Regensburg setzt neue Maßstäbe für den Radverkehr. Schon in naher Zukunft wird ein Drittel der Regensburger Verkehrsteilnehmer mit Rad und Pedelec unterwegs sein. Das ist keine Vision, sondern das verkehrspolitische Ziel, das sich unsere Stadt bis 2035 gesteckt hat. Unser Radverkehrsanteil ist mit 24 Prozent im bayerweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch.
Unsere geschichtsträchtige Stadt stellt sich den Herausforderungen der Zukunft und geht jetzt einen entscheidenden Schritt voran: Regensburg erhält ein zusammenhängendes „Hauptroutennetz“ für den Radverkehr. Also Wege und Straßen, auf denen Radler Vorrang haben oder speziell für sie vorgesehen sind.
Der Regensburg-Falkenstein-Radweg
Der familiengeeignete »Regensburg-Falkenstein-Radweg« verläuft auf einer stillgelegten Lokalbahnstrecke, wo einst das legendäre "Falkensteiner Bockerl" nordöstlich von Regensburg (Wutzlhofen) gemächlich durch den Bayerischen Vorwald schnaufte. Nachdem der Gesamtbetrieb auf der Bahnstrecke am 1. Juni 1985 eingestellt worden war vergingen zwei Jahre, bis der erste Radwegabschnitt im Landkreis Cham eröffnet wurde. Seitdem sind auf dem »Regensburg-Falkenstein-Radweg« keine schnaubenden Dampflocks oder brummende Schienenbusse mehr unterwegs, sondern stattdessen erfreuen sich nach Herzenslust nurmehr Radfahrer und Spaziergänger an der herrlichen Naturkulisse. Die hügelige und aussichtsreiche Landschaft wird häufig auch als „lieblicher“ Teil des Bayerischen Waldes bezeichnet.
Nordöstlich von Regensburg erhebt sich der Falkensteiner Vorwald, der sozusagen das Tor zum Bayerischen Waldes bildet. Der etwa 45 Kilometer lange Falkenstein-Radweg (beginnend von Regensburg) verläuft auf der ehemaligen Lokalbahntrasse des Falkensteiner Bockerls, das von 1913 bis 1984 durch die beschauliche Wald- und Wiesenlandschaft schnaufte.
Sobald die Wenzenbach-Ebene am östlichen Ortsrand von Wenzenbach nach Überquerung der Schönberger Straße abrupt in dich bewaldetes Hügelland übergeht (dort befinden sich etliche Info-Schautafeln), verändert sich der Landschaftscharakter gravierend. In "Sesam-öffne-dich-Manier" markiert die Schönberger Schlucht übergangslos den Eintritt in den Vorderen Bayerischen Wald, und läutet gleichzeitig den Beginn einer 18 km langen, sanften Steigungsphase ein.
Eingeschnitten in uraltes Granitgestein mit wuchtigen Felsmassiven und begleitet vom gurgelnden Wenzenbach ist die wildromantische Natur Balsam für die Seele. Ein faszinierendes Naturparadies, das dem Menschen ein entspannendes Rückzugsrefugium schenkt.
Angefangen von überdachten Pausenpavillons die Schutz vor Regenwetter bieten, über Erlebnisstationen für Kinder, die spielen, entdecken, herumtoben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können, lehrreichen Schautafeln bis hin zum nostalgischen Eisenbahnzeitalter welches auf eine ereignisreiche Epoche des 20. Jahrhunderts zurückblicken lässt, machen den »Regensburg-Falkenstein-Radweg« zu einem echten Tourerlebnis. Beschaulich, ursprünglich, historisch, künstlerisch, informativ und abwechslungsreich verleiht es der Bahntrassenroute einen einzigartigen Charm.
Warum Bahntrassenradwege so beliebt sind
Aufgrund der nivellierten Steigungen weisen Bahntrassen-Radwege nicht nur ein sanftes und homogenes Streckeprofil auf, sondern sind zudem von einer ereignisreichen Geschichte mit nostalgischem Charme behaftet. Außerdem ist der Streckenverlauf gut einsehbar, was das Navigieren ungemein erleichtert. Typischer Bahntrassencharakter ist für Radfahrer ein wahrer Segen, da man selbst im bergigem Terrain - auch ohne E-Bike - leichtfüßig voran kommt. Von schweißtreibender Plagerei also keine Spur, auch weil schattige Waldpassagen vor Sonneneinstrahlung und Hitze schützen.
Im gemächlichen Wohlfühltempo lässt sich die Strecke von Gonnersdorf nach Falkenstein (↑ 370 Höhenmeter ↓ 128 Tiefenmeter) bequem in 2½ -3 Stunden Fahrzeit (zzgl. Pausen) bewältigen. Für die Anfahrt vom Regensburger HBF rechnet man gut eine ½ h hinzu. In entgegengesetzter Fahrtrichtung nach Regensburg geht's aufgrund der geringeren Höhenmeter und einer 19 km langen Gefällpassage (↑ 128 Höhenmeter ↓ 370 Tiefenmeter) spürbar schneller voran. Wer sich für die Region bzw. deren Eisenbahngeschichte interessiert und entspannt die Kurbel schwingen möchte bzw. einer urigen Gaststätteneinkehr nicht abgeneigt ist plant am besten eine Halbtagestour ein.
Der »Regensburg-Falkenstein-Radweg« zählt mit seinen duftenden Waldpassagen, Streuobstwiesen, moosbewachsenen Felsen, imposanten Panoramen und schroffen Granitfelswänden zweifelsohne zu den schönsten Ausflugsstrecken in Bayern. Die Sinne nehmen das Vogelgezwitscher, das Plätschern des Wenzenbachs, das Rauschen der Bäume und das Säuseln des Fahrtwinds wohltuend wahr, was einem selbstvergessenen Dahingleiten den Weg ebnet.
So bitter die Stillegung der Bahnstrecke und das „zu Grabe getragene“ Falkensteiner Bockerl 1985 für die betroffenen Menschen und Gemeinden auch gewesen sein mag, so blieb zumindest für Zweiradfans eine sinnvolle und umweltfreundliche Trassennutzung erhalten. Wird entschleunigt von der Welterbestadt Regensburg zum Luftkurort Falkenstein geradelt und kommt der Bedächtigkeit des Seins auf die Spur koppelt sich jeglicher Alltagsballast wie von selbst ab. Mit Muße durch die sanft gewellte, liebliche Naturkulisse radeln und vor jeder Kurvenbiegung auf's neue auf beeindruckende Blinkwinkel und fabelhafte Ausblicke gespannt zu sein ist eine reizvolle Dramaturgie, die den Spannungsbogen ständig aufrecht erhält. Fern vom Touristenrummel, Alltagshektik und Verkehrslärm kann man in der stimmungsvollen Hügellandschaft vorzüglich abschalten. Sinnliches Naturerlebnis genießen, inspirative Augenblicke einfangen und der inneren Ausgeglichenheit Tritt um Tritt näher kommen.
Die beschauliche Gegend im Vorderen Bayerischen Wald kredenzt ein abgeschiedenes Kleinod, wovon man als Naturliebhaber nur träumen kann. Dass das Naturerlebnis mit Flachpassagen bzw. Es gibt nicht nur viel zu sehen sondern auch jede Menge Wissenswertes zu erfahren, was Informationstafeln in leicht verständlicher Weise anschaulich vermitteln. Insofern tut man für ein entspannendes Tourerlebnis gut daran eine gemütliche Halbtagestour einzuplanen. Dies schafft Freiraum, die zahlreichen Relikte aus der nostalgischen Eisenbahnepoche wie restaurierte Bahnhöfe, Signalanlagen, Haltestellenschilder und Kilometersteine achtsam wahrzunehmen. Andernfalls entgeht einem solch typischen Merkmale, die Bahntrassen-Radwege auszeichnen. Eine Radtour auf historisch angereicherten Bahnstrecken ist zugleich immer eine Zeitreise in die Vergangenheit, welche das Eisenbahnzeitalter wieder aufleben lässt.
Des Weiteren punktet der »Regensburg-Falkenstein-Radweg« mit überdachten Rastpavillons, Kunstskulpturen, einem Museumspark Kinderspielplätzen und themenbezogenen Erlebnisstationen. Last but not least: der »Regensburg-Falkenstein-Radweg« lässt sich mit zwei Verbindungsvarianten über das Regental oder die Donauebene kombinieren. Jede Rundtour verspricht einen abwechslungsreichen Streckenverlauf durch eine eindrucksvolle Naturlandschaft entlang der Flüsse. Die Fahrtrichtung spielt allerdings eine wichtige Rolle, da der Höhenunterschied hinauf in den Bayerischen Vorwald auf der nivellierten Bahntrasse wesentlich leichter zu überwinden ist, als in entgegenesetzter Fahrtrichtung mit bis zu 21% steilen Anstiegen.
Der »Regensburg-Falkenstein-Radweg« ist beginnend vom verkehrsfreien Radweg entlang der Pilsener Allee im Stadtnorden von Regensburg bis zum Bahntrassenende am Ortsbeginn Falkenstein durchgängig familiengeeignet. Die langgezogene Steigung (1-3%) beginnt am Ortsende von Wenzenbach (360 m) und zieht sich über Hauzendorf (420 m) - Rossbach/Wald (560 m) bis Hirschenbühl auf der Hetzenbacher Höhe (Streckenzenit 606 m) hin. Der Schlussabschnitt nach Falkenstein (570 m) weist nur mehr einen sanfthügeligen Streckencharakter auf. Das ungleiche Höhenniveau von Start- und Zielort bedingt fahrtrichtungsbezogen eine unterschiedliche Höhenmeterbilanz: Regensburg - Falkenstein 370 Höhenmeter, Falkenstein - Regensburg 128 Höhenmeter.
Dank der leichten Befahrbarkeit sowie weitestgehender Verkehrsfreiheit trägt der »Regensburg-Falkenstein-Radweg« das Prädikat "Familiengeeignet". Etliche - teils prämierte - (Abenteuer-/Wasser-) Spielplätze bzw. Wer mit der steigungsärmeren Fahrtrichtung liebäugelt der hat von Karsamstag bis einschließlich 3. Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen die Möglichkeit, ganz komfortabel den Fahrradbus (Linie 34) nach Falkenstein zu nutzen.
Die stets mitschwingende Eisenbahnhistorie macht den eigentlichen Reiz der Radstrecke aus. In Verbindung mit abstrakten Kunstskulpturen entsteht die prickelnde Klammer von Geschichte und Moderne, was einer Radtour ihr ganz spezielles Gepräge verleiht. Mit den beschilderten Querverbindungen ins Donau- bzw. Drei themenbezogene Erlebnisstationen bringen Kinder, Jugendliche und Familien am Dorfweiher Wenzenbach, dem Eisenbahn-Museumspark Lambertsneukirchen sowie in Hirschenbühl die einstige Bedeutung der ehemaligen Eisenbahnstrecke Regensburg-Falkenstein für die Region „Vorderer Bayerischer Wald“ spielerisch näher. Umso mehr die Eisenbahngeschichte inszeniert wird bzw.
Das kraftschonende Streckenprofil - dank typischer Bahntrasseneigenschaften - erlaubt eine ökonomische, d.h. sehr rhythmische Fahrweise. Zudem ist der Streckenverlauf eindeutig erkennbar und durch große Kurvenradien sehr übersichtlich, weswegen man sich über die Wegeführung keinen Kopf zu machen braucht. Der harmonische Bahntrassencharakter spart kognitive Ressourcen, weshalb man die Umgebung achtsamer wahrnehmen kann und dem Fahrgenuss zugute kommt.
Sauerstoffreiche Wälder, der mäandernde Wenzenbach, verwittertes Granitgestein, sattgrüne Wiesenhänge und nicht zuletzt die wunderschöne Galaaussicht kurz vor Falkenstein (Rastbank/Pavillon) geben dem Genussfeeling auf dem »Regensburg-Falkenstein-Radweg« freien Lauf. Das sanft gewellte Terrain des Falkensteiner Vorwalds begünstigt auf der verkehrsbefreiten Trasse, gedankenversunken die Kurbel zu schwingen, sich von der Natur inspirieren zu lassen und bei sich anzukommen. Gerade weil Bahntrassen-Radwege so easy zu befahren sind, haben Radfahrer ihre wahre Freude daran. Keine Frage: Das smoothe Streckenprofil fördert den ungestörten Bewegungsfluss und damit den Fahrspaß für Groß und Klein.
Im Goldenen Herbst vollzieht sich nämlich ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn sich die Blätter verfärben und die Landschaft abwechselnd in warmen Gelb-, Rot- und Brauntönen erstrahlt und Hochdruckwetter besonders in den Hochlagen der Mittelgebirge wie z.B. im Bayerischen Wald häufig die Sonne scheint. Während in den Flussniederungen bzw. Tallagen häufig dichte Nebelschwaden wabbern, genießt man auf Anhöhen bzw. Frühjahr belebt - der Herbst inspiriert - sagt der Volksmund.
Auf dem »Regensburg-Falkenstein-Radweg« lässt sich das "Bäumchen-Wechsel-Spiel" der Jahreszeiten besonders gut beobachten. Insbesondere Einheimische, die das begehrte Naherholungsziel öfter befahren, bekommen vom ständig sich verändernden Landschaftsensemble augescheinlich viel mit. Zweifelsohne beschert uns der Herbst die farbenprächtigste Jahreszeit - ergo die schönsten Radelmonate.
Der Fahrradbus der Linie 34 verkehrt zwischen Karsamstag bis einschließlich 3. Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Ein neuer Fahrradbusanhänger ermöglicht die Mitnahme von E-Bikes, für die es entlang der Strecke auch zwei Ladestationen gibt. Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Thematische Aufwertung der ehemaligen Bahntrasse Regensburg-Falkenstein“ werten fünf Gemeinden (Wenzenbach, Bernhardswald, Falkenstein, Wald, und Zell) die Region entlang der 1984 stillgelegten Bahntrasse Regensburg-Falkenstein qualitativ auf und setzen sie thematisch in Szene. Die durchnummierten Infotafeln stossen bei Radtouristen auf großes Interesse. Neben der Geschichte zur Eisenbahnstreckegibt es auch Wissenswertes über die Region.
An die historische Bahnstrecke erinnern auch heute noch Bahndämme, Prellböcke, Kilometersteine, Güterhallen, der Lokschuppen in Falkenstein, die Bahnhöfe Hauzendorf („Radl-Bahnhof“ - Gaststättenbetrieb ab 2022), Roßbach (heute Getränkemarkt), Gfäll (privates Gebäude) sowie einige sanierte Brücken. In Lambertsneukirchen wurden auf Privatinitiative Relikte wie Signale, Räder etc. der ehemaligen Lokalbahn sowie Info-Schautafeln aufgestellt. In anderen Orten erinnern nur mehr Straßennamen „Bahnhofsstraße“, „Am Bahndamm“ an die ehemalige Eisenbahn.
Dr. Achim Bartoschek - ausgewiesener Fachexperte für Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen - betreibt Deutschlands populärste Bahntrassenradwege-Plattform, weswegen er oftmals auch als "Bahntrassen-Papst" tituliert wird. Schon bezeichnend, dass der Falkenstein-Radweg von ihm Bestnoten erhält. Bemerkenswert auch, weil dieser Bahntrassenradweg deutschlandweit in seiner persönlichen Top-Favoriten-Liste aufgeführt und von ihm mit dem höchsten "Scoring" (4 Fahrradymbole) eingestuft wird.
Dr. Achim Bartoschek - Betreiber Deutschlands populärster Bahntrassenradwege-Plattform - gilt gemeinhin als ausgewiesener Fachexperte für Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen. Seine subjektiven Bewertungsangaben werden aus Sicht des Tourenradlers vorgenommen, wobei seine Beurteilungen grundsätzlich auf akribischer Recherche einschließlich Routenbefahrungen fußen.
Als Bewertungskriterien fließen die touristische Attraktivität des Umfeldes, Rastmöglichkeiten und die Anbindung an Radfernwege oder Bahnhöfe genauso ein, wie die Befahrbarkeit des Weges. So genießt eine durchgängige und barrierefreie Befahrbarkeit, landschaftliche Attraktivität und eine geringe Lärmbelastung einen hohen Stellenwert, während bei längeren Distanzen auch wetterfeste Rastmöglichkeiten stärker gewichtet werden. Die Fahrbahnoberfläche spielt hingegen eher eine untergeordnete Rolle, d.h. ob der Weg asphaltiert, wassergebunden oder geschottert bleibt solange belanglos, wie keine Fahrbahnschäden (z.B. Schlaglöcher) vorhanden sind bzw. der Rollwiderstand vertretbar bleibt.
Dr. Bartoschek ist der kreative Kopf der Homepage www.bahntrassenradeln.de, welche das Fachmagazin 'aktiv Radfahren' zu ihrer Serie „Bahntrassenradeln“ inspirierte. Der gebürtige Rheinländer promovierte in Chemie und ist als Entwickler und Berater im Bereich Informationsverarbeitung tätig. Zudem ist er begeisterter Tourenradler seit 1996.
Weitere Radwege in der Region Regensburg
- Naabtal-Radweg: Von Luhe-Wildenau bis Mariaort, meist dem natürlichen Verlauf der Naab folgend. Burgen und Ruinen säumen die Strecke.
- Radwege entlang der Donau: Verschiedene Etappen von Regensburg nach Abensberg, Kelheim/Saal a.d. Donau und Straubing.
Die Stadt Regensburg verfügt über ein dichtes Netz aus Radwegen sowie Straßen und Wegen, die sicher und bequem für das Radfahren genutzt werden können.
Wichtiger Hinweis: Im Winter können nicht alle Straßen, Rad- und Gehwege der Stadt winterdienstlich betreut werden. Im Bedarfsfall werden vorrangig Hauptverkehrsstraßen, Buslinien, Straßenüberquerungen und Bushaltestellen winterdienstlich betreut.
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