Entdeckungstour auf der Otto-Lilienthal-Route: Radfahren durch Brandenburg

Die Otto-Lilienthal-Route ist eine Radtour durch Brandenburg, die Natur, Geschichte und die Wiege der Luftfahrt auf einzigartige Weise verbindet. Von Rheinsberg bis Ribbeck - Fontanes Zauberschloss und der Traum vom Fliegen werden hier erlebbar. Fontane wäre heute Reiseblogger, denn er erkundete und beschrieb die Geschichten von Menschen, die in Brandenburg lebten, liebten und litten. Die Radroute Historische Stadtkerne 2 umrundet seine Geburtsstadt Neuruppin und lädt zu inspirierenden Begegnungen ein.

Streckenverlauf und Highlights

Die Radtour orientiert sich am offiziellen Brandenburger Otto-Lilienthal-Radweg und ist landschaftlich abwechslungsreich. Die einzelnen Etappen wechseln sich ab zwischen naturnah und siedlungsnah. Alle Etappen sind mit der Bahn im Tarif des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg preiswert erreichbar. Mit entsprechender Übernachtung kann man die Tour aber auch an 4 Tagen bewältigen.

Vorbei am Havelländischen Luch, einer großflächigen Grünlandschaft mit Gräben und Kanälen, deren Ufer von Schwarzerlen oder Pappeln gesäumt werden, führt die Tour weiter in den Naturpark Westhavelland und nach Stölln. Für eine Pause unterwegs in Ribbeck und den Besuch des Lilienthal-Centrums sollte unbedingt Zeit sein. Es geht an herrlichen Seen vorbei, dem Hohennauener See, dem Trebelsee, dem Schwielowsee und dem Großen Zernsee. Über weite Strecken folgt der Radweg dem Flusslauf der Havel. So erreichen Radler die Wiege der Mark: Brandenburg an der Havel und auf dem nächsten Abschnitt auch die Blütenstadt Werder an der Havel, bevor der Radweg über Marquardt und Kartzow zurück nach Dallgow-Döberitz führt.

Etappen und Besonderheiten

Etappe 1: Falkensee nach Ribbeck

Die Anfahrt zur Etappe 1 erfolgt über den Bahnhof Falkensee. Von hier geht es durch den Staatsforst Falkenhagen nach Schönwalde. In Schönwalde schwenkt die Route auf den streckengleich bis Rathenow verlaufenden Havelland-Radweg. Die Etappe verläuft meist auf Radfahrstraßen und Radwegen nach Wansdorf, Pausin und Pernewitz. Unter der Fernbahnlinie hindurch biegt man nach ca. 200 m rechts in die Hertefeldstraße und gelangt relativ schnell wieder auf einen Radweg, der fast 9 km über Lietzow und Berg nach Ribbeck verläuft. In Ribbeck lohnt eine Rast im Cafe Alte Schule.

Etappe 2: Ribbeck nach Rathenow

Von Ribbeck führt die Etappe weiter nach Bienenfarm und anschließend auf einer Kreisstraße nach Paulinenaue. Von Paulinenaue geht es über Ortsstaßen und Radwege zunächst ca. 30 km vorbei an Ackerflächen und Wiesen. Ca. alle 4 km trifft man auf eine Ortschaft und lernt so die Dörfer Pessin, Senzke, Kriele, Kotzen, Stechow und Ferchesar kennen. Nach Ferchesar kommt ein schattiges Waldstück, das nach Lochow führt. Hier bietet sich eine Rast am Picknickplatz Lochower See an. Vor Stölln trifft man zuerst auf einen Segelflughafen, wo man mit etwas Glück beim Starten und Landen zusehen kann. Anschließend gelangt man nach Stölln und kann hier rechts zum Bugagelände Fliegerpark abbiegen.

Etappe 3: Rathenow nach Groß Kreutz

Vom Bahnhof Rathenow geht es auf der Verladestraße zur Großen Milower Straße (B 102). Hier beginnt der Otto-Lilienthal-Radweg auf dieser Etappe. Die Bundesstraße, die hier durch einen schmalen Tunnel unter der Bahntrasse verläuft, ist für den Radverkehr gesperrt. Direkt an der Verladestraße findet sich ein über Treppen zugänglichen Fußgänger- und Radfahrtunnel. Von Rathenow geht es Richtung Premnitz. Kurz vor der Ortschaft biegt die Strecke vom Radweg der B102 rechts ab in die Milower Straße (L96) nach Milow. Hinter Milow beginnt ein neu gebauter Radweg nach Marquede. In Kützkow wird die Havel mit der Fähre überquert.

Etappe 4: Groß Kreutz nach Falkensee

Die erste Sehenswürdigkeit findet sich bereits wenige Minuten nach Groß Kreutz am Ortsausgang von Krielow. Hier steht auf dem Mühlenberg - von der Straße aus nicht sichtbar - das 1991 eingeweihte Lilienthal-Denkmal. Die zweite Sehenswürdigkeit ist das kleine Lilienthalgedenkhaus in Derwitz. Es öffnet auf Anfrage. In der Nähe von Derwitz trifft man auch auf den ausgeschilderten Panoramaweg. Die Radtour führt zwischen Derwitz und Glindow an allerlei Obstplantagen und Feldern vorbei. Schon von weitem wird man vom ca. 1890 errichteten Ziegelturm begrüßt, der vormals als Aufseherturm diente. Die nächsten 11 km führen um die Stadt Werder herum.

Allgemeine Informationen zur Route

  • Länge: 316 km
  • Start / Ziel: Nauen
  • Logo / Wegstreckenzeichen: Logo mit Stadtsilhouette

Anreise / Abreise

  • Bahn: Ab Berlin Zoologischer Garten mit dem RE2 (Wismar) bis Nauen (ca. 30 Minuten).
  • PKW: Ab Berlin über die B5 nach Nauen.

Sehens- / Wissenswertes

  • Nauen: Martin-Luther-Platz und die St. Laurentiuskirche

Empfohlene Karten

  • "Potsdam - Havelland - Fläming: Fahrradkarte", 1:70000, KOMPASS-Karten
  • "Radkarte Ruppiner Land", 1:75.000, Esterbauer Verlag
  • "ADFC-Regionalkarte Radlerparadies Prignitz mit Tagestouren-Vorschlägen", 1:75.000, Bielefelder Verlag

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0