Radweg Reschensee Meran: Eine abwechslungsreiche Tour durch den Vinschgau

Der Vinschger Radweg vom Reschenpass nach Meran ist ein abwechslungsreiches Teilstück der Via Claudia Augusta. Erleben Sie bei einer Radtour vom Reschenpaß (86 km), Mals (63 km) oder ab Laas (46 km) nach Meran die Schönheiten des Vinschgaus. Die Distanz können Sie individuell bestimmen.

Die Etappen des Radwegs

Wir beschreiben auf dieser Seite einen 142 Kilometer langen Abschnitt einer Radtour von Landeck nach Meran. Dieser Abschnitt ist Teil des Radweges Via Claudia Augusta von Donauwörth nach Venedig.

Von Landeck zum Reschenpass

Ab Landeck erfolgt ganz langsam der Aufstieg zum Reschenpass. Bis Pfunds geht der Weg nur wenig bergauf und die Steigungen liegen kaum mal bei 8%, meistens deutlich unter 5%. Das Tal wird enger und die Berge steigen steil an. Es ist ein wunderschöner Abschnitt. In Pfunds gibt es den letzten Campingplatz (mit Hotel) vor dem Reschenpass. Wer mit dem Zelt unterwegs ist, sollte diesen Platz ansteuern und am nächsten Morgen mit frischen Kräften den Pass angehen. Zwischen Pfunds und Nauders verkehrt ein Shuttle-Bus.

Zunächst radelt man auf der Landstraße 27 mit wenig Verkehr durch ein enges Tal in die Schweiz nach Martina. Während der Fahrt nach Martina gibt es einen tollen Blick auf die schneebedeckten Berge südlich des Etschtales. In Martina erreichen wir die Zollstation, nachdem wir schon einige Kilometer auf schweizer Boden geradelt sind. Aber sogleich biegt man in Martina wieder nach Österreich ab und beginnt den Aufstieg über die Straße 185 auf die Norbertshöhe. Elf Kehren mit maximal 8% Steigung sind zu kurbeln. Auf der Straße ist so gut wie kein Verkehr, da der Hauptverkehr über die Straße 180 von Pfunds nach Nauders geht.

Nauders ist der letzte österreichische Ort vor der italienischen Grenze. Durch ein breites Tal mit Wiesen geht es wieder bergan, müssen wir doch immer noch über den Reschenpass. Die Strecke auf geteerten Wirtschaftswegen abseits der Bundesstraße sieht unspektakulär aus. Sie lässt sich auch gut fahren, trotzdem gibt es einige Anstiege von 8%. Ab Martina ist der Radweg Via Claudia Augusta nicht mehr mit dem bekannten Schild gekennzeichnet. Stattdessen weisen die Radwegeschilder nach Reschen und ab Reschen nach Meran.

Vom Reschenpass nach Meran

Ab Reschen fahren wir sehr schön auf der westlichen Seite des Reschensees auf einem geteerten Radweg. Es gibt auf dieser Seeseite keine Straße, nur den Radweg. Es ist eine tolle Strecke, an die sich gleich noch ein entsprechender Abschnitt entlang des Haidersees anschließt. Entlang des Reschen- und Haidersees erwartet uns einiges Auf und Ab, schließlich wird ein Radweg nicht so höhennivelliert wie eine Straße.

Nach dem Haidersee bleiben wir auf dem geteerten Radweg bis Meran. Es geht steil mit bis zu 20% runter nach Burgeis und Schleis mit immer wieder schöner Sicht auf die schneebedeckten Berge. Erst ab Glurns pendelt sich das Gefälle bei nur noch 1 bis 2% ein. Wir fahren überwiegend entlang der Etsch auf dem Etschtal-Radweg. Längere Strecken rollen wir durch große Apfelplantagen und ab Goldrain etwas näher an der Hauptstraße. Kurz vor Meran schraubt sich der geteerte Radweg in Serpentinen abseits der Straße mit bis zu 20% Gefälle steil hinab nach Meran. Der Radweg geht etwa einen Kilometer am Zentrum von Meran vorbei weiter nach Bozen. Wer ins Zentrum möchte, folgt einfach den entsprechenden Radwegeschildern.

Zwischen Landeck und Martina ist die Strecke sehr bequem zu fahren. Ab Martina geht es dann mit 8% recht steil hinauf zur Norbertshöhe. Während der 11 Kehren bleibt der Anstieg kaum mal unter 8%, trotzdem lässt sich dieser Abschnitt gut fahren. Im Höhenprofil ist sehr schön der kontinuierliche Anstieg zur Norbertshöhe erkennbar. Es folgt eine Abfahrt hinunter nach Nauders und schließlich geht es noch einmal ca. 150 Höhenmeter mit bis zu 8% zum Reschenpass hoch. Entlang des Reschensees und des Haidersees gibt es einiges Auf und Ab, bis der Radweg schließlich steil hinunter nach Glurns führt. Hier haben wir ein Gefälle von bis zu 20% gemessen. Ab Glurns ist das Gefälle sehr gemäßigt, aber noch so stark, dass es die weitere Fahrt bis Meran sehr angenehm unterstützt.

Diese Radreise bietet intensive Erlebnisse auf kompaktem Raum - ideal für eine kurze Auszeit mit viel landschaftlichem Genuss. Zwischen Alpenpanorama und Apfelgärten, historischen Klöstern und lebendigen Städten erleben Sie Südtirol in seiner schönsten Form.

Detaillierte Etappenbeschreibung

Die erste Teilstrecke führt von Reschen nach Meran. Dabei verläuft der Etschradweg durch den Vinschgau und das Meraner Land, durch Obstplantagen, Apfelwiesen und malerische Ortschaften. Etappenziel ist die mondäne Kurstadt Meran mit ihrem mediterranen Flair.

Reschenpass (1455 m) - Meran (310 m)

Vom Reschenpass (1455 m) führt die Radroute über Wiesen und Felder nach Reschen (1500 m). Ab hier folgen wir dem Weg direkt am Reschensee entlang nach Süden. Kurz vor Graun (1520 m) bietet sich ein Zwischenstopp am versunkenen Kirchturm von Alt-Graun an. Vorbei an St. Valentin a. d. H. (1470 m) passieren wir wenig später den Haidersee entlang seines Westufers. Ab dem Südende des Sees folgt der Radweg größtenteils dem Verlauf der Etsch.

Über Burgeis (1216 m), wo ein Abstecher zum Kloster Marienberg lohnt (ca. 1,6 km), geht es vergleichsweise steil hinab nach Schleis (1062 m). Hier macht der Weg eine Schleife über Mals (1051 m), bevor er bei Laatsch (985 m) zurück an die Etsch führt. Wenig später erreichen wir Glurns (907 m), die kleinste Stadt Südtirols mit vollständig erhaltener Stadtmauer. Für einen Besuch des Schloss Churburg biegt man südöstlich des Ortes direkt vor einem Speichersee nach Schluderns ab. Andernfalls folgt man dem Radweg nach Spondinig (886 m). Hier zweigt die Route nach Südwesten in Richtung Suldental und Trafoier Tal ab. Doch bereits in Prad am Stilfserjoch (915 m) geht es in einem Bogen zurück in Richtung Etsch.

Der folgende Abschnitt zwischen den Marmororten Laas (868 m) und Gölfan (732 m) führt wildromantisch auf breiten Kieswegen durch das schluchtartige Tal der Etsch. Weiterhin mehr oder weniger direkt entlang der Etsch, jedoch wieder asphaltiert, leitet uns der Radweg ab Göflan durch Apfel- und Weinplantagen über Goldrain (650 m) und Latsch (639 m) nach Kastelbell (587 m) und weiter über Staben (554 m) nach Naturns (528 m). Von Staben lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Juval (4 km), wo das MMM Juval besichtigt werden kann. Das Schloss erreicht man vom Parkplatz Juval an der SS38 entweder mit dem Shuttle-Bus, zu Fuß oder mit dem Rad.

In Naturns befindet sich mit dem St. Prokulus Kirchlein einer der bedeutendsten Kunstschätze Mitteleuropas. Stets leicht absteigend geht es schließlich über Algund (350 m) nach Meran (310 m). Unbedingt genügend Zeit für eine Besichtigung der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Weg einplanen! Gegebenenfalls kann unterwegs noch einmal übernachtet werden.

Anreise

  • Aus Richtung Norden: Auf der A12 (Inntalautobahn) bis zum Knoten Oberinntal und weiter über die B180 (Reschen Straße) bzw. SS40 (ab der italienischen Grenze) nach Reschen.
  • Aus Richtung Süden: Auf der A22 (Brennerautobahn) bis zur Ausfahrt Bozen-Süd. Ab hier der SS38 über Meran nach Spondinig folgen. Nun über die SS40 weiter nach Reschen.

Im Ort der Beschilderung zur Kabinenbahn Schöneben folgen. Parkplatz an der Talstation der Kabinenumlaufbahn Schöneben (zeitlich nicht begrenzt).

Zusätzliche Informationen

Der Bus hält an verschiedenen Punkten zum Aussteigen. Während der Tour passieren sie zahlreiche gemütliche Ortschaften wie Glurns, Laas, Naturns… die zu einem Einkehrschwung einladen. Der Ferienglück Bus erwartet Sie dann Mitten in Meran und mit einem kühlen Bier aus der Bordbar können Sie die Heimfahrt genießen.

Wegen der Einreise nach Österreich und in die Schweiz sind Sie dazu verpflichtet einen für die Dauer der Reise gültigen Reisepass oder Personalausweis mitzuführen.

Bitte stellen Sie vor der Buchung fest, ob Ihr Fahrrad für den Transport mit einer Senkrechthaltung geeignet ist. Wir bitten Sie auch darum, dass Sie sämtliche lose Gegenstände vom Fahrrad vor dem Transport zu entfernen.

Höhenprofil

In der Abbildung am unteren Ende der Seite ist das Höhenprofil für die Radtour von Landeck nach Meran dargestellt. Im Höhenprofil ist sehr schön der kontinuierliche Anstieg zur Norbertshöhe erkennbar.

Der Etschradweg

Die Etsch (italienisch Adige) ist der längste Fluss Südtirols und fließt durch den Vinschgau, das Meraner Land und den Süden Südtirols, von dort weiter ins Trentino, bis nach Verona und mündet später in die Adria. Von Reschen führt die Tour stets leicht bergab oder flach dahin und ist daher auch für Anfänger und Radler mit geringer Kondition geeignet. Der Etschradweg ist in Südtirol Teil eines weitläufigen und meist beschilderten Radnetzes. Der insgesamt 300 km lange Etschtalradweg kann in mehreren Etappen befahren werden. Am Wegesrand gibt es neben einer herrlichen Landschaft auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Gemütliche Gasthäuser und Hotels laden Sie zum Verweilen ein und bieten Ihnen eine köstliche Stärkung an.

Highlights entlang der Strecke

Beeindruckend an der Vinschgau-Tour ist die wechselnde Landschaft, nicht nur aufgrund der Höhenmeter, sondern auch aufgrund der kulturellen Eigenheiten und dem Kontrast der satten Nordhänge von Ortler und Nörderberg zu den kahlen, trockenen Wänden des Sonnenbergs. Und auch der wilden Flusslreandschaft im Nationalpark zu den gepflegten Obst- und Weingärten.

  • Glurns: Das kleine mittelalterliche Städtchen ist sehenswert, schon aufgrund der alten Struktur und Bausubstanz.
  • Prader Sand: Dabei handelt es sich um eine geschützte Flussau, in der bedrohte Vogelarten und Wassertiere ein Rückzugsgebiet gefunden haben.
  • Laas: Laas ist für den Marmor-Abbau bekannt, der Laaser Marmor wird aus dem Berg gebrochen und in Blöcken abtransportiert. Keine Frage, dass im Dorf vieles aus Marmor ist.
  • Schloss Kastelbell: Das Schloss Kastelbell kann man vom Radweg sehr gut betrachten.
  • Naturns: In Naturns befindet sich mit dem St. Prokulus Kirchlein einer der bedeutendsten Kunstschätze Mitteleuropas.

Zusätzliche Etappen

Am Bahnhof Untermais (oder, alternativ, im Meraner Stadtzentrum) angekommen, kann man aber auch der Radroute entlang der Etsch weiter Richtung Bozen folgen.

Tabelle: Etappen im Überblick

Tag Etappe Länge Aufstieg Abstieg
1 Landeck - Reschen 58 Kilometer 1.000 Meter 150 Meter
2 Reschen - Meran 78 Kilometer 200 Meter 1.400 Meter
3 Meran - Bozen 30 Kilometer 40 Meter 90 Meter
4 Bozen - Trient 60 Kilometer 120 Meter 200 Meter
5 Trient - Riva del Garda 45 Kilometer 210 Meter 350 Meter
6 Riva del Garda - Verona 82 Kilometer 510 Meter 510 Meter

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