Radolfzell Stein am Rhein Radtour: Informationen und Highlights

Genießen Sie eine der schönsten Radstrecken am Bodensee. Landschaftlich und kulturell gibt es hier viel zu sehen und zu erleben. Die Radtour beginnt auf der größten Bodenseeinsel - der Reichenau. Die Insel Reichenau ist dank ihrer Fruchtbarkeit für ihr Gemüse und ihre Weine bekannt.

Von der Gemüseinsel radeln wir über Radolfzell und durch verschiedene Naturschutzgebiete bis Horn. Entlang dem Untersee erreichen wir das weitbekannte Stein am Rhein in der Schweiz. Nach einem Aufenthalt im historischen Ort lassen wir auf der Heimreise den Tag in einem gemütlichen Lokal ausklingen.

Rund um den Bodensee gibt es tolle Radwege und Strecken zu entdecken. Wer am Bodensee wohnt, hat die Qual der Wahl. Eine der schönsten Touren führt einmal um den Gnadensee herum. Tatsächlich bietet der Bodensee-Radweg dort ein besonderes Raderlebnis.

Die Strecke im Detail

Die reine Fahrzeit für die rund 73 Kilometer lange Radtour beträgt rund vier Stunden bei einer Fahrgeschwindigkeit von durchschnittlich 16 Kilometer pro Stunde. Die Steigungen sind moderat. Knapp 250 Höhenmeter sind zu überwinden, die meisten davon auf der Höri zwischen Gaienhofen und Hemmenhofen.

Immer wieder gibt es auf der Strecke, besonders auf der deutschen Seite, Ladestationen für E-Bikes und Pedelecs. Wem 73 Kilometer zu weit sind, der kann die Strecke mit einer Fährfahrt von Horn ins gegenüberliegende schweizerische Steckborn abkürzen. Die Überfahrt mit dem MS Seestern kostet mit Fahrrad 8 Euro. Aber damit spart man sich einige Kilometer. Die Strecke ist dann nur noch 51 Kilometer lang.

1. Von Konstanz nach Radolfzell

Die ersten rund 20 Kilometer führen die Pedalritter oft nah am Bodensee entlang. Wer in Markelfingen besonders naturnahe Pfade nutzen will, fährt bis zum Campingplatz und dort entlang der Bahngleise. Der See begleitet Radler auf der linken Seite bis Radolfzell.

In Radolfzell geht es am Hafen vorbei, unter Ahornalleen durch den Wald Richtung Moos. Eine kurze Rast in Radolfzell im Bereich des Hafens lohnt sich. Direkt am Wasser hält man es gut aus.

2. Von Radolfzell über die Höri nach Stein am Rhein

Weite Teile dieser 24 Kilometer langen Strecke fährt der Radler über den asphaltierten Bodensee-Radweg, aber auch über Feldwege. Rechts und links sprießen die Felder mit Weizen in die Höhe, Obstplantagen verzaubern die Aussicht und das Wasser des Bodensees glitzert immer wieder zwischen den Bäumen hervor.

Auf der Höri fährt der Radler mitten durch die Natur. Dazu vermischt sich der wohlbekannte Landgeruch mit der glühenden Hitze des Sommers. Kleine Hofläden, viele Bänke im Schatten und Dutzende Strandbäder laden zu einer kurzen Auszeit sein.

Der Untersee wird immer schmaler, bis bei Stein am Rhein (Schweiz) das Wasser in den Hochrhein fließt. Sobald Radler den parkähnlichen Uferweg direkt vor der Stadt hinter sich gelassen haben, gelangen sie in die malerische Altstadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern. Dort sollte man sich auf jeden Fall eine Pause zwischen den alten Gemäuern oder am Ufer gönnen. Über eine Brücke gelangt man schließlich trockenen Fußes über den Rhein. Stein am Rhein (Schweiz) ist ein beliebtes Ziel bei Radfahrern.

3. Von Stein am Rhein über die Schweizer Seite zurück nach Konstanz

Die letzte Etappe führt komplett auf der Schweizer Seite zurück. Jetzt heißt es nochmal 29 Kilometer lang in die Pedale treten. Der Rückweg geht durch die Orte Eschenz, Mammern, Steckborn, Ermatingen, Gottlieben und bis nach Konstanz. Wer sich hier an das Schild „Radwanderweg 2“ hält, wird sich nicht verfahren.

Zwischen Stein am Rhein und Ermatingen stehen zahlreiche Burgen und Schlösser am Hang. Das Bekannteste ist das Schloss Arenenberg mit dem Napoleon-Museum.

Der Radweg auf der Schweizer Seite ist oft etwas erhöht, sodass die Radler einen herrlichen Blick über den Bodensee, Richtung Höri und die Halbinsel Mettnau sowie die Insel Reichenau genießen können. Die Radtour führt weiter mitten durch den Schweizer Ort Ermatingen. Aber Vorsicht: Auch wenn die Aussicht noch so schön ist, sollte man den Blick auf den Boden richten. Denn teilweise führt der Radweg über Schotter- und Feldwege.

Beendet ist die Tour um den Untersee, sobald der Radler durch den kleinen Zoll am Tägermoos fährt.

Der Bodensee-Radweg: Allgemeines

Der Bodensee-Radweg ist 260 Kilometer lang und wird im Uhrzeigersinn (als rechts herum) geradelt. Der gesamte Radweg besteht aus 8 Etappen, jedoch kann man den Bodensee auch in kürzerer Zeit umrunden.

Der Bodensee-Radweg zählt zu den beliebtesten Fahrradrouten weltweit. Wer die Region um den Bodensee mit dem Rad erkundet, hat dabei alle Möglichkeiten, sich sowohl sportlich als auch kulturell und kulinarisch auszutoben. Für gemütliche Umfahrungen sind acht Etappen ideal.

Die erste Etappe des Bodensee-Radweges führt von Konstanz an der Insel Mainau vorbei und anschließend über den Bodanrück bis hinunter nach Bodman. Die zweite Etappe führt zunächst am Bodensee entlang, vorbei an der Wallfahrtskirche Birnau, den Pfahlbauten in Uhldingen und der Burg Meersburg. Durch malerische Weingärten geht es schließlich bis nach Friedrichshafen.

Von Friedrichshafen führt die dritte Etappe am Wasser entlang durch das Eriskircher Ried und an Wasserburg vorbei bis zur Inselstadt Lindau. Im Zuge der vierten Etappe werden drei Länder auf einer Strecke von nur 38 Kilometern durchfahren.

Von Rorschach über Romanshorn und Arbon bis nach Konstanz verläuft die idyllische fünfte Etappe zwischen weiten Wiesen und dem kristallklaren Bodensee. Die achte und letzte Etappe des Bodensee-Radweges beginnt in Radolfzell und führt über Allensbach nach Konstanz zurück.

Wissenswertes für Ihre Planung

Der Bodensee-Radweg ist ein wahres Paradies für Radfahrer*innen aller Altersgruppen und Könnerstufen. Auf einer Strecke von insgesamt 260 Kilometern können Bikefans einzigartige Highlights entdecken und die Erlebnisfahrt in vollen Zügen genießen. Das sogenannte slow traveling auf zwei Rädern hält nicht nur das Beste an Naturgenuss und Freizeitvergnügen bereit, sondern schont zugleich die Umwelt.

  • Startpunkt: Grundsätzlich kann die Radtour an jedem Punkt entlang der Strecke gestartet werden.
  • Fahrtrichtung: Rund um den Bodensee radelt man am besten im Uhrzeigersinn, also rechts herum.
  • Etappen: Um Landschaft, Kultur und Freizeitangebote richtig auskosten zu können, umfährt man den Bodensee idealerweise in acht Etappen.
  • Beschilderung & Radweg-Karte: Der gesamte Bodensee-Radweg ist mit Schildern in den Farben Schwarz, Weiß und Blau inklusive Radler-Symbol gekennzeichnet.

Der Bodensee-Radweg hat zahlreiche sehenswerte Zwischenstopps zu bieten - von einzigartigen Kulturstätten über vergnügliche Freizeitangebote bis hin zu beeindruckenden Naturspektakeln. Damit gibt die klimaneutrale Art des Reisens der Natur ebenso viel zurück, wie sie von ihr profitiert.

Einfach und flexibel am Vortag bis 16:00 Uhr buchen, das Gepäck an der Rezeption des Hotels oder Campingplatzes bereitstellen und direkt zum Zielort der Tagesetappe geliefert bekommen!

Die schönste Zeit, um den Bodensee-Radweg ausführlich zu genießen, ist zwischen März und Juni sowie im September und Oktober.

Der Bodensee-Radweg ist für alle Altersgruppen und Könnerstufen geeignet - für Familien genauso wie für geübte Biker*innen. Die Planung der einzelnen Etappen sollte aber je nach Gruppenzusammensetzung angepasst werden.

Alternativrouten und Besonderheiten

Der Treffpunkt der Radwege in Konstanz ist die Fahrradbrücke nordwestlich der Altstadt. Wir beginnen unsere Tour an der Südseite der Brücke und fahren am Seerhein entlang, unter der großen, in den 70er Jahren in Autobahn-Dimensionen gebauten Brücke hindurch bis zum kleinen Hafen des Stadtteils Paradies.

Gleich nach dem Grenzübergang kommt von links der nationale Radwanderweg Nr. 2, die „Rhein-Route“, deren guter Beschilderung wir bis Stein am Rhein folgen können. Von Gottlieben bis Ermatingen führt ein gut ausgebauter, aber nicht geteerter Rad- und Wanderweg zwischen der Bahnlinie und den weiten Schilfflächen des östlichen Untersees entlang.

Ermatingen ist ein altes Fischerdorf, dessen Charakter sich im Ortsteil Stad um den Hafen gut erhalten hat. Jedes Jahr wird hier drei Wochen vor Ostern die „späteste Fasnacht der Welt“ gefeiert, die nach einem kleinen Bodenseefisch benannte „Groppenfasnacht“.

Die Kirche St. Albin mit dem gotischen Turm ist eine paritätische Kirche. Zwischen Ermatingen und Stein am Rhein stehen zahlreiche Burgen und Schlösser am Hang über dem See und auch am Ufer - und viele neuere Villen, denn auch heute baut man an den schönsten Stellen, wenn man das nötige Kleingeld hat.

Das bekannteste dieser Schlösser ist Arenenberg mit dem Napoleon-Museum, das an Hortense, die Stieftochter von Napoleon I., und an Napoleon III. erinnert.

An der Stelle, wo man einen freien Blick zwischen der Insel Reichenau und der Halbinsel Höri auf die Mettnau hat, liegt Berlingen. Wie Ermatingen und andere Orte am Schweizer Untersee-Ufer wurde das Dorf auf dem Delta eines Baches, der durch einen Tobel vom Seerücken herunterkommt, gebaut.

Von der Kleinstadt Steckborn, der nächsten Station, gibt es eine direkte Schiffsverbindung ans deutsche Ufer, mit der man ein gutes Stück abkürzen könnte, nach Gaienhofen auch mit der Solarfähre (im Sommer Di., Do. und So.). Von Steckborn fahren wir am Schloss Glarisegg vorbei weiter am See entlang, und nach Mammern wird der Untersee langsam zu einem breiten Strom.

Die „Bilderbuchstadt“ Stein am Rhein ist der westlichste Punkt des Bodensee-Radwegs und der Ausgangspunkt der Touren zur Kartause Ittingen und nach Schaffhausen. Auf der Strecke von Stein nach Radolfzell haben wir bis zur Grenze noch die schönen roten Schilder, aber auch danach ist der Radweg gut beschildert.

Nach dem Schloss Marbach beginnt das Kerngebiet der Höri, das durch die Gemeinde Gaienhofen gebildet wird, von den Ortsteilen Hemmenhofen bis Gundholzen. Am Ortsausgang von Gaienhofen biegen wir in die rechts abzweigende Straße „Im Bänkle“ ein und fahren völlig autofrei am Campingplatz Horn vorbei nach Hornstaad.

Wir wenden uns beim Schloss links aufwärts und biegen unterhalb der Kirche in den gut beschilderten Bodensee-Radweg ein. Ab hier geht es auf einem zumeist ungeteerten Radweg an dem breiten Schilfgürtel entlang unterhalb von Gundholzen nach Iznang und weiter nach Moos.

Weil das Schilf stellenweise die Sicht auf den See verdeckt, bietet sich ab Horn die aussichtsreichere Alternativroute über Weiler und Bankholzen an.

Radolfzell ist die größte Stadt am Untersee und ein Verkehrsknotenpunkt - auch für Radfahrer, denn die Stadt ist nicht nur der Ausgangspunkt unserer Touren "Rund um die Höri" und "Zu den Hegau-Bergen", hier beginnt auch das Verbindungsstück des Bodensee-Radwegs nach Bodman-Ludwigshafen.

Die Strecke von Radolfzell nach Konstanz ist einfach zu finden und leicht zu fahren, aber weil sie teilweise neben der vielbefahrenen Bundesstraße verläuft, bieten sich mehrere Alternativstrecken an. Auf dem gut beschilderten Radweg geht es zunächst nach Markelfingen, von wo man über Kaltbrunn und Dettingen nach Konstanz fahren kann - oder in einem noch größeren Bogen auf der Tour "Über den Bodanrück" über Dingelsdorf.

Ab Allensbach gibt es zwei Alternativrouten: die Schiffsverbindung für Personen und Fahrräder zur Insel Reichenau (vier- bis siebenmal täglich) und von dort auf dem Damm nach Konstanz oder am Waldrand entlang schön aussichtsreich nach Hegne, dann zwischen den Drumlins hindurch nach Wollmatingen.

Wer den Uferradweg am Untersee schon kennt, kann sich für eine zweite Umrundung am „Erlebnisradweg Untersee“ orientieren. Der geht in die andere Richtung, also gegen den Uhrzeigersinn um den Untersee, verläuft meistens ein paar Kilometer weit im Hinterland (aber dann oft mit schönen Aussichten auf den See!) und führt zu 36 Stationen, an denen man die Kulturlandschaft kennen lernen kann - Bauernhöfe, Käsereien, Heuhotels...

Bei Steckborn (Schweiz) führt der Radweg direkt an der Uferlinie des Bodensees entlang.

Dass die Höri eines der schönsten Fleckchen am Bodensee ist, soll der Legende nach auch der Schöpfer höchst persönlich so empfunden haben. „Jetzt höri uff“, habe er beim Anblick seines Werkes ausgerufen und damit den Namen Höri in die Welt gesetzt. Aber das nur am Rande.

Viel schöner ist natürlich die volkstümliche Erklärung. Diese führt als Güterweg hoch über dem Seeufer mit schöner Aussicht über den See in Richtung Hornstaad. Bekannt ist die Vordere Höri für ihren Gemüseanbau und die Fischerei. Alljährlich findet seit 1976 abwechselnd zwischen den Ortsteilen das bekannte „Büllefest“ statt.

Im Heimatmuseum Fischerhaus, dem ältesten Gebäude des Ortes, sind Funde der Steinzeit und eine Fossiliensammlung aus den Öhninger Steinbrüchen zu sehen. Diese Sammlung ist mit dem Fund des Riesensalamanders „Homo Scheuchzerie“ in die Forschungsgeschichte eingegangen.

Auf der Straße nach Gaienhofen schnauft man nun bergauf. Vor allem Herman Hesse begründete den Ruhm der Höri.

Zusätzliche Informationen

Alle 8 Tagesetappen und alle 5 Ausflüge sind in unserem Buch dargestellt.

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