Der Rupertiwinkel, der nördliche Zipfel des Berchtesgadener Landes, ist mit seinen sanften Hügeln ein wahres Paradies für Genussradler. Je nach Kondition empfiehlt es sich, die Radtouren rund um Waging am See mit einem Tourenrad oder E-Bike zu unternehmen. Die Region bietet Radtouren für jeden Geschmack und jedes Konditionsniveau, benannt nach dem Heiligen Rupertus.
Diese aussichtsreiche Runde um den Waginger See, für die man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen sollte, wird Sie begeistern. Sie führt von Waging am See in einem weiten Bogen um den See herum. Die Strecke verläuft meist gemächlich auf und ab durch die Hügellandschaft des Rupertiwinkels, wobei die ein oder andere Steigung etwas Kondition erfordert. Am Wegesrand gibt es viele kleine Attraktionen für alle Sinne, und an warmen Sommertagen lädt der See zum Baden ein. Badezeug nicht vergessen! Auch für kulinarische Genüsse ist gesorgt.
Streckenverlauf und Highlights
Die in beide Richtungen durchgehend beschilderte, knapp 30 Kilometer lange Erlebnistour beginnt an der Tourist-Info Waging am See.Am Westufer des Sees entlang geht es in das kleine Taching. Hier lohnt sich ein kurzer Besuch auf dem Sailerhof in Mauerham, der neben einem sehenswerten Bauerngarten auch für hervorragende Edelbrand- und Schnapsherstellung bekannt ist.
In Tengling zweigt die Route nach Osten bis zur Kirche St. Coloman ab. Der kurze Anstieg lohnt sich wegen des herrlichen Blicks über die Seenkette der Voralpen. Direkt unterhalb von St. Coloman liegt die Zufahrtsstraße zum Strandbad Tengling mit einer der schönsten Badestellen am See. Der Tachinger See ist nur 19 Meter tief und erwärmt sich im Frühjahr schnell. Schon im Mai herrschen oft beste Badebedingungen. Badeinsel samt Sprungturm, Beachvolleyballplatz und Boule-Bahn sorgen dafür, dass sicher keine Langeweile aufkommt. Du kannst auch Boote für eine Spritztour auf dem See ausleihen.
Es geht nach Süden weiter, das Salzburger und Chiemgauer Voralpenland stets im Blick. Auch in Bicheln tut sich ein atemberaubender Blick auf den Waginger See auf. Vorm Ortseingangsschild erwartet dich eine Bank, wo du erstmal verschnaufen kannst, aber vor allem den traumhaften Blick auf die Seen sowie Untersberg, Zwiesel und Hochstaufen, die sich dahinter auftürmen, genießen. Von dort aus geht es nach Tettenhausen (bekannt als Filmkulisse bei „Dahoam is Dahoam“).
Vorbei an lauschigen Strandbädern, Campingplätzen und einer Bergpanorama-Tafel, die das Voralpenland erklärt, verläuft die Tour weiter nach Petting. Hier lohnt sich ein Abstecher ins Schönramer Filz - ein Naturkleinod aus der letzten Eiszeit. Dieser führt weiter durch den nördlichen Teil des Schönramer Filzes, eines der größten Hochmoorgebiete Südostbayerns. Eine verwunschene, melancholische Landschaft, die sich ab 1998 - nach dem Ende des kommerziellen Torfabbaus - neu erschaffen hat. Nach und nach entstand ein Naturparadies, das natürlich längst unter Schutz steht, weil man inzwischen weiß, wie wichtig Moore nicht zuletzt fürs Klima sind.
Der Rückweg führt entlang am Westufer des Waginger Sees und endet wieder in Waging.
Kulturelle und Kulinarische Highlights
Nach der Badepause geht es zurück auf die Hauptstraße in Richtung Fridolfing - mal zwischen Maisfeldern hindurch, mal durch ein Waldstück. Dann siehst du schon den Turm der Kirche von Fridolfing aufragen. „Salzachdom“ wird die Fridolfinger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Volksmund auch genannt. So darf sich Mariä Himmelfahrt mit dem Superlativ „größte Dorfkirche Deutschlands“ schmücken.
Nach dem Kulturgenuss folgt der kulinarische Genuss: Bei Steinbergers Naschmarkt am Rupertibrunnen kannst du ein zweites Frühstück, ein Stück der leckeren Torten oder einfach eine Erfrischung im Biergarten genießen. Hier hat man auch ein Herz für Radler: Bei Bedarf kannst du den Akku deines E-Bikes aufladen.
Der nächste Stopp am Wegesrand wartet bereits kurz hinter Fridolfing: die mächtige Methusalemlinde. Im Mittelalter waren Linden aber nicht nur Schmuckstücke und Schattenspender, sondern hatten eine Schutzfunktion für die Dorfgemeinschaft. Linden hielten angeblich Hexen und Dämonen fern und waren als Sinnbild für Weisheit oft der Ort für Gerichtsverhandlungen.
In Kirchanschöring biegst du rechts in die Laufener Straße ein, dann kurz darauf links in die Voglaicher Straße in Richtung Güßhübel. Hinter Voglaich mit seinen hübschen Bauerngärten geht es durch ein kleines Waldstück. Dort tauchen oberhalb der Götzinger Ache zur Rechten Totenbretter auf, die an eine alte Tradition erinnern, die im Rupertiwinkel noch nicht ganz ausgestorben ist.
Der Knallerhof auf dem Güßhübel ist ein liebevoll restaurierter Bauernhof aus dem 16. Jh. - ein traumhaftes Anwesen. Dazu gehört die Sebastianskapelle, wo man sich bei traumhaftem Bergblick auch trauen lassen kann. Die Kapelle liegt idyllisch inmitten von Wiesen und gleich daneben lockt eine Bücherhütte zum Schmökern. Hier oder im Garten des Knallerhofs dann unter Apfelbäumen auch die Brotzeit auspacken.
Seit 1512 mindestens gibt es in Schönram eine Brauerei mit Wirtschaft und seit 1780 ist diese im Besitz der Familie Oberlindober - in der achten Generation inzwischen. Probieren kannst du die Bierspezialitäten natürlich auch im Brauereigasthof und bei sommerlichen Temperaturen im Biergarten. Für eine solide Basis sorgen deftige Klassiker aus der bayerischen Küche, aber auch Kaffee und Kuchen gehören zum Angebot.
Wenn wir an einem Donnerstag zwischen Mai und Ende Juli unterwegs sind, lockt noch ein sinnlicher Abstecher zum Rosengarten Mayr, den Birgitta Mayr und ihr Mann gestaltet haben. Der Rosengarten, in dem im Frühjahr und Sommer auch unzählige andere Blumen blühen und duften, ist ein kleines Paradies, das Familie Mayr hier geschaffen hat. Im Sommer gibt es bei schönem Wetter hin und wieder Kaffee und Kuchen. Den Preis dafür bestimmt jeder Besucher selbst und sollte sich als großzügig erweisen, denn die Erlöse gehen ohne Abzug an die Kinderkrebshilfe.
Wenn du die TS 27 erreichst, fährst du nach rechts, bis du wiederum nach rechts in Richtung Hirschalm abbiegst. Es geht an der nächsten Kreuzung nach links und immer hügelaufwärts nach Mühlberg. Vor einem schönen Hof mit Bundwerk radelst du links zur Wallfahrtskirche. Noch so ein Seelenplatz. Wenn du einen Blick ins barocke Kirchenschiff mit seinen 390 Votivtafeln geworfen hast, locken Bänke unter einer Linde, wo du Seeblick und die Naturstimmung ausgiebig genießen kannst.
Weitere Radtouren und Themenwege
Egal ob Sie zu den Genussradlern zählen, die Natur des Chiemgaus erkunden wollen oder nach einem kindergerechten Rundweg Ausschau halten, die Themenwege am Waginger See verbinden Radfahren mit Geschichten und Erlebnissen.
- Chiemgauer Schmankerltour: Die 45 km lange Kulinarik-Reise führt durch die Region und bietet die Möglichkeit, traditionelle Spezialitäten kennenzulernen.
- Wasser-Erlebnistour: Diese Tour führt zu Heilquellen, unberührten Salzachauen, Mooren, Amphibiencheichen und der Seerosenzucht.
Tipps für Ihre Radtour
Überprüfen Sie vor dem Start immer die Lichtanlage, Bremsen, Reifen und Reflektoren Ihres Fahrrades! Tragen Sie bei schlechter Sicht helle, reflektierende Kleidung. Besonders im Herbst und Winter kann am Boden liegendes Laub mögliche Unebenheiten verdecken. Bringen Sie am Fahrrad Ihrer Kinder zusätzlich hohe Fahrradwimpel an.
Sonnenschutz für Haut und Kopf ist der unverzichtbare Begleiter auf längeren Radtouren. Ein Erste-Hilfe-Set, Luftpumpe und Ersatzschlauch sollten nie fehlen. Unterwegs genügend trinken und an einen Notfall-Müsliriegel denken. Kleidung sollte nach dem Zwiebelprinzip gewechselt werden können und atmungsaktiv sein. Wind- und Regenschutz ist wichtig! Fahrradhelm und Sonnenbrille sind zu empfehlen.
Der Chiemsee-Waginger See-Radweg
Der Chiemsee-Waginger See-Radweg führt durch eine der reizvollsten Regionen Oberbayerns, wo Natur, Kultur und atemberaubende Ausblicke miteinander verschmelzen. Die Strecke verbindet die Ufer des Chiemsees, dem "Bayerischen Meer", mit dem malerischen Waginger See. Der Rundweg beginnt meist in Chieming am Ostufer des Chiemsees und führt über Taching, Waging und Traunstein zurück zum See.
Streckencharakteristik
- Länge: ca. 30 Kilometer (Rundweg um den Waginger See)
- Schwierigkeit: überwiegend flach bis leicht wellig
- Geeignet für: Familien, Genussradler, Tourenradfahrer, E-Biker
Empfehlungen
Die beste Reisezeit für diese Tour ist von Frühling bis Herbst, wenn die Landschaft in sattem Grün oder herbstlichen Farben erstrahlt und die Temperaturen angenehm sind. Badepausen entlang des Waginger Sees und des Chiemsees sind besonders an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung. Ein Besuch im historischen Ort Waging am See mit seiner gemütlichen Altstadt, Cafés und kleinen Geschäften lohnt sich ebenso wie ein Abstecher zum Römermuseum Bedaium in Seebruck.
Der Chiemsee-Waginger See-Radweg ist eine ideale Tour für alle, die auf der Suche nach Naturerlebnissen, Ruhe und bayerischer Lebensart sind.
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