Radtour Salzburg Passau Etappen: Auf den Spuren der Vergangenheit

Auf dem Römerradweg, der sich von Passau über den Attersee nach Enns erstreckt, kann man Tritt um Tritt auf den Spuren der Vergangenheit unterwegs sein. 242 Kilometer lassen sich in einer gemächlichen Tour mit nur geringen Höhenunterschieden erradeln.

So kann man sich ganz entspannt die vielen spannenden Zeugnisse der einstigen römischen Besiedelung ansehen, sein Wissen mittels der Infotafeln entlang des Weges vertiefen und die jahrtausendealte Geschichte in Gedanken lebendig werden lassen. Der Römerradweg an sich ist aufgrund der herrlichen Landschaft, durch die er führt, schon ein Erlebnis. Es gibt aber auch einiges, wofür es sich lohnt, vom Drahtesel zu steigen.

Der Tauernradweg: Von den Hohen Tauern nach Passau

Von den imposanten Krimmler Wasserfällen in den Hohen Tauern bis zur Mündung von Inn, Donau und Ilz an der Ortsspitze in Passau führt der Tauernradweg auf insgesamt 310km. Sehenswerte Orte wie Zell am See, St. Johann in Tirol, Salzburg und Burghausen werden auf den fünf Etappen des Fernradweges gestreift und ergänzen das Raderlebnis mit kulturellen Highlights.

Bei einer Etappenlänge von 42km bis 76km, die größtenteils bergab führen, kann die Umgebung auf eine entspannte Weise betrachtet und erkundet werden. Der österreichische Tauernradweg verläuft an Flüssen entlang und trotzdem im Kreis: Salzach und Saalach machen es möglich.

Ein Kreis, der uns von Salzburg in die Berge zur winzigen Wasserscheide bei Zell am See führt und wieder zurück in die Stadt Mozarts. In beide Richtungen lässt sich der Kreis noch verlängern: zur Quelle der Salzach hin. Oder - wie bei uns - flussabwärts zum Inn und schließlich zur Donau bei Passau.

Der Tauernradweg startet in Vorderkrimml, führt bis Zell am See, wo zwei Alternativen bis Salzburg zur Wahl stehen. Der Tauernradweg ist durchgehend beschildert und verläuft auf ruhigen, überwiegend asphaltierten Radwegen und Landstraßen. Überwiegend flache bzw.

Etappen auf dem Tauernradweg

Salzburg - Bischofshofen - St. Johann im Pongau

Weil die Jugendherberge schon im Süden von Salzburg an der Salzach liegt, können wir direkt auf den Fluss-Radweg biegen. Und weiter nach Süden Salzach-aufwärts fahren. "Tauernradweg" nennt sich der Trail.

"Tauern" bedeutete ursprünglich „Hohe Übergänge“ und bezeichnete die Pässe, die die Seitentäler der Salzach in das Gebirge schnitten. Später wurde Tauern auf die entsprechenden Gebirgszüge übertragen. Im Kern führt der Tauernradweg entlang der Salzach. Nach der Mündung in den Inn aber daran weiter bis zur Mündung in die Donau.

Wobei er in diesem Teil nicht mehr als solcher beschildert ist, wie wir bei der letzten Etappe dieser Tour feststellen werden. Außerdem führt er von Zell am See über die Saalach quasi mit einer Parallelstrecke nach Salzburg zurück. Genau dieser Rundkurs interessiert uns. Und er erweist sich als sehr bequem, weil man keinen Pass überqueren muss. Bei Zell am See ist eine winzige Wasserscheide zwischen Salzach und Saalach. Auf diese Weise umrundet man dann auch den Königsee, ohne ihn zu Gesicht zu bekommen.

Sponsor SalzburgMilch hat sich in grellem Rot auf fast jedem Tauernradweg-Schild verewigt. Der Weg führt zunächst fast immer direkt an der Salzach entlang. Später geht er hier und da mal auf die Höhen. Der "Pass Lueg" (ca. 585 m) ist ein lustiges Highlight. Im Grunde sind es sowieso nur wenige Höhenmeter. Und ganz zuletzt führt die Straße durch einen Tunnel (offiziell "553 m über dem Meer") und Radler werden zu einem letzten Anstieg gebeten. Auch der nur etwa 30 Höhenmeter hoch. Im Grunde mehr symbolisch.

Die Bergspitzen sind noch weiß, die Wiesen werden schon gedüngt, und die ersten Kühe sind auf der Weide. Manche Piste hebt sich mit dem Rest an Kunstschnee von der Umgebung ab. Eine weitere Anhöhe führt uns an der Burg Hohenwerfen vorbei. Besucher verschwinden mit der Seilbahn durch ein Loch in der Burgmauer. Pause bei Bischofshofen mit Blick auf das Missionshaus St. In St. Johann im Pongau spielt schon der Zirkus Strada neben unserem Gasthof auf.

St. Johann im Pongau - Zell am See

In Schwarzach führt der Tauernradweg vom Talboden weg den Hang hinauf. Hinauf. Hinauf. Irgendwann verkündet ein Mann aus dem Fenster lehnend das "letzte steile Stück". Ich habe es gleich richtig verstanden: es geht munter weiter bergauf. Halt nur nicht mehr ganz so steil. Aber manchmal auch das. Dazwischen gelegentlich runter. An den höchsten Punkten ist man rund 150 Meter über dem Tal und hat damit immerhin einen schönen Blick hinunter.

Bevor wir bei Lend mit seiner Aluminiumfabrik wieder ganz unten im Talboden sind. Der jetzt so eng ist, dass wir auf der Straße direkt neben der Bahnstrecke fahren müssen. Immerhin ist die Straße hier nicht mehr Bundesstraße. Danach bemühen sie sich, wo eben möglich, einen separaten Radweg anzubieten. Sogar eigens angelegte Unterführungen versuchen, die Strecke sicherer zu machen.

Bruck feiert sich als Ausgangspunkt der Großglocknerstraße mit ihrer Passhöhe von 2504 Metern: ein Weg vom Tauernradweg aus durch die Hohen Tauern. Dann geht's um die Burg von Bruck herum von der Salzach ab. Raus aus dem Pongau in den Pinzgau nach Zell am See mit Zeller See. Bei unserer Pause am Seeufer turtelt ein Liebespärchen vor uns direkt am Wasser. Das Rotwein-Glas wechselt ständig zwischen den beiden. Am nördlichen Seeende erfreut uns Schloss Prielau.

Zell am See - Salzburg

Der Übergang von Salzach zu Saalach ist dann erstaunlicher Weise der flachste Teil der ganzen Tour. Von Saalbach kommt die Saalach in die Hochebene nur zwei Kilometer nördlich vom Zeller See, der selber noch in die Salzach mündet. "Talwasserscheide" heißt das offenbar. Die Saalach sucht sich dann nach Norden ihren Weg in die Voralpenlandschaft.

Richtung Saalfelden fahren wir auf ein Felsen-Panorama zu. Das "Steinerne Meer" mit seinen vielen 2000er Berggipfeln, hinter denen der Königsee liegt. Warum der Tauernradweg zuletzt noch einen Bogen nach Maria Alm machen will, erschließt sich uns nicht. Den ersparen wir uns. Im Saalfeldener Vorort Ramseiden haben wir in einer Pension ein Zimmer reserviert.

Salzburg - Oberndorf

Wir fahren wieder an der Salzach. Nunmehr flussabwärts. Auf österreichischer Seite. Vorbei an der Mündung der Saalach in die Salzach am Saalachspitz. Gut zu fahren. Gelegentlich asphaltiert. Links der Fluss. Rechts der Wald. Dann Oberndorf. Die Grenzbrücke hinüber nach Laufen. Die Stiftskirche lockt auf der andern Seite. Von dort führt die neue "Europabrücke" für Fußgänger und Fahrradfahrer zurück.

Wir könnten auch auf deutscher Seite zum Abtsee mit seiner Schlossklinik. Wir entscheiden uns dann doch einfach dafür, auf der österreichischen Salzach-Seite zu bleiben. Der einfachste, flachste Weg. Die Stille-Nacht-Kapelle schenken wir uns. Am Weihnachtsfest 1818 ist der Klassiker von Texter Joseph Mohr und Komponist Franz Xaver Gruber hier erstmals öffentlich geschmettert worden.

Oberndorf - Passau

Dann der Grenzstein von Oberösterreich. Die Strecke wird schlechter. Der Untergrund gröber. Dann und wann Betonplatten. Miri hat noch zwei Postkarten im Lenkertäschle. Gelegenheiten in Salzburg und Oberndorf sie einzuwerfen, haben wir verpasst. Kommt noch ein österreichischer Briefkasten? Die nächste Brücke. Die nächste Grenzbrücke. Auch Tittmoning hat einen österreichischen Counterpart. Eine winzige Ansammlung von sechs Häusern. Am größten ist das Schi...

Von der Mozartstadt geht es nun durch die ruhigen Salzach-Auen in den alten Schiffermarkt Oberndorf. Nacht - Heilige Nacht. und so wurde am Heiligabend des Jahres 1818 das Lied in der St. uraufgeführt. (www.oberndorf.co.at). leitet in den heute bayrischen Ort Laufen. St. Georgen nach Tittmoning. alles überragende mächtige Burganlage angekündigt. ist auch durch die seit Anfang des 20. Jh. die für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte.

Sorgen für fast südliches Flair. Burgführungen angeboten. 700 Jahre alt und seit jeher als Grenzstadt auch Handelsstadt. Zeugen von einer langen Geschichte. der in Braunau geboren wurde. Der Radweg längs des Flusses trägt Sie weiter Richtung Obernberg. Hier ist ein Besuch des Stifts Reichersberg ein absolutes Muss. im 11. Jh. gegründet wurde. ist heute kulturelles Zentrum des Innviertels. in der klostereigenen Vinothek probiert werden können.

Ein ruhiger und flacher Radweg geht weiter bis ins malerische Schärding. Ihre Reise beginnt mit der individuellen Anreise nach Krimml oder Wald. Wer tiefer eintauchen möchte, unternimmt eine empfehlenswerte Wanderung entlang des Wasserfalls (ca. 2-3 Stunden). Für mehr Zeit vor Ort bietet sich eine Zusatznacht an.

Am Ufer der Salzach geht’s weiter Richtung Oberndorf, wo Sie an der berühmten Stille-Nacht-Kapelle vorbeikommen. Über Ettenau und St. Radegund erreichen Sie Burghausen - mit ihrer rekordverdächtigen Festung, die als längste Burganlage der Welt gilt. Sie folgen dem Flussverlauf bis zur Mündung von Salzach und Inn. Über Braunau am Inn, der historischen Grenzstadt, führt die Route weiter in das Europareservat Unterer Inn - ein einzigartiges Natur- und Vogelschutzgebiet.

Empfehlungen für die Radtour

  • Die beste Reisezeit für den Tauernradweg ist zwischen Mai und September.
  • Der Tauernradweg ist am besten für Radfahrer mit einer guten Grundkondition geeignet.
  • Für längere Touren empfiehlt sich ein Gepäcktransport.
  • Besuchen Sie die Krimmler Wasserfälle, die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf und die Burg Burghausen.

Zusammenfassung der Etappen

Der Tauernradweg ist eine der beliebtesten Radreisen von Österreich und das nicht ohne Grund. Da wäre die durchgehend sehr ausführliche Beschilderung, die Sie sicher von Krimml bis nach Passau geleitet. Auch die erstklassige Wegequalität ohne nennenswerte Steigungen macht den Tauernradweg so beliebt.

Nicht zuletzt das Rahmenprogramm krönt den Radurlaub. Unternehmen Sie schon heute einen Spaziergang zu den größten Wasserfällen Europas. Tosend stürzen hier die Wassermassen 400 m in die Tiefe. Auf einem gut angelegten Höhenweg können Sie dieses Naturschauspiel bewundern.

Ihre Fahrradtour führt Sie durch den Nationalpark Hohe Tauern und das Oberpinzgau. Dabei werden Sie schneebedeckte Dreitausender ständig begleiten. Saftig grüne Wiesen und gemütliche kleine Dörfer wechseln sich ab und bieten eine märchenhafte Kulisse.

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