Eine Radtour am Brienzersee ist ein unvergessliches Erlebnis im Berner Oberland. Statt einer kompletten Umrundung empfiehlt es sich, die Tour als Kombination aus Schifffahrt und Fahrradtour zu gestalten.
Start in Interlaken
Interlaken Ost ist der bahntechnische Knotenpunkt zwischen den normalspurigen Gleisen der BLS und der Schmalspur der Zentralbahn. Von hier aus fährt auch die Berner Oberland Bahn in die Jungfrauregion, und die Schiffe der BLS starten zu einer Fahrt über den Brienzersee. Am Ende einer Minikreuzfahrt kehrt man so wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Vom Anleger der BLS Schifffahrt fährt man zunächst entlang der Aare Richtung Brienzersee. Am Ufer des Sees geht es weiter nach Bönigen.
Obwohl Bönigen nur einen Katzensprung von Interlaken entfernt ist, spielt sich hier ein Leben ohne Touristenmassen, Nobelgeschäfte und anderen Krimskrams ab. Der Ort könnte eine Alternative sein, wenn man die vielseitigen Ausflugs- und Aktivitätsmöglichkeiten von Interlaken nutzen möchte, aber auch ein bisschen Normalität und Bescheidenheit schätzt.
Entlang des Südufers
Die Orientierung ist recht simpel, da man sich auf der Strecke der Nationalen Fahrradrouten Nr. 8 (Aare Route) und Nr. 66 (Seenroute) befindet. Schön geht es direkt am See entlang aus Bönigen hinaus. Kleine Badeplätze laden zu einem Sprung ins Wasser des Brienzersees ein.
Nach dem Campingplatz wird es anspruchsvoller und es geht unter der Autobahn hindurch zieht das Sträßchen nun 110 Meter in die Höhe bis in die kleine Siedlung Sengg. Schon kurz danach hat man schöne Aussichten auf die Halbinsel auf der Iseltwald liegt.
Es geht wieder hinab auf Seeniveau und es bietet sich an, im Gasthof am Schiffanleger einen Kaffee zu trinken. Auf der Weiterfahrt gibt es aber in Iseltwald auch noch andere gastronomische Möglichkeiten. Das Dorf zieht sich in der Bucht der Halbinsel noch bis zu einem kleinen Strandbad.
Jetzt führt das Sträßchen hinein in den Hangwald, der das Südufer des Brienzersee prägt. Vorbei an großen Felsen geht es zunächst mal wieder 120 Höhenmeter aufwärts. Jetzt wird das Gelände bewegt, mal gibt es kurze Abfahrten, dann geht es wieder hoch.
Mit einer Höhe von 720 Metern, 160 Meter über Seeniveau ist bei Chusterboden der „Höhepunkt“ erreicht. Hier sieht man in der Ferne auch schon das Grandhotel Giessbach.
Bevor man aber die Giessbachfälle erreicht geht es noch ein Stück auf einem Schotterweg durch den Wald. Der Weg ist aber recht eben und sehr gut zu fahren.
Auf dem Radweg von Iseltwald kommend erreicht man die Giessbachfälle an einer idealen Stelle. Die Brücke, die den Giessbach überquert bietet einen sehr schönen Blick auf die Kaskaden der Giessbachfälle und auf das Grandhotel Giessbach.
Jetzt nicht einfach weiterradeln. Als erstes einmal die kleine Spazierrunde unter dem Giessbachfall machen, dann vielleicht auch noch zum Grandhotel rüber gehen und einen Blick auf die historische Standseilbahn werfen.
Ein bisschen geht es jetzt nochmals bergauf. Aber bald schon neigt sich die Straße dem Aaretal zu.
Abstieg nach Brienz
Unten im Tal geht es unter der Autobahn durch und entlang des Ufers des Brienzersees, vorbei an Campingplätzen und Freibädern fährt man weiter bis Brienz.
In Brienz trifft sich verkehrstechnisch wieder alles an einer Stelle. Schifffahrtsanlegestelle und Bahnhof sind in Rufweite zueinander. Auch die Talstation der Brienzer Rothorn Bahn, eine dampfbetriebene Zahnradbahn, findet sich hier.
Hätte man viel Zeit, lohnt sich bei klarem Wetter auf jeden Fall die Fahrt nach oben. Vom Gipfel aus hat man ein schönes Panorama auf den Brienzersee, das Haslital und die 4000-er der Jungfraugruppe.
Gut eine Stunde länger dauert die Bootsfahrt über den Brienzersee.
Wichtiger Hinweis
Das Velo-Tagesticket das in der ganzen Schweiz gilt, wird auf den Schiffen der BLS nicht akzeptiert.
Alternativen und Anforderungen
Die offizielle Radwegstrecke verläuft auf der Südseite des Brienzer Sees. Hier ist bis Iseltwald eine ordentliche Steigung von 150 Höhenmeter auf 1,5 km Länge zu meistern. Nach Iseltwald kommt eine weitere Steigung von 100 Höhenmetern auf 2 km Länge. Die Radstrecke verläuft auf einer kleinen Asphaltstraße, auf der nur Anlieger mit ihren Autos fahren dürfen. Nach dem Giessbachwasserfall kommt ein Stück auf einem nicht asphaltierten Waldweg. Man radelt oft im Wald ohne Ausblick auf den See.
Alternative: Nordufer des Brienzersees
Am Nordufer lässt es sich auf der Landstraße ohne große Steigungen entspannt radeln. Es ist wenig Autoverkehr und man hat oft einen schönen Ausblick über den See. Dazu biegt man am Anfang des Sees nach rechts ab und folgt der Radwegausschilderung nach Brienz.
Nach dem sehenswerten Ort mit seiner langen Uferpromenade und den alten Holzhäusern geht es auf der Landstraße weiter (oberhalb und parallel zur Landstraße verläuft eine ausgeschilderte Rad- und MTB-Strecke nach Interlaken; diese anstrengende Strecke aber nicht benutzen, sondern einfach auf der Landstraße bleiben).
Vor Interlaken fährt man nicht auf der Hauptstraße über die Aare-Brücke, sondern bleibt auf der rechten Talseite, radelt geradeaus auf der kleineren Straße weiter und kommt direkt im Zentrum von Interlaken heraus. Von Brienz fahren auch Schiffe über den See nach Interlaken, die Fahrräder mitnehmen.
Aare-Radweg: Anforderungen und Alternativen
Insgesamt ist der Aare-Radweg - bis auf wenige Ausnahmen - einfach zu fahren. Einzelne Streckenabschnitte beinhalten Steigungen, für die es aber teilweise Alternativen gibt.
Kürzere Steigungen treten im gesamten Streckenverlauf auf.
Wohlensee - Niederried (bei Aarberg)
Der Abschnitt zwischen Wohlensee und Niederried ist durch drei längere Steigungen anstrengend. Nach einer kurzen Steigung am Bahnhof in Bern geht es durch den Wald bergab bis nach Wohlen am gleichnamigen Stausee.
Von der anfangs schönen Strecke am See entlang sollte man sich nicht täuschen lassen, denn der Weg verlässt das Seeufer und es geht auf einem Waldweg steil bergauf (ca. 50 Höhenmeter auf 500 m Länge). Das letzte Stück geht es schiebend über eine Holzbrücke.
Nach einer Abfahrt folgt gleich eine zweite, ungefähr gleich anstrengende Steigung - diesmal auf Asphalt - bevor es zur Staumauer wieder hinunter geht.
Nach kürzeren Steigungen und ebenen Abschnitten an der Aare entlang kommt vor Golaten eine dritte Steigung, die den zwei ersten ungefähr entspricht.
Nach einer Abfahrt erreicht man bei Niederried wieder die Aare und es geht eben weiter.
Alternative: Bahnfahrt
Die Schweizer Bahn fährt ungefähr stündlich von Bern mit einmal Umsteigen in Lyss bis nach Aarberg. Die Fahrt dauert ca. 24 Minuten.
Böttstein
Ungefähr 8 km vor der Mündung der Aare in den Rhein ist vor dem Ort Böttstein eine längere Steigung (ca. 50 Höhenmeter auf 500 m Länge)
Alternative: linkes Aareufer
Am linken Aareufer gibt es direkt am Fluss einen asphaltierten Weg, der auf eigene Gefahr befahrbar ist. Er ist ca. 1 m breit und hat keine Abgrenzung zum Fluss.
Wer ängstlich und nicht schwindelfrei ist, sollte diesen Weg lieber nicht benutzen! Die Anderen führt dieser Weg ohne Steigungen an der Aare entlang, bis man wieder auf die Hauptroute trifft.
Um auf diesen Weg zu gelangen, biegt man am Anfang der Steigung rechts zum Kraftwerk Beznau ab. Nach einer kurzen Abfahrt beginnt der Weg nach dem Wehr.
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