Sportlich, umweltfreundlich und kostengünstig - Radfahren liegt in Stuttgart im Trend. Mit einem neuen Radkonzept hat sich die Stadt vorgenommen, Radfahren in Stuttgart noch attraktiver zu gestalten. Wer in seiner Freizeit gerne mit dem Rad unterwegs ist oder sich in Richtung Spitzensport strampelt, der findet in Stuttgart passende Strecken, spannende Routen und attraktive Anlagen. Auch für Radsport-Fans gibt es eine große Auswahl an Angeboten, von der Downhill-Strecke bis zum Radel-Thon. In Stuttgart gibt es neben gut ausgebauten Radwegen auch abenteuerliche Strecken im Wald.
Radel-Thon-Strecke: Eine Herausforderung für Jeden
Die Radel-Thon-Strecke führt auf ca. 84 Kilometern rund um den Stuttgarter Talkessel. Die ganzjährig befahrbare und ausgeschilderte Rundstrecke ist vielen Freizeitradlern längst bekannt und bietet mit Weinbergen, Seen und Wäldern viel Abwechslung und „landwirtschaftlich“ Reizvolles.
Gleich zu Beginn strampeln wir die alte Panzerstrasse gen Stuttgart-Rohr hinauf. Oben steht die Radel-Thon Tafel, die uns kundtut, dass wir den höchsten Punkt der Tour schon erreicht haben. Wir wissen nur, dass wir auf 523 m Höhe stehen und es sofort rasend schnell bergab geht.
Die Abfahrt zeigt auch gleich, dass es nicht so optimal ist, die Route mit einem Rennrad zu absolvieren. Der breite Schotterweg führt uns durch dichten Wald, vorbei an der Rohrer Skihütte und dann direkt zur ersten verlockenden Einkehr. Kostas Restaurant am Möhringer Freibad bietet ab 11.30 Uhr die Möglichkeit für den ersten Stopp. Wir düsen aber weiter über die Felder, tauchen in das Körschtal ab, um gleich darauf in herrlicher Halbhöhenlage über dem waldigen Tal die Stadtteile Fasanenhof, Steckfeld und Asemwald zu passieren.
Eine schöne Kirschbaumallee führt mitten durch das landwirtschaftliche Anbaugelände der Uni Hohenheim. Der weitere Weg schlängelt sich dann wieder durch dichten Wald, teilweise auch mal auf fast unerlaubt schmalen Wegen parallel zum Königssträßle.
Wir pedalieren ganz legal ein kurzes Stückchen weiter und stoßen dann fast im wahrsten Sinne gegen einen gewaltigen Baum und das mitten im Wald auf der Waldau. Der riesige Bergmammutbaum ist Teil des Waldlehrpfades und beeindruckt uns schon sehr. Knapp 20 km sind wir jetzt unterwegs.
Das Clara-Zetkin-Haus in Sillenbuch lädt zur Einkehr auf der Terrasse und der schönen Streuobstwiese ein. Ein Radler soll auch genug sein, denn bald finden wir wieder Schotter unter den Reifen und das noch bergab mit Serpentinen. Alle Sinne sind geschärft und somit macht die Abfahrt durch den Silberwald ins Tiefenbachtal einen Heidenspaß, mehr davon wünschen wir uns, obwohl das auch wieder Aufstieg heißt.
Unserem 7.Sinn anstatt der fehlenden Ausschilderung folgend, gelangen wir aber immer weiter abwärts rollen schließlich an den Neckar und queren ihn auch über die Staustufe in Hedelfingen. Auf der anderen Flussseite folgen wir einem der großen Radwege in Baden-Württemberg, dem Neckartal-Radweg. Dieser ist auch bestens ausgeschildert, so dass Verfahren erst mal nicht möglich ist, wenn nicht grad eine Baustelle auf dem Weg aufgemacht wird.
Neckartal-Radweg: Entlang des Flusses
Der Weg durch Obertürkheim und Untertürkheim ist nicht unbedingt ein Augenschmaus, treten wir doch parallel zur großen Straße durch das Industriegebiet in die Pedalen. Da kann es schon verlockend sein, einen Abstecher in die Weinberge zu machen und nach einer der typisch schwäbischen Besenwirtschaften Ausschau zu halten. Heute nicht, wir fahren weiter bis wir erneut das Neckarufer erreicht haben und dort ein kurzes Intermezzo mit dem Fluss auf Tuchfühlung haben.
Am Inselbad zeigt mir meine alte Radel-Thon Karte noch den Weg über die Brücke auf der anderen Seite des Neckars entlang, doch mittlerweile können wir auf dieser Seite bleiben und den etwas idyllischeren Weg am Flussufer wählen. Eingezwängt zwischen „dem Daimler“ und dem Fluss sind wir trotzdem noch und freuen uns, auf der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt wieder etwas Land zu sehen.
Aufgrund der großen Baustelle ist die Wegführung hier etwas verzwickt, aber als wir den Stadtstrand erreicht haben, wissen wir aus Erfahrung, es geht wieder gemütlich auf dem Neckartal-Radweg entlang: immer das Müllheizkraftwerk in Blickrichtung behaltend, kann nichts schiefgehen. Doch ACHTUNG! Der hübsche Neckarbiergarten stellt sich unverhofft in den Weg. Wir können nicht mehr rechtzeitig ausweichen, müssen bremsen und lassen uns hier kurz die Geschichte des Russn erklären.
Kurz vor dem Stadtbad Bad Cannstatt wechseln wir nun wieder die Seite des Stroms über den Mühlsteg und entdecken alsbald die nächsten Weinberge Stuttgarts. Bevor wir in Mühlhausen den Neckartal-Fernradweg verlassen und dem Fluss den Rücken kehren, machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Max-Eyth-See.
Feuerbachertal Radweg und Weitere Abenteuer
Zurück über den Max-Eyth-Steg radeln wir bis Mühlhausen noch durch die Reben und wechseln dann auf den Feuerbachertal Radweg. Durch den Wald, am Bach entlang und auch mal über Felder mit Weitblick, zeigt sich uns dieser Abschnitt sehr abwechslungsreich. Noch mehr Abwechslung bekommen wir, als wir uns kurz vor Zazenhausen etwas verfahren.
Am Museum ist auch einiges los. Einen Besuch heben wir uns für später auf und „wurschteln“ uns durch das Betriebsgelände von BOSCH bis wir im Wald dahinter wieder auf unser Radel-Thon Symbol stoßen. Neuwirtshaus und Korntal haben wir dadurch ausgelassen, was wir aber in Kauf nehmen, liegt doch nun ein herrliches, langes Waldstück vor uns, parallel zu Weilimdorf und Wolfbusch.
Hinter Wolfbusch radeln wir im Lindental durch den Augenwald, entdecken immer wieder Rastbänke, Grillhütten und auch eine erfrischende Quelle, das Hasenbrünnele. Das Schloss Solitude lassen wir rechts liegen, die Wildschweine im Schwarzwildgehege links und auch das Bärenschlössle verschmähen wir heute. Stattdessen entdecken wir das historische Schiesshaus im Damgarten Wald, den romantischen Bernhardsbach und rollen immer noch recht entspannt an diesem entlang.
Einkehr und Ziel
Am Ende des Kaufhau genannten Waldstücks, überqueren wir die viel befahrene L 1187 und die Glems, die zu kleinen Teichen angestaut ist, über die neu erbaute Rad- und Wanderbrücke. Der Radel-Thon führt uns nun direkt zum ultimativen Biergarten auf der Strecke. Der Katzenbacher Hof ist so, wie man sich einen Biergarten vorstellt mit Selbstbedienung, schattigen Plätzen unter Bäumen und Schirmen, einem großen Spielplatz und dementsprechend auch viel Trubel. Hier trifft sich Stuttgart: Familien, Wanderer, Biker, Nordic-Talker.
Am Ende liegen dann doch 87,4 km abwechslungsreiche Kilometer und knapp 1000 Höhenmeter hinter uns. Wir sind rechtschaffen müde und haben doch nicht alles, was am Wegesrand liegt geschafft anzuschauen.
Stuttgarter Radroutennetz
Seit 2010 wird das Stuttgarter Radroutennetz ausgebaut. Zum Radfahren stehen inzwischen mehr als 200 Kilometer an Radwegen zur Verfügung. Die Landeshauptstadt bietet ein abwechslungsreiches Streckennetz für Freizeit und auf dem Weg zur Arbeit.
Hauptradrouten
Um mit dem Rad schnell von A nach B zu kommen, gibt es in Stuttgart ein Hauptradroutennetz, das vor allem auf den Alltags- und Pendlerverkehr ausgerichtet ist. Auf einer Hauptradroute werden Radfahrende auf Radstreifen, Fahrradstraßen, Tempo‐30-Zonen und dergleichen durch die Stadt geleitet. Sie erkennen eine Hauptradroute an der einheitlichen Beschilderung. Das Netz der Hauptradrouten in Stuttgart soll nach und nach weiter ausgebaut werden.
Weitere Angebote
- Fahrradkarte
- Radroutenplaner
- Radschulwegpläne
- Fahrradmitnahme im ÖPNV
- Abstellen und Parken
Abstellen und Parken
Wer in Stuttgart sein Fahrrad sicher abstellen will, findet mehrere Möglichkeiten - vom klassischen Fahrradbügel, über die Sammelgarage bis zur Fahrrad-Service-Station mit Radparkhaus, Werkstatt und Radverleih.
Möglichkeiten zum Abstellen
- Fahrradgaragen
- Fahrradbügel
- Rad-Service-Stationen
Werdet aktiv, tretet mit der ganzen Familie in die Pedale und erkundet so die Region Stuttgart und Umgebung! Aufregende Radtouren führen direkt aus der Innenstadt hinauf in die idyllischen Weinberge, auf den erlebnisreichen Albtrauf und über die Schwäbische Alb.
Tourenvorschläge
- Eine große Runde um den Kühlenberg und den Eisberg.
- Enztalradweg - 2.
- Die Rundfahrt beginnt am Ludwigsburger Bahnhof und führt über Stuttgart-Stammheim und Korntal-Münchingen zum Grünen Heiner (Schuttberg mit Windkraftanlage) mit weiter Rundumsicht.
- Wie wäre es beispielsweise mit einer abwechslungsreichen Tour entlang des Museumsradweges? Hier verbindet ihr Natur, Sport und Kultur.
Historischer Hinweis
Von Frühjahr 1944 bis 1945 wurden im alten Engelbergtunnel durch tausende Zwangsarbeiter Flugzeugteile für die Firma Messerschmidt montiert.
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