Ausrüstung zu beschränken. Verlieren Sie Dank einer hilfreichen Packliste nicht den Überblick und strukturieren Sie Ihr Gepäck sinnvoll und durchdacht. Für die gesamte Radreise-Packliste gilt: Je nach ausgewählter Reisezeit können Sie den ein oder anderen Gegenstand der Liste auch mit ruhigem Gewissen zuhause lassen. Doch im besten Falle sind Sie mit der ADAC-Fahrrad-Ausrüstung stets auf Wetterumschwünge vorbereitet, damit die Radtour nicht ins Wasser fällt.

Allgemeine Packtipps

Versuchen Sie, das Gepäck möglichst klein zu halten und nur in Satteltaschen zu verstauen, da ein Rucksack auf dem Rücken mit der Zeit unangenehm werden kann und den Rücken beim Fahren sehr belastet. Eine weitere Möglichkeit: Fahrradanhänger sind auf befestigten Straßen eine einfache und praktische Alternative.

Packen mit System

Wichtig ist immer, dass alles sicher und platzsparend verstaut ist. Dabei helfen dir ultraleichte Ausrüstungsgegenstände mit einem geringen Packmaß. Beim Bikepacking sollte das Gesamtgewicht inklusive Ausrüstung idealerweise unter 15 bis 20 % deines Körpergewichts bleiben. Eine übliche Zielmarke für das Gepäck liegt zwischen 10 und 15 kg, abhängig von der Länge der Tour und dem Terrain. Je leichter das Setup, desto angenehmer ist die Fahrt, insbesondere auf langen Strecken oder in bergigem Gelände. Minimalistisches Packen hilft, das Gewicht zu reduzieren und die Effizienz beim Fahren zu steigern.

Generell gilt: Schwere Sachen sollten möglichst nah am Rahmen verstaut werden, damit das Fahrverhalten deines Rads nicht zu sehr beeinträchtigt wird. Leichte Dinge und Ausrüstung, die du schnell zur Hand haben musst, kannst du weiter außen in den Taschen bzw. am Rad packen. Damit du hier nicht den Überblick verlierst, kannst du die einzelnen Gepäckstücke nochmals in Packtaschen einsortieren. Achte außerdem darauf, alles immer wieder in die gleiche Tasche zu packen, und arbeite gegebenenfalls mit Aufklebern, die dir auf einen Blick zeigen, wo was hingehört.

Was gehört auf die Packliste?

Jede Fahrradreise ist anders - und damit auch die Packliste. Wenn Sie zum Beispiel eine Tagestour planen, brauchen Sie natürlich eine andere Ausrüstung als für eine mehrtägige Fahrradtour über 3 oder 7 Tage. Auch die Art der Übernachtung bestimmt das richtige Gepäck. Wenn Sie mit leichtem Gepäck radeln möchten, sollten Sie eher im Hotel übernachten. Für eine Radtour mit Camping - also Bikepacking - benötigen Sie mehr Stauraum für Zelt, Schlafsack & Co.

Grundausstattung für Radtouren:

  • Taschen und Rucksäcke: Rucksack, Vorderrad-/Hinterradtasche, Lenkertasche, Rahmentasche, ggf. gefederter Anhänger
  • Bekleidung: Fahrradhelm, Regenjacke und -hose, Radhose mit Polster, Radoberbekleidung, Funktionsunterwäsche, T-Shirt, Fleece-Pullover, Socken, Radhandschuhe
  • Pflege und Hygiene: Kulturbeutel, Reisehandtuch, Outdoor-Sandalen, Insektenschutz, Wassersack mit Duschadapter, Wäscheleine & -klammern
  • Sonnenschutz: Sonnenbrille, Schirmmütze, Sonnenschutzmittel
  • Notfallausrüstung: Kleines Erste-Hilfe-Paket, Schmerzmittel, etc.
  • Navigation: Fahrradcomputer, Karten, GPS-Gerät
  • Sonstige Utensilien: Fotoausrüstung, Fernglas, Reiseunterlagen, Nähset, Tagebuch
  • Fahrradausrüstung: Tacho, Trinkflaschen/-halter, Luftpumpe, Schloss, Multitool, Speichenspanner, Reperaturwerkzeug, Ersatzteile

Zusätzliche Ausrüstung für Camping:

  • Übernachtung: Trekking-Zelt, Unterbodenschutz-Folie, Heringe, Gummihammer, Isomatte, Schlafsack, wasserdichte Schutzsäcke, Campingstuhl
  • Verpflegung: Campingkocher, Brennstoff, Trekking-Geschirr, Besteck, Taschenmesser, Trinkflasche, Klopapier, Müllbeutel, Waschutensilien

Ausrüstung im Detail

Fahrrad

Mein Reiserad: Fahrrad VSF Fahrradmanufaktur TX-400 26‘‘ SHIMANO DEORE XT 30-GANG / HS22. Der angebrachte Gepäckträger an meinem Reiserad ist der Tubus Cargo Classic. Mittlerweile benutze ich allerdings den Tubus Logo Classic, da dieser separate Vorrichtungen für das Einhängen der Radtaschen hat. Die obere Gepäckträgerfläche liegt dabei frei. Dadurch muss man nicht (wie bei mir damals noch der Fall) das Gepäck, das sich oben auf dem Gepäckträger befindet, entfernen, um die Fahrradtaschen einhängen zu können.

Taschen

Wichtig ist, dass die Taschen wasserdicht sind. So ersparst Du Dir viel Ärger bei Regen. Ich bin auf meinen Mehrtagestouren immer mit Gepäckträger und Packtaschen unterwegs. Eine zu schwer beladene Packtasche an der falschen Stelle, kann Dich auf dem Fahrrad aus dem Gleichgewicht bringen. Oder bei Anstiegen bremsen - da hilft die durchdachteste Bikepacking Packliste dann nichts. Je schwerer ein Gegenstand ist, desto näher sollte er Richtung Radmittelpunkt befestigt werden. Eine Rahmentasche ist zum Beispiel für sehr schwere Teile geeignet.

Kleidung

Ich setze auf Merino-Mix. Merinowolle hat großartige Eigenschaften: feuchtigkeitsregulierend, geruchsneutral, antibakteriell. Gemischt mit Funktionsfasern ist die Kleidung robuster und trocknet schneller. Wenn es auf dem Rad kühl ist, ziehe ich unter die kurze Hose noch eine Leggings an. Alternativ gehen hier auch Beinlinge. Eine dünne Weste ist perfekt, wenn es warm und trotzdem windig ist. Falls es doch mal kühler ist, ziehe ich beim Fahren eine dünne Fleecejacke an. Auf jede Bikepacking-Packliste gehört eine leichte Daunenjacke. Eine Warnweste ist eine sinnvolle Ergänzung, wenn Du in der Dämmerung oder in Tunneln fährst.

Navigation

Wir nutzen bereits seit einer ganzen Weile den Karoo 2 von Hammerhead und sind begeistert. Trotzdem ist zu bedenken, dass die Technik mal versagen kann. Darin fanden sich der Streckenverlauf, ein Höhenprofil sowie die ungefähren Tagesetappen mit den Zeltmöglichkeiten.

Essen

Neben den Lebensmitteln für die Tour, die wir immer vor Ort versuchen einzukaufen, haben wir als (Not-)Reserve immer etliche Energieriegel dabei. Für uns bewährt haben sich die Energieriegel von OATSNACK, Powerbar und Corny. Diese gibt`s in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Genießen! Wir sind keine sich selbst kasteienden Asketen, wir wollen die örtlichen Spezialitäten des Landes auf unseren Touren genauso erleben, wie Land und Leute. Teil der Kultur, der entdeckt werden will. Generell nehmen wir immer soviel Proviant mit auf Tour, wie wir von einem Verpflegungsort zum nächsten benötigen, z.B. für einen Tag.

Werkzeug und Reparatur

Welche Fahrrad-Ersatzteile Du mitnimmst, hängt von der Dauer der Reise und dem Reiseziel deines Bikepacking-Abenteuers ab. Stell Dir am besten die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass Du unterwegs schnell an Ersatzteile kommst.

Campingausrüstung

Wenn Du auf einer mehrtägigen Tour unterwegs bist und nachts im Zelt schläfst, benötigst Du zusätzliche Ausrüstung fürs Camping. Wie kalt oder warm es ist, hängt von der Reisezeit und dem Reiseland ab. Entsprechend passt Du Deine Bikepacking-Packliste an. Deine Verpflegung bereitest Du Dir auf dem Kocher zu.

Tipp: Ein Inlet hält den Schlafsack sauber und bietet zusätzliche Wärme, wenn es kalt ist. Es gibt mittlerweile spezielle Bikepacking-Zelte. Sie haben ein kurzes Gestänge und sind sehr klein packbar. Mein Zelt ist aufgeteilt in zwei wasserdichte Packtaschen, die ich bequem am Rad mit Straps festmachen oder in eine Packtasche packen kann. Wenn Du kein spezielles Bikepacking-Zelt hast, kannst Du es auch in einen wasserdichten Packsack auf den Gepäckträger spannen.

Weitere Tipps für die Planung

  • Fahrradcheck: Lassen Sie Ihr Fahrrad von einem Fachhändler auf Bremsen, Schaltung und Beleuchtung überprüfen.
  • Route wählen: Wählen Sie die Route entsprechend Ihrer Kondition - flache Wege für Anfänger, anspruchsvolle Strecken für Sportler.
  • Unterkunft buchen: Vorab gebuchte Hotels oder Pensionen ersparen unangenehme Überraschungen unterwegs.

Gewichtsoptimierung

Radln macht am meisten mit leichtem Gepäck Spaß, vor allem wenn`s die Pässe rauf und runter geht spürt man jedes Extra-Kilo an Gewicht. Genau wie bei der Packliste zum Wandern gilt auch bei der klassischen Radreise: weniger ist mehr! alle Fälle, was ist nice to have? Packtaschen und Gepäckträgern. ausbremsen, v.a. bergauf!

Alle Teile, die in unseren Gepäck kamen, wurden zuerst mit der Küchenwaage gewogen. Kann man sich nicht zwischen zwei Teilen entscheiden - einfach wiegen und das Leichtere einpacken.

Die Jahreszeit beachten

Jahreszeit: Zu welcher Jahreszeit radle ich? Bin ich in den Bergen unterwegs und muss evtl. noch mit Schnee rechnen?

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0