Radtour Wilder Kaiser: Ihre Planung für ein unvergessliches MTB-Erlebnis

Das Kaisergebirge - bestehend aus dem "Zahmen Kaiser" und dem "Wilden Kaiser" - erstreckt sich zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol. Das Kerngebiet steht unter Naturschutz und ist für Biker gesperrt. Zwischen den Kitzbüheler Alpen im Süden und dem Kaiserwinkel im Norden lässt sich die Gegend aber herrlich mit dem Bike umrunden.

Die ideale Mehrtagestour für Mountainbiker

Diese MTB-Runde ist ideal, um in die faszinierende Welt von Mehrtagestouren einzutauchen. Wer den Wilden Kaiser in drei Tagen umrundet, ist bereit für einen leichten Alpencross. Hier finden Sie alle Infos und GPS-Daten zu den drei Etappen.

Beste Reisezeit

Die Runde ist von Mai bis Oktober befahrbar.

Anreise

Von München aus über die A8 nach Rosenheim. Von dort über die Inntalautobahn bis zur Abfahrt Kufstein. Weiter bis in den Kaiserwinkel oder Ellmau. Ab München sind es etwa 100 Kilometer.

Übernachtung

Landkarte

Kufstein - Kaisergebirge - Kitzbühel, WK 301, Verlag Freytag & Berndt, Maßstab 1:50 000, 6,95 Euro.

In drei Etappen um den Wilden Kaiser

Drei Tage nehmen sich Biker Zeit, um den Wilden Kaiser zu umrunden. Drei Tage mit netten Trails und Hütten sollen es werden. Allein die Planung ist nicht leicht, da die Kernzone des Wilden Kaisers für Biker tabu ist.

Die drei Etappen dürfen nicht zu lang sein und möglichst wenig Tragestrecken beinhalten. Nach intensivem Studium von Landkarten wurde eine vielversprechende Route zwischen Kitzbüheler Alpen und Chiemgauer Alpen gefunden.

Tag 1

Von Kufstein aus geht es in Serpentinen zum Brentenjoch. Die steile Schotterstraße führt von 500 auf 1200 Meter Seehöhe zum ersten Highlight der Tour. Als Belohnung wartet ein wunderschöner Tiefblick nach Kufstein mit Burg und Inn, der mitten durch die Stadt fließt.

Nach der Rast beim Weinbergerhaus geht es über die Kaindlhütte rüber zur Walleralm, Tragestrecke inklusive.

Tag 2

Der erste Anstieg hoch zum Brandstadl fordert alles ab. Ein Glück, dass zumindest die ersten Kilometer auf asphaltierter Straße bewältigt werden können. Über den Bromberg erreichen sie schließlich den Brandstadl.

Vis-à-vis mit dem Kaiser-Massiv wird die Zeit verbracht und die Waden in dem kalten Nass abgekühlt. Was jetzt noch kommt, ist nur noch reiner Abfahrtsspaß!

Tag 3

Auf dem langen Anstieg zur Kohlalm fahren sich die Biker erst einmal warm. Fleischbank, Ellmauer Tor und auch Stripsenjochhaus - exakt zwischen Wildem und Zahmem Kaiser gelegen - sind von hier aus gut zu erkennen.

Von hier oben bei der Kohlalm führt nur ein Weg weiter - und zwar bergab bis zur Feldalm. Über einen Pfad wird das Bike hinuntergetragen. Die Feldalm liegt am Ende eines langen Tales, das sich vom Walchsee Richtung Kaisergebirge zieht.

Über die Gwirchtalm - mit einem kurzen und knackigen Anstieg - fahren die Freundinnen schließlich bis an das Ufer des Walchsees. Der letzte Anstieg der Tour führt zur Aschingeralm.

Die Kaiserradrunde

Die Kaiserradrunde wurde 2020 offiziell vorgestellt. Sie führt rund um das komplette Kaisergebirge, wobei auch das Unterberghorn mit inbegriffen ist. Alle Wege sind sehr gut befahrbar. Es gibt keine Trails, Autostraßen werden vermieden und alles ist gut beschildert.

Es gibt beliebig viele Stellen, an denen man in die Runde einsteigen kann. Bei der Planung der Tour sollte auch die Länge (86 km) beachtet und nicht unterschätzt werden.

Details zur Strecke

  • Länge: 86 km
  • Höhenunterschied: ca. 900 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Wegebeschaffenheit: Gut gepflegte Forststraße, Asphaltwege, Autostraßen werden möglichst vermieden.

Umweltfreundliche Anfahrt

Busse verkehren sowohl von Kufstein als auch Walchsee, Durchholzen nach Niederndorf in Tirol. Vom Bahnhof Oberaudorf (Bayern) sind es ca.

Anfahrt mit dem Pkw

Inntalautobahn Ausfahrt Oberaudorf, von dort über die Grenze nach Niederndorf. Den Parkpatz erreicht man, indem man von der Ortsmitte bei der scharfen Kurve der Hauptstraße in die nördliche Seitenstraße einbiegt.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Niederndorf wird überragt von der sehenswerten "Wallfahrtskapelle Maria Heimsuchung". Die Kapelle am Hechenberg wurde 1778 erbaut und erinnert an die erfolgreiche Abwehr feindlicher Angriffe.

Highlights der Kaiser-Runde

Die Fahrrad-Runde um das Kaisergebirge in Tirol ist eine besondere MTB Tour - abwechslungsreich, insgesamt fordernd aber nicht überfordernd und mit großartigen Ausblicken auf den Wilden Kaiser und den Zahmen Kaiser. Die richtige Fitness ist natürlich individuell und es ist immer so eine Sache von „einfach“ oder „schwierig“ zu sprechen.

Die Kaiser Radrunde verläuft von Kössen nach Erpfendorf nach St. Johann, nach Going, Ellmau und Scheffau, Halbzeit in Kufstein, dann Ebbs, Durchholzen, der Walchsee und wieder Kössen.

Die Tour ist auch viel zu schön, als dass man mit Blick auf die Tour und Blick auf dunkle Wolken am Ende nur noch dem Ziel entgegen jagt. Lieber entspannt in der Zeit sein und noch Puffer für eine Pause oder einen Umweg sein. Dafür ist der Frühling perfekt.

Von Kössen nach St. Johann

Direkt am Parkplatz in Kössen gibt es Fahrrad-Wegweiser Richtung Erpfendorf und schon hier stößt man auf das Logo der Kaiser Radrunde. Diesem Logo folgst du für die nächsten 87 km , 896 hm und ca 6 Stunden (reine Fahrtzeit). Gleich das erste Teilstück dieser Route gefällt mir richtig gut, obwohl man vom „Thema“ dieses Radwegs - dem Kaisergebirge - erst einmal lange nichts sieht.

Im Bereich von Kirchdorf und St. Johann in Tirol biegt der Weg nach Westen ab. Im Schatten des Unterberghorns war bisher noch nichts vom Kaiser zu sehen, weder vom Wilden noch vom Zahmen. Dafür lacht weiterhin das Kitzbüheler Horn herüber.

Entlang des Wilden Kaisers

Going ist das erste der Dörfer, die direkt unter dem Wilden Kaiser liegen. Entlang der Strecke ist im Frühling wenig los in Sachen Cafés oder ähnlichem, überall blühen allerdings die Bäume, und sowohl die als auch die felsigen Spitzen des Kaisergebirges mag man die ganze Zeit aus jeder Perspektive fotografieren.

Going, Ellmau , Scheffau, Söll, dieser Abschnitt der Radrunde um das Kaisergebirge ist wirklich beeindruckend schön. So perfekt ist es, hier im Rad-Tempo am gesamten Kaiser entlang zu fahren, im leichten Auf und Ab, auf schönen Wegen, in Going und Ellmau mitten durch den Ort.

Pause in Kufstein

Einer Art Schlucht folgt man in der Anfahrt auf Kufstein. Am Inn entlang geht es dann endlich ins Zentrum von Kufstein, wo am Stadtplatz unter dem goldenen Marienbrunnen Pause angesagt ist, nach rund 53 Kilometern.

Ich kann dir nur dringend empfehlen, den Schildern und Markierungen strikt zu folgen und nicht abzukürzen. Denn es kommt der Moment, da verlässt du den Wald, befindest dich direkt auf der Innbrücke und hast diesen unglaublichen Blick auf Kufstein!

Der Anstieg nach Durchholzen

Ein kurzes Stück geht es wieder am Inn entlang und ich denke daran, dass mir auf dem Inn Radweg ja noch ein ganzes Stück fehlt. Ein anderes Mal, denn kurz nach der Innenstadt von Kufstein steht zum ersten Mal Kössen auf dem Wegweiser. Das Ziel ist gar nicht mehr so weit.

Schließlich dreht sich der Weg nach Osten und der vermutlich schwerste Abschnitt der Runde wartet: der Anstieg hoch nach Durchholzen, den man vom Autofahren kennt und der wie gesagt im Höhenprofil dramatisch aussieht. Noch eine kurze Pause, ein Powergel muss jetzt her, noch mal ordentlich Wasser und irgendwie Mut sammeln.

Walchsee und Endspurt

Leuchtend blau schiebt sich der Walchsee zwischen Nebenstraße und Bundesstraße und es geht in den Endspurt. Der Kaiser Radweg hat dafür Verständnis und führt in einer weiten Kurve noch mal die Tiroler Ache entlang, über die große Staffen Holzbrücke und quer durch Kössen, gefühlt an jedem Supermarkt und jedem Café vorbei.

Beschilderung und Untergrund

Die Kaiser Radrunde ist durchgehend PERFEKT beschildert! Ich musste zu keinem Zeitpunkt auf die Karte schauen, überall wo nötig stehen Schilder mit dem blau-weißen Logo und oft sind Fahrräder mit Pfeilen auf den Asphalt gesprüht. Entsprechend kannst du die Runde überall starten, übrigens auch am Bahnhof Kufstein, wenn du mit der Bahn anreisen willst.

Der Untergrund wechselt stetig zwischen Asphalt und Schotter. Ich bin die Runde mit meinem MTB ohne Strom gefahren, es geht vermutlich auch gut mit einem Gravel Bike und mit einem E-MTB wird man so richtig Spaß haben. Es kommen zwar einige Höhenmeter zusammen, aber die läppern sich einfach mit der Zeit.

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