Radtour Rheinischer Esel: Informationen und Geschichte

Der Rheinische Esel ist einer der beliebtesten Bahntrassenradwege im Ruhrgebiet und führt unter diesem ungewöhnlichen Namen zwischen Dortmund, Witten und Bochum durch die hügelige Landschaft. Die ehemalige Bahntrasse „Rheinischer Esel“ wurde 1880 zur Verbindung der Städte Bochum und Witten eröffnet. Die Länge der Strecke war ungefähr 13 Kilometer.

Geschichte und Entstehung

Bereits im März 1982, als die Schienen noch lagen, hatte Heimatforscher Willi Garth der Stadt Dortmund als Erster die Nutzung der ehemaligen Bahnstrecke als Rad- und Wanderweg unter Beibehaltung aller Brücken vorgeschlagen. Auch die Presse und die Bezirksvertretung Hombruch schrieb er an.

Am 30.11.1982 begann der Rückbau der Strecke Löttringhausen bis Witten-Ost und der Abbruch der Brücke Hellerstraße. Um einen künftigen Rad-und Wanderweg nun überhaupt erreichen zu können, schlug Garth der Stadt Anfang 1984 einen Wegezugang von der Hellerstraße aus vor, so wie er heute besteht. Erst Anfang der 1990er Jahre war der Rad- und Wanderweg bis zur Stadtgrenze fertiggestellt worden, der schließlich 2012 Bochum-Langendreer erreichte. Der gesamte Weg behielt den volkstümlichen Namen „Rheinischer Esel“ bei.

Streckenverlauf und Besonderheiten

Die 34 km lange Radstrecke in Form eines Eselskopfes führt Sie durch eine vielfältige Auenlandschaft, rund um den „Rheinischen Esel“ durch Witten und Bochum. Sie verläuft insgesamt über 34 km und besteht aus zwei Rundkursen, die auch einzeln abgefahren werden können. Eine geniale Radwegeverbindung vom RuhrtalRadweg zur Zeche Zollern.

Der Name „Rheinischer Esel“ ist die Bezeichnung der 1880 eröffneten Bahnstrecke zwischen Dortmund-Löttringhausen und Bochum-Langendreer. Glaubt man den zahlreichen übereinstimmenden Legenden, stammt der äußerst ungewöhnliche Name der Strecke von den zahlreichen Marktfrauen, die wie bepackte Esel ihre Waren bei sich trugen.

Der Personenverkehr wurde 1979 eingestellt, der östliche Streckenabschnitt ab Witten Ost 1982 stillgelegt und abgebaut. Bereits in den 1980er Jahren entstand auf dem Ostteil ein Bahntrassenradweg. Im Jahr 2012 wurde auch der Westabschnitt zum Radweg.

Der Radweg ist in beiden Richtungen sehr gut über das Radverkehrsnetz NRW und einem eigenen Piktogramm ausgeschildert und markiert. Eine Kilometrierung ist anhand weniger historischer und zahlreicher nachgebauter Kilometerpfosten abzulesen. Ab dem Güterbahnhof Witten-Ost ist er in westlicher Richtung asphaltiert. Die Kilometrierung ist hier auf dem Asphalt aufgemalt in Verbindung mit je einer rot-weiß-roten Markierung, die an eine Bahnschranke erinnert.

Die stillgelegten Bahnstrecken im Ruhrgebiet sind ein Hinweis auf den wirtschaftlichen Wandel in der Vergangenheit. Wo Zechen und Produktionen den Betrieb einstellten, verringerte sich das Fracht- und Personenaufkommen und Unterhalt und Betrieb wurden zunehmend unwirtschaftlich. Personen- und Güterverkehr wurden dann nacheinander eingestellt, die Bahnstrecke brach- oder stillgelegt und zum Teil letztendlich abgebaut.

Über 10 Kilometer lang ist der Rheinische Esel zwischen dem südlichen Dortmunder Stadtteil Löttringhausen und dem Bochumer Stadtteil Langendreer mit einem großen Bogen über Witten-Annen.

Der Dortmunder Anteil am gesamten Weg ist zwar vergleichsweise kurz, ist aber durch Geländeeinschnitte, Dämme und Straßenbrücken besonders reizvoll.

Ein eher ungewöhnlicher Bahntrassenradweg liegt im Bochumer Süden. Die Springorumtrasse ist die optimale Verbindung, um in Bochum auf 9,7 Kilometern bestem Asphalt von der Innenstadt ins Ruhrtal zu radeln.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Ein Skulpturenpfad am Wegesrand präsentiert einige Kunstwerke lokaler Künstler:innen. Vor einigen Jahren gab es die Initiative der Schüler, Lehrer und Eltern eines Wittener Gymnasiums zur Aufstellung sogenannter Planetentafeln am Wittener Teil des Weges, der in Witten auch „Planetenweg“ genannt wird.

Ausbau und Modernisierung

Im Rahmen des Programms Alleenradwege wurde die westliche Verlängerung des Radwegs um 5,6 km von Witten Ost nach Bochum-Langendreer erstellt. Die Brücken wurden zwischen Sommer 2010 und Februar 2011 saniert, anschließend wurde der Weg nach dem offiziellen Ersten Spatenstich Mitte August 2011 bis Ende des Jahres asphaltiert.

Die Pferdebachstraße am ehem. Bahnhof Witten Ost wird seit 2023 auf einer neuen Schrägseilbrücke überquert. Die alte Brücke wurde abgerissen um die Straßenführung deutlich zu entschärfen. Die Straße ist seit Dezember 2022 wieder befahrbar, die Brücke wurde am 3.

Der Dortmunder Abschnitt soll bis auf ein Mittelstück, das an ein Naturschutzgebiet angrenzt, nicht aber zu diesem gehört, asphaltiert werden. Zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2023 wurden die Arbeiten am knapp 1 km langen westlichen Abschnitt von der Stadtgrenze bis zur Autobahn ausgeführt. Der Ausbau des östlichen Abschnitts erfolgt später.

Erinnerungstafel für Bahnpolizisten

Weil am 5. März an der Strecke des Rheinischen Esels 200 m Bronzedraht herausgeschnitten worden waren - ob Sabotage oder Diebstahl ist offen - richtete die noch zuständige Reichsbahnverwaltung Dortmund mit eigenen Kräften ein Kommando der Bahnpolizei ein. Hierzu gehörten die fachkundigen Weichenwärter Hölling und Figur. Zur nächtlichen Kontrolle der Strecke Annen-Süd-Löttringhausen fuhren beide am 8.3.1923 abends mit der Bahn von Dortmund, ihren Wohnsitzen, über Barop und Kruckel nach Annen-Nord und begaben sich zum Bahnhof Annen-Süd des Rheinischen Esels. Gegen 2.30 Uhr erreichte Hölling, die nördliche Streckenseite kontrollierend, die Brücke über die Löttringhauser Straße, heute Hellerstraße. Auf der Westseite der Brücke stand unten ein französischer Wachtposten, der Hölling, angeblich nach viermaligem Anruf, erschoss. Sein Kollege Figur, die südliche Streckenseite kontrollierend, war 120 m zurück geblieben, hörte nur den Schuss - keinen Warnruf - und flüchtete zum Hof Frieg in die Arme der dort einquartierten französishen Artillerieeinheit.

Die Dortmunder Zeitung berichtete am 22. November 1935, die Deutsche Reichsbahn habe an der Westseite der Unterführung Hellerstraße eine Erinnerungstafel angebracht. Sie wurde nach 1982 beim Abbruch dieser Brücke zur Nordseite der Unterführung Hohle Eiche umgehängt.

Zusammenfassung der wichtigsten Daten

Merkmal Information
Name Rheinischer Esel
Eröffnung der Bahnstrecke 1880
Streckenlänge ca. 13 Kilometer (ursprüngliche Bahnstrecke), 34 km (Radweg)
Verbindung Dortmund-Löttringhausen und Bochum-Langendreer
Stilllegung Personenverkehr 1979
Umwandlung zum Radweg Ab den 1980er Jahren (Teilstück), 2012 (vollständig)

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