Radweg Schwarze Laber: Verlauf und Besonderheiten

Der Schwarze Laber Radweg verläuft in einer ländlich geprägten Naturregion durch das romantische Juratal der Schwarzen Laber. Die Flussroute stellt landschaftlich wie kulturhistorisch eine hochinteressante Verbindung zwischen Neumarkt i.d.OPf. und Sinzing nahe Regensburg her.

Umrahmt vom intakten Ökosystem lädt die einzigartige Schönheit dieser uralten und beschaulich gebliebenen Kulturlandschaft des Bayrischen Jura nämlich Radfahrer ein, dem mäandernden Verlauf der Schwarzen Laber entschleunigt zu folgen. Eine Anziehungskraft, die der Schwarze Laber Radweg sogar noch verstärkt. Mit dem Rad gemächlich durch wildromantische Flusstäler zu cruisen übte auf Radfahrer schon immer einen besonderen Reiz aus.

Streckenverlauf und Etappenplanung

Wer den Schwarze Laber Radweg befährt, ist gut beraten, genügend Zeit dafür einzuplanen. Je nach Kondition und Informationsdurst sind bei gemütlicher Fahrweise als reine Fahrzeit etwa 6 Stunden anzusetzen, woraus sich mit Pausenstopps eine Tagesetappe ergibt. Wer kein Navigationsgerät oder entsprechende Smartphone-App verfügt, kann sich auf das durchgängige Beschilderungssystem in beiden Fahrtrichtungen verlassen.

Möchte man sich der vom weißen Kalkstein geprägten Landschaft - wo sich einst das Jurameer befand - ausgiebig widmen, innere Ruhe finden und sich mit der ereignisreichen Geschichte dieser Region näher beschäftigen (zahlreiche Schautafeln geben Auskunft) oder zusätzliche Abstecher planen, sollte eine Zweitages-Etappe in Betracht ziehen. Als Übernachtungsorte bieten sich Lengenfeld (KM 24.1), Velburg (KM 27.1), Parsberg (KM 37.5), Beratzhausen (KM 51) an.

Beginnen Sie die rund 85 km lange Tour durch das Tal der Schwarzen Laber am Bahnhof von Neumarkt i.d.OPf.. Je nach Kondition und Wissensdurst können Sie sich die Strecke in verschieden langen Etappen erfahren.

Wegbeschreibung

Wir radeln vom Hauptbahnhof Neumarkt auf dem Radweg zunächst durch die Stadt, dem Leitgraben folgend, der seinerzeit das nötige Wasser zum Scheitelpunkt des Alten Kanals führte. Bald erreichen wir das schön gelegene Pilsach - und nun müssen wir kräftig in die Pedale treten! Kurz hinter Pfeffertshofen haben wir es geschafft; die europäische Hauptwasserscheide ist erreicht.

Von hier aus folgt unsere weitere Tour dem Lauf der Schwarzen Laber. Nach einem kurzen Anstieg über Dietkirchen, von wo aus sich ein herrlicher Blick über das Labertal bietet, erreichen wir das Moorgebiet von Deusmauer. Das anfänglich weite Tal entwickelt sich später, etwa ab Parsberg, zu einem sich zunehmend verengendem Kerbtal. Wir erreichen Beratzhausen, später Laaber. Immer enger wird das Tal, bis es - nach einer scharfen Wende bei Alling - in Sinzing in das der Donau mündet.

Beschilderung und Orientierung

Sowohl im Landkreis Neumarkt als auch im Landkreis Regensburg sind vereinzelt zusätzlich kleinere Beschilderungstafeln (Größe 20 cm x 20 cm) mit der Aufschrift „Schwarze Laber“ mit Fahrradsymbol und Richtungspfeil angebracht. Insbesondere an unübersichtlichen Kreuzungspunkten erleichtern die blau eingefärbten, ca. 60-90 cm großen Dolomitsteine die Orientierung.

Landschaftliche und Kulturelle Highlights

Dem mäandernden Flusslauf folgend bietet das Tal der Schwarzen Laber zwischen der Pfalzgrafenstadt Neumarkt und Sinzing nahe der Welterbestadt Regensburg eine grandiose Naturkulisse. Saftgrüne Wiesen, sauerstoffreiche Wälder, markante Felsformationen, farbenprächtige Blütenmeere, geheimnisvolle Moore, artenreiche Wacholderheiden und prachtvolle Orchideen - unberührte Wald- und Hügellandschaften so weit das Auge reicht.

Neben landschaftlichem Liebreiz hat die Region im Bayerischen Jura aber auch kulturhistorisch einiges zu bieten. So findet man noch heute malerische Mühlen am Ufer der Schwarzen Laber bzw. romantische Burgruinen auf den für den Bayerischen Jura charakterischen Jurafelsen.

Strecken-Highlights sind beispielsweise die äußerst sehenswerte Burgruine Wolfstein in Neumarkt (Abstecher), die König Otto-Tropfsteinhöhle in St. Colomann bei Velburg oder auch die Burg Parsberg.

Mühlen und ihre Bedeutung

Im 19. Jhd. machten sich Einheimische die Wasserkraft des Fließgefälles (190 hm) der Schwarzen Laber zu nutze, indem Wasserräder zahlreiche Pulver-, Hammer-, Papier-, Farb- und Glasschleifmühlen, Hammer- und Sägewerke antrieben. Erst nachdem die Dampfmaschine ihren Siegeszug antrat, büssten sie ihre wirtschaftliche Bedeutung ein.

Ab Velburg passiert man flussabwärts teils noch gut erhaltenalte Mühlen, von denen manche sogar noch in Betrieb ist. Ihre wirtschaftliche Bedeutung aus der Vergangenheit haben sie zwar zumeist verloren, doch einige dienen heutzutage noch der Stromgewinnung oder zu handwerklichen Zwecken. Einzige Ausnahme ist die Mühle bei Bruckdorf (Sinzing), die nach wie vor in Betrieb ist und Mehl produziert.

Für Radfahrer besonders erfreulich: manche Mühlen wurden zu Gasthöfen umfunktioniert und bieten einen unvergleichlichen Charme, was Einheimische wie Ausflügler aus nah und fern anlockt.

Kunst und Kultur am Wegesrand

Neben der juratypischen Landschaft bietet das Tal der Schwarzen Laber auch im Bereich von Kunst und Kultur allerlei Sehenswertes wie z.B. Entlang des Flusses wurden an mehreren Standorten künstlerisch gestaltete Pavillons errichtet, die jeweils zu einem Teilbereich des übergeordneten Leitthemas „Fluss - Tal der Schwarzen Laber“ informieren.

Der Rad-Wander-Weg durch das Tal der Schwarzen Laber zeichnet sich daneben aber noch durch eine weitere Besonderheit aus. Entlang des Flusses entstanden 2013 an mehreren Standorten künstlerisch gestaltete Pavillons, die jeweils zu einem Teilbereich des übergeordneten Leitthemas „Fluss - Tal der Schwarzen Laber“ informieren. In den Gemeinden, die weiter vom Flusslauf entfernt liegen, entstanden im gleichen Stil gestaltete Informationstore, durch die man symbolisch den Talraum betreten oder verlassen kann. Daneben unterstützen „Blaue Lesesteine“ (60-90 cm große, blau eingefärbte Dolomitsteine) die Wegführung entlang der Strecke und zwischen den Infopavillons. Sie liegen als „blaues Band“ entlang der „Schwarzen Laber“.

Flora und Fauna

Der Schwarze Laber Radweg durchquert auf seiner 85 km langen Wegstrecke ein intaktes Ökosystem aus einzigartiger Flora und Fauna. Das Tal der Schwarzen Laber wird von einer ökologischen Seltenheit geprägt, da trockene wie feuchte Lebensräume direkt aneinander grenzen. Dadurch ändert sich auf engstem Raum eine wahre Fülle unterschiedlichster Pflanzen und Tiere.

Als natürliches Rückzugsrefugium bietet die Landschaft als Weideland Lebensraum für grasende Schafherden. Die Schafzucht wird nach uralter Tradition betrieben, durch die der Artenreichtum im Gleichgewicht gehalten wird.

Im landschaftlichen Kontrast prägen trockene, südliche Sonnenhänge mit ihren imposanten Kalkfelsen das Tal der Schwarzen Laber. Sie sind wiederum Lebensraum für hunderte von „Trockenspezialisten“ unter den Pflanzen und Tieren, wie z.B. Küchenschelle, Silberdistel oder der Flockenblumen-Scheckenfalter.

Kulinarische Genüsse

Wer vom Radeln hungrig ist braucht auf dieser Tour nicht darben. Egal ob die Wahl auf deftige bayerische "Hausmannskost", typische Fleischdelikatessen, vitaminreiche Salate oder kohlenhydrathaltaltige Nudelgerichte fällt, am Wegesrand bzw. näheren Umfeld können die Enegiespeicher mit frischer Kost aufgeladen werden. Allerdings ist auf Öffnungszeiten zu achten.

Im Tal der Schwarzen Laber verwöhnen freundliche Gastgeber die hungrigen und durstigen Einkehrer mit regionalen Spezialitäten wie z.B. dem Juradistl-Lamm. Das Altmühltaler Lamm ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und begehrt.

Wie das so ist in Bayern fließt im Tal der Schwarzen Laber nicht nur Wasser, sondern auch edles Bier. Es ist beileibe kein großes Geheimnis, dass in keinem anderen Bundesland die Treue der Biertrinker zu den einheimischen Bieren so groß ist wie in Bayern. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Bier liegt in Bayern mit 130-135 Litern oberhalb des Bundesdurchschnitts.

So brauen z.B. nach altbewährten Rezepten die Poschenrieder Mühle in Bruckdorf, die Brauerei Goss in Deuerling oder die Brauerei Plank in Laaber noch selbst.

Wegebeschaffenheit und Schwierigkeitsgrad

Der Großteil des Rad-Wander-Weges durchs Tal der Schwarzen Laber verläuft auf Rad- und Fußwegen bzw. über nicht öffentliche, gut befestigte Wirtschaftswege und teilweise verkehrsarme Gemeindeverbindungsstraßen. Der Schwarze Laber Radweg lässt sich auf den gröberen geschotterten Teilabschnitten und naturbelassenen Wegen am besten mit geländetauglichen Rädern bewältigen.

Da sich die Streckenführung bis auf die Ausnahmen am Pfeffertshofener Berg und zwischen Hardt und Beratzhausen überwiegend am Flusslauf orientiert, sind die meisten Abschnitte flach und einfach zu befahren. Der erste Streckenabschnitt weist von Neumarkt bis zur Ortschaft Hardt (45 km) rund 620 Höhenmeter auf.

Der Rad-Wander-Weg im Tal der Schwarzen Laber weist auf seinen rund 85 km Länge zwischen Neumarkt und Sinzing unterschiedliche Qualitäten der Oberflächen auf. Der Großteil der Strecke verläuft auf asphaltierten und gut befestigten, geschotterten Wegen. Vor allem auf dem Abschnitt zwischen Gleislmühle (Beratzhausen) und Stegenhof (Deuerling) sind einige naturbelassene Bereiche zu finden.

Anreise und Mobilität

Das Tal der Schwarzen Laber ist durch die Bahnlinie Nürnberg - Neumarkt - Regensburg gut zu erreichen. Auf der Bahnstrecke Nürnberg - Neumarkt - Regensburg werden fast im Stundentakt folgende Bahnhöfe im Tal der Schwarzen Laber angefahren: Neumarkt, Batzhausen, Seubersdorf, Parsberg, Mausheim, Beratzhausen, Laaber, Deuerling, Undorf, Etterzhausen und Regensburg-Prüfening und Regensburg Hbf.

Ergänzend zum regulären Linienverkehr bieten die regionalen Verkehrsverbunde RVV und VGN mit Freizeit- und Buslinien Alternativen einzelne Orte im Tal der Schwarzen Laber zu erreichen.

Verhaltensregeln und Naturschutz

Im Tal der Schwarzen Laber findet sich eine einzigartige Flora und Fauna mit vielen seltenen Pflanzen und Schutzbereichen. Deshalb ist von "Querfeldeinfahrten" bzw. Offenes Feuer bzw. Landwirtschaftliche Flächen werden bewirtschaftet und gepflegt - eine äußerst wichtige Grundlage für das Ökosystem.

Es gehört zur Selbstverständlichkeit, seinen Müll (auch Zigarettenkippen) nicht achtlos wegzuwerfen, sondern mitzunehmen oder diesen in aufgestellten Abfallbehältern zu entsorgen.

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