Radtour rund um Nürnberg: Meine Erfahrungen auf dem Fünf-Flüsse-Radweg

Vom 6. bis 11. September 2020 war ich mit meiner Freundin auf dem Fünf-Flüsse-Radweg in Bayern unterwegs. Start und Ziel der Rundtour war Nürnberg. In diesem Blogbeitrag erzähle ich dir, was wir erlebt haben und gebe praktische Tipps zur Tour. Wir sind insgesamt 305 Kilometer gefahren. Unsere Tagesetappen bewegten sich zwischen knapp 40 und etwas über 70 Kilometer. Diese Distanzen waren auch für einen Radtouren-Anfänger wie mich gut machbar! Auf dem E-Bike allemal, aber auch mit dem normalen Fahrrad.

Auftakt in Nürnberg

Bevor wir uns auf den Sattel schwingen und die erste Etappe radeln, erzähle ich dir, was wir zum Auftakt in Nürnberg erlebt haben. Ok, der Samstagmorgen startete etwas vertrackt, weil ich mein Laptop-Netzteil zu Hause vergessen hatte und wir erst einmal Ersatz besorgen mussten. Die Kurzfassung: Wir kennen jetzt die Radstrecken zum Media-Markt und zum Conrad in Nürnberg… Das Problem hat sich Gott sei Dank gelöst. Und das Gute daran ist, dass wir einen schönen Radweg an der Pegnitz entdeckt haben. Vom Wöhrder See radelten wir bis zum Dutzendteich, wo wir uns das Dokumentationszentrum angeschaut haben. Das ehemalige Reichsparteitagsgelände ist riesig und man kann sich heute noch sehr gut vorstellen, wie damals die Massen hier aufmarschiert sind.

Den offiziellen Auftakt zu unserer Fünf-Flüsse-Tour machte am späten Nachmittag eine Stadtführung mit dem Rad durch Nürnbergs Altstadt. Stadtführer Bernd Krause hat sein Wissen sehr unterhaltsam mit uns geteilt, das hat richtig Spaß gemacht. Wir haben Interessantes über die Familie Dürer erfahren und dank Bernd Krause den Blick dafür geschärft, dass über der Nürnberger Burg die fränkische Fahne etwas höher hängt als die bayerische Fahne. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Am Abend gab es ein Wiedersehen mit Angelika Neumann, mit der ich letztes Jahr in der Straßenbahnlinie 5 in Nürnberg unterwegs war.

Erste Etappe: Nürnberg nach Sulzbach-Rosenberg

So und jetzt radeln wir die erste Etappe des Fünf-Flüsse-Radwegs. Unsere erste Etappe auf dem Fünf-Flüsse-Radweg haben wir geschafft. Vom Hotel Cristal in Nürnberg sind wir knapp 61 Kilometer bis Sulzbach-Rosenberg geradelt. Der Weg führt fast immer an der Pegnitz entlang. Zunächst wollten wir erst einmal raus aus der Stadt, den Trubel hinter uns lassen. Wir sind auf dem Themenradweg zur Industriegeschichte geradelt. Bezaubert hat uns Lauf an der Pegnitz: eine schöne Burg, viel Fachwerk und eine Mühle mit Biergarten, der malerisch am Fluss liegt.

Froh war ich über mein E-Bike hinter Etzelwang, denn da ging es den Berg hinauf bis Schönlind, wo das Wasser zur einen Seite ins Schwarze Meer und zur anderen in den Atlantik fließt. Die Aussicht auf einen leckeren Hirschbraten mit Pfifferlingen im Gasthof Sperberbräu motivierte uns für den Endspurt.

Amberg und Umgebung

Der Tacho zeigt heute Abend nur 38 km Fahrtstrecke an. Und das war gut so, denn der Tag war vollgepackt mit schönen Erlebnissen und Genussmomenten. Mit Hubert vom Tourismus Amberg-Sulzbacher-Land sind wir durch das liebenswerte Städtchen Amberg spaziert und haben einige Kuriositäten entdeckt: Das Amberger Ei, die guterhaltene Stadtmauer in Eiform, die Amberger Brille - eine Spiegelung“ der Stadtmauer (freut jeden Optiker), das ehemalige Gefängnis, das heute ein Hotel beherbergt, die gotische Basilika mit dem hohen Kirchturm. Und ein Museum, in dem sich alles um die Luft dreht.

Weiter geradelt sind wir dann auf der ehemaligen Bahntrasse, ganz relaxed, ohne große Steigung und Krümmung. Und immer wieder tauchte die Vils neben uns auf, ganz ruhig, fast stehend wie ein See… Spontan haben wir in Rieden noch einen Badestopp eingelegt. Dann aber schnell weiter: Frau Altenbuchner vom Goldenen Lamm wartete schon auf uns.

Entlang der Flüsse: Schmidmühlen und Kallmünz

Bei der heutigen Rückschau gibt es ganz viel Fluss zu sehen. Nach dem Frühstück in der heimeligen Wirtsstube des goldenen Lamm sind wir durch Schmidmühlen spaziert; auf dem Skulpturenweg von Erasmus Grasser, dessen Moriskentänzer das Münchner Rathaus schmücken. Dabei haben wir uns die Badestelle vom Vorabend nochmals bei Tageslicht angeschaut. Am liebsten wären wir sofort in die Lauterach gesprungen. Bei dem herrlichen Wetter gestern wirkte der Ort sehr südländisch.

Schau mal - siehst du das grüne Haus im Fels? In Kallmünz mündet die Vils in die Naab. Es gibt einen hübschen Platz „Am -Schmidtwöhr“, wo Einheimische und Radfahrer gerne verweilen. Es war der erste Schultag nach den Sommerferien. Hier hätten wir ewig liegen bleiben können… Irgendwann haben wir uns dann doch aufgerafft und uns wieder auf die Räder geschwungen.

Regensburg und Kelheim

Richtig weit sind wir nicht gekommen, denn in Duggendorf lockte schon die nächste Badestelle. Den Regensburger Dom siehst du dann schon von Weitem. Ja, und Regensburg ist einfach schön. Ein Tag in Weiß-Blau! Spätsommer in Bayern ist, wenn Flussblau und Himmelblau ineinander über gehen und abends wieder alles gut ist.

Auch beste Freundinnen geraten mal aneinander: Die eine möchte hier einen Stop einlegen, die andere dort, die eine will lesen, die andere fernsehen … Kennst du das? Wir haben für gestern beschlossen, dass jede mal ihrer Wege radelt und wir abends unsere Erlebnisse austauschen. Das tut der Seelenhygiene gut. Ebenso der Wechsel vom Doppel- in zwei Einzelzimmer. Ein Anruf bei Oliver Lowig, und schon war das Problem gelöst.

Und nun zu den Erlebnissen: Ich habe mir Zeit in Regensburg gelassen und mich dann in dem hübschen Biergarten verquatscht. Meine Freundin Hildegard ist bis Kelheim durchgeradelt und hat die Schifffahrt zum Donaudurchbruch gemacht. Klar, die lohnt sich. Ja, und einen kleinen Sturz gab es auch. Vor Kehlheim radelst du auf dem Hochwasserdamm. Bei der kurzen, steilen Abfahrt runter vom Damm war der Weg geröllig und das Rad rutschte mir weg.

Entlang des Altmühlkanals

Im Münchner Hof in Regensburg schiebst du dein Fahrrad durchs Hotel an der Rezeption vorbei in den Hof. In Kelheim habe ich im Hafen Frachtschiffe gesichtet und an der Anlegestelle Flusskreuzfahrtschiffe bewundert. Von Kelheim geht es dann am Altmühlkanal weiter bis Prunn. Eine schöne Strecke mit Schleuse und Alleen. Beeindruckt hat uns beide der Tatzlwurm, das ist eine der längsten Holzbrücken Europas und das Schloss Prunn, das hoch über dem Altmühltal und unserer Unterkunft dem Hotel-Gasthof Krone thront. Und heute? Was macht der Popo? Erstaunlich gut! Ihm scheint das Radfahren nichts auszumachen. Dann also weiter.

Dietfurth, Beilngries und Berching

Familie Felbermeir betreibt mit Herzblut den Hotelgasthof zur Krone. Sogar das Jüngste ist im Tragetuch auf dem Rücken der Mama immer dabei. Nach einem ausgiebigen Frühstück schwangen wir uns auf die Fahrräder und fuhren über Riedenburg bis Dietfurth, wo wir uns den Chinesenbrunnen anschauten. Der schaut lustig aus. Wir schoben dann die Räder gemächlich durch Beilngries und bewunderten die Altstadt. Durch Beilngries fließt viel Wasser: die Sulz, die Altmühl und der Main-Donau-Kanal und der Ludwig-Donau-Main-Kanal.

Dort ist auch eine Wasserscheide und für mich auch eine Klimascheide: Wir ließen die schwüle und gewittrige Luft hinter uns und schlugen den Weg am Main-Donau-Kanal ein. Frische Luft strömte vom Tal entgegen und mit Gegenwind radelten wir am Kloster Plankstetten und an der mächtigen Schleuse vorbei bis nach Berching. Dort entschieden wir uns für die Strecke direkt am Alten Kanal, die immer geradeaus bis nach Neumarkt führt.

Der Ludwig-Donau-Main-Kanal

Der Alte Kanal oder Ludwig-Donau-Main-Kanal ist ein Kleinod mit Alleen, Wasserpflanzen und vielen Schleusen. Unser Fazit: eine schöne Strecke und überall gibt es etwas zu lesen über die Keltensiedlung, den archäologischen Pfad, den alten Treidelpfad, den Skulpturenpfad. Langweilig wird dir nicht.

Letzte Etappe: Neumarkt nach Nürnberg

Die letzte Etappe von Neumarkt in der Oberpfalz bis Nürnberg. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Kaum hast du dich eingeradelt, steht schon die letzte Etappe an. Nach einem leckeren Frühstück im Hotel Lehmeier starteten wir um 10 Uhr in Neumarkt. Der Himmel war noch verhangen, deshalb hielten wir uns auch nicht mehr lange in der Stadt auf, sondern verließen Neumarkt durch das Turmtor und fuhren runter zum Alten Kanal. Rechts und links säumen Bäume die Wasserstraße, mal waren es Obstbäume, dann wieder Alleen aus Eichen. Regelmäßig gab es eine Schleuse, da gings dann mit Schwung einen kleinen Hügel hinunter und schnurstracks gerade aus weiter. Der Weg auf den ehemaligen Treidelpfaden war gekiest und eben. Es stellte sich ein bisschen Monotonie ein.

Bei Berg gibt es Kunst am Kanal und schöne Liegebänke. Und natürlich stand auch eine letzte Wasserprobe an. Andre hat diesen Sommer viel Radler gesehen. Ja, und wir trafen noch Andre, der Kaffee verkauft und Uschi und Kurt die Butterröhrlinge sammelten. Getrocknet könne man damit super Bratensoßen abschmecken, versicherten sie mir. Bei Schwarzenbruck legten wir einen letzten Halt im Biergarten ein. Die Ruhe und Kanalidylle begleitete uns bis ins Zentrum von Nürnberg. Kurz vorm Dokuzentrum Reichsparteitagsgebäude verließen wir den Kanal und fuhren am Dutzendteich und Wöhrder See vorbei zurück zum Startpunkt. Dem Hotel Cristal, die Basis von Franken Radreisen. Dort stand schon das Gepäck bereit.

Empfehlenswerte Unterkünfte

Es gibt ja den altbekannten Spruch „Wie man sich bettet, so schläft man“. Also wir haben sehr gut geschlafen. Das Hotel Cristal in Nürnberg liegt wunderbar ruhig und war Ausgangspunkt unserer Radtour. Hier hat auch der Veranstalter Franken Radreisen seinen Sitz. Das Haus ist perfekt auf Radler eingestellt. Der Brauerei-Gasthof Sperberbräu in Sulzbach-Rosenberg glänzt mit eigenen Bieren, gemütlichen Zimmern und leckerem Essen. Schmidmühlen ist nicht besonders groß, hat aber viel Atmosphäre. Wenn du bei Altenbuchner im Goldenen Lamm übernachtest, wirst du von ihrem großen Garten mit Bachzugang und der Forelle begeistert sein. Zentraler in der Altstadt kannst du gar nicht wohnen! Der Münchner Hof ist ein Geheimtipp für alle, die nach Regensburg kommen. Tolle Ausstattung und ein super Frühstück. Familie Felbermeir betreibt mit Herzblut den Hotelgasthof zur Krone in Prunn. Ein Haus mit Tradition erwartete uns auch in Neumarkt in der Oberpfalz.

Fazit zum Fünf-Flüsse-Radweg

Der Fünf-Flüsse-Radweg ist ein Rundweg. Es gibt verschieden Möglichkeiten des Einstiegs. Wir fanden Nürnberg als Start- und Endpunkt ideal, da die Stadt sehr gut mir der Bahn erreichbar ist. Den Fünf-Flüsse-Radweg sind wir im Uhrzeigersinn gefahren. Die Streckenbeschaffenheit ist gut, mal geteert oder mit Kies oder feinem Schotterbelag bezogen. Die gesamte Strecke ist wirklich sehr verkehrsarm. E-Bike oder normales Fahrrad? Beides ist möglich. Wir haben die Tour über Franken Radreisen gebucht. Das war sehr komfortabel. Alle Unterkünfte und das Leih-E-Bike waren sehr gut, auch Umbuchungen waren kurzfristig möglich. Am 3. Oktober habe ich die Gewinnerin gezogen. Der Gewinn geht nach Heidelberg.

Bayern-Urlaub mit dem Rad? Gute Idee, das hält fit und ihr kommt weit rum. Gemächlich am Fluss entlang und über sanfte Hügel oder sportlich die Berge rauf und runter.

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