Der Sommer in Berlin ist ideal, um eine Radtour mit einem erfrischenden Bad im See zu verbinden. Eine solche Tour führt rund um den Straussee und bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Verweilen und Entdecken.
Startpunkt und Routenverlauf
Die Tour beginnt am S-Bahnhof „Strausberg Stadt“. Entlang der Hohensteiner Chaussee geht es auf einem gut ausgebauten, straßenbegleitenden Radweg nach Hohenstein. Von dort führen Feld- und Waldwege durch wundervolle Natur bis nach Garzau-Garzin. Ein kurzes Stück dem „R1“ folgend, gelangt man nach Rehfelde.
Auf dem letzten Abschnitt schlängelt sich der „ZR1“ von Rehfelde nach Strausberg, den Herrensee streifend, der inmitten des Naturschutzgebietes Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnim-Hänge liegt. Der Ausschilderung „Tour Brandenburg“ folgend radelt man in Richtung Strausberger Innenstadt, direkt auf dem Uferwanderweg vom wunderschönen Straussee mit seiner einzigartigen Strausseefähre.
- Start: S-Bahnhof Strausberg Stadt
- Route: Hohenstein, Garzau-Garzin, Rehfelde, Strausberg
Highlights entlang der Strecke
Neben der reizvollen Landschaft bietet die Strecke einige kulturelle und historische Highlights:
- Garzau-Garzin: Neben dem slawischen Burgwall besticht die Gemeinde mit der größten Feldsteinpyramide Deutschlands.
- Strausberg: Straussee mit Fähre, Kirche St. Marien, Stadtmuseum, Flugplatzmuseum. Die 750 Jahre alte Stadt mit dem herrlichen, terrassenförmig angelegten Marktplatz samt Stadthaus ist einen Besuch wert. Unweit vom Marktplatz befindet sich die schöne Marienkirche, eine der wenigen Feldsteinkirchen Brandenburgs. Über die Geschichte der Stadt können sich Interessierte im Heimatmuseum (August-Bebel-Straße 33) informieren.
Alternative Routen und Kombinationen
Für längere Touren oder alternative Routen gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- ScharmützelseeStrausberg - Erkner: Zeugnisse des Kalkabbaus, die kleinste Gemeinde mit Straßenbahnverkehr oder der Seenreichtum sorgen für Abwechslung auf der Strecke.
- Radweg rund um Berlin: Wenn man direkt in Berlin mit dem Rad starten möchte und dann in Erkner auf den "Radweg rund um Berlin" abbiegt, eignen sich u.a. der Europaradweg R1 und Spreeradweg.
- ADFC Premium-Tour „Erfrischende Landpartie zu historischen Orten - Spätaufstehertour": Ab Altlandberg verläuft diese Tour ein Stück entlang des Radweges "Rund um Berlin".
ScharmützelseeStrausberg - Erkner
- Länge: 21 km
- Dauer: 2 Stunden
- Start: Strausberg
- Ziel: Erkner
- Verlauf: Strausberg, Torfhaus, Hennickendorf, Rüdersdorf bei Berlin, Woltersdorf an der Schleuse, Erkner
Praktische Informationen
Für eine entspannte Radtour rund um den Straussee sind einige praktische Tipps hilfreich:
- An- und Abreise:
- ÖPNV: Ab Berlin Ostkreuz mit S5 bis Strausberg (ca. 45 Minuten)
- ÖPNV: Ab Erkner RE1 (Magdeburg) bis Berlin Hbf. (ca. 31 Minuten) oder mit S3 (Spandau) bis Berlin Hauptbahnhof (ca. 45 min)
- Wegbeschaffenheit: Gut befahrbare Radwege, z.T. Feldwege
- Karten / Literatur: Imageflyer "Rund um Berlin" Große Wander- und Radwanderkarte Berlin und Umgebung, Maßstab 1:35.000, Dr. Barthel Verlag, ISBN: 978-3-89591-148-4, 3.
Tipps für unterwegs
Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Pausen und Aktivitäten:
- Baden: Die zahlreichen kleinen Buchten am See laden zum Baden ein.
- Picknick: Am Ufer gibt es einige größere Liegewiesen, die sich ideal für ein Picknick eignen.
- Einkehren: Im Café Kunze an der Großen Straße in Strausberg gibt es eine große Auswahl an Kuchen.
Eine Radtour mit Hindernissen
Ein Abschnitt des Weges, nämlich der Gamengrund ab Falkenberg Richtung Strausberg, ist wunderschön, aber anspruchsvoll. Es ist ein Wanderweg mit viel Auf und Ab, Wurzeln über den Weg und teilweise sehr schmalen Passagen, die hohe Konzentration erfordern. Auf der Höhe von Tiefensee muss man das Rad steil auf die ehemalige Bahntrasse hinaufschieben, über die Gleise, und auf der anderen Seite wieder hinunter. Im Juni 2018 lagen noch viele Äste und Baumstämme quer über den Weg, über die man das Rad heben musste.
Radtour von Berlin nach Brandenburg - zum Strausbergsee
Die Idee entsteht spontan: Tolles Sommerwetter, ideal für eine kleine Radtour. Warum nicht einfach einen Tag lang dem „Moloch“ Berlin entfliehen? Raus aufs Land, in Richtung der kleinen brandenburgischen Städtchen Altlandsberg und Strausberg? Kurz entschlossen geht es los, Startpunkt ist die S-Bahn-Station Prenzlauer Allee.
Typisch für Berlin, folgen die Kontraste schnell aufeinander: Zuerst folgt man der belebten Storkower Straße nach Osten, dann geht es durch den beschaulichen, mit blühenden Hecken überwachsenen Volkspark Prenzlauer Berg und den Fennpfuhlpark - um sich kurz darauf zwischen Plattenbauten und verwahrlosten Hinterhöfen mit Autoreparaturbetrieben wiederzufinden.
Aber halb so schlimm, denn hier, mitten in Lichtenberg, stößt man auf einen „Insider“-Tipp, bei dem man die monotone Umgebung sofort vergisst: das Dong Xuan Center. In der Ansammlung riesiger Hallen auf dem kahlen Gelände an der Herzbergstraße fühlt man sich von einem Moment zum anderen nach Asien versetzt: Hier gibt es asiatische Kleidung, Elektronikzubehör, Plastikspielzeug, Haushaltswaren, asiatische Lebensmittel und Gewürze in Hülle und Fülle.
Ein kurzes Stück weiter, am Ende der Straße, quert man das Gelände des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge. Wieder eine andere Welt: Die altehrwürdigen Backsteingebäude, die ab 1889 gebaut wurden, liegen streng symmetrisch angeordnet in einem schattigen Park. Nach diesem Stück preußischer Ordnung folgen in den ruhigen Seitenstraßen entlang der Allee der Kosmonauten und des Blumberger Damms kahle Plattenbausiedlungen und in die Jahre gekommene Wohnhäuser.
Aber das alles dauert nur ungefähr 15 Minuten, dann hat man den Eichepark erreicht - und damit auch den Rand der Großstadt. Neben dem dicht bewaldeten, hügeligen Park verläuft die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Markiert wird sie auch durch die letzte Station der Berliner Tram: „Ahrensfelde / Stadtgrenze“. Direkt dahinter beginnt das kleine Städtchen Ahrensfelde - der erste Ort in Brandenburg.
Hier biegt man gleich rechts in die Mehrower Chaussee und radelt gemütlich durch hoch stehende Wiesen und Kornfelder - immer geradeaus bis ins zwei Kilometer entfernte winzige Dorf Mehrow. Dort gibt es zwar nicht viel zu sehen, aber immerhin einen modernen Gasthof mit schön angelegtem schattigen Garten. Ideal für eine kleine Rast bei einem Eiskaffee oder einem Stück Kuchen. Nebenbei kann man die hübsche alte Steinkirche nebenan bewundern, deren Anfänge im Jahr 1327 liegen.
Weiter geht es über den Altlandsberger Weg - eine von Bäumen gesäumte Chausseestraße - und über parallel verlaufende Radwege Richtung Altlandsberg. Es macht Spaß, sich den Weg zu einem der Teiche, etwa dem Heidesee oder dem Blakesee, zu bahnen.
In der 9000-Einwohner-Stadt Altlandsberg lohnt es sich, sich in Ruhe umzuschauen. Denn hier ist das historische Zentrum noch fast komplett erhalten. Gleich beim Hineinfahren stößt man auf das Schlossgut Altlandsberg mit seinen prächtigen roten Backsteingebäuden, dem Gutshof und der Schlosskirche. Gleich neben dem Schlossgelände steht die wehrhafte Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem pyramidenförmigen Turm.
Auch die Kopfsteinpflastergassen rund um den Marktplatz wirken mittelalterlich - und tatsächlich wurden sie im Mittelalter als Vieh- und Bauernmarkt genutzt. Rund um den winzigen Stadtkern verläuft die Stadtmauer, gesäumt von zwei beeindruckenden Wachtürmen: dem Berliner und dem Strausberger Torturm. Der Strausberger Turm, aus unregelmäßigen Natursteinen gebaut, diente früher als Gefängnis. Seit 1897 nisten auf der roten Ziegelspitze Störche - und auch jetzt kann man die langbeinigen weißen Vögel dort wunderbar beobachten.
Auf dieser Seite des Orts beginnt auch die Straße, die weiter Richtung Strausberg führt. Bald findet man sich in einem dichten Waldgebiet wieder, das von den Wasserläufen des Fredersdorfer Mühlenfließes durchzogen ist. Nach einem kurzen Stück auf der Landstraße geht es auf holprigen Forstwegen weiter: vorbei am langgezogenen Bötzsee, durch den kleinen Ort Spitzmühle und auf dem Spitzmühleweg bis zum Straussee. Schnell hat man die Ausläufer des kleinen Städtchens Strausberg erreicht, das verträumt am östlichen Seeufer liegt.
Ähnlich wie in Altlandsberg gibt es auch hier viel Historisches zu entdecken: Rund um den Marktplatz stehen an den Kopfsteinpflaster-Gassen noch viele alte Bürgerhäuser. Geht man beim Landsberger Tor links durch eine kleine Pforte, stößt man bald auf die Reste der meterhohen Stadtmauer. Und gleich dahinter startet die Strausseefähre zu ihrer Fahrt quer über den See - eine elektrisch betriebene Personenseilfähre, die in Europa einmalig ist.
Vom anderen Ufer bietet sich ein schöner Blick auf das malerische, von Weiden und Schilf umrahmte Strausberg. Ein weiteren tollen Ausblick auf den See hat man vom Aussichtspunkt im beschaulichen Fischerkiez - der früheren Siedlung der Dienstleute.
Weitere Radtouren in der Umgebung
Rund um Buckow, im Naturpark Märkische Schweiz, prägen eiszeitliche Landschaften mit Seen, Schluchten und Höhenzügen das Bild. Die Route verläuft abwechslungsreich durch Wälder, Moore und historische Ortskerne.
- Start / Ziel: Strausberg
- Länge / Dauer: ca. 51 Kilometer / ca. 3 Stunden
- Wegmarkierung: Feldsteinpyramide von Garzau im blauen Rahmen
- Wegebeschaffenheit: überwiegend asphaltiert, stellenweise fester Straßenbelag
Sehenswert
- Straussee
- Feldsteinpyramide Garzau
- Tornow- und Schermützelsee
- Künstlergärten und Museen in Waldsieversdorf und Buckow
- Biohof und Antiquariat in Ihlow
- Aussichtspunkte und eiszeitlich geprägte Landschaften
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