Eine idyllische Landschaft mit hübschen, gepflegten Dörfern dazwischen, Städte mit mittelalterlichem Flair und dazu Kulinarik vom Feinsten. Das klingt schon fast zu schön, um wahr zu sein. Doch erleben lässt sich all das tatsächlich auf einer einzigen Tour: auf einer knapp einwöchigen Radreise auf dem Altmühl-Radweg. Entspannt führt die Reise von Rothenburg ob der Tauber nach Regensburg. Unterwegs gibt es viel zu entdecken.
Rothenburg ob der Tauber: Ein Mittelalterliches Juwel
Bevor es aufs Fahrrad ging, haben wir erst einmal die Gelegenheit für einen Stadtrundgang durch das mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber genutzt. Gleich nach unserer Ankunft am Nachmittag zogen wir los. Durch das Rödertor erreichten wir die Altstadt - oder besser: über den Fußweg daneben. Denn dieses Stadttor ist als gesamte Anlage mit Zoll- und Wachhäuschen sowie Vortor erhalten. Vorbei an den ersten hübschen Fachwerkhäusern ging es Richtung Röderbogen und Markusturm, wo wir das erste Storchennest auf unserer Radreise entdeckten. Bald dahinter kamen wir zum Marktplatz und konnten uns kaum sattsehen an den schönen Gebäuden. Klar, dass auch noch ein Abstecher zum Plönlein mit dem Siebersturm sein musste. Auch einige interessante Museen hat die Stadt zu bieten. Als gelungenen Abschluss des Tages haben wir uns schließlich der Nachtwächterführung angeschlossen. Launig führte uns Hans Georg Baumgartner als Nachtwächter nicht nur durch die Straßen der Stadt, sondern nahm uns mit seinen Geschichten auch mit ins Mittelalter.
Wusstest du, dass die Torschlusspanik ihren Ursprung in der damaligen Zeit hat? Wer damals nicht vor Schließung der Stadttore zurück in die Stadt gekommen war, musste entweder vor den Toren der sicheren Stadtmauer übernachten oder eine Strafgebühr zahlen. Danach erst wurde er durch ein kleines seitliches Tor hineingelassen.
Von Rothenburg nach Herrieden: Entlang der Frankenhöhe
Am nächsten Morgen starteten wir dann zu unserer Radreise auf dem Altmühl-Radweg. Startpunkt war praktischerweise gleich gegenüber unseres Hotels. Über 55 Kilometer führte unser Weg von Rothenburg nach Herrieden. Ein erstes kurzes Stück ging es vorbei an Feldern und Wiesen neben der Straße entlang. Bald hinter dem nächsten Ort erreichten wir schließlich die steilste Steigung auf der gesamten Tour. Hier war Schieben angesagt. Nach einer kurzen Verschnaufpause an einer Wasserpumpe fuhren wir dann zügig weiter in Richtung Frankenhöhe. Im weiteren Verlauf wechselten sich kleine Ortschaften mit blumengeschmückten Fachwerkhäusern und Wege entlang der Felder ab. Zwischendurch erreichten wir den Hornauer Weiher. Mit seinen Quellbächen gilt er als Ursprung der Altmühl. Ein Grillplatz mit Bänken an seinem Ufer lud ein zur Rast. Als nächstes markantes Gebäude kam danach die Burg Colmberg in unser Blickfeld. Ursprünglich war sie im Besitz der Hohenzollern, bevor sie mehrfach den Besitzer wechselte. Heute beherbergt sie ein Hotel mit Restaurant.
Einige Zeit später erreichten wir dann unser Tagesziel in Herrieden. Durch das Storchentor radelten wir hinein ins Städtchen. Der Name Storchentor ist hier übrigens Programm. Denn Herrieden ist nicht nur einer der ältesten Orte in Franken. Die Stadt ist auch bekannt für ihre Störche.
Herausforderungen und Höhepunkte: Von Herrieden nach Treuchtlingen
Der zweite Tag unserer Radreise auf dem Altmühl-Radweg sollte die größte Herausforderung für uns werden. Gut, dass wir davon beim Start in Herrieden noch keine Vorstellung hatten. Zunächst einmal radelten wir also gemütlich vorbei an der Altmühl, freuten uns wieder über die Seerosen darauf und kamen durch hübsche Dörfer. In Ornbau, der fünftkleinsten Stadt Bayerns, erreichten wir das Fränkische Seenland. Kurz vor Gunzenhausen lag schließlich der künstlich geschaffene Altmühlsee vor uns. Gleich am Anfang führt ein Weg auf die Vogelinsel. Mehr als 200 Vogelarten finden im Naturschutzgebiet Brut- und Rastplätze. Ein Rundweg und ein Beobachtungsturm bieten Besuchern die Gelegenheit, die Tiere zu beobachten. Der übrige Teil des Altmühlsees wird zum Baden, Segeln und Surfen genutzt.
Ab Gunzenhausen hieß es dann durchhalten auf der insgesamt 53 Kilometer langen Etappe nach Treuchtlingen. Denn statt abwechslungsreicher Landschaft radelten wir fast nur noch zwischen Getreidefeldern und an einem Bahndamm entlang. Kaum ein Baum spendete Schatten bei mehr als 30 Grad und praller Sonne. Entsprechend glücklich waren wir, als wir die ersten Häuser von Treuchtlingen entdeckten. Dort stürzten wir uns sofort auf den Kiosk am Minigolfplatz und bestellten das ersehnte kühle Getränk.
Idylle entlang der Altmühl: Von Treuchtlingen nach Eichstätt
Erwartungsvoll starteten wir am nächsten Morgen zur nächsten 53-Kilometer-Etappe. Denn ab Treuchtlingen sollte das Altmühltal richtig idyllisch werden. So jedenfalls hatte der freundliche Hotelier es uns gesagt. Und tatsächlich hatten wir heute einen landschaftlich schönen Teil vor uns. Das erste größere Städtchen, das wir erreichten, war Pappenheim. Wem jetzt gleich der Spruch „Ich kenne doch meine Pappenheimer“ einfällt, liegt genau richtig. Denn Schillers Wallenstein äußerte sich damit anerkennend zu der Unterstützung, die ein Trupp Soldaten aus Pappenheim im Altmühltal ihm anboten. Mit der Burg, dem alten und dem neuen Schloss sowie der Weidenkirche bietet die Stadt auch ein paar Highlights.
Dabei handelt es sich um Felsformationen, die zwischen den grünen Hängen herausschauen. Auch im weiteren Verlauf des Altmühl-Radweges begleiteten uns diese Jurafelsen. Am Nachmittag erreichten wir schließlich Eichstätt. Schon von weitem sichtbar: die Willibaldsburg, die hoch über der Stadt thront. Sehr hübsch ist die Innenstadt mit ihren gepflegten Häusern rund um den Markt und der imposanten fürstbischöflichen Residenz.
Die Längste Etappe: Von Eichstätt nach Riedenburg
Von Eichstätt ging es am nächsten Tag schließlich auf die längste Etappe unserer Radreise auf dem Altmühl-Radweg. Über 73 Kilometer fuhren wir durch die landschaftlich schöne Gegend Richtung Riedenburg. Wir überquerten die Autobahn und die Schnellbahntrasse, über die wir sonst auf dem Weg von Berlin in den Süden oder umgekehrt fahren. Und schließlich erreichten wir das schöne Städtchen Beilngries mit seinen hübschen Häusern und der Kirche St. Der Altmühl in ihrem ursprünglichen Lauf folgten wir dann noch einige Kilometer bis Dietfurt. Bekannt ist die kleine Stadt auch als Chinesenstadt. Diesen Beinamen hat sie, seit ein Kämmerer aus Eichstätt im 18. Jahrhundert dort erfolglos versuchte, Steuern einzutreiben. Seinem Bischof soll er dazu kommentiert haben: „Die Dietfurter kommen mir vor wie Chinesen, die sich hinter der Mauer verschanzen.“ In Erinnerung daran feiert Dietfurt an Weiberfastnacht den Chinesenfasching.
Ab Dietfurt führte uns der Weg weiter am Main-Donau-Kanal entlang, in dem die Altmühl verschwindet - oder den sie in künstlich angelegten Biotopen begleitet. Kurz vor Riedenburg überqueren wir schließlich die Schleuse. Froh sind wir, als wir hier unser Ziel erreichen. Denn der erste und einzige Regen während unserer Radreise auf dem Altmühl-Radweg kündigt mit dicken Tropfen ein Gewitter an.
Ankunft in Regensburg: Das Finale der Radreise
Noch einmal schwangen wir uns am Morgen in Riedenburg auf unsere Räder. Über 53 Kilometer führte uns die letzte Etappe unserer Radreise nach Regensburg. Um möglichst früh dort anzukommen, verzichteten wir darauf, bis Kelheim mit dem Schiff zu fahren. Stattdessen entschieden wir, die gesamte Strecke zu radeln. Gleich hinter Riedenburg zeigte sich das Altmühltal noch einmal von seiner schönsten Seite. Die Bäume spiegelten sich wunderschön im Fluss. Hoch oben auf einem Felsen entdeckten wir die Burg Prunn und auch auf der anderen Uferseite waren wieder schroffe Jurafelsen zu sehen.
Schon weitem weckte dann eine besondere Brücke unsere Aufmerksamkeit. Ab Kelheim folgten wir schließlich dem Donau-Radweg - allerdings nicht, ohne noch mal einen Blick auf das schöne Städtchen Kelheim und auf die Befreiungshalle zu werfen. Weithin sichtbar erinnert sie auf dem Michelsberg an die Napoleonischen Befreiungskriege. Regensburg näherten wir uns schließlich über den Donaupark. Schon in diesem ruhigen Teil präsentierte sich die Stadt von einer sehr schönen Seite.
Begonnen haben wir unseren Aufenthalt in Regensburg aber mit dem kulinarischen Teil. Bewusst hatten wir nämlich auf eine Mittagsrast verzichtet. Denn wir wollten unbedingt die Historische Wurstkuchl testen. In dieser Bratwurststube in direkter Nähe zu Donau und Steinerner Brücke werden seit 500 Jahren hausgemachte Bratwürste serviert. Gut gestärkt starteten wir danach unseren Stadtrundgang von der Steinernen Brücke mit Ausblick über die Donau und die Schiffe hin zum Regensburger Dom und über die vielen hübschen Plätze und schmalen Gassen.
Immerhin schafften wir es aber noch, am Abend einem Tipp von Theresa vom Blog Traveling & other Stories zu folgen. Gemütlich haben wir nämlich unseren Aufenthalt im Biergarten der Kreuzschänke ausklingen lassen. Diesen Gasthof werde ich mir in jedem Fall merken.
Organisation und Service: OÖ Touristik und Velotours
Gebucht hatte ich die Tour auf dem Altmühl-Radweg über OÖ Touristik, da wir mit dem Veranstalter vor einigen Jahren schon einmal gute Erfahrungen bei unserer Radreise auf dem Donau-Radweg gemacht haben. Verantwortlich vor Ort war diesmal allerdings Velotours, die die Radreise auch direkt anbieten. Im Reisepreis enthalten waren die Teilnahme an der Nachtwächterführung in Rothenburg ob der Tauber und eine Schifffahrt von Riedenburg bis Kelheim. Mitgebucht hatte ich zwei Leih-Fahrräder, die uns in unsere erste Unterkunft gebracht wurden. Bei der Donau-Radtour konnten wir die Räder damals am Fahrradverleih abholen, wo sie auf uns eingestellt wurden. Das hätten wir auch diesmal bevorzugt - genau wie einen besser gepolsterten Sattel und eine weniger hakelige Schaltung.
Spätestens um 9 Uhr mussten unsere Koffer dafür morgens an einem Sammelpunkt in der Unterkunft bereitstehen. Dort wurden sie von einem Fahrer von Velotours abgeholt und zum nächsten Hotel transportiert. Geklappt hat dies wunderbar. Bestens ausgerüstet wurden wir außerdem mit Kartenmaterial von bikeline (* - Affiliate-Link) und Komoot. Dazu kam ein Infoheft, in dem noch mal Angaben zur Route, Kontaktdaten und Adressen von Werkstätten aufgelistet waren. Tatsächlich funktionierte der Service von Velotours sehr gut. So lieferte man uns zusammen mit dem Gepäck ein im Hotel vergessenes Handy nach.
Anreise und Unterkünfte: Tipps für die Planung
Wir haben uns für die Anreise mit der Bahn entschieden. Rothenburg ob der Tauber erreichst du mit zweimal Umsteigen gut über Nürnberg. Von Regensburg führen Fernbahnverbindungen zum Beispiel direkt nach München oder Hamburg. Willst du mit dem eigenen Auto anreisen, kannst du kostenpflichtig in Rothenburg ob der Tauber am Hotel parken. Für 70 Euro pro Person kannst du dir dann beim Reiseveranstalter einen Bustransfer von Regensburg zurück dorthin buchen. Aber Achtung: Dieser Rücktransport findet nur am Freitag, Samstag oder Sonntag statt.
Auf die Auswahl der Unterkunft hatten wir auf unserer Radreise durch das Altmühltal keinen Einfluss. In welchen Hotels und Gasthöfen wir Station machen sollten, haben wir erst etwa drei Wochen vor Beginn der Tour aus unseren Reiseunterlagen erfahren. Doch wie damals an der Donau war auch diesmal die Wahl durch den Veranstalter wieder gut gelungen.
Hier eine Übersicht der Unterkünfte:
- Hotel Goldenes Fass (* - Affiliate-Link): Erreichbar in knapp zehn Minuten zu Fuß vom Bahnhof. In die Altstadt gehst du gemütlich etwa eine Viertelstunde. Unser Zimmer im Hotel war klein, aber sehr nett eingerichtet - und, bei hohen Außentemperaturen wichtig, klimatisiert. Eine schöne Auswahl gab es am nächsten Morgen auf dem Frühstücksbuffet. Und was wir besonders toll fanden: Aus einem Kühlschrank können die Gäste sich ganztags mit Getränken bedienen.
- Hotel-Restaurant Zur Sonne: Liegt zentral im kleinen Städtchen Herrieden. Unser Zimmer war schön hell und ansprechend eingerichtet. Leider lag es in einem Nebengebäude, sodass wir keinen Zugang zum Getränkekühlschrank hatten. Wir hatten aber Glück, dass das Restaurant wegen einer größeren Gruppe am Ruhetag geöffnet hatte. Gut, dass wir dadurch die hervorragende Küche des Hauses kennenlernen konnten.
- Hotel-Gästehaus Stadthof: Ist ein ehemaliger Gutshof. Hier konnten wir uns über ein sehr großes Zimmer mit eigener Terrasse freuen. Eine eigene Küche bietet das Haus leider nicht. Dafür gab es aber gleich beim Empfang einige Tipps, wo wir am Abend gut essen könnten. Was der Stadthof jedoch bietet: den schon aus Rothenburg bekannten Getränkekühlschrank.
- Hotel Garni Café Fuchs (* - Affiliate-Link): Liegt zentral in Eichstätt, fußläufig zum Dom. Unser Zimmer dort war zwar klein, aber schön eingerichtet. Wer per Handy telefonieren will, braucht hier allerdings Glück. Denn das Netz ist schwankungsanfällig. Begeistert hat mich aber die große Kuchenauswahl im Café. Außerdem haben wir auch hier wieder einen Getränkekühlschrank entdeckt.
- Hotel Zur Post (* - Affiliate-Link): Liegt zentral am Marktplatz von Riedenburg. Zur Schiffsanlegestelle sind es zu Fuß nur fünf Minuten. Im sehr verwinkelten Haus hatten wir ein schönes Zimmer im Dachgeschoss. Auch das Essen im gemütlichen Gasthof hat uns überzeugt.
- Avia Hotel (* - Affiliate-Link): Liegt etwa 20 Minuten entfernt von der Altstadt. In direkter Nähe vom Hotel gibt es aber gute Busverbindungen, mit denen du schnell ins Zentrum gelangst. Die Zimmer sind großzügig genauso wie das Bad.
Der Tauber-Altmühl-Radweg: Eine Verbindung zwischen Flüssen
Main, Tauber, Altmühl und Donau auf einer Radtour: Der Tauber Altmühl Radweg schafft eine Verbindung zwischen herrlichen Flussrouten. Beim Radfahren im Altmühltal und Taubertal, im Naturpark Frankenhöhe und rund um den Altmühlsee gibt es Kultur, Geschichte und fränkische Lebensart zu entdecken.
Der erste Abschnitt des Tauber Altmühl Radwegs verläuft auf dem Tauber-Radweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“, der vom ADFC mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde. Von der Burgenstadt Wertheim führt er durch das Liebliche Taubertal, über das Kloster Bronnbach, Tauberbischofsheim mit dem Türmersturm, Bad Mergentheim mit seinem Kurpark und Weikersheim mit Schloss und Schlossgarten bis nach Rothenburg o.d. Tauber. Hier verlässt der Radweg die Tauber. Zunächst führt der Radweg im Romantischen Franken durch den Naturpark Frankenhöhe und erreicht dann das Altmühl-Quellgebiet.
Das Liebliche Taubertal: Ein Radlerparadies
Mit 2.200 km Radtourenauswahl und E-Bike Region ist das Liebliche Taubertal eine der Regionen in Deutschland, die bei Genussradlern besonders hoch im Kurs steht, ihnen ein ganz besonderes Spitzenangebot anbietet. Doch auch sportlich ambitionierte Fahrradfahrer werden mit dem Radweg „Liebliches Taubertal - Der Sportive“ in das Land entlang der Tauber gelockt. Dreh und Angelpunkt der Radregion ist aber sicherlich der 100 km lange Radweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“.
Von Rothenburg ob der Tauber bis Wertheim am Main gehört er nach wie vor zu den bundesdeutschen und europaweiten Spitzenangeboten. Er wurde durch den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) erneut und bereits zum vierten Mal in Folge mit 5 Sternen bewertet. Dies ist die höchste Auszeichnung, die für Radfernwege national und international vergeben werden kann. Der Radweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“ ist einer von zwei 5 Sterne Radwegen in Deutschland und einer von vier in Europa, der diese Wertung vorweisen kann und hält diese Klassifizierung seit nunmehr 10 Jahren.
Bewertungskriterien der Klassifizierung sind eine sichere Befahr- und gute Erreichbarkeit der Route aufgrund von Wegbeschaffenheit, Verkehrsbelastung und Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie eine durchgängige und einheitliche Wegweisung in beide Richtungen. Gesonderte Qualitätskriterien sind weiterhin der touristische Mehrwert und die Naturnähe des Radfernweges.
Im „Lieblichen Taubertal“ genießen Radfahrer eine erlebenswerte und idyllische Routenführung parallel zur Tauber und ein leckeres kulinarisches Profil mit tauberfränkischem Wein und Bier. Der Klassiker startet in Rothenburg ob der Tauber. Diese Stadt mit ihrem mittelalterlichen Gesamtensemble ist schon alleine eine Reise wert. Der Radweg führt in drei vorgeschlagenen Etappen entlang der Tauber durch schmucke Städte und Gemeinden bis zur Flussmündung in den Main bei Wertheim.
Radler erleben eine herrliche Kulturlandschaft mit Rebhängen, Steinriegeln und Waldzügen und auch der Wechsel vom grauen Muschelkalk zu rotem Buntsandstein ist bei dieser Radtour eindrucksvoll nachvollziehbar. Der Gast lernt unter anderem den Riemenschneider-Altar in Creglingen, die Tauberbrücke von Balthasar Neumann in Tauberrettersheim, das Schloss Weikersheim, das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, die Weinlandschaft um Lauda-Königshofen, das Kurmainzische Schloss mit Türmersturm in Tauberbischofsheim, das Pfeiferhannesmuseum in Werbach-Niklashausen, das Kloster Bronnbach und die Burg Wertheim kennen.
Serviceangebote entlang der Strecke
Entlang der Strecke können Radfahrer auch die Radelzüge auf der Tauberbahn nutzen. Der Radtransport ist auf der gesamten Strecke von Montag bis Freitag ab 9.00 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ganztägig kostenfrei. In Kombination mit der Taubertalcard sichern sich Gäste durch die entwertete Fahrkarte Ermäßigungen auf Eintrittspreise und Führungen bei ausgewählten Vorteilspartnern. Zusätzlich angeboten wird ein Radbus, der in der Saison von April bis Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zwischen Weikersheim und Rothenburg ob der Tauber verkehrt.
Am Abend können sich Radfahrer in einer der zahlreichen fahrradfreundlichen Unterkünfte des „Lieblichen Taubertals“ erholen und für den nächsten Tag stärken. Die Ferienlandschaft bietet Privatzimmer, Ferienwohnungen, Hotels sowie außergewöhnliche Unterkünfte wie die Bike Lodges auf dem Azur Campingplatz in Wertheim, den Schäferkarren in CreglingenFrauental oder Weinfässer in den Weinbergen. Hier findet jeder Gast eine Unterkunft nach seinen individuellen Wünschen.
Alternativen und Varianten
Ein etwas kürzerer - jedoch sehr reizvoller - Fernradweg ist der größtenteils im nördlichen Baden-Württemberg gelegene „Liebliches-Taubertal-Radweg„. Auf einer Länge von etwa 110 Kilometern begleitet er die Tauber bei Rothenburg bis zur Mündung in den Main bei Wertheim. Der Liebliches-Taubertal-Radweg eignet sich aufgrund seiner geringen Gesamtlänge bestens als kleiner Wochenendausflug mit dem Fahrrad, kann aber auch sehr gut als Verbindungsstrecke zwischen längeren Fernradwegen genutzt werden.
Wir befahren den Liebliches-Taubertal-Radweg von Norden nach Süden und beginnen mit unserer Radtour durchs liebliche Taubertal somit in Wertheim am Main. Dies bedeutet allerdings, dass wir auf der gesamten Strecke tendenziell bergan radeln, was bezogen auf die Gesamtstrecke jedoch nur einem geringen Höhenunterschied von ca. Der Liebliches-Taubertal-Radweg ist in seiner Gesamtheit ein moderater Flussradweg mit immer wiederkehrenden kurzen Steigungen (jedoch keine wirklichen Berge). Große Teile der Strecke führen durch Waldabschnitte und schattige Flusstäler entlang der Tauber, weshalb er sich in heißen Sommermonaten besonders gut für eine kurze Radtour eignet. Die gesamte Strecke des Liebliches-Taubertal-Radweg ist asphaltiert und führt ausschließlich auf autofreien Radwegen.
Der hier beschriebene Radweg „Liebliches Taubertal Radweg“ bezieht sich auf die ursprüngliche Radroute, die den Beinamen „der Klassiker“ führt. Seit 2002 gibt es zum klassischen Liebliches-Taubertal-Radweg noch eine sportliche Variante, welche als „der Sportive“ Radstrecke ausgeschildert ist. Diese führt von Wertheim zunächst flach entlang des Mains bis Freudenberg und geht dann hinauf und über die Höhenzüge Tauberfrankens nach Rothenburg. Möchte man die beiden Strecken zu einer Rundtour zusammenführen beträgt die Gesamtstrecke ca. 260 Kilometer.
Der Fernradweg „Liebliches-Taubertal-Radweg“ ist eine sehr empfehlenswerte Radstrecke für Familien (auch mit kleinen Kindern), da er kaum anstrengende Passagen bereithält. Daneben bietet er sich hervorragend als steigungsarme Verbindungsstrecke zu den nach Süden führenden Fernradwegen an, da man auf dem „Liebliches-Taubertal-Radweg“ die westlichen Höhenzüge Tauberfrankens und östlich gelegenen fränkischen Höhenzüge zwischen Würzburg und Rothenburg umfahren kann. Ein weiteres Plus sind zahlreiche schöne Campingplätze auf dem Liebliches-Taubertal-Radweg (in und kurz vor Wertheim, in Bad Mergentheim, bei Weikersheim, bei Rothenburg).
Tipps und Hinweise für die Tour
- GPX-Daten vor der Tour aus dem Internet herunterladen. Bis auf wenige Abschnitte stimmen sie mit der Beschilderung vor Ort überein.
- Der Tauber-Altmühl-Radweg an sich ist mit seiner abwechslungsreichen Landschaft absolut empfehlenswert und für alle Radbegeisterten geeignet.
- Die Länge der einzelnen Streckenabschnitte nicht zu großzügig wählen.
Routendetails
Umfassende Informationen zur Route bietet die Webseite www.tauber-altmuehl-radweg.de. Die Strecke ist mit grünweißen Radsymbolen gekennzeichnet und/oder mit den Routennamen, die der Tauber-Altmühl-Radweg verbindet: „Liebliches Taubertal“ und „Altmühltal-Radweg“.
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