Einmal im Jahr öffnet die Bundeswehr die Schranken zu den Truppenübungsplätzen Munster-Nord und Munster-Süd für interessierte Bürger und Bürgerinnen. Dann verwandelt sich das sonst für Zivilisten unzugängliche Gebiet in eine weitläufige Radfahrstrecke.
Am Sonntag, dem 13. Juli, werden wieder Fahrradreifen durch die weite Heidelandschaft schnurren, wo sonst Kettenfahrzeuge Staub aufwirbeln und Soldaten im Manöver sind. Zahlreiche Helfer der Bundeswehr sowie der Stadt Munster sind an der Planung und vor allem an der Betreuung der Veranstaltung beteiligt, wenn das Militär einmal im Jahr einen Einblick in das riesige Areal gewährt, das sonst „Sperrgebiet für Zivilisten“ ist: Am 9. Juli können Interessierte wieder von 9 bis 17 Uhr per Rad die Truppenübungsplätze Munster-Nord und Munster-Süd erkunden.
Das Volksradfahren: Eine Tradition in Munster
Die Stadt- und Touristikmanagerin weiß, dass nicht nur Besucher aus der Örtzestadt kommen, sondern auch einige Touristen und Gäste aus der Ferne: „Rund 1.500 Teilnehmer zählen wir jedes Jahr“. Sie und ihr Team der Munster-Touristik haben auch dieses Jahr wieder tatkräftig mitgewirkt bei der Vorbereitung für die mittlerweile 14. Auflage des Volksradfahrens. Das geht natürlich nicht ohne den „Hausherren“: die Bundeswehr. Als deren Vertreter stellen Oberstleutnant Markus Ruhland, verantwortlich für die Truppenübungsplätze, und Olaf Möbius, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Munster, am vergangenen Mittwoch zusammen mit der Stadt- und Touristikmanagerin das Programm für das Volksradfahren 2023 vor.
Treffpunkt für das Pressegespräch: Der Biwakraum Hornheide an der Oerreler Straße - also dort, wo am kommenden Sonntag, ab 9 Uhr der Start- und Zielpunkt eingerichtet sein wird.
Strecken und Highlights
Etliche Radler und zahlreiche Inline-Skater kommen jedes Jahr zu diesem Ereignis, für das die Organisatoren erneut unterschiedliche Streckenabschnitte zwischen 20 und 112 Kilometern anbieten. Und auch dieses Jahr gibt es wieder eine Strecke für Rollstuhlfahrer.
- 25 Kilometer lange Tour mit Weinkönigin Michelle: „In Lopau gibt’s eine Pause mit Wein und Brezel - ein echtes Erlebnis.“ Die Tour kostet zehn Euro, Karten gibt’s bei der Munster-Touristik.
- Tour mit Bürgermeister Ulf-Marcus Grube: Für ihn geht es stattdessen von Hornheide nach Sültingen.
- ADFC-geführte Tour mit Harald Steinhoff: Startet um 10 Uhr und führt rund 50 Kilometer über beide Übungsplätze.
Die Strecken reichen von 20 bis 112 Kilometern - für jeden ist etwas dabei.
„Neu ist eine 25 Kilometer lange Strecke“, fügt Willer hinzu. Die Route führt rund um Lopau und wird begleitet von einer „Majestät“, nämlich der Weinkönigin der Örtzestadt. Startpunkt ist um 9 Uhr in Breloh Hornheide, in Lopau gibt es bei einer Pause Wein, Brezeln und Spundkäs. Die Anmeldung für die Teilnehmer an dieser kostenpflichtigen „Weinkönigin-Tour“ erfolgt über die Munster-Touristik, Ruf (05192) 89980.
Ansonsten gestaltet sich der Ablauf wie in den Vorjahren: Vom Start- und Endpunkt (Biwakraum Hornheide) aus geht es mit dem Rad auf die unterschiedlich langen Strecken von 20 und 26 Kilometer über 55 Kilometer bis hin zu 80 und sogar 112 Kilometer auf Tour. Wer möchte, kann auch auf der 20 Kilometer langen Inlinerstrecke das Gebiet erkunden. Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr erneut eine geführte Radtour des ADFC: Start ist um 10 Uhr in Breloh Hornheide, die Strecke ist zwischen 55 und 60 Kilometer lang, die Tourleitung übernimmt Harald Steinhoff. Letzte Startmöglichkeit ist dann um 14 Uhr.
Für die Versorgung ist gesorgt: Stationen entlang der Strecke bieten Wasser, Pannendienst und Informationen. Toiletten und Infopunkt sind am Startpunkt eingerichtet.
Wichtige Informationen für Teilnehmer
Der Startpunkt liegt am Biwakraum Hornheide. Los geht’s ab 9 Uhr - spätestens bis 14 Uhr, damit alle vor 17 Uhr im Ziel sind. Eine Anmeldung ist für die meisten Strecken nicht erforderlich. Die Tour mit der Weinkönigin beginnt bereits um 9 Uhr, die des Bürgermeisters um 11 Uhr.
Bevor Teilnehmer am Biwakraum Hornheide dann vom Auto aufs Rad wechseln und losfahren, erhalten sie außerdem eine Karte mit der von ihnen gewählten Route. So gerüstet können Radler, Inline-Skater und Rollstuhlfahrer individuell ab 9 Uhr starten. Anmeldungen sind nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei (bis auf die „Weinkönigin-Tour“), und alles verläuft in entspannter Atmosphäre. Das heißt: Jeder kann starten, wann er möchte, und jeder bestimmt sein Tempo selbst.
Oberstleutnant Markus Ruhland mahnt zur Vorsicht: „Das sind keine Rennstrecken. Es gibt Wege, die waren letztes Jahr noch betoniert, jetzt ist Schotter drauf. Also nicht mit dem Hochleistungsrenner kommen.“
Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr der optimierten Parkplatzregelung. „Wir können jetzt auf die Parkplätze Schießbahn 1 fahren. Eine Wiese ist ausgeschildert, damit nicht alles im Chaos endet.“ Etwa 30 Soldaten sorgen laut Ruhland für die Sicherheit der Strecke, unterstützt von sogenannten „Sandpups“, die unterwegs Hilfe leisten.
Regeln und Sicherheit
Doch es gibt Regeln, denn die Teilnehmer des Volksradfahrens bewegen sich dabei durch ein Übungsgelände des Militärs, auf dem bei Manövern scharf geschossen wird. Daher ist ein Verlassen der vorgegebenen Routen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet: „Alle müssen auf den Wegen bleiben“, so Ruhland. Außerdem sollen sich natürlich alle an die Straßenverkehrsordnung halten und es ist zudem verboten, Munition oder Munitionsteile zu berühren oder gar mitzunehmen. „Es ist nun einmal ein militärischer Sicherheitsbereich und kein Spielplatz“, betont Möbius. „Dennoch sollen alle Teilnehmer natürlich einen schönen Tag erleben“, hebt Ruhland hervor.
Damit das gelingt, müssen viele Helfer mit anpacken: Mehrere Kräfte aus den Reihen der Bundeswehr kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf und um die Sicherheit der Teilnehmer. Die Streckenposten stehen auch bereit, um Teilnehmer bei Problemen zu unterstützen. „Am Ende der Veranstaltung fahren die sogenannten ‚Lumpensammler‘ nochmals die Strecken ab, holen mögliche Liegengebliebene und deren kaputte Fahrräder zurück“, so der Oberstleutnant weiter.
Torben Sonnemann vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum bestätigt den Trend zur elektrischen Unterstützung: „Ein Drittel der Teilnehmer fährt mittlerweile E-Bike.“ Das habe auch Auswirkungen auf die Streckenwahl. „Man schafft mit dem E-Bike natürlich auch mal locker 100 Kilometer - das zieht neue Zielgruppen an.“ Gleichzeitig warnt Sonnemann davor, die Belastung durch Hitze zu unterschätzen. „Viele Strecken liegen in der Sonne. Wer sich überschätzt, der sollte lieber mal im Schatten Pause machen.“
Ruhland weiß, dass es auf den offenen Flächen heiß werden kann. Deshalb mahnt er zur Vorsicht: „Das sind keine Rennstrecken. Es gibt Wege, die waren letztes Jahr noch betoniert, jetzt ist Schotter drauf. Also nicht mit dem Hochleistungsrenner kommen.“ Er hat auch klare Botschaften: „Keine Kippen, nur Wasser mitnehmen - und das nicht auf uns kippen, sondern trinken!“
Fahrradverleih
Auch wer kein eigenes Rad hat oder seinen „Drahtesel“ nicht mitbringen möchte, kann beim Volksradfahren starten: „Fahrrad Sandau Munster bietet an diesem Tag einen Verleih an“, erklärt Willer. Hierfür ist allerdings eine Voranmeldungen (möglich bis zum Vortag der Veranstaltung) erforderlich unter der Telefonnummer (05192) 2458.
So sind die Fahrradhäuser Sandau und Drewes mit von der Partie und bieten ihren Fahrradverleih an. Eine Anmeldung ist bis zum Vortag des Volksradfahrens erforderlich und kann unter (05192) 2458 (Sandau) und (05192) 7072 (Drewes) erfolgen. Und dann kann der Start zu den verschiedenen Touren ab Biwakraum Hornheide beginnen.
Naturschutz
Dass das Volksradfahren Jahr für Jahr so viele Interessierte anzieht, liegt nicht unbedingt am Interesse am Militär: Vielmehr führen die Touren durch eine fast unberührte Natur mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Damit das so bleibt und ebenso der Schutz vor Waldbränden gewährleistet ist, gilt auch bei der 14. Auflage des Volksradfahrens: „Es herrscht striktes Rauchverbot“, betont Ruhland. Nur an den Versorgungspunkten, wo auch hierfür entsprechende Zonen mit Aschenbechern eingerichtet sind, darf geraucht werden.
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