Radweg am Mittellandkanal Hannover: Eine Entdeckungsreise

Der Mittellandkanal ist mit gut 320 Kilometern die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Quer durch Niedersachsen verbindet der Kanal Ems und Rhein im Westen mit der Elbe im Osten.

Die Mittellandkanal-Route von der Stadtbahnstation "Friedhof auf der Horst" bis zur Anderter Schleuse ist rund 22 Kilometer lang. Radeln Sie mit auf Entdeckungsreise in Gegenwart und Vergangenheit des Kanals. Die gut ausgeschilderte Route verläuft mal auf dem Nord-, mal auf dem Südufer.

Geschichte und Bau des Mittellandkanals

Baubeginn für die heute bedeutendste und verkehrsreichste Wasserstraße Niedersachsens war 1906. Die Kanalbauer hatten Hannover im Jahr 1916 erreicht. Mit der Fertigstellung der Anderter Schleuse gelang die Weiterführung nach Peine (1929) und Braunschweig (1933). Der Anschluss an die Elbe war 1928 geschafft.

Im Zuge der Verbreitung auf einen Regelquerschnitt von 42 Metern wurde die Stadtstrecke Hannover von 1985 bis zur Expo 2000 erneuert. 1965 begann der Ausbau für Großmotorschiffe. Fast alle 32 Straßen- und Bahnbrücken entstanden neu. Schauen Sie nur genau hin: Keine ist wie die andere.

Eine "Fahrradautobahn" entsteht

Am Mittellandkanal entsteht eine „Fahrradautobahn“ - durchgehend asphaltiert und mit Beleuchtung. Wunstorfs Radfahrer bekommen damit „Autobahnanschluss“ nach Hannover. Steffen Krach, Rebecca Schamber und Carsten Piellusch trafen sich am Mittellandkanal zwischen Wunstorf und Kolenfeld, um die entsprechende gemeinsame Vereinbarung zwischen Stadt und Region zu unterzeichnen. Gegenstand der Vereinbarung ist die Planungsphase, mit der die künftige Radroute an Wunstorf angebunden wird.

Der Anschluss in Wunstorf wird über die Weißer-Damm-Kanalbrücke geführt: Aus Richtung Wunstorf wird auf der Brücke - ein Stück westlich der Mittellandkanalbrücke an der Landstraße - der Mittellandkanal erst überquert, um dann auf die Hauptstrecke einbiegen zu können.

Die Haupttrasse wird in den kommenden Jahren gebaut, sie wird zu 90 % mit Bundesmitteln bezahlt. Am Ende wird damit eine 54 Kilometer lange durchgehende Fahrradtrasse entstanden sein - „der längste Radweg in der Region, vielleicht sogar Niedersachsens“, sagt Regionspräsident Krach. Vorbild seien die niederländischen Radwege. Auch Beleuchtung soll es an der Trasse geben.

Nutzung des Weges für alle

Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal/Elbe-Seitenkanal betont jedoch, dass der Weg auch in Zukunft ebenso Fußgängern, Anglern und anderen Erholungssuchenden auf eigene Gefahr weiterhin zur Verfügung stehe. „Es wird niemand verdrängt“, sagt auch Piellusch dazu, Spaziergänger sollen in Zukunft am Mittellandkanal weiterhin unterwegs sein können.

Die Finanzierung der Asphaltierung der Betriebswege in bestehender Breite wird nach aktuellem Stand zu 90 % der Bund tragen. Die Kosten für die Beleuchtung, Beschilderung, Verbreiterung des Betriebsweges und Zufahrten zum Betriebsweg werden nicht vom Bund finanziert und liegen bei Region oder Kommune.

Die Benutzung durch Radfahrer sowie eine Asphaltierung der bisher wassergebundenen Decke wird von Seiten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes darüber hinaus gestattet. Ein reiner Fahrradweg ließe sich dort aber nicht einrichten.

Streckenführung und Besonderheiten

Bei Hörstel in Nordrhein-Westfalen beginnt der Kanal als Abzweig des Dortmund-Ems-Kanals. Am Schaumburger Wald entlang führt der Kanal weiter in nördliche Richtung fast bis zum Steinhuder Meer und nach Hannover. Nach rund 150 Kilometern überquert die Wasserstraße die Leine in einem weiteren Trog.

Dann geht es in einem Bogen durch die nördlichen Viertel Hannovers zur größten Schleuse am Kanal im Stadtteil Anderten. Kurz vor Braunschweig zweigt bei Kilometer 213,5 einer der zahlreichen Stichkanäle ab und verbindet die Stahlstadt Salzgitter mit dem Wasserstraßennetz. Nördlich der Stadt trifft der Kanal auf die Elbe, mit der er über eine Schleuse verbunden ist.

Der Kanal selbst führt in einem Trog über die Elbe und endet wenig später offiziell an der Schleuse Hohenwarthe. Sie sind für Fußgänger und Radfahrer freigegeben, ihre Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

Radfahren entlang des Mittellandkanals

Von Ost nach West (oder umgekehrt) die Region Hannover durchqueren und dabei immer hart am Wasser bleiben? Dies geht nur am Mittellandkanal. Vom Yachthafen Idensen in Wunstorf bis zum Kraftwerk Mehrum kurz hinter der Grenze zum Landkreis Peine quert die Bundeswasserstraße die Städte Wunstorf, Seelze, Garbsen, Hannover und Sehnde und ist damit das wohl längste Naherholungsgebiet der Region Hannover.

Während verschiedene, ausgeschilderte Routen, die den Mittellandkanal queren, ihn in Teilabschnitten begleiten oder kurz streifen, ist die Mittellandkanalroute eine durchgängige Verbindung von Ost nach West oder umgekehrt. Die beiden von der Region Hannover zur Mittellandkanalroute veröffentlichten Faltblätter sind in eine Route West und eine Route Ost aufgeteilt. Beide Abschnitte haben eine Streckenlänge von je rund 30 Kilometern.

  • Die West-Route startet am Yachthafen Wunstorf-Idensen (Kanalkilometer 135,5) und endet am Nordhafen Hannover.
  • Die Ost-Route startet am Nordhafen und endet kurz hinter Sehnde am Kraftwerk in Mehrum.

Bei der Auswahl der Anlaufpunkte wurde bewusst darauf geachtet, dass der Mittellandkanal nicht ausschließlich als Verkehrsweg für Fahrrad und Schifffahrt dargestellt wird, sondern als regional bedeutsames, 60 Kilometer langes wasserbezogenes Erholungsgebiet mit zahlreichen interessanten Anlaufpunkten, Ausflugszielen und Freizeitmöglichkeiten beschrieben wird.

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